142 Seiten Informationen, herausgegeben vom Commonwealth of Learning und der UNESCO. Dieser Guide enthält drei Teile: Der erste Teil ist eine Einführung in Open Educational Resources (OER) in Form von FAQs. Hier geht es um Definitionen, Abgrenzungen (z.B., warum OER nicht E-Learning oder Open Learning bedeutet) und immer wieder um rechtliche Fragen. Im zweiten Teil wird das OER-Konzept detaillierter betrachtet. Und der dritte Teil besteht aus einer Reihe von Anhängen, die sich einzelnen Punkten, z.B. Open Licenses, OER-Initiativen und OER-Webseiten, widmen. Neil Butcher, Commonwealth of Learning und UNESCO, August 2011 (pdf)
Auf der einen Seite gibt uns Stephen Downes eine Definition von OER an die Hand: “Open educational resources are materials used to support education that may be freely accessed, reused, modified and shared by anyone.” Darüber hinaus, und hier wird es interessant, erklärt und begründet er jeden einzelnen Baustein dieser Definition. Mit Parallelen zu David Wiley, Richard Stallman’s “Four Freedoms” und Creative Commons sowie kurzen Abstechern in die Wissenschaftstheorie und Logik. Stephen Downes, Half an Hour, 14. Juli 2011
Stefanie Panke war auf 23. World Conference on Educational Multimedia, Hypermedia & Telecommunications (ED-MEDIA), die vom 27. Juni bis 1. Juli in Lissabon stattgefunden hat, und hat ihre Begegnungen ausführlich und kompetent zusammengefasst. “Knowledge needs to be free”, “relationships trump content”, “distributed weak ties can solve complex problems” – in short “openness is a virtue.” This proved to be the leitmotif of several keynotes”, schreibt Stefanie Panke und berichtet von Referenten wie z.B. Alec Couros (“renowned for his work on massive open online courses”, das Stichwort werden wir in diesen Tagen nicht los!), Eric Duval, George Siemens, Martin Weller u.a., von der Conference’s Poster Session (Pecha Kucha) und der Einführung von Academic Experts. Weitere Trends waren aus ihrer Sicht: “open learning, e-books, mobile learning applications and the effects of lecture capturing”. Stefanie Panke, Educational Technology & Change (ETC), 9. Juli 2011
Auf die iUNIg Konferenz über Open Educational Resources in Graz hatte ich zwar schon hingewiesen, aber jetzt gibt es diese wirkliche schöne Zusammenfassung. 6:07 Minuten mit verschiedenen Gesichtern und Stichworten wie Social Media, L3T und Urheberrechte. Martin Ebner, E-Learning Blog, 5. Juli 2011
Graham Attwell hat auf der EDEN2011-Konferenz in Dublin an einem Workshop über “Open Educational Resources” teilgenommen. In seiner Zusammenfassung geht er auf einige Tagesordnungspunkte ein. Mit aller notwendigen Skepsis.
“But I am not so sure about benchmarking and maturity models (what senior manager is going to admit that their organisation lags behind?). Instead I think we need to continue very basic work on making it easier for teachers to produce OERs and share them. It will take time, but even over the last five years there has been massive progress.” Graham Attwell, Pontydysgu - Bridge to Learning, 26. Juni 2011
In Graz auf der iUNIg-Conference ging es vorletzte Woche um OER. Einige Eindrücke von Teilnehmern stehen online. Hier werden zwei Workshops zusammengefasst. Im einen ging es um rechtliche Rahmenbedingungen, die den Einsatz von OER oftmals erschweren oder eingrenzen. Im anderen um das Open Educational Resources-Angebot der TU Graz. Hier findet sich auch die nette Bemerkung: “Mehr oder weniger nicht vorhanden ist die TU Graz-Studierenden-Blogosphäre.” Und dann das Resümee: “Unsere persönliche Schlussfolgerung ist, dass keine Hochschule auf längere Frist an OER vorbeikommen wird.” Karin Raffer und Brigitte Alice Radl, web literacy lab, 3. Juni 2011
Die Keynote in Graz kam übrigens von Grainne Conole, die Martin Ebner dann gleich vor die L3T-Kamera gesetzt hat (”Grainne Conole about Open Educational Resources”; hier ist ihre Präsentation auf Slideshare).
Das ist cool: Die University of Nottingham und der Video-Journalist Brady Haran haben eine Kollektion von Videos entwickelt. Insgesamt 118 kurze Filme, ein Film für jedes Element des Periodensystems. Jetzt wurde das Projekt ausgezeichnet. Stephen Downes schreibt dazu: “It’s interesting to contrast resources such as this with the top-heavy attempts to turn open educational resources (OERs) into universities.” Korrekt. Noch schöner ist die Würdigung auf dem Open Culture-Blog. Sheerly Avni, Open Culture, 31. Mai 2011
Ein weiteres Dokument, das fordert, nicht einseitig auf die Entwicklung und den Zugang zu Open Educational Resources (OER) zu blicken. Und das diesbezüglich auch vor einer neo-kolonialistischen Haltung warnt: “The assumption is that if well-known universities obtain grant support to develop OER as a sideline to their core activities, resource-poor countries and institutions will gratefully use them ‘as is’ to improve their teaching.” Nachvollziehbar. John Daniel, COL Blog, 9. Mai 2011
Debatten im Oxford-Stil erfreuen sich großer Beliebtheit. Im vorliegenden Fall geht es um OER, Open Educational Resources, das heißt Lernmaterialien, die z.B. von Hochschulen, Bildungsinstitutionen und anderen Organisationen im Netz anderen zugänglich gemacht werden. Um diesen Zugang, aber vor allem den Einsatz und die Weiterentwicklung von OER zu erleichtern, werden diese Materialien häufig mit einer Creative Commons (CC)-Lizenz gekennzeichnet. Denn sonst gilt das bestehende Urheberrecht. Also trifft man im OER-Umfeld in der Regel auf den Hinweis, dass Materialien genutzt werden können, solange nicht kommerzielle Absichten damit verbunden sind (eine bekannte Ausnahme ist Wikipedia, wo auch die kommerzielle Nutzung erlaubt ist!). “Keine kommerzielle Nutzung” heißt es übrigens auch in der Fußzeile dieses Blogs.
Aber hier fangen die Fragen an: Denn was bedeutet eigentlich “keine kommerzielle Nutzung”? David Wiley (und einige andere) sehen hier vor allem Probleme und Missverständnisse. Und auch Creative Commons wird hier, so David Wiley, seinem Ziel nicht mehr gerecht. Die Contra-Fraktion wird von Stephen Downes vertreten, der mit Prinzipien dagegen hält. Auch wenn die Beiträge zum Teil sehr ins Detail gehen und virtuos mit CC-Kürzeln umgehen: Jeder, der Lernangebote entwickelt, ist schnell von diesen Fragen betroffen. WSIS Platform of Communities, 18. April - 6. Mai 2011
PS: Ich habe übrigens mit “Pro” gestimmt und denke gerade über die Lizenzbestimmungen dieses Blogs nach …
Ich bin nicht sicher, ob es die einzelnen Beiträge der 24. Ausgabe der eLearning Papers schaffen, dem Titel gerecht zu werden. Auch fehlt ein programmatischer Einstieg, der Weichen stellt und versucht, die einzelnen Puzzlesteine zusammenzufügen. Im kurzen Editorial werden lediglich die Rahmenbedingungen und Herausforderungen moderner Hochschullehre beschrieben. Die einzelnen Beiträge wiederum decken ein breites Themenfeld ab: es reicht von der Einführung von e-Learning; über “Exams to go” als Fortführung eines Lernens, das immer mehr auf Open Educational Resources (OER) setzt; eine Web 2.0-Case Study; bis zur Auseinandersetzung mit der Frage der Bewertung und Qualitätssicherung Technologiegestützter Lernumgebungen. Und noch mehr. Wie immer ein weites Feld. eLearning Papers, 24/ 2011, 15. April 2011
Schon mal etwas von der “Khan Academy” gehört? Nun, das ist heute eine Sammlung von über 2.100 Videos, kurze Lehrfilme, 10-20 Minuten lang, in denen Salman Khan Dinge aus verschiedenen Fachgebieten erklärt. Die meisten Videos behandeln das Grundwissen der Mathematik. Alle wurden bis heute von Salman Khan selbst gedreht, der kürzlich seinen Job aufgegeben hat, um sich ganz dem Projekt der Khan Academy zu widmen. Bill Gates ist begeistert. Alles weitere erfährt man in diesem sympathischen Vortrag.
“Salman Khan talks about how and why he created the remarkable Khan Academy, a carefully structured series of educational videos offering complete curricula in math and, now, other subjects. He shows the power of interactive exercises, and calls for teachers to consider flipping the traditional classroom script — give students video lectures to watch at home, and do “homework” in the classroom with the teacher available to help.” Salman Khan, TED Blog, 9. März 2011
Die 23. Ausgabe der eLearning Papers, in neuem Layout, widmet sich dem Thema “Open Educational Resources” (OER). Im Editorial wird gleich die Richtung vorgegeben, wenn von einer “Verschiebung von offenen Bildungsressourcen zu offenen Bildungspraktiken” die Rede ist. Für einen Einstieg kann ich Stefanie Panke’s Artikel “An Expert Survey on the Barriers and Enablers of Open Educational Practices” empfehlen, weil sie ihre Befragungsergebnisse mit einem Überblick über bestehende OER-Initiativen und der Herausforderungen, vor denen sie heute stehen, einleitet. Ulf-Daniel Ehlers plädiert dafür, “the second Phase of Open” einzuläuten, “Open Educational Practices”: “In short, open educational practices are usage of resources in the frame of open learning architectures.”
Es ist nicht das erste Fragezeichen hinter Open Educational Resources (OER) und wird auch sicher nicht das letzte sein. Doch das Bild bringt es genau auf den Punkt:
“I think OER are like toothbrushes.
Once upon a time there was a non-profit organization dedicated to oral hygiene. This organization applied for and received a large, multi-year grant to give away toothbrushes. They set up multiple distribution points around the country, and soon 10s of 1000s of people were dropping by to pick up toothbrushes each day. …” DavidWiley, iterating toward openness, 28. Februar 2011
Ich hatte ja schon einmal auf den nahenden 10. Geburtstag von MIT’s OpenCourseWare-Projekt (MIT OCW) hingewiesen. In diesem Artikel finden sich zwei interessante Absätze, die ich als Zitate an dieser Stelle aufnehme. Im ersten wird charmant eingestanden, dass man das einst gesetzte Ziel eigentlich nicht erreicht hat (aber dafür ein anderes …); im zweiten wird aufgezeigt, wie sich MIT OCW vom OER-Projekt in Richtung Open Course und Social Media weiterentwickeln will:
Ein weiterer bildungspolitischer Report, der fragt, wie es mit OER (Open Educational Resources) weitergehen kann. 192 Seiten, auf denen die Ergebnisse einer europaweiten Online-Befragung ausführlich dargestellt und ausgewertet werden. Dahinter steht die Open Educational Quality Initiative (OPAL), “an international network to promote innovation and better quality in education and training through the use of open educational resources”. Die Europäische Kommission spielt mit, internationale Organisationen wie die UNESCO und eine Reihe von Universitäten, zu denen auch die aus Duisburg-Essen zählt.
“Institutional policies for OER are still a long way from impacting on educational institutions according to findings from the Open Educational Quality Initiative (OPAL) quantative survey. The perception by respondents that OER lead to institutional innovation still does not translate into implementation at the organization level.” Open Educational Quality Initiative (OPAL), 15. Februar 2011 (pdf)
Nein, es sind keine neuen Argumente, die Tony Bates hier präsentiert. Aber er bringt klar, unmissverständlich und mit konkreten Beispielen auf den Punkt, was Open Content und Open Educational Resources sind: nämlich notwendige Voraussetzungen, aber nicht mehr: “Is it good to share content? Yes, of course, but don’t confuse it with learning.” Und dann natürlich der nette Titel … Tony Bates, e-learning and distant education RESOURCES, 6. Februar 2011
Die Prognosen von Tony Bates habe ich aus zwei Gründen mit Gewinn gelesen: Zum einen decken sich seine Trends weitgehend mit meinen Erfahrungen und Beobachtungen. Unter Überschriften wie “Course Redesign”, “The Future is Mobile”, “Open Educational Resources” oder “More Multimedia” stellt Tony Bates eine Reihe von technischen, didaktischen und organisatorischen Entwicklungen vor, die das laufende Jahr prägen werden: das reicht von iPads und e-Books, über kurze Videoformate bis zur fortschreitenden Integration von Social Media in Kursmodelle und Lernumgebungen.
Hier noch, wie Tony Bates “Learning Analytics” versteht:
“Learning analytics is the measurement, collection, analysis and reporting of data about learners and their contexts, for purposes of understanding and optimizing learning and the environments in which it occurs. In other words it is the application of business intelligence software to learning and learners.”
Graham Attwell startet das neue Jahr mit zwiespältigen Gefühlen: Auf der einen Seite Entwicklungen wie Open Educational Resources (OER) oder Massive Open Online Courses (MOOC), die schon lange nicht mehr nur in Bildungsnischen wahrgenommen werden; und auf der anderen Seite die Versuche verschiedener Regierungen, die Kosten der Hochschulbildung schrittweise zu privatisieren und damit den freien Zugang zu Bildung zu erschweren (was ja in UK aktuell ein großes Thema ist). Lesenswert! Graham Attwell, Pontydysgu, 3. Januar 2011
100 Millionen Besucher/ Nutzer! Stephen Carson ist External Relations Director beim MIT OpenCourseWare und hat hier - kurz vor dem 10. Geburtstag des Projekts - etwas gerechnet. Grob und über den Daumen, aber die Zahlen sind beeindruckend!
“As we swing into MIT OpenCourseWare’s 10th anniversary year, I’ve been taking a look at the data from the past decade. Really, this is the data from October 1, 2003 to present, as the program was announced April 4, 2001, and it took 2 1/2 years to get to the official launch. Looking at the numbers, there is a good case to be made that OCW has reached as many as 100 million people in our first decade.” Stephen Carson, OpenFiction [Blog], 5. Januar 2011