Der Untertitel dieses Vortrags - “E-Learning zwischen Todsünde und Tugend?” - ist irreführend. Denn um E-Learning geht es nicht. Aber das macht auch nichts. Denn Christian Spannagel referiert hier, sehr persönlich und anekdotisch, über seine intensiven Erfahrungen im Social Web. Als roten Faden nutzt er die sieben Todsünden - eine coole Idee! Und wenn man den Links des Beitrags folgt, gelangt man auf die Seiten der GML 2011 und findet Unterlagen und Aufzeichnungen von Rolf Schulmeister, Martin Lindner und vielen anderen.
“In diesem Vortrag erwarten Sie 30 Minuten persönliche Selbstreflexion. Es werden Ergebnisse aus einer nicht systematisch durchgeführten Langzeitstudie mit N=1 berichtet. Dabei wird der Frage nachgegangen: Was hat die exzessive Nutzung des Web 2.0 in Lehre und Forschung mit der Person Christian Spannagel gemacht?” Christian Spannagel, cspannagel, dunkelmunkel & friends, 7. September 2011
Auf die Khan Academy, also Salman Khan und seine kurzen Lehrfilme, habe ich ja hier und da schon hingewiesen. Jetzt stellt die ZEIT ihn ihrer Leserschaft vor und fragt am Ende des Artikels: “Das Ziel: Gratis-Bildung, tatsächlich für die ganze Welt. Vielleicht ist es also wirklich der Beginn einer Revolution.”
Vielleicht ist Job-Titel von Dan Pontefract die Zukunft: Er ist “Director of Learning & Collaboration” bei TELUS, einem kanadischen Telekommunikations-Unternehmen mit über 35.000 Mitarbeitern. “Lernen & Zusammenarbeit” also, eine noch ungewöhnliche, aber naheliegende Verbindung, wenn man an “social learning” denkt. In diesem Video stellt er kurz einige Lösungen vor, die bei TELUS eingesetzt werden: eine Microblogging- (Buzz) und eine Video- (TELUS Tube) Plattform sowie Team-Wikis und -Blogs (Habitat Collaboration). Wer noch mehr aus diesem Video herausholen möchte, kann bei Luis Suarez weiterlesen. Dan Pontefract, YouTube, 5. Juli 2011
Das ist cool: Die University of Nottingham und der Video-Journalist Brady Haran haben eine Kollektion von Videos entwickelt. Insgesamt 118 kurze Filme, ein Film für jedes Element des Periodensystems. Jetzt wurde das Projekt ausgezeichnet. Stephen Downes schreibt dazu: “It’s interesting to contrast resources such as this with the top-heavy attempts to turn open educational resources (OERs) into universities.” Korrekt. Noch schöner ist die Würdigung auf dem Open Culture-Blog. Sheerly Avni, Open Culture, 31. Mai 2011
“Have you ever thought about how completely irrelevant structured learning is?” Mit diesem Satz von George Siemens startet eine kurze Video-Präsentation zum Connectivism. Im Hintergrund läuft Eric Whitacre’s Virtual Choir. Sehr schön. Debbie Kroeker, Vimeo, 15. April 2011
Erstens sind diese Fundstücke ganz unterhaltsam und zweitens sollte man so etwas für den richtigen Anlass immer in seinem Archiv haben. Bin gespannt, was die Kollegen von xplanation hier noch ausgraben. “This week, we will be listing off our top educators in movie history. Here are the first two in our countdown.” xplanation, 2. Mai 2011
Nachtrag (06.05.2011): Inzwischen steht die kleine Filmreihe (I.-V.) komplett im Netz (hier).
Ein weiterer Beitrag zur SeLC 2011: Nach einem kurzen Vorspann, “Das Mitmach-Web (Web 2.0) erfasst Video”, stellt Andrea Back (Universität St. Gallen) verschiedene Einsatzfelder und Beispiele des Videoeinsatzes á la YouTube vor: Jobvideos, Kurs-Begrüßungen, Erklär- und How-to-do-Videos, Learning Nuggets, Video-Präsentationen als Prüfungsarbeiten. Die Vorteile des Formats, so Andrea Back, liegen auf der Hand: “Video ist eine effektive und universale Sprache; Videos sind machbar; 2.0-ness und Mobile sorgen für Wachstum”. Andrea Back, Slideshare, 7. April 2011
Ich habe gar nicht mitbekommen, dass Sven Regener (”Herr Lehmann”) in den letzten Jahren immer wieder mal gebloggt hat. Hat er aber. Und dafür sogar ein Alter Ego erfunden, Hamburg-Heiner, mit dem er bloggend regelmäßig Zwiegespräche geführt hat. Doch was heißt “bloggen”, bei einem Autor, der prinzipiell keine Kommentare liest?
“Und das war’s dann mal. Aus die Maus. Blog vorbei. Ist sicher auch besser so, ich habe das meiste ja bis jetzt noch nicht kapiert. Was ist ein Template, geschweige denn ein Template-Katalog? Was ist ein Favicon? Wie macht man die Schose hier fett oder wie macht man den Link hier rein? Was ist überhaupt ein Blog? So jetzt mal im Grunde und so? Was soll das?” Sven Regener, YouTube, 2011
Schon mal etwas von der “Khan Academy” gehört? Nun, das ist heute eine Sammlung von über 2.100 Videos, kurze Lehrfilme, 10-20 Minuten lang, in denen Salman Khan Dinge aus verschiedenen Fachgebieten erklärt. Die meisten Videos behandeln das Grundwissen der Mathematik. Alle wurden bis heute von Salman Khan selbst gedreht, der kürzlich seinen Job aufgegeben hat, um sich ganz dem Projekt der Khan Academy zu widmen. Bill Gates ist begeistert. Alles weitere erfährt man in diesem sympathischen Vortrag.
“Salman Khan talks about how and why he created the remarkable Khan Academy, a carefully structured series of educational videos offering complete curricula in math and, now, other subjects. He shows the power of interactive exercises, and calls for teachers to consider flipping the traditional classroom script — give students video lectures to watch at home, and do “homework” in the classroom with the teacher available to help.” Salman Khan, TED Blog, 9. März 2011
Dass die TED Talks eine Reihe von fantastischen Präsentationen bereit halten, sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auch, dass sich einige davon mit Bildung und Lernen beschäftigen. Sechs aus dieser Reihe sind hier aufgeführt, allen voran Ken Robinson (”… says schools kill creativity”). Agree. Theresa Dold, Voxy Blog, 9. März 2011
Hier ein Blogpost von Martin Ebner, den ich einfach mal durchreiche:
“Das letzte Video vor dem Online-Start des Lehrbuchs “Lehren und Lernen mit Technologien” am 1.2.2011 widmet sich durchaus diskussionswürdigen Fragen: “Wie erleben Kinder von heute Technologien? Was sind ihre Technologien?”
Hierzu haben wir ihnen einfach ein paar Technologien (vom Rechenschieber bis hin zum iPad) vorgelegt, mit der Bitte diese zu bedienen oder zu beschreiben. Hier das Ergebnis:” Martin Ebner, E-Learning Blog, 24. Januar 2011
McKinsey führt ja in regelmäßigen Abständen Befragungen durch, die den Stand der Web 2.0-Adaption durch die Unternehmenswelt beleuchten. Mit Hilfe dieses Features kann man darüberhinaus die Entwicklung einiger Themen beobachten. Und wenn man zuerst auf “Internal purposes: Technologies and tools companies are using internally” und dann auf “Training” klickt, erscheint diese Aufstellung mit den Spitzenreitern: Video sharing (48%), Wikis (32%) und Podcasts (32%). Für mich wieder ein Baustein, der die wachsende Popularität bewegter Bilder unterstreicht. McKinsey Quarterly, Dezember 2010 (Registrierung erforderlich)
Was mit YouTube und anderen Plattformen begann, ist längst zu einem universellen Trend geworden. So war im Economist vor einigen Tagen zu lesen: “In 2011 companies will begin to say goodbye to the written word. The basic unit of communication will no longer be typed out in e-mails. It will be shot in pictures and shown on video.” Das gilt auch für die Weiterbildung. Kurze Filmformate werden lange Web-based Trainings ersetzen oder zumindest ankündigen. Vor diesem Hintergrund kann es nicht schaden, einige Zahlen zur aktuellen Video-Nutzung parat zu haben.
“The popularity of online video has risen exponentially in recent years. What was once a novelty is now making a daily appearance in our inboxes. But are most people participating directly with the medium or is it still mostly a spectator sport? And who really makes up the Internet’s target demographic? In other words: who’s uploading, who’s watching, and why?” Killian, clicker blog, 7. Dezember 2010
Dave Cormier war einer der Gastgeber von PLENK2010 (Personal Learning Environments Networks and Knowledge 2010), dem Massive Open Online Course (MOOC), der vor knapp vier Wochen zu Ende ging. In einer kleinen, dreiteiligen Videoreihe hat er jetzt noch einmal zusammengefasst, was ein MOOC ist, wie man sich in einem MOOC bewegt (”Success in a MOOC”) und wie Wissen in einem MOOC entsteht (”Knowledge in a MOOC”). Dave Cormier: “This video introduces you to how a massive open online course is one way of learning in a networked world.” Dave Cormier, YouTube, 8. Dezember 2010
Common Craft haben mit ihren kurzen Videos stilprägend gewirkt. Hier etwas Aktuelles: “This video takes a look at how social media sites like blogs, Twitter and Facebook are changing how companies think about external communication.” Nicht mehr ganz so ungeschliffen und frech wie die ersten Filme ihrer Reihe, aber, hey, das Thema ist natürlich ernster! Common Craft, Dezember 2010
Rolf Schulmeister schafft es, in den 2:28 Minuten dieses Videos noch eine interessante Botschaft loszuwerden: dass nämlich zur Beschäftigung mit Medienkompetenz auch die Frage gehört, mit welchen Medien wir es in Zukunft überhaupt zu tun haben werden. Wobei dieser Hinweis natürlich den Begriff der Medienkompetenz selbst in Frage stellt: Sollten wir dann nicht besser gleich auf eine “digital literacy” zielen? Aber, okay, das Problem wiederholt sich hier natürlich wieder. Also am besten ”kritisches Denken” als übergreifendes Lernziel? Martin Ebner, E-Learning Blog, 25. Oktober 2010
Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG, und Peter Kruse, Geschäftsführer der nextpractice GmbH, haben ein längeres Gespräch zum Thema “Enterprise 2.0 meets HR” geführt. Einige Ausschnitte des Gesprächs sind hier als Appetizer zu sehen. Beide scheinen sich einig, dass da “draußen” etwas passiert, dem sich Unternehmen und Organisationen stellen müssen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die konsequente Subjektivierung des “Netzes” (”die Netze denken anders”, “das Netz hat die Kraft …”), so dass ich mich mehrmals gefragt habe, ob es bei dieser Begegnung von “Netzen” und “Unternehmen” mich überhaupt noch braucht.
Wer kennt TED noch nicht? Mittlerweile sollte es sich herumgesprochen haben, dass sich hinter dem Claim “Ideas worth spreading” eine stetig wachsende Zahl von atemberaubenden Reden und Präsentationen verbirgt, mit denen man Stunden im Netz verbringen kann (ich habe gerade “Lewis Pugh’s mind-shifting Everest swim” gesehen und konnte mich nur mit Mühe davon abhalten, nach weiteren aktuellen Highlights zu suchen!). Jetzt legt Anja Kamenetz, DIY U-Autorin, noch einen drauf: In der aktuellen Ausgabe der Fast Company feiert sie TED als “new Harvard”, als “the global education brand of the 21st century” und als zukunftsweisendes Modell für “open education”. Das sehen selbst TED-Anhänger kritisch (z.B. Openculture: “Is TED the New Harvard?”). Anja Kamenetz, Fast Company, 1. September 2010
Nach vier Jahren ist Ken Robinson wieder auf der TED Bühne, wieder mit einem sehr emotionalen Vortrag und einer Variation seines Lieblingsthemas: dass wir unsere Talente nicht ausschöpfen, weil unser Bildungssystem an überholten Prinzipien (z.B. Linearität) und Routinen festhält. Robinson ist ein Entertainer, der selbstsicher und mit gezielten Humoreinlagen seine Botschaft herüberbringt. 16:48 Minuten.
“In this poignant, funny follow-up to his fabled 2006 talk, Sir Ken Robinson makes the case for a radical shift from standardized schools to personalized learning — creating conditions where kids’ natural talents can flourish.” Ken Robinson, TED Talks, Mai 2010
Ein weiteres Video, das sich um die Zukunft von e-Learning bemüht. Natürlich gibt es 2020 kein e-Learning mehr, weil es kein Learning mehr gibt. Alles ist da, nur einen kurzen Gedanken entfernt. Wobei sich Lernen auch hier auf das (Auswendig-)Lernen von Fakten oder motorischen Fähigkeiten beschränkt. 4:50 Minuten. Fürs Wochenende. daveyboond, YouTube, 25. September 2009