Das ist cool: Die University of Nottingham und der Video-Journalist Brady Haran haben eine Kollektion von Videos entwickelt. Insgesamt 118 kurze Filme, ein Film für jedes Element des Periodensystems. Jetzt wurde das Projekt ausgezeichnet. Stephen Downes schreibt dazu: “It’s interesting to contrast resources such as this with the top-heavy attempts to turn open educational resources (OERs) into universities.” Korrekt. Noch schöner ist die Würdigung auf dem Open Culture-Blog. Sheerly Avni, Open Culture, 31. Mai 2011
Ein weiteres Video, das sich um die Zukunft von e-Learning bemüht. Natürlich gibt es 2020 kein e-Learning mehr, weil es kein Learning mehr gibt. Alles ist da, nur einen kurzen Gedanken entfernt. Wobei sich Lernen auch hier auf das (Auswendig-)Lernen von Fakten oder motorischen Fähigkeiten beschränkt. 4:50 Minuten. Fürs Wochenende. daveyboond, YouTube, 25. September 2009
Vom “Siegeszug des Videocontent im Web-Learning” erzählt Andrea Back in diesem Arbeitsbericht mit vielen interessanten Links und Beispielen. Die Story ist bekannt: Es ist immer einfacher geworden, Videos zu entwickeln und zu publizieren, Videoplattformen ziehen Millionen Nutzer an und auch im Bildungskontext wird das Medium immer populärer. Das alles funktioniert so gut, weil die attraktivsten Video-Plattformen, so Andrea Back, mehr sind als “Portale für Inhalte”, sondern als Communities und soziale Netzwerke funktionieren, in denen kommentiert, ausgetauscht, “getaggt” und verlinkt wird, bis zum “rip, mix & learn” eben. Und das “vidEo-Learning” steht nicht allein da, sondern ist fest eingebettet in einen Kontext von Screen Literacy, Microcontent und Mobile Computing. Ein abschließendes Kapitel ist dem “Edu-Podcasting im Unternehmen” gewidmet und fasst einige Rückmeldungen aus Grossunternehmen der Finanzdienstleistungsbranche zusammen. Fazit: Interesse ist vorhandene, aber praktische Erfahrungen sind rar.
In einem aktuellen Blog-Post fragt Andrea Back noch nach den Chancen von “peer-produced Video-Content im Lernumfeld” und kommt zu dem Schluss: “Aber den richtigen “Clou”, den grossen Durchbruch einer community-generierten Lernvideo-Website, den sehe ich noch nicht - lasse mich aber gerne eines Besseren belehren.” Andrea Back, Arbeitsberichte Learning Center IWI-HSG, Nr. 1/2009 (2. September 2009)
Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen) denkt darüber nach, wie und in welcher Form Lehrende auf bestehendes Videomaterial zugreifen und in ihre Veranstaltungen einbinden können. Noch führt aus seiner Sicht der Weg an YouTube nicht vorbei. Aber zukünftig? “Ich bin mir sicher, dass das Videoformat auch für den Bildungssektor in den nächsten Monaten an Bedeutung zunehmen wird. Aber wird Youtube die Plattform dafür sein?” Ganz praktisch hat er sich auf verschiedenen Plattformen nach interessanten Angeboten umgesehen, auf YouTube einen eigenen Kanal erstellt und dort eine Reihe von kurzen Filmen verlinkt, die sich mit Bildungsthemen beschäftigen. Wer also mal Skinner, Rogers, Papert, Berners Lee oder Watzlawick sehen und hören will, findet hier eine Auswahl. Michael Kerres, Notizblock von Michael Kerres, 17. Juni 2009
Seit Mai 2007 gibt es die iTunes University. Jetzt ist Google’s Antwort da: “YouTube EDU. Videos and Channels from our college and university partners.” Vorlesungsmitschnitte, Interviews mit Wissenschaftlern, Präsentationen und natürlich Marketing-Materialien sind da zu finden, bis jetzt nur von amerikanischen Hochschulen, aber das mag sich ändern. Natürlich ist z.B. das MIT vertreten, die Duke University, Stanford und viele andere. Insgesamt mehrere Tausend Videos, die Google/ YouTube hier unter dem Dach “Education” anbietet. Inwiefern solche Kollektionen “Education” beeinflussen oder verändern, ist eine andere Frage und vorsichtige Skepsis sicher angebracht. Zum Stöbern. YouTube EDU, März 2009
In diesem Artikel (leider ist nur ein kurzer Teaser online verfügbar) ist von einem Trend die Rede. “Ultrakurzformate erobern die Weiterbildung” heißt es, die mal “Learning Nuggets”, mal “Wissenshäppchen” oder “Lunch & Learn” heißen. Der Autor nennt zwei Ursachen für diesen Trend, dem sich offensichtlich niemand entziehen kann: zum einen wirtschaftliche Zwänge, die ein längeres Aussteigen aus dem Arbeitsprozess immer schwieriger machen; zum anderen veränderte Gewohnheiten beim Konsum von Informationen (”YouTubisierung der Wahrnehmung”). Als Kronzeugen dieser Entwicklung werden Deutsche Bank und Credit Suisse genannt, die offensichtlich seit längerem erfolgreich mit verschiedenen Kurzformaten, online wie offline, in der Weiterbildung experimentieren.
Doch die sprachlichen “Überhöhungen”, die der Autor immer wieder bemüht, lassen ahnen, dass hier vieles noch am Anfang steht und die erwähnten Beispiele wohl noch mehr Nischenangebote als Standard sind. Noch finden sich keine Hinweise, wo die Angebote zu finden sind (LMS?), welchen Zielgruppen sie zur Verfügung stehen (allen?) und wann Mitarbeiter selbst aktiv werden dürfen (user generated content?). Aber Internet und Web 2.0 haben hier sicher Schleusen geöffnet. Axel Gloger, managerSeminare, Heft 132, März 2009
“Today the Web might seem like a free-speech panacea: it has given anyone with Internet access the potential to reach a global audience. But though technology enthusiasts often celebrate the raucous explosion of Web speech, there is less focus on how the Internet is actually regulated, and by whom. As more and more speech migrates online, to blogs and social-networking sites and the like, the ultimate power to decide who has an opportunity to be heard, and what we may say, lies increasingly with Internet service providers, search engines and other Internet companies like Google, Yahoo, AOL, Facebook and even eBay.”
Der lesenswerte Artikel erinnert nicht nur an die prominente, oder vielleicht besser: dominante, Rolle von Google in der heutigen Wissensgesellschaft. Er ist zugleich auch ein Werkstattbericht, der illustriert, wie die Vision von Google immer wieder auf nationale Begehrlichkeiten und nationales Recht stößt. Beispielhaft wird der Disput mit türkischen Autoritäten geschildert und wie Google-Manager im Alltag damit umgehen. Und es sind keine Einzelfälle: In den letzten Jahren haben 24 Staaten den Zugang zu Google bzw. seinen Systemen und Plattformen wie YouTube ganz oder teilweise gesperrt! Jeffrey Rosen, The New York Times, 28. November 2008
September 2008: Vor mir liegt die druckfrische Anweisung eines Großunternehmens, “dass die Nutzung externer Blogs, Social Networking, Newsgroups, File-Sharing- und Messaging-Portale oder web-basierter Mailsysteme blockiert wird.” Kein Einzelfall. Es fallen Stichworte wie “Data Leakage Prevention”. Dazu passt dieser Beitrag: Tony Karrer präsentiert Ergebnisse der “eLearning 2.0″-Untersuchung des eLearning Guild. Wir lesen: 27,7 Prozent der teilnehmenden Unternehmen blockieren den Zugang zu YouTube, 27,8 Prozent zu Facebook, 28,2 Prozent zu MySpace, aber nur 2,6 Prozent zu Wikipedia. Ist das viel oder wenig? Und wie passt das zur vielbeschworenen Netzwerkgesellschaft und dem gerne als notwendig gepriesenen Wissensaustausch mit Kunden, Partnern und externen Experten? Es passt “irgendwie”: Top-Down Risk Management und bottom-up Xing und Newsreader - nach Feierabend am heimischen Rechner.
“This also shows the discrepancy in the perspective of getting information via a resource like Wikipedia vs. getting it from other people via something like LinkedIn. Corporations have not woke up to the need for knowledge workers to reach out for expertise.” Tony Karrer, eLearning Technology, 3 September 2008
Wenn sich ein Anthropologe mit YouTube beschäftigt, dann heißt das “participant observation”! Zumindest, wenn der Anthropologe Michael Wesch heißt und mit Studierenden der Kansas State University herauszufinden versucht, was Menschen am Internet, an Web 2.0 und YouTube so fasziniert. In diesem Video erzählt er von seinen Erfahrungen, seinen Erkenntnissen und belegt diese mit unzähligen Video-Beispielen. Fast schon so etwas wie eine “YouTube-Story”!
Seine wichtigsten Thesen: “Media is not content. Media are not just tools of communication. Media mediate human relations. So: when media change, human relations change.” Spannend auch ein anderes Bild, das er “cultural inversion” nennt: Einerseits prägen Individualismus, Unabhängigkeit und Kommerzialisierung unsere Kultur, andererseits suchen wir verstärkt nach Community, Beziehungen und Authentizität.
55 Minuten. Besser als Fernsehen! Michael Wesch, YouTube, 26 Juli 2008
Auf die Umfrage von Jane Hart (Centre for Learning & Performance Technologies) hatte ich im letzten August bereits hingewiesen. Und weil ich die Idee so toll fand und sie mein Verständnis von e-Learning/ Learning trifft, habe ich gerne meine Top 10-Tools gewählt, als Jane Hart mir gestern eine entsprechende Einladung schickte. Please, have a look! Jochen Robes, Centre for Learning & Performance Technologies, 11 Januar 2008