Posted on 03 March 2010 by jrobes
Das Training Magazine (UK) hat sein Erscheinen eingestellt. Nun, das wird hierzulande für die Wenigsten eine Nachricht sein. Aber zwei Nachwirkungen sind vielleicht erwähnenswert: Jay Cross nimmt die Meldung zum Anlass, um seine Begegnungen mit der Zeitschrift Revue passieren zu lassen. Das liest sich ganz unterhaltsam (hier). Und Karl Kapp spendet allen Verzweifelten Trost und listet einige Alternativen auf, die es nach wie vor gibt: TrainingIndustry, Chief Learning Officer, eLearnMagazine und …
Karl M. Kapp, Kapp Notes, 2. März 2010
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Posted on 09 February 2010 by jrobes
Wie für Ulrich Beck steht auch für Don Tapscott und Anthony Williams die Hochschule auf dem Prüfstand: Doch während Beck versucht, einen gesellschaftlichen Auftrag der Hochschulen neu zu formulieren, beschreiben die amerikanischen Autoren, wie das Internet den Umgang mit Wissen radikal verändert und damit die Grundlagen des Hochschulsystems angreift:
“Universities are losing their grip on higher learning as the Internet is, inexorably, becoming the dominant infrastructure for knowledge — both as a container and as a global platform for knowledge exchange between people — and as a new generation of students requires a very different model of higher education.”
Zum Gegenentwurf von Tapscott und Williams gehört die Ablösung des “industrial model of student mass production” durch ein Modell, das “collaborative learning” konsequent in den Mittelpunkt der Pädagogik stellt. Zum neuen Modell gehört aber auch eine andere Form, Wissen zu entwickeln:
“Universities need an entirely new modus operandi for how the content of higher education is created. The university needs to open up, embrace collaborative knowledge production, and break down the walls that exist among institutions of higher education and between those institutions and the rest of the world.”
Die Autoren sprechen hier von einem “Global Network for Higher Learning”, das sie als fünfstufiges Phasenmodell beschreiben und das viele Elemente aus der aktuellen “Open”-Debatte (Open Educational Resources, Open Content, Open Teaching) enthält. Es lohnt sich in jedem Fall, die Entwürfe von Ulrich Beck sowie Don Tapscott und Anthony Williams “am Stück” zu lesen.
Don Tapscott und Anthony D. Williams, EDUCAUSE Review, Vol. 45, No. 1 (Januar/Februar 2010), S.16-29
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Posted on 09 February 2010 by jrobes
“In den 1960er-Jahren riefen Georg Picht und Ralf Dahrendorf die “Bildungskatastrophe” aus. Die Antwort war: Bildung für alle. Aber der Bologna-Prozess ist gescheitert. Als sein Ergebnis zeichnet sich eine neue Bildungskatastrophe ab: Keine Bildung für alle! Was zwei Weltkriege nicht geschafft haben, könnte Bologna erreichen: die deutsche Universität zu zerstören.”
So beginnt Ulrich Becks lesenswerter Versuch einer Antwort, die am Wochenende in verschiedenen Feuilletons zu lesen war (und möglicherweise in ein paar Tagen hinter leidigen click&buy-Schranken verschwunden ist). Ulrich Beck wettert hier gegen die neoliberale Vereinnahmung der Hochschulen, gegen “Fast Education” und “eine Art McKinsey-Stalinismus”. Seinen Gegenentwurf nennt er “Humboldt 2″, eine neue “Schule der Weltbürgerlichkeit”:
“Die Humboldt-2-Universität weist uns den Weg zu einer Humanität der gegenseitigen Abhängigkeiten - einer Humanität, für die das Ringen um die Würde des national konstruierten und ausgeschlossenen Anderen vielleicht den Stellenwert gewinnt, den der Klassenkampf im 19. Jahrhundert innehatte. … Humboldt 2 dient der Einübung des kosmopolitischen Blicks, bildet die Eliten heran, die national und international die sich im Kämpfen und Kriegen formierende Weltgesellschaft mitgestalten.”
Ulrich Beck, Berliner Zeitung, 6. Februar 2010
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Posted on 25 January 2010 by jrobes
Ich habe heute schon verschiedene Leute auf dieses Video aufmerksam gemacht: Dan Pink (”A Whole New Mind”) erklärt in den üblichen 18 Minuten, die das TED-Format jedem Sprecher gewährt, warum Incentives und Rewards nur unter ganz bestimmten Bedingungen die Motivation fördern. Und dass wir es mit diesen Bedingungen heute immer weniger zu tun haben. Führungskräftetraining könnte so einfach sein: Nur den Link auf dieses Video setzen!
“Career analyst Dan Pink examines the puzzle of motivation, starting with a fact that social scientists know but most managers don’t: Traditional rewards aren’t always as effective as we think.”
Dan Pink, TED Talks, August 2009
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Posted on 11 January 2010 by jrobes
Kurz vor Weihnachten hat das Herausgeberteam der Zeitschrift für E-Learning laut darüber nachgedacht, wie man das bestehende, für Leser kostenpflichtige Modell in ein Open Access-Konzept überführen kann. Wenn ich die ausführlichen Beiträge von Gabi Reinmann (”Wer zahlt?”) und Andrea Back (”Toll ein anderer zahlt - Open Access gibt es nicht ohne Finanzierungsmodell”) richtig gelesen habe, fehlt es nicht am Willen, sondern an Ideen, so dass man das Problem erst einmal mit ins neue Jahr genommen hat.
An die Zeitschrift für E-Learning musste ich jedenfalls denken, als ich mich ein Link zu in education führte, “a peer-reviewed, open access journal based at the University of Regina, in Saskatchewan, Canada”. Die Zeitschrift hat eine längere Geschichte, auf die Alec Couros kurz in seinem Editorial hinweist, aber man startet jetzt den Versuch in Richtung Openness “to provide greater access to scholarly work in education, whilst maintaining the integrity of academic peer-review”. Ich weiß nicht, wie die Herausgeber in diesem Fall “academic peer review” organisieren, aber Alec Couros schreibt etwas Interessantes zur Technik, dass sie nämlich für ihre Zwecke Drupal als Content Management System modifiziert haben und diesen Klon gerne zur Verfügung stellen - “for download for other individuals or academic institutions wishing to develop an open access journal”. Soweit zum Modell, auf den einen oder anderen Artikel werde ich an anderer Stelle separat eingehen.
Alec Couros, Editorial, in education, 15/2, Dezember 2009
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Posted on 06 January 2010 by jrobes
Inzwischen ist Rolf Schulmeisters Auseinandersetzung mit dem Konzept der “net generation” auf 168 Seiten angewachsen und liegt in der dritten erweiterten Version vor. An der Struktur des Reports hat sich nichts geändert. Am Anfang steht nach wie vor der Überblick über die “Propagandisten der Net Generation”, allen voran Marc Prensky. Dann wertet Rolf Schulmeister eine breite Palette empirischer Studien aus, um die mit dem Konzept der “net generation” verknüpften Konstrukte, Annahmen und Thesen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen. Jetzt hat Rolf Schulmeister weiteres Material in seine Untersuchung aufgenommen, ohne von seinem Gesamturteil abzurücken:
“Der bedeutsamste Vorwurf, den man den Schreibern der Millenials oder der Net Generation machen kann, ist der, dass sie mit dem Klischee der Generation die fundamentale Diversität der Jugend bzw. der Lernenden zukleistern und damit genau jene Lernercharakteristika verdecken, die für Erzieher und Pädagogen, für Lehrer und Hochschullehrer essentiell sind.” (S. 152)
Auch bei der dritten, zugegeben etwas schnelleren Lektüre gefällt mir die klare Sprache, die Rolf Schulmeister pflegt. “Es fehlt die Forschung, es werden unbelegte Behauptungen aufgestellt” (S.21), ist der offene Vorwurf, den sich Prensky und Co. wiederholt gefallen lassen müssen. Aber es geht auch subtiler, z.B. wenn Rolf Schulmeister über die Quelle, in der ein Aufsatz Marc Prensky’s erschienen ist, nachschiebt: “Inzwischen ist die Zeitschrift eingestellt worden.” (S. 5 - und wir ahnen warum!) Oder wenn er bei einer anderen Quelle betont, dass sie “von angesehenen Wissenschaftlern” (S. 32) stammt (als ob damit jeder Irrtum ausgeschlossen sei).
Wenn ich auch in weiten Teilen der Argumentation Rolf Schulmeisters folge und zustimme (lediglich bei einigen Web 2.0-Wendungen wäre ich mit Blick auf die Weiterbildung offensiver), so möchte ich andererseits den Beitrag der “Propagandisten” nicht missen. Die schnellen, oft ohne empirische Absicherung hingeworfenen Konzepte - von der “net generation”, über “e-learning 2.0″ bis zum “connectivism” - entzünden häufig erst eine Diskussion und setzen Phantasie, in Theorie und Praxis, frei. Und sie führen zu Untersuchungen wie der vorliegenden.
Rolf Schulmeister, Hamburg, Dezember 2009 (pdf)
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Posted on 18 December 2009 by jrobes
Schon der Titel lässt vermuten, dass hier ein Global Player seine Botschaft verschickt. IBM also. Hier hat man “five signposts for the future of education” entdeckt und beschrieben: “Technology Immersion”, “Personal Learning Paths”, “Knowledge Skills”, “Global Integration” und “Economic Alignment”. Folgt man diesen Wegweisern, entsteht etwas, das die IBM-Autoren “educational continuum” nennen und dem sehr nahe kommt, was man auch als lebenslanges Lernen bezeichnen könnte: “… a more instrumented, intelligent and interconnected educational system”.
Die Thesen greifen aktuelle Stichworte und Entwicklungen auf, vom Digital Native, Online Learning bis zur Cloud Technology. Man versucht, Technologie, Gesellschaft und Business auf hohem Abstraktionsniveau zusammenzubringen. Viele Beschreibungen bleiben daher vage und appellativ. Ein schönes Beispiel sind die “knowledge skills”, die mehrmals als “21st century skills” übersetzt werden, bevor sich zaghafte Hinweise auf “adaptable skills, global awareness, language learning, and information technology proficiencies” finden.
IBM Global Education, 2009
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Posted on 07 December 2009 by jrobes
Das Themenheft “Bildung” der Mitbestimmung enthält auch diesen interessanten Überblick über den Bildungssektor als “gigantischen Arbeitsmarkt”: “Man muss sich den Vergleich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Im Bildungs- und Erziehungswesen arbeiten deutschlandweit dreimal so viele Menschen wie in der Automobilindustrie, die die Politik derzeit in Atem hält. Rund 756 000 Erwerbstätige zählte der Verband der Automobilindustrie (VDA) im April 2008 in Deutschland bei Kraftfahrzeugproduzenten - eingeschlossen Teilelieferanten sowie die Hersteller von Anhängern und Aufbauten. Der Sektor Erziehung und Bildung jedoch beschäftigt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2,3 Millionen Menschen, die zusammen 3,2 Milliarden Arbeitsstunden leisten.”
Ein Großteil der Arbeit wird zudem von über 1,2 Millionen Selbständigen geleistet. Hinzu kommt die große Kluft zwischen verbeamtetem Personal (Schule, Hochschulen) und “freischaffenden Künstlern” (Hochschulen, Weiterbildung).
Martin Kaluza, Mitbestimmung, 7+8/ 2009
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Posted on 18 November 2009 by jrobes
Ich glaube, Friedemann Schulz von Thun muss man nicht groß vorstellen oder einführen. Wann immer “Kommunikation” auf der Agenda steht, ist von den Modellen und Ebenen die Rede, die er entwickelt und verbreitet hat. Schulz von Thun hat jetzt in Hamburg seine Abschiedsvorlesung gehalten. Es ist ein sehr persönlicher und bewegender Vortrag, gleichzeitig ein Grundkurs in Kommunikationspsychologie, den ich nur empfehlen kann. Schön, dass diese Vorlesung aufgezeichnet wurde und online zur Verfügung steht. 90 Minuten, die sich wirklich lohnen!
Ralf Appelt, Blog, 13. November 2009
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Posted on 13 November 2009 by jrobes
Letzte Woche hat die 4. Auflage des EduCamps stattgefunden, dieses Mal in Graz und mit 60-70 Teilnehmern. Da sich diese Form der Unconference ja neben den klassischen Veranstaltungsformaten hierzulande zu etablieren scheint, ist die Zusammenfassung von Thomas Bernhardt mehr als ein Erfahrungsbericht. Seine Anmerkungen machen sehr schön deutlich, wo die Herausforderungen liegen: die Räumlichkeiten, die einen offenen Diskurs unterstützen sollten; die Sponsoren, die es braucht und die es sinnvoll zu integrieren gilt; die Routinen der Teilnehmer, die oft noch zögern, den letzten Schritt in Richtung “Open Space” zu gehen; sowie Fragen der Dokumentation und Nachhaltigkeit. “Ergebnissicherung” ist hier das Stichwort, das Thomas Bernhardt in die Runde wirft. Für das 5. EduCamp in Hamburg gibt es jedenfalls schon einen Termin: 5./.6. Februar 2010 - und ich bin fest entschlossen, ihn wahrzunehmen!
Thomas Bernhardt, E-Learning 2.0, 8. November 2009
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Posted on 27 October 2009 by jrobes
Zum Beginn ein Zitat: “Niemand fordert heute, zu Beginn der Wissensgesellschaft, mehr Intellekt - gefordert wird mehr Bildung, und das meist im Sinne von Ausbildung, also Spezialistentum. Nun ist Bildung sicher eine Voraussetzung für Nachdenken, aber auch nicht mehr: Sie ist der Werkzeugkasten, aus dem man sich bedient, wenn man etwas Neues schafft. Die totale Überhöhung von Bildung - und eben nicht von Nachdenken - weist darauf hin, dass niemand Lust hat, sich mit selbstständigen Denkern auseinanderzusetzen. Verräterisch ist in diesem Zusammenhang das Wort Kopfarbeiter. Was man wirklich will, sind jede Menge Spezialisten, Akademiker, wenn möglich, die ihren Intellekt nicht nutzen, um selbstständig zu denken. Sie sollen in der Tradition des Fabrikarbeiters tun, was man ihnen sagt - und nicht stören, schon gar nicht unternehmerisch.”
“Denken” ist der Schwerpunkt des aktuellen brand eins. In diesem Anheizer geht Wolf Lotter - viel assoziativer als es meine Zusammenfassung vermitteln kann - auf die Konflikte zwischen Denkbürokraten und Denkunternehmern ein, er beschreibt den Unterschied zwischen Denken und Nachdenken und sorgt sich um Besserwisser und Querdenker. Am Ende, und mit Hilfe von Bernhard von Mutius, beschreibt er einen Typus Intellektuellen, der auch gut zum Web 2.0 passen würde (ohne dass der Begriff fällt!), der kooperiert und Beziehungen herstellt: “Und vor allen Dingen teilt er sein Wissen, weil er weiß, dass es nur so den Mehrwert schafft, den wir alle brauchen.”
Wolf Lotter, brand eins, 11/2009
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Posted on 22 October 2009 by jrobes
Der Beitrag hätte sicher gut zur Unkonferenz “Die Bildung hacken” gepasst, die heute in Berlin stattgefunden hat. Interviewt wird der Futurist Alvin Toffler, veröffentlicht wurden seine Antworten schon im Februar 2007, aber über verschiedene Banden ist alles erst heute auf meinem virtuellen Schreibtisch gelandet. Schon der Einstieg ist wunderbar:
Edutopia.org: “You’ve been writing about our educational system for decades. What’s the most pressing need in public education right now?”
Alvin Toffler: “Shut down the public education system.”
Und in diesem Sinne stellt Alvin Toffler die Schule auf den Kopf und man merkt auf einmal, wie einfach es sein kann, sich alles auch ganz anders vorzustellen (wohlgemerkt: vorzustellen!). Sein wichtigstes Argument: Das öffentliche Bildungssystem wurde entwickelt, um den Anforderungen gerecht zu werden, die die Industriegesellschaft an ihre Mitglieder stellte. Heute laufen zwar keine Fließbänder mehr, aber um acht Uhr öffnen sich die Schultore für alle (via Stephen Downes).
James Daly, Interview mit Alvin Toffler, Edutopia, Februar 2007
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Posted on 19 October 2009 by jrobes
John Medina, so ist auf dieser Seite zu lesen, ist “developmental molecular biologist and research consultant“. Und die Harvard Business Review haben erst kürzlich seine Ideen ausgezeichnet. Auf seine Seite “Brain Rules” bin ich gestoßen, weil sie irgendwie mit dem Stichwort “Multitasking” verknüpft ist. Dazu schreibt John Medina u.a.: “You think you’re multitasking, but that’s actually impossible for the brain to do in this situation. You’re task-switching.” Doch mit diesem kurzen Zitat tue ich “Brain Rules” Unrecht. Es ist ein komplettes, multimediales Lernprogramm, in dem der Autor anhand von 12 Regeln erklärt, wie unser Gehirn funktioniert - und mit welchen Konsequenzen.
“Most of us have no idea what’s really going on inside our heads. Yet brain scientists have uncovered details every business leader, parent, and teacher should know-like the need for physical activity to get your brain working its best.
How do we learn? What exactly do sleep and stress do to our brains? Why is multi-tasking a myth? Why is it so easy to forget-and so important to repeat new knowledge? Is it true that men and women have different brains?”
John Medina, Brain Rules, 2009

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Posted on 09 October 2009 by jrobes
ich was suchen
ich nicht wissen was suchen
ich nicht wissen wie wissen was suchen
ich suchen wie wissen was suchen
ich wissen was suchen
ich suchen wie wissen was suchen
ich wissen ich suchen wie wissen was suchen
ich was wissen
Ernst Jandl, die bearbeitung der mütze (via Das Worte-Projekt)
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Posted on 01 October 2009 by jrobes
Ein sehr persönlicher, aber gelungener (und unterhaltsamer!) Versuch, den Erfolg des finnischen Bildungssystems zu beschreiben. Zaid Ali Alsagoff hat einen Seminarbesuch zum Anlass genommen, über Finnland, Norwegen, Singapur und Malaysia nachzudenken und verschiedene bildungspolitische Ansätze zu vergleichen. Seinen abschließenden Vorschlägen stimme ich auch aus der Ferne gerne zu:
- “Focus less on exams, and more on learning. …
- Focus more on teacher education, and less on centralized content/curriculum. …
- Focus less on investing on flowers and big buildings, and more on equipping educators and students with the learning tools needed to transform the way they learn. …”
Zaid Ali Alsagof, ZaidLearn, 27. September 2009
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Posted on 28 September 2009 by jrobes
Wolfgang Neuhaus hat die GMW-Tagung (14. - 17. September) gleich zum Anlass genommen, um einige grundsätzliche Fragen und Probleme der Mediendidaktik anzusprechen. Dazu gehört auch sein Unbehagen mit dem Begriff “E-Learning” und dem Stellenwert, den Lernplattformen wie Blackboard oder Moodle im Hochschulalltag einnehmen (Stichwort: “E-Learning am Scheideweg”). Er plädiert für einen Fokus auf das Lernen an sich, für medienpädagogische Innovationen und eine Wiederbelebung der Mediendidaktik (Stichwort: “Verortung einer Neuen Mediendidaktik”). In seinem Ausblick zählt er auf, was ihm unter diesen Gesichtspunkten auf der GMW-Tagung alles positiv aufgefallen ist:
“Kompetetenzorientiertes Begleitstudium in Augsburg, mediengestütztes Lernen in Basel, Lernen durch Lehren in Ludwigsburg, produktorientiertes Lernen im Learners´Garden, allerorten EduCamps: Ilmenau, Berlin, Hamburg, Graz … Stehen wir vor einer Renaissance der Hochschuldidaktik? Die Zukunft wird es zeigen. Spannende Zeiten …”
Inklusive Literaturhinweisen und Links auf die Blogbeiträge der GMW 2009! Lesenswert!!
Wolfgang Neuhaus, #gardening …, 27. September 2009
Nachtrag (29.09.2009): Eine aus meiner Sicht treffende Replik hat hier Gabi Reinmann geschrieben.
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Posted on 25 September 2009 by jrobes
Wer noch nicht weiß, wen er am Sonntag wählt, und wer deshalb daran interessiert ist, wie es die Kandidaten mit der Bildung halten, findet hier möglicherweise noch eine Entscheidungshilfe. CDU, SPD (Teil 1), FDP, die LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Teil 2) antworten auf Fragen wie: “1. Welche bildungspolitischen Schwerpunkte vertritt Ihre Partei? Welche Impulse benötigen insbesondere die Hochschullandschaft und unser Schulsystem?”
Einige Sätze zur Bildung finden sich auch im Programm der Piratenpartei, aber das gibt es an anderer Stelle.
Bildung + Innovation, Teil 1, 11. September 2009
Bildung + Innovation, Teil 2, 16. September 2009
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Posted on 18 September 2009 by jrobes
In der Zeit zwischen dem 31. August und 9. September hat ein ganz besonderes Bildungsprojekt stattgefunden, die Bildungsexpedition D: “Die Bildungsexpedition ist ein nicht-kommerzielles Projekt von neugierigen Forschern und
Bildungsbürgern, die große Lust haben, die Bildungslandschaft in Deutschland zu erkunden. Begleitet werden wir von den Seelen der beiden Humboldt-Brüder: Alexander von Humboldt, der große Naturforscher, und Wilhelm von Humboldt, der große Bildungsgelehrte.”
Kurz zum Ablauf: Es wurden im Vorfeld Adressen und Ziele von Bildungsprojekten in Deutschland gesammelt, eine Route wurde abgesteckt und dann hat sich ein Team unter der Leitung von Christian Spannagel und Lutz Berger auf die Reise begeben, ausgerüstet mit allen Instrumenten, die es zum Kommunizieren und Dokumentieren braucht. Jetzt liegen viele Stunden Projektberichte, Diskussionen und Interviews vor. Und alle Informationen, die man braucht, um diese außergewöhnliche Idee und ihren Hintergrund besser zu verstehen. Danke schön!!
Lutz Berger und Christian Spannagel, Bildungsexpedition D
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Posted on 10 September 2009 by jrobes
Der jährliche OECD-Bericht zur Bildung liegt vor. Wie immer ein sehr zahlengetriebenes Werk, das versucht, wahrscheinlich Unvergleichbares über Länder und Kontinente hinweg zu vergleichen. Quantitatives geht vor. Hier liegt Deutschland wie immer mit seinen Zahlen im Mittelfeld. Die allgemeine OECD-Zusammenfassung erwähnt Deutschland nur einmal, wenn es um den Anteil der Bildungsausgaben an den öffentlichen Gesamthaushalten geht. Hier bildet Deutschland zusammen mit Italien und Japan das Schlusslicht. Die Zusammenfassung des BMBF geht an vielen Stellen wie folgt vor: [Überschrift] Abschlüsse im Tertiärbereich sind gestiegen, Spitzenstellung bei Promotionen. [Text] “In Deutschland hat sich die Anzahl der jungen Menschen, die einen Hochschulabschluss erwerben, erfreulich entwickelt. … waren es im Jahr 2007 23 %. … Niedrigere Werte als Deutschland verzeichnen nur Österreich mit 22 % und die Türkei (18 %).”
OECD, 8. September 2009 (pdf)
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Posted on 28 August 2009 by jrobes
Wer “Daten, Fakten und Analysen” zur beruflichen Bildung sucht, findet in diesem Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ausreichend Informationen. Wobei man sich hier auf bereits veröffentlichtes Material bezieht, wie die Erhebungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie die CVTS-Studien (siehe mein letzter Eintrag zum Thema). Die präsentierten Ergebnisse sind daher nicht überraschend: “Fazit: Betriebliche Weiterbildung - Deutschland weiterhin nur im europäischen Mittelfeld”: “Im Jahr 2005 boten in Deutschland weniger Unternehmen als 1999 ihren Beschäftigten betriebliche Weiterbildungen an, und weniger Beschäftigte haben an betrieblicher Weiterbildung teilgenommen.” (S. 251)
Schön ist, dass es eine Reihe erklärender Hinweise zu den unterschiedlichen Ergebnissen der verschiedenen Erhebungen in Deutschland gibt; schön auch, dass der Datenreport sowohl online als auch in gedruckter Form kostenfrei zur Verfügung steht; schade ist, dass auf dem Abstraktionsniveau dieses Reports Fragen des informellen Lernens oder der Bildungstechnologie keine Rolle spielen bzw. spielen können, weil kein entsprechendes Datenmaterial vorliegt.
Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), 18. August 2009
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