Posted on 10 March 2010 by jrobes
Martina Göhring war auch auf der CeBIT und hat sich mit Viola Ploski über ihre Eindrücke unterhalten. Gerade mit Blick auf Web 2.0 stellt sie “einen Wandel bei den Anwenderunternehmen und ihrem Bedarf” fest, während die Anbieter die Diskussion um Web 2.0 “für übertrieben” und “einen überschätzten Hype” halten. Die Kunden, so Martina Göhring, wünschen immer häufiger eine längerfristige Prozess-Begleitung, werden aber von ihren Anbietern oft mit diesem Wunsch allein gelassen.
Ich will an dieser Stelle nicht darauf eingehen, wer sich hier zu langsam oder zu wenig bewegt, sondern meinen Eindruck ergänzen: In Unternehmen, in der betrieblichen Weiterbildung und den Anbietern, die sich hier platzieren, geht es nach wie vor um formale Qualifizierung. Es geht um Seminare, Workshops und WBTs, also um punktuelle Lernereignisse und um strukturierte Lerninhalte. Die Prozesse, Geschäftsmodelle sowie Kompetenzen der Beteiligten auf beiden Seiten sind darauf ausgerichtet. An diese Tür klopfen jetzt seit einiger Zeit Web 2.0, Social Networking und informelles Lernen. Wie geht man mit ihnen um? Continue Reading
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Posted on 02 March 2010 by jrobes
“E-Learning ist Berufsbildung im Sinne des Betriebsverfassungsgesetzes und unterliegt damit der Mitbestimmung.” (S. 7) Deshalb gibt es in vielen Unternehmen Betriebsvereinbarungen, die den Einsatz von E-Learning regeln. 29 dieser Vereinbarungen aus acht Branchen, abgeschlossen zwischen 1997 und 2008, wurden von der Hans-Böckler-Stiftung ausgewertet, um “Trends aufzuzeigen” und “Hinweise und Anregungen für die Gestaltung eigener Vereinbarungen zu geben”. Mit diesem Ziel vor Augen gibt der Autor einen kurzen Überblick über den Gegenstand “E-Learning” und die wichtigsten Punkte, die in den Vereinbarungen abgedeckt werden: Ziele von Programmen und technischen Einrichtungen, Rahmenbedingungen, Qualitätsmerkmale von Lernprogrammen, Leistungs- und Ergebniskontrollen sowie Datenschutz und Beteiligung des Betriebsrates.
Als offene Probleme werden hervorgehoben:
- “An den Arbeitsplätzen mangele es an ungestörten Lernzeiten …”
- “Der Erfahrungsaustausch mit Kolleginnen und Kollegen, wie er bei Seminaren oder Workshops üblich ist, werde vermisst …”
Und ich möchte ein Problem hinzufügen: Die ersten Vereinbarungen stammen aus den Jahren 1997 bis 2001. Wenn es separate E-Learning-Vereinbarungen braucht, dann gehören diese mindestens alle zwei Jahre überarbeitet. (via Tim Schlotfeldt)
Winfried Heidemann, Hans Böckler Stiftung, 2009
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Posted on 19 February 2010 by jrobes
Ich habe gestern im Rahmen eines Workshops bei der Akademie Deutscher Genossenschaften in Montabaur folgende Stichworte zur Diskussion gestellt: video-basiertes e-Learning, microlearning, mobile learning, learning on demand und social learning. Es war kein Problem, dass in dieser Liste “game-based learning” fehlte, denn nach mir kam Thorsten Unger (Zone 2 Connect), um die Lücke zu schließen. Torsten Maier (Wissen schafft Werte) stieg mit einem schönen Beispiel für Crowdsourcing und Mass Customization in seinen Vortrag ein: Brewtopia, jene australische Bier-Company, die die Kunden ihre eigenen Marken entwerfen lässt (hier der brandeins-Artikel). Dann folgte die sanfte Überleitung zur Frage, ob wir Bildungsexperten wirklich immer wissen, was und wie Mitarbeiter lernen wollen.
Jochen Robes, Slideshare, 19. Februar 2010
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Posted on 12 February 2010 by jrobes
Web 2.0-Akteure werden mit Skillsoft vielleicht nur wenig anfangen können, aber in Corporate Learning, auch hier in Deutschland, ist Skillsoft eine Marke. Heute wurde Skillsoft von einer Private Equity-Firma gekauft, für gutes Geld, und Josh Bersin nimmt das zum Anlass, um über Skillsoft im Besonderen und den e-Learning-Markt im Allgemeinen zu räsonnieren. Ein wohlwollender Blick mit interessanten Aussichten:
“The packaged e-learning market has matured and Skillsoft is looking for new, growth markets to enter. While businesses now consider e-learning a “staple” of their training needs, the market is somewhat saturated and the adoption rate for catalog e-learning content is not high. Companies want more dynamic content and new media, industry-specific content, high-value titles (like leadership development programs and expert-branded programs), and the ability to leverage their content libraries for user-developed content.”
Josh Bersin, Bersin & Associates/ Josh Bersin’s Blog, 12. Februar 2010
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Posted on 11 February 2010 by jrobes
Epic hat auf der Learning Technologies in London eine neue Pro-und Contra-Debatte eröffnet. “This house believes that learning on smart phones is less about new technology than it is about a new approach to pedagogy.” Nun, der Abstand zwischen Befürwortern und Gegnern dieser “motion” ist nicht groß. Natürlich hat jeder Recht, der den Werkzeugcharakter von Lerntechnologien betont. Und natürlich stimmt es, dass Technologien wie das “Leitmedium” Internet oder auch smart phones uns und unser Kommunizieren, Arbeiten und Lernen nicht unberührt lassen. “So the desired outcome is the starting point. We need to think more about the pedagogy than the technology”, sagt Kim Whittlestone und setzt ganz auf die sichere Karte (Pro). “The smart phone is the gateway to learning in the 21st century”, wettet dagegen Mike Sharples (Contra).
Epic, Februar 2010

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Posted on 27 January 2010 by jrobes
Zum siebten Mal haben die Beteiligten (Babson Survey Research Group, College Board und Sloan Consortium) nach dem Stand der Dinge gefragt und über 2.500 Colleges und Universitäten in den USA haben geantwortet. Und wieder können sie berichten, dass die Zahl der Online Enrollments weiter gestiegen ist, dieses Mal um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was zu folgendem Ergebnis führt: “Over 4.6 million students were taking at least one online course during the fall 2008 term.”
Was sich aber nach wie vor nicht geändert hat, ist die mangelnde Akzeptanz des Hochschulpersonals: “Less than one-third of chief academic officers believe that their faculty accept the value and legitimacy of online education. This percent has changed little over the last six years.”
Der Bericht enthält eine Reihe weiterer Zahlen. Erstaunlich ist die Tatsache, dass auch in der siebten Auflage keine Rede von Web 2.0, Social Software oder anderen, neuen Lernaktivitäten ist.
I. Elaine Allen und Jeff Seaman, Sloan Consortium, Januar 2010 (pdf)
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Posted on 25 January 2010 by jrobes
Epic, e-Learning-Marktführer in UK, wird am 27. Januar 2010 wieder eine E-Learning-Debatte in Oxford veranstalten. So richtig als klassischer Disput mit Pro und Contro und (wahrscheinlich) ohne Netbooks, Internet-Verbindung und Twitterwall. Wer also noch etwas Zeit und Kleingeld in der Kasse und Interesse am Thema (”Smart phones: smarter learning? Or new technology, same old pedagogy?”) hat, sollte die Gelegenheit ergreifen; es soll noch einige Plätze geben. Alle anderen müssen sich mit der Online-Debatte (hier geht’s zur letzten) und anderen Dokumentationen begnügen. Oder sie lesen sich das aktuelle White Paper von Epic durch, das einen guten Überblick zum Stichwort der Debatte gibt. Ich finde es sehr gelungen, weil es schon mit dem Titel anzeigt, dass es um eine bestimmte, neue Generation von Geräten geht und dass wir nicht über “mobile learning” im Sinne von “mobile e-learning” reden, sondern über “apps for learning”, “social interaction” und eine “smart pedagogy”. Sehr schön auch die Referenz an Terry Anderson, dessen Wandel ich gut nachvollziehen kann:
“Normally I’m an enthusiast and early adopter of new educational technologies, but for years after I first heard people talk about mobile learning, I didn’t get it… [I] changed my mind with the purchase of an iPhone 3G… Every day, the app store offers me yet more ways that this phone can morph itself into a universal and ubiquitous information, education, and entertainment portal.”
Naomi Norman, Epic, 2010 (mit Registrierung)
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Posted on 22 January 2010 by jrobes
Wahrscheinlich wären diese Statements dieses Jahr an mir vorbeigegangen, wenn es im Nachgang nicht einige Anmerkungen zu einem der Statements gegeben hätte. Doch der Reihe nach: Über 20 Experten haben wie jedes Jahr einen kurzen Blick auf die nächsten zwölf Monate riskiert. Ihre Überschriften reichen von “More Games, Fewer Books” über “e-Books e-Books e-Books” bis “Gadgets Invited to Classroom”. Dazwischen ist aber auch Roger Schank’s Einwurf “Bye Bye, Phone”: Continue Reading
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Posted on 19 January 2010 by jrobes
STRIDE steht für “Staff Training and Research Institute of Distance Education” und gehört zur Indira Gandhi National Open University (IGNOU). Das vorliegende E-Learning-Handbuch besteht aus zwei Teilen, die komplett online zur Verfügung stehen: Im ersten Teil finden sich konzeptionelle Überlegungen zum Thema, im längeren zweiten Teil werden 20 e-Learning-Technologien vorgestellt - von “Electronic Mail” bis “Learning Management Systems”. Zu den Autoren gehören international anerkannte Experten wie z.B. Stephen Downes (”Blogs in Learning”) und Terry Anderson (”Social Networking”). Das Buch richtet sich an Einsteiger, die sich schnell einmal über einzelne technische Optionen, inkl. Web 2.0, informieren wollen.
Sanjaya Mishra (Hrsg.), Indira Gandhi National Open University, 2009
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Posted on 13 January 2010 by jrobes
Eine Reihe von Projektberichten, alle mit mehr oder weniger europäischem Hintergrund, versammelt die aktuelle Ausgabe der eLearning Papers. Natürlich ist auch “learning content” nicht mehr das, was er einmal war, ein Kanon von Lerninhalten, über den Bildungspolitiker, -experten und Pädagogen wachen. Heute gibt es das Netz und Web 2.0, und “content” ist schon lange nicht mehr “king”. Es geht also z.B. um den europaweiten Austausch von Bildungsressourcen für Lehrer (”Learning Resource Exchange”) oder die Qualitätssicherung in Zeiten von peer production und user-generation content (”QualityScape”). Überhaupt fallen die Stichworte “Qualität”, “Zertifizierung” und “Evaluation” sehr häufig in dieser Ausgabe, vielleicht nicht untypisch, wenn sich alte und neue Welt, Bildungsmanagement und Web, begegnen.
eLearning Papers, Nr. 17, Dezember 2009
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Posted on 17 December 2009 by jrobes
Am Montag fand der 4. eLearning-Netzwerktag der Goethe-Universität in Frankfurt statt, organisiert von studiumdigitale (Danke an Claudia Bremer und Ralph Müller!). Ein Heimspiel für mich also. Um so mehr hat es mich gefreut, dass ich am Nachmittag eine Stunde bekommen hatte, um etwas über Gegenwart und Zukunft von E-Learning zu erzählen. Ich habe dabei kurz die Debatten des laufenden Jahres gestreift, also die Markterhebungen von BITKOM und MMB, die E-Learning-Debatte in Oxford (EPIC) sowie die interessante Diskussion im Anschluss an die E-Learning 2009 in Hamburg. Dann bin ich auf einige Trends eingegangen, Microlearning, Enterprise 2.0 und die Open Online-Kurse, um mit einem Blick in die letzten Horizon Reports zu schließen.
Am Morgen hatte Peter Baumgartner aus Krems referiert (”Web 2.0 - Eine Herausforderung für die Gestaltung von Lernprozessen an Hochschulen”) und dabei einen routinierten Bogen von didaktischen Szenarien zu gesellschaftlichen Trends gespannt. Ansonsten bot der Tag eine schöne Übersicht über aktuelle Frankfurter Hochschulprojekte, von Podcasts, über WebQuests, Wikis bis Second Life. Hier ist die Landschaft derzeit einfach vielfältiger als im Unternehmensbereich und auch, wenn das vielleicht so sein muss, wünsche ich mir für das nächste Jahr, dass es einige Themen und Tools auch in die betriebliche Weiterbildung schaffen!
Jochen Robes, Slideshare, 17. Dezember 2009
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Posted on 16 December 2009 by jrobes
Auch wenn der Absender ZEIT Online heißt: Soll man auf solche Artikel überhaupt verweisen? Er bietet jedenfalls eine krude Mischung aus fragwürdigen Informationen (”In Deutschland nutzen mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Unternehmen E-Learning-Methoden, um Mitarbeiter zu qualifizieren”), erstaunlichen Kausalschlüssen (”Viele große Unternehmen setzen E-Learning-Methoden ein – aber nur ein Bruchteil dieser Firmen ist dadurch produktiver und erfolgreicher geworden”), schlichten Behauptungen (”Die Zukunft liegt im Blended Learning”) und - für eine Betrachtung des deutschen Marktes - überraschenden Referenzen (aus UK und Australien). Aber vielleicht spiegelt der Artikel auch einen Stand der Diskussion wider? (siehe auch die Fragezeichen bei Gabi Reinmann).
Tina Groll, ZEIT online, 13. Dezember 2009
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Posted on 11 December 2009 by jrobes
Ich werde am Montag auf dem 4. eLearning-Netzwerktag an der Goethe-Universität in Frankfurt sprechen. Da mein Thema “Trends des vernetzten Lernens” sein wird, passt dieser Beitrag von Brent Schlenker. Denn beim Stichwort Trends weist er auf die Konvergenz bestehender Technologien hin, die für ihn (und andere) viele aktuelle Entwicklungen so interessant und mächtig machen. Und für diese Konvergenz steht das “Golden Triangle” aus “mobile, social, and real-time”. Oder kurz: iPhone, Facebook und Twitter. Und dieses Muster ist, so Brent Schlenker, auch für E-Learning zutreffend. Ich stimme ihm zu, würde aber diese Trends nicht als Ablösung, sondern als Ergänzung bestehender Lernszenarien sehen. “So, can our learning content be created for mobile devices with a social element connecting us with subject matter experts that we can access in real time? I think so.”
Brent Schlenker, Corporate eLearning Strategies and Development, 7. Dezember 2009
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Posted on 08 December 2009 by jrobes
Vielleicht eine kurze Vorwarnung: Die hier verlinkte Fassung dieses Reports wirkt unaufgeräumt und informell. Die wichtigste Information für alle, die sich professionell mit Marktdaten und -analysen beschäftigen: Der E-Learning-Markt in UK wird hier auf 330 bis 500 Millionen Euro geschätzt. Und die Autoren rechnen mit einem Wachstum von 6,7 bis 8 Prozent. Eine (von mehreren) Grundlage ihrer Einschätzung sind eine Reihe von Interviews, aus denen sie wiederum Markt- und Technologietrends abgeleitet haben. Zu Web 2.0 und Social Networking: “Yes, but use web 2.0 with a health warning.” Und auf die Frage, mit welchen Bildungstechnologien wir zukünftig rechnen können, fallen folgende Stichworte: Mobile, Games, E-Assessments, E-Books und E-Reference, E-Portfolios und “content is still crucial and how you use it is king”. Zum Stöbern.
David Patterson, Glynn Jung und Gill Broadhead, Learning Light, 2009
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Posted on 04 December 2009 by jrobes
Ende Oktober gab Bertelsmann bekannt, sich von seinem Online-Lernportal scoyo trennen zu wollen. Nach nur einem Jahr Live-Betrieb. Ich bin in den letzten Wochen mehrmals um eine Einschätzung gebeten worden, aber ich habe mich mit dem Angebot von scoyo nie näher beschäftigt. Autor und Interviewpartner, die hier zu Wort kommen, kennen es offensichtlich und haben ihre Meinungen, warum die gesetzten Ziele nicht erreicht wurden. Zum Beispiel: “scoyo hat gezeigt, dass mit einem Konzept, das letztlich den Multimedia-CD-ROMs der 90-er Jahre gleicht, heutzutage kein Gewinn mehr zu machen ist.”
Lorenz Matzat, educational-gaming.de, 3. Dezember 2009
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Posted on 01 December 2009 by jrobes
Es geht um Stories (immer wieder und zu Recht) und Relevanz, um Unterschiede und Aufmerksamkeit, um Praxis und Herausforderungen und die Erkenntnis, dass E-Learning nicht auf der letzten Programmseite endet. Dieser Guide enthält wieder eine Reihe einfacher, aber wichtiger Hinweise, schöne Beispiele und versucht auf den letzten Metern noch sanft eine Kurve in Richtung “Lernen als Prozess”: “Get a discussion going” - “Add a webinar to make it personal” - “Find out if it’s working”.
kineo newsletter, November 2009
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Posted on 27 November 2009 by jrobes
Ich bin gerade aus Hamburg zurück, wo ich zwei intensive Tage mit vielen Präsentationen und Gesprächen zugebracht habe. Am ersten Tag war ich selbst aktiv, zuerst im Track “eLearning”, wo ich über den Open Online Course “Connectivism and Connective Knowledge” von Stephen Downes und George Siemens berichtet habe. Ich hatte die Idee, einfach mal aufzuzeigen, wie man - aus Sicht der Hochschulen - E-Learning in einer offenen, vernetzten Gesellschaft auch denken kann. Die Rückmeldungen auf diesen Appell waren, wenig überraschend, überwiegend skeptisch: da wurde u.a. auf den “geschützten Raum” für Lerner hingewiesen, der sich mit solch offenen Konzepten nicht verträgt; es wurde der mit einem solchen Projekt verbundene organisatorische Aufwand beklagt; und es wurde die Datensicherheit einer solchen dezentralen, technischen Infrastruktur bezweifelt. Kurz, Projekte wie sie Stephen Downes, George Siemens, David Wiley, Alec Couros (und wahrscheinlich noch einige andere, von denen ich nichts weiß) durchführen, scheinen in unserer Hochschullandschaft schwer denkbar (hier liegen meine Slides). Nur am Rande: Innovative Lernszenarien waren auch sonst in diesem Track kein Thema …
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Posted on 25 November 2009 by jrobes
Cathy Moore erzählt hier in einer schönen, praxisnahen Story, warum der traditionelle “information-first approach” im E-Learning (aber nicht nur hier!) wenig bringt. Stattdessen: “Immerse learners in a stream of activities that contain the necessary info.” In der Praxis scheitert dieser Ansatz häufig daran, dass Auftraggeber schnell Informationen online stellen wollen und sich über die Wirksamkeit ihrer Angebote keine Gedanken machen. Man könnte den Ansatz, den Cathy Moore hier beschreibt, natürlich weiterdenken: Wenn jetzt noch die hier beschriebenen Szenarien nicht in ein “Programm” gepackt, sondern schrittweise, über einen längeren Zeitraum ausgerollt werden; wenn jetzt noch die Lerner die Möglichkeit hätten, ihre eigenen Erfahrungen zum Beispiel in einem Blog oder Wiki festzuhalten, um das Lernangebot immer wieder zu aktualisieren … Aber halt, schon der hier beschriebene Weg ist ein wichtiger, erster Schritt! 95 interessante Slides!
“You and I work for an elearning design firm. Our client is a government agency that wants us to overhaul a safety course for teen workers. The current course isn’t changing learner’s behavior.”
Cathy Moore, Making change, 24. November 2009
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Posted on 09 November 2009 by jrobes
Das MMB - Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat das “E-Learning Wirtschaftsranking 2009″ veröffentlicht. Da ich die letztjährige Ausgabe mit der Frage “Wem hilft dieses Ranking eigentlich?” kommentiert hatte, will ich auch die Neuauflage nicht einfach vorüber streichen lassen. Vorneweg: Es ist sicher keine leichte Aufgabe, sich einerseits der Branche verpflichtet zu fühlen und andererseits in diesen Zeiten ein Wirtschaftsranking zu erstellen. Denn an schlechten Nachrichten mangelte es ja zuletzt nicht: M.I.T. newmedia in Insolvenz (trotz eines Umsatzwachstums 2008 von über 1 Mill. Euro!?), Nitor jetzt unter dem Dach von VIWIS, WEBACAD mit letzter Pressemitteilung aus dem Mai 2009 und Bertelsmann, das schon nach zwei Jahren das Vertrauen in sein Lernportal scoyo verloren hat.
Auf der anderen Seite steht jetzt das “E-Learning Wirtschaftsranking 2009″. Es berichtet einen Umsatzzuwachs der Branche für 2008 von 17 Prozent sowie ein Plus von 19 Prozent gegenüber 2007, was die Zahl der beschäftigten Mitarbeiter betrifft. Dabei wird auch in der zweiten Auflage nur ein kleiner Ausschnitt des E-Learning-Marktes abgebildet: Viele alteingesessene Unternehmen, die um das schnelle Auf und Ab des E-Learning-Marktes wissen, tun sich mit der Beteiligung an einem jährlichen Wirtschaftsranking schwer. Hinzu kommt der Umstand, dass man die E-Learning-Aktivitäten der Verlage, der Universitäten, der großen Bildungsorganisationen, ja, der Unternehmen selbst nicht erfasst, vielleicht nicht erfassen kann. Aber das hatte ich letztes Jahr bereits angemerkt.
MMB - Institut für Medien- und Kompetenzforschung, MMB-Branchenmonitor II/2009, 6. November 2009 (pdf)
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Posted on 03 November 2009 by jrobes
Vom “Siegeszug des Videocontent im Web-Learning” erzählt Andrea Back in diesem Arbeitsbericht mit vielen interessanten Links und Beispielen. Die Story ist bekannt: Es ist immer einfacher geworden, Videos zu entwickeln und zu publizieren, Videoplattformen ziehen Millionen Nutzer an und auch im Bildungskontext wird das Medium immer populärer. Das alles funktioniert so gut, weil die attraktivsten Video-Plattformen, so Andrea Back, mehr sind als “Portale für Inhalte”, sondern als Communities und soziale Netzwerke funktionieren, in denen kommentiert, ausgetauscht, “getaggt” und verlinkt wird, bis zum “rip, mix & learn” eben. Und das “vidEo-Learning” steht nicht allein da, sondern ist fest eingebettet in einen Kontext von Screen Literacy, Microcontent und Mobile Computing. Ein abschließendes Kapitel ist dem “Edu-Podcasting im Unternehmen” gewidmet und fasst einige Rückmeldungen aus Grossunternehmen der Finanzdienstleistungsbranche zusammen. Fazit: Interesse ist vorhandene, aber praktische Erfahrungen sind rar.
In einem aktuellen Blog-Post fragt Andrea Back noch nach den Chancen von “peer-produced Video-Content im Lernumfeld” und kommt zu dem Schluss: “Aber den richtigen “Clou”, den grossen Durchbruch einer community-generierten Lernvideo-Website, den sehe ich noch nicht - lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.”
Andrea Back, Arbeitsberichte Learning Center IWI-HSG, Nr. 1/2009 (2. September 2009)
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