Posted on 07 April 2009 by jrobes
Ein weiterer Artikel der taz-Reihe “Bildung im Web 2.0″. Die Kronzeugen sind dieses Mal Michael Wesch und sein Projekt “World Simulation”. Und Jay Cross, “gefeuert”, weil er an die Zukunft des Internets glaubte und heute rehabilitierter Experte für informelles Lernen und das Web 2.0. Die Quintessenz der taz-Autorin: Die Botschaften sind eindeutig, doch “Deutschland liegt im Winterschlaf”. Fast genauso schlimm wie der Winterschlaf ist leider die taz-Schreibe …
Jagoda Marinic, taz, 1. April 2009
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Posted on 30 March 2009 by jrobes
Der Artikel macht gerade die Runde. Die vielen Nachrufe (”death of the classroom”) haben den Autor, Saul Carliner, veranlasst, einmal genauer hinzuschauen. Er berichtet nun, dass es dem klassischen Training, durchgeführt in Seminaren und Workshops, unverändert gut geht. Die Statistiken zeigen bis heute keine “Auffälligkeiten”, geschweige denn einen Abwärtstrend. Soweit möchte man dem Autor auch gerne folgen. Aber dann wendet er sich dem informellen Lernen zu und führt aus, dass dieses nicht hält, was Bildung gewährleisten sollte. Es sei meist “zufällig” und “nicht qualitätsgesichert”. Und auch das Web 2.0 sei nicht in der Lage, die Nachfolge des klassischen Trainings anzutreten, wenn man nur einen Blick auf die wirkliche Beteiligung der Nutzer wirft.
Der Haken an dieser Argumentation: Saul Carliner misst das informelle Lernen und Web 2.0 mit alten Instrumenten. Das betrifft die Nutzung dieser Lernwege, die längst die klassischen Pfade der Weiterbildung weit hinter sich gelassen hat, was aber bis heute in keiner Weiterbildungsstatistik auftaucht. Und das betrifft die Qualität des Lernens, die man sicher nicht mit Blick auf den Wahrheitsgehalt einzelner Blogbeiträge erfasst.
Saul Carliner, eLearn Magazine, 24. März 2009
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Posted on 28 November 2008 by jrobes
Nach Microlearning jetzt also Microtraining. Wenn ich die Autoren richtig verstanden habe, geht es auch hier um kurze, arbeitsplatznahe Lernprozesse, in denen sich Mitarbeiter aktiv mit einem Thema auseinandersetzen sollen. Dabei will man offensichtlich Angebote entwickeln, die eine Brücke zwischen informellem Lernen und traditionellen Schulungen schlagen. Auch mit dem Connectivism fühlt man sich theoretisch verbunden. Das klingt alles ganz plausibel. Der Artikel selbst legt allerdings das Schwergewicht auf die Beschreibung des Ansatzes, des “microtraining workflows” sowie die Anforderungen an das Design eines Trainings oder einer Session. Das klingt sehr didaktisiert. Ob Microtraining selbst als Baustein informellen Lernens verstanden wird oder Mitarbeiter nur dafür aktivieren will, wird nicht ganz klar. Ein ausführliches Praxisbeispiel hätte diese Frage vielleicht auflösen können. Das Projekt wird übrigens im Rahmen des Leonardo da Vinci-Programms von der Europäischen Union gefördert.
“The Microtraining arrangement comprises a time span of 15-20 minutes for each learning occasion, being face-to-face, online or in a blended mode. … Knowledge transfer in companies is especially difficult for employees whose presence in the workplace is of vital importance for the primary business processes like production, operations, sales and transport. The Microtraining approach is especially suitable for those whose basic knowledge needs to be refreshed or improved and who need information for immediate use in their daily practice.”
Pieter de Vries und Stefan Brall, eLearning Papers, Nr. 11, November 2008 (pdf)
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Posted on 11 April 2008 by jrobes
2001 war es das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Günther Dohmen auf die Reise schickte. Heraus kam ein umfassender Bericht über das informelle Lernen, der bis heute eine wichtige Referenz geblieben ist (”Das informelle Lernen. Die internationale Erschließung einer bisher vernachlässigten Grundform menschlichen Lernens für das lebenslange Lernen aller”).Jetzt liegt ein Nachfolger vor, dieses Mal herausgegeben vom österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und verfasst von Reinhard Zürcher (Pädagogisches Institut des Bundes in Wien). Was ist das Gemeinsame beider Arbeiten? Beide geben einen systematischen Überblick über den aktuellen Diskussionsstand, beide verzichten auf die Formulierung eines eigenen Ansatzes. Und damals wie heute bildet das Konzept des Lebenslangen Lernens das zentrale Motiv, sich mit dem informellen Lernen auseinanderzusetzen.
Der Unterschied zwischen beiden Arbeiten: Während Günther Dohmen 2001 auf vielen Gebieten nur von “ersten Ansätzen” berichten konnte, kann Reinhard Zürcher aus dem Vollen schöpfen. Auf europäischer, nationaler wie regionaler Ebene ist informelles Lernen in unzähligen Projekten angekommen (ohne dass damit alle Fragen beantwortet wären!). Und kaum eine Bildungskonferenz kommt heute ohne eine entsprechende Sektion aus.
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Posted on 18 February 2008 by jrobes
Weitere Zahlen zur Weiterbildung liegen vor. Dieses Mal ist das BMBF der Auftraggeber, ein Projektverbund unter Federführung von TNS Infratest Sozialforschung hat sich der Sache angenommen. Im Mittelpunkt des vorliegenden Berichts steht die Weiterbildungsbeteiligung der 19-64-jährigen Bevölkerung in den letzten 12 Monaten (für den besseren Überblick: am Freitag ging es um die Weiterbildungsaktivitäten von Unternehmen!). Die wichtigsten Ergebnisse:1. Der seit 1997 rückläufige Trend konnte gestoppt werden: Die Beteiligungsquote von 43 Prozent zeigt eine leicht steigende Tendenz gegenüber 2003 (41%).
2. Informelle Lernaktivitäten nehmen zu. Von 61% der Erwerbstätigen, die 2003 an Formen der informellen beruflichen Weiterbildung teilgenommen haben, auf 68%.
3. Von diesem Trend profitieren auch die Lernangebote mit Hilfe computergestützter Selbstlernprogramme (plus 7 Prozentpunkte) sowie Lernangebote im Internet (plus 6 Prozentpunkte).
Schaut man sich, durch diese Zahlen neugierig geworden, gerade den Bereich des informellen Lernens genauer an, wird die Luft allerdings schnell dünn. Wie Michael Kerres anmerkt, überrascht es z.B. mit Blick auf die in der Befragung vorgegebenen Aktivitäten, dass nicht von einer 100 prozentigen Beteiligungsquote berichtet wird. Immerhin geht es um Alltägliches wie z.B. “Lernen durch Ausprobieren”!
Zum anderen: Es ist nicht deutlich, warum der Besuch eines Programmierkurses als “formalisierte Weiterbildung” gilt, das computergestützte Selbstlernprogramm zum gleichen Thema jedoch als “informelle berufliche Weiterbildung”.
So ist es sicher begrüßenswert, dass der Bereich des informellen Lernens auch im Rahmen dieser europaweiten (!) Erhebung mehr und mehr Aufmerksamkeit gewinnt. Es ist allerdings auch zu befürchten, dass das vorgestellte Untersuchungsinstrumentarium dem komplexen Gegenstand immer weniger gerecht wird.
Bernhard von Rosenbladt und Frauke Bilger, TNS Infratest Sozialforschung, Januar 2008 (pdf)
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Posted on 15 February 2008 by jrobes
Informelles Lernen als Teil einer Unternehmens-Mission, das findet sich selten: “Connect people with people and people with the right information”, soll es bei der holländischen ING Wholesale Banking heißen. Was steckt dahinter: “With SharePoint and Wikis, we facilitate connections between people and connect people with the right information. With rapid eLearning tools, we support the business in capturing business-critical knowledge. With game-based learning and especially quiz games, we make learning more engaging and fun.”
Leider ist der Artikel ein weiteres Beispiel dafür, dass die nüchterne Darstellung von Fakten nur selten die Neugierde eines Lesers befriedigt! Der Autor ist übrigens Head Innovative Learning ING Wholesale Banking und zugleich CEO of e-learninggames.nl!! Was nicht ganz zu überlesen ist.
Jean In het Panhuis, CHECKpoint eLearning, Februar 2008
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Posted on 12 February 2008 by jrobes
Der Artikel hinterlässt zwiespältige Gefühle. Die Richtung stimmt ohne Zweifel, und wer einige Referenzen, Links und Zahlen zum Thema sucht, wird fündig. Beliebt sind auch Informationen wie “Managers spend up to two hours a day searching for information, and more than 50 percent of the information they obtain has no value to them.” (Accenture)
Leider wird informelles Lernen als ein Projekt vorgestellt, das denselben Gesetzen wie formelles Training zu folgen scheint: “advantages”, “financial benefits” (”Accenture receives a 353% return on investment in learning.” …) und “building the case for informal learning”. Als Beispiele für informelles Lernen wird flüchtig auf Web 2.0 und ein Wiki (Intel) verwiesen. Etwas mehr an Erklärungen und Zwischenschritten wäre hilfreicher.
Ed Konczal, EDUCAUSE Connect, 10 Februar 2007
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Posted on 14 January 2008 by jrobes
Für die SCOPE ‘07 im November hat es leider zeitlich nicht gereicht. Aber jetzt haben Ulrike Reinhard und Lutz Berger die Themen in einem schönen und unterhaltsam geschriebenen eBook zusammengefasst und online zur Verfügung gestellt. Zur Erinnerung: Die auf der SCOPE diskutierten Trends lauteten: Kollaboration, Content, MashUps, Intranet, Raum+Kommunikation, Game Based Learning, Informelles Lernen, Medien, Plattformen, Usability, BrainMind, Enterprise 2.0.
Im Vorspann (”wir haben verstanden!”) wird folgende Anregung zitiert: “Zu viel Web 2.0, zu wenig Learning”. Das ist sicher auch mit Blick auf die vorliegende Publikation nicht ganz falsch und erinnert daran, immer wieder nach Anknüpfungspunkten zur Agenda der betrieblichen Weiterbildung zu suchen. Vielleicht eine schöne Herausforderung für die SCOPE ‘08, die auch schon einen Termin (1.10.2008) und eine Community (auf Ning) hat.
Lutz Berger und Ulrike Reinhard, SCOPE’ 07, 11 Januar 2008
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