Archive | New Thinking

2020 visions

Posted on 18 January 2010 by jrobes

Nature hat eine Reihe von Experten gefragt, wo ihre Disziplinen wohl in zehn Jahren stehen werden. Die meisten Stichworte sind natürlich naturwissenschaftlich geprägt, aber es gibt auch Antworten zu “Universities” und “Search”. Die Anmerkungen des Stanford-Präsidenten überspringe ich, ihn treiben vor allem Budgetsorgen. Interessanter ist da schon, was Peter Norvig, Director of Research bei Google, schreibt:

“If I then ask for ‘background mathematics for fusion theory’, I will get an outline for an impromptu course concentrating on the necessary complex analysis, customized to specific applications in fusion and to my level of mathematical understanding. If I stumble, the course will be readjusted to fit my needs, or perhaps the search engine will connect me to a tutor or another student in a similar plight. Interaction with search engines will be an ongoing conversation; one that is integrated with the other ongoing tasks of our lives.”
Ja, wenn es wirklich so kommen würde … Und wenn nicht jeder einzelne Schritt von handfesten Legitimationen und Transaktionen unterbrochen wird.
Nature, 463, 26-32, 7. Januar 2010

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Revolution 2.0: Wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert

Posted on 05 November 2009 by jrobes

Peter Kruse (nextpractice) hat gestern auf dem lpr-forum-medienzukunft in Frankfurt präsentiert (wenn ich das gewußt hätte!) und heute stehen Slides und Videomitschnitt schon im Netz. “Machtverlagerung durch Resonanzbildung” und “Netzwerkkompetenz ist Einstellungssache” lauten die Titel seiner Kapitel und in seiner Präsentation steckt eine Fülle von starken Bildern und aktuellen Ereignissen, um die “verändernde Kraft sozialer Netzwerke” zu unterstreichen. “Noch nie hat etwas so schnell so viele Menschen aktiviert wie die social software”, schreibt Peter Kruse. “Mit der Vernetzung werden die Menschen informierter, aktiver und einflussreicher.” Und etwas später: “Eine neue Macht formiert sich.”

Die Beispiele, die Peter Kruse aufzählt, von “zensursula”, “unibrennt” bis zu “jack wolfskin”, machen Hoffnung, dass es sich wirklich um eine langfristige Machtverlagerung handelt, auch wenn die Netzcommunity hierzulande noch überschaubar ist. Was aus meiner Sicht die Darstellung noch “anschlussfähiger” machen würde, wäre der Versuch, die aktuellen Veränderungen als Strukturwandel der Öffentlichkeit bzw. als Entstehen einer kritischen Gegenöffentlichkeit zu beschreiben (wenn es denn eine solche ist !?). Ansonsten müssen wir vielleicht akzeptieren, dass “unibrennt” neben dem Aufruf zur Beach-Party nach Westerland steht.
Peter Kruse, What’s Next? 5. November 2009

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Too much information und statistische Normaldepression

Posted on 16 April 2009 by jrobes

Thomas Strobl, Blogger in Diensten der FAZ, hat sich Niklas Luhmann geschnappt, um sich und uns die aktuelle Wirtschaftskrise zu erklären. Eine wichtige Rolle spielen dabei, so Strobl/ Luhmann, die Massenmedien, die für eine zunehmende Temporalisierung der Gesellschaft (”too much information”) sorgen. Mit der Konsequenz, dass uns jede Grundlage für vernünftige Entscheidungen und eine solide Einschätzung der Zukunft entzogen wird. Und das heißt für den Autor “mit der Krise leben”, denn das Rad der Temporalisierung können wir nicht zurückdrehen. Nun ja, in jedem Fall eine interessante, gedanklich saubere Ableitung und sicher ein Vergnügen für Luhmann-Fans.

“Und darin besteht das eigentliche Problem unserer modernen Gesellschaft: Indem wir die Temporalisierung auf die Spitze getrieben haben, alles nur noch in „real-time” bei globaler Gleichzeitigkeit wahrgenommen wird, erhöhen wir notwendigerweise auch die Volatilität in all den Zusammenhängen, bei denen wir traditioneller Weise auf Beständigkeit setzen: Von der Berufswahl über partnerschaftliche Beziehungen, Hypothekenverträge und Rentensparpläne.”
Thomas Strobl, Faz.net, 15. April 2009

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WWWeblern Gipfel

Posted on 23 March 2009 by jrobes

Die traditionellen Konferenzformate stehen auf dem Prüfstand, neue werden lebhaft diskutiert. In ein paar Tagen gibt es das nächste EduCamp. Dann wieder die Scope. Und Unconferences. Und Knowledge Cafes. Neben den großen Events, die den Markt der Anbieter und Kunden abbilden möchten (und sich damit immer schwerer tun!), werden neue, spannende  Versuche riskiert, der Diskussion um ein anderes Lernen eine Plattform zu geben. Natürlich stehen dabei die virtuellen Netzwerke und kollaborativen Möglichkeiten des Webs im Zentrum.

Vor einigen Tagen hat in New York eine Konferenz stattgefunden, die sich “Hacking Education” genannt hat. Ihr Motto: “re-imagining how education should look in a web 2.0 world”. Durchgeführt von einem Start-Up (Union Square Ventures), mit rund 80 Teilnehmern, darunter z.B. Sir Ken Robinson, Steven Johnson oder Danah Boyd. Die Beiträge der Konferenz liegen jetzt vor - als sortierter Twitter-Stream! “Arguably the best part of the conference was the lively discussion on twitter.”

hackedu_200903.gif

Aber die Geschichte geht noch weiter: Martin Lindner (wwweblernen) hat das Ereignis aufgeschnappt und plant bereits eine “Hacking Education” im deutschsprachigen Raum, möglicherweise im Oktober: “Die Bildung hacken. Den Claim der HackingEducation Konferenz (#hackedu) ins Deutsche bringen: “re-imagining how education should look in a web 2.0 world”. Dazu Praktiker und Denker versammeln, die sich mit Bildung im Web-Zeitalter befassen und die gedanklich/praktisch jenseits der Mauern der drei großen deutschen Bildungsburgen operieren: Schule - Uni - berufliche (Weiter-)Bildung. Aus den Sonntagsreden-Diskursen ausbrechen. Workshopartig erkunden, wie und warum Web-Technologien zu “Open Education” zwingen. Nicht gutgemeinte Weltverbesserung, sondern überlegen, was gegenwärtig ohnehin passiert, unterschwellig. Und dann Möglichkeiten suchen, wie man das “hacken” könnte.”

Hier geht es zum aktuellen Stand der Planungen …
Martin Lindner, wwweblern, 22./ 23. März 2009

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Revolutionary reading

Posted on 12 March 2009 by jrobes

In den aktuellen Labnotes des MLab an der London Business School kreisen die Beiträge um Innovationen, innovative Organisationen und CEOs sowie die Frage, wie Innovation zu einem unternehmensweiten Thema wird, an dem sich alle beteiligen. Dazu gibt es eine interessante Lektüreliste, “a compelling Management 2.0 reading list”, von Gary Hamel.

“I hate reading business books. Most are tedious DIY guides that tell you how to keep your customers happy, grow the top line, be a better leader, motivate your employees, find a new strategy, or manage change. Nothing wrong with this if your goal is to wring another few drops of performance out of your overly bureaucratised organisation or cure your chronic insomnia. If, on the other hand, you want to build a genuine performance advantage, you’ll need to read stuff that’s a lot more radical; books that will hammer away at the carapace of your unshakeable beliefs, that are filled with ideas your competitors would regard as irrelevant or utopian.”

Von Mary Parker Follet (”Creative Experience”, 1924) bis Clay Shirky (”Here Comes Everybody”, 2008)
Gary Hamel, Labnotes, Issue 11, März 2009 (pdf)

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An educational crisis?

Posted on 10 October 2008 by jrobes

Das Erschreckende an der gegenwärtigen Finanzkrise ist nicht der Sturz der Börsenkurse, sondern die Erklärungsarmut, ja Fassungslosigkeit “unserer” Experten. “Ruhe bewahren!” höre ich immer wieder, aber wenn das erste Bürgerpflicht ist, wer treibt da an den Börsen sein böses Spiel? Vielleicht werden wir eines Tages erfahren, dass die unsichtbaren Hände Computer und Softwareprogramme waren, die automatisch ausführten, was ihnen vor langer Zeit aufgetragen wurde. Wie auch immer, man kann (oder muss!) die aktuelle Entwicklung sicher auch als Wissens- oder Bildungskrise sehen, wie Harold Jarche es tut:

“Critical thinking and an understanding of the frameworks that guide our political and financial institutions would really help the citizenry to understand the complexities of what is happening. It sure beats listening to politicians and pundits in 30 second sound bites. Unfortunately, it’s what many have been conditioned to accept, because they’ve been told that these systems is beyond their understanding.
Is the financial crisis really an educational crisis?”

Harold Jarche, Learning & Working on the Web, 1. Oktober 2008

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Google Projekt “10 hoch 100″

Posted on 29 September 2008 by jrobes

Auf den Google-Seiten heißt es: “Mit dem Projekt ‘10 hoch 100′ suchen wir nach Ideen, die so vielen Menschen wie möglich helfen und dadurch die Welt positiv verändern.” Der Hintergrund: Es gibt, so Google, viele Menschen mit Ideen, aber noch mehr Menschen, die Hilfe benötigen. Vielleicht braucht es nur jemanden, der beide Seiten zusammenbringt? Also darf man Ideen einreichen, bis zum 20. Oktober 2008. Eine Auswahl der 100 besten Ideen wird veröffentlicht, 5 Ideen sollen schließlich übrigbleiben und werden von Google mit 10 Millionen Dollar unterstützt. Die Ideen sollen sich an acht Kategorien orientieren, eine davon ist Bildung: “Wie können wir mehr Menschen besseren Zugang zu besserer Bildung ermöglichen?”
Google Projekt 10 hoch 100, September 2008

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Counting down the Top 10 TEDTalks

Posted on 02 July 2008 by jrobes

 

“Ideas worth spreading” heißt das Leitmotiv der TEDTalks. “The annual conference … brings together the world’s most fascinating thinkers and doers, who are challenged to give the talk of their lives (in 18 minutes).” Seit 1984 findet sie statt, seit zwei Jahren gibt es die Präsentationen online. Alles unter einer Creative Commons-Lizenz, exzellent präsentiert in verschiedenen Formaten. Jetzt hat man die 50 Millionen Views-Marke (!) erreicht und zur Feier des Tages eine Top Ten zusammengestellt (Links anbei). Oder man startet mit einer Zusammenfassung der Highlights. Großartig!!

Top 10 TED Talks of all time
1. Jill Bolte Taylor: My stroke of insight
2. Jeff Han: Touchscreen demo foreshadows the iPhone
3. David Gallo: Underwater astonishments
4. Blaise Aguera y Arcas: Jaw-dropping Photosynth demo
5. Arthur Benjamin: Lightning calculation and other “Mathemagic”
6. Sir Ken Robinson: Do schools kill creativity?
7. Hans Rosling: The best stats you’ve ever seen
8. Tony Robbins: Why we do what we do, and how we can do it better
9. Al Gore: 15 ways to avert a climate crisis
10. Johnny Lee: Creating tech marvels out of a $40 Wii Remote
TEDBlog, 26 Juni 2008

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Creatively Speaking: Sir Ken Robinson on the Power of the Imaginative Mind

Posted on 30 May 2008 by jrobes

Zwei Optionen fürs Wochenende: Zum Ersten eine Rede von Ken Robinson, in der er, wie immer, kompetent, souverän und ganz ohne PowerPoint (!) über sein Thema erzählt. Und das heißt: Wie wir unsere Bildung nicht reformieren, sondern transformieren müssen, um heutigen und zukünftigen Anforderungen gerecht zu werden. Vor allem, weil unsere Erziehung heute genau gegen die Kompetenzen arbeitet, die wir so dringend benötigen: Kreativität und Imagination. Das Ganze performed am 10. April dieses Jahres auf dem Apple Education Leadership Summit in San Francisco.
Oder, das ist die zweite Option, man springt gleich zu Tom Waits, dessen Auftritte aus drei Jahrzehnten auf einer Seite zu sehen sind, die Tom Waits TV heißt. Und, folgt man Ken Robinson, haben hier unsere Bildungsinstitutionen definitiv versagt. Der Shortcut ins Wochenende.
edutopia, 28 Mai 2008

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Grand Challenges for Engineering

Posted on 22 February 2008 by jrobes

Vor über einem Jahr hat die amerikanische National Academy of Engineering (NAE) einen Prozess gestartet, um die drängendsten Herausforderungen zu identifizieren, die die Menschheit bis zum Jahr 2100 gelöst haben sollte. Namhafte Wissenschaftler und Experten haben diesen Prozess begleitet und schließlich 14 Aufgaben formuliert, die jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Die Aufgaben entstammen den vier Bereichen “sustainability, health, vulnerability, and joy of living”. Eine lautet “Advance personalized learning”. Was dahinter steckt, sollte der folgende Ausschnitt etwas verdeutlichen:“Among the many projects attempting to meet the personalized education challenge are “intelligent” Web-based education systems, development of “recommender” systems that guide individual learning using Web-based resources, and creation of algorithms that adjust recommendations to the abilities of the student.”

Und dann geben die Experten noch einen konkreten Hinweis: “New research may even provide the path to something like immediate knowledge acquisition, as when a character named Trinity in the movie “The Matrix” learns to fly a helicopter through an instant download to her brain.” Leider finde ich gerade den entsprechenden Video-Ausschnitt nicht mehr im Netz …
National Academy of Engineering (NAE), 15 Februar 2008

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From The Information Age To The Connected Age

Posted on 10 October 2007 by jrobes

Ein Versuch, das neue Zeitalter auf einen Begriff zu bringen, der über Versionszählungen des Internet hinausgeht. Vom “Knowledge Worker” zum “Web Worker”, von Microsoft zu Google, das “information age” selbst als Ausläufer des industriellen Zeitalters. Das erinnert mich daran, bei Zeiten noch einmal bei Daniel Pink (”A Whole New Mind. Moving from the Information Age to the Conceptual Age”) vorbeizuschauen - oder mir endlich das Podcast-Interview anzuhören, das Elliott Masie vor einigen Tagen mit ihm geführt hat.
Anne Zelenka, GigaOM, 6 Oktober 2007

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Deutschland im Jahr 2020

Posted on 01 June 2007 by jrobes

Das Jahr 2020 zieht an. Vor etwas mehr als zwei Jahren hatte Siemens bereits kluge Köpfe auf diese Zukunft angesetzt (”Horizons2020″). Jetzt haben auch die Analysten von Deutsche Bank Research einen Blick in die Glaskugel riskiert. Aus vier möglichen Szenarien haben sie das aus ihrer Sicht plausibelste, “Expedition Deutschland”, ausgewählt und in seinen Ausprägungen näher beschrieben.Auch wenn sich die Autoren in ihrer Trendanalyse vor allem auf wirtschaftlich/ gesellschaftliche Entwicklungen konzentrieren, bieten sie eine Reihe von interessanten Ausblicken. Dazu gehört sicher die Voraussage, dass eine Projektwirtschaft - “temporäre, außerordentlich kooperative und oft globale Wertschöpfungsprozesse” - 15% der Wertschöpfung in 2020 liefert. Was sie dagegen über den zukünftigen Stellenwert von Wissen und Bildung mitteilen, ist nicht ganz so originell, unterstreicht aber einmal mehr die herausragende Bedeutung der Ressource Wissen. Ich zitiere aus der Kurzbeschreibung der “Expedition Deutschland”:
“Intellektuelles Kapital +++ Bildung wurde in breiten Teilen der Bevölkerung als wichtigste persönliche Zukunftsinvestition erkannt. Die privaten Dienstleister bieten kombinierbare Bildungsmodule und ergänzen die staatlichen, effizienter gewordenen Bildungseinrichtungen komplementär. Der deutsche Lernmarkt ist international attraktiv und floriert – wie auch der Handel mit Daten und geistigem Eigentum. Validiertes, bewertetes Wissen ist zum zentralen Produktionsfaktor geworden.” (17)

Weitere Stichworte dieser Trendanalyse: der Wissensarbeiter, dem in dieser Projektwirtschaft “viel abverlangt” wird, dessen “Familie und Freundschaften … strapaziert” (!) werden (29/30); der Bankberater, für den die Bildungshistorie seines Kunden “für die Berechnung der individuellen Kreditkonditionen eine entscheidende Rolle” spielt (31); ein “dramatisch gewachsener” Markt für Lerndienstleistungen (31), der sich in einen “primären” (Dienstleistungen zur Wissensvermittlung) und einen “sekundären” (lernunterstützende Leistungen) aufteilt.

Acht Implikationen für Unternehmen runden diesen Ausblick ab, dazu gehören “Wissensbewertung zur Kernkompetenz machen” und “Mehr Weiterbildung wagen”. Die Lektüre lohnt!! Auch wenn man nicht jede Facette dieser “Expedition” begrüßen mag.
Jan Hofmann, Ingo Rollwagen und Stefan Schneider, Deutsche Bank Research, 23 April 2007 (pdf, 1,3 MB)

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The “Dumbness of Crowds”

Posted on 10 January 2007 by jrobes

Networks, Communities und Collaboration sind das Herzstück von Web 2.0. “The Wisdom of Crowds” von James Surowiecki ein Buch zur rechten Zeit. Open Source und Wikipedia in aller Munde. Das lädt ein zu Missverständnissen und Übertreibungen. Jaron Lanier hat ja bereits in “Digital Maoism” laut gegengesteuert. Jetzt hat Kathy Sierra versucht, das Feld in Ruhe etwas zu ordnen und beiden Seiten, der Community wie dem Individuum, zu ihrem Recht zu verhelfen.

wisdom of crowds.gif
“It’s the sharp edges, gaps, and differences in individual knowledge that make the wisdom of crowds work, yet the trendy (and misinterpreted) vision of Web 2.0 is just the opposite–get us all collborating and communicating and conversing all together as one big happy collborating, communicating, conversing thing until our individual differences become superficial.”

Kurz: “The crowd” als gesichtslose Masse funktioniert nicht. Nur als Vereinigung von individuellen Persönlichkeiten. Und die haben auch als solche ihre Verdienste. “Art isn’t made by committee. Great design isn’t made by consensus. True wisdom isn’t captured from a crowd.” 50 Kommentare (!) auf diesen Artikel runden die Lektüre ab!
Kathy Sierra, Creating Passionate Users, 2 Januar 2007
[Kategorien: New Thinking, Web 2.0]

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Inspirational Thinking

Posted on 23 November 2006 by jrobes

Ich freue mich schon darauf, Jay Cross in wenigen Tagen auf der Online Educa in Berlin zu sehen. Hier wirbt er wieder einmal für einen radikalen Sichtwechsel, dem dieses Mal sogar der Begriff zum Opfer fällt, den er - nach eigener Auskunft - selbst erfunden hat.

“Why do I suggest abandoning a word like eLearning? A new term refocuses our thinking on the future. We’ve got to cultivate emergent learning. Emergent learning encourages experiment and innovation; eLearning fosters incrementalism and complacency.

Learning has become a core business process. Emergent learning enables us to push beyond the confines of eLearning to explore combinations with informal learning, storytelling, social network analysis, appreciative inquiry, workflow learning, conversation, contextual collaboration, organic KM, simulation, dynamic portals, expert location and blogs.”
Jay Cross, Learning Light, September 2006 (pdf)

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The 50 Who Matter Now

Posted on 18 August 2006 by jrobes

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Business 2.0 hat sich auf die Suche nach den Menschen gemacht, die mit ihren Ideen, Produkten oder Geschäftsmodellen die Welt, in der wir leben, nachhaltig verändert haben bzw. verändern werden. Und - natürlich - eine Rangliste erstellt. Auf Platz 2 finden wir, okay, Sergey Brin und Larry Page, die Gründer von Google. Und auf Platz 1 …

You! THE CONSUMER AS CREATOR
WHY YOU MATTER: They’ve long said the customer is always right. But they never really meant it. Now they have no choice. You - or rather, the collaborative intelligence of tens of millions of people, the networked you - continually create and filter new forms of content, anointing the useful, the relevant, and the amusing and rejecting the rest. You do it on websites like Amazon, Flickr, and YouTube, via podcasts and SMS polling, and on millions of self-published blogs. In every case, you’ve become an integral part of the action as a member of the aggregated, interactive, self-organizing, auto-entertaining audience. But the You Revolution goes well beyond user-generated content. Companies as diverse as Delta Air Lines and T-Mobile are turning to you to create their ad slogans. Procter & Gamble and Lego are incorporating your ideas into new products. You constructed open-source and are its customer and its caretaker. None of this should be a surprise, since it was you - your crazy passions and hobbies and obsessions - that built out the Web in the first place. And somewhere out there, you’re building Web 3.0. We don’t yet know what that is, but one thing’s for sure: It will matter.”

Business 2.0 Magazine staff, 28 Juli 2006
[Kategorien: New Thinking]

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A Whole New Mind

Posted on 02 May 2006 by jrobes

“Studiert, was ihr wollt!”, lautete letzte Woche die Überschrift eines Artikels in der ZEIT. Unter dem Einfluss der Globalisierung, heißt es da, ist der Arbeitsmarkt zu einer Achterbahn geworden. Gewissheit, was wird, gibt es nicht mehr. Demzufolge ist auch das Studienfach für den beruflichen Erfolg nicht entscheidend. Breite und Tiefe des Studiums einerseits, “echte Leistungen”, “tiefgreifende Erfahrungen” und Persönlichkeit andererseits sind die Dinge, die zählen.

Wem das nicht ausreicht und wer das Zukunftsbild etwas klarer haben möchte, sollte unbedingt das neue Buch von Daniel H. Pink lesen! Für ihn steht fest, dass wir uns mitten in einem grundlegenden Wandel befinden: “The future now belongs to a very different kind of person with a very different kind of mind. The era of left-brain dominance – and the Information Age that it engendered – is giving way to a new world in which artistic and holistic right-brain abilities mark the fault line between who gets ahead and who falls behind.”

Drei Bewegungen sorgen dafür, dass wir diesen Übergang nicht einfach beobachten können, sondern ihn aktiv steuern müssen: “Abundance, Asia, and Automation”. Wobei es vor allem die Ökonomien in Indien und China sind, die dem westlichen Knowledge Worker alter Prägung den Garaus machen. Wenn er sich nicht verändert! Was diese Veränderung betrifft, nennt Daniel Pink sechs zentrale Fähigkeiten, die über unsere Zukunftsfähigkeit entscheiden: “Design”, “Story”, “Symphony”, “Empathy”, “Play” und “Meaning”. Jeder Fähigkeit ist dann auch ein eigenes Kapitel gewidmet.

Das Faszinierende an diesen Ausführungen ist, wie Daniel Pink mit dem Konzept des “R-directed thinking” all die Dinge zusammenführt, die uns heute immer wieder begegnen. So unterstreicht er z.B. die Bedeutung des “Storytelling”: “When facts become so widely available and instantly accessible, each one becomes less valuable. What begins to matter more is the ability to place these facts in context and to deliver them with emotional impact.” (Story) Und schlägt eine Bresche für Videospiele: “There’s also evidence that playing video games enhances the right-brain ability to solve problems that require pattern recognition.” (Play)

Das Buch ist wunderbar geschrieben bzw. erzählt, das Englische leicht verständlich (ich habe die letzten Seiten am Wochenende mitten in der lärmenden Kids Factory eines Center Parcs gelesen!), so dass man nicht auf die deutsche Ausgabe warten sollte!

By the way: Daniel Pink würde nicht sagen, “Studiert, was ihr wollt”, sondern: “Studiert Design oder macht einen Abschluss in Video Gaming!”
Daniel H. Pink, 2005
PS: Wer die Inhalte des Buches als MindMap auf einen Blick haben möchte, findet hier eine schöne Zusammenfassung!

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Foresight 2020

Posted on 10 April 2006 by jrobes

“Foresight 2020″ ist eine aktuelle Studie, geschrieben von der Economist Intelligence Unit und gesponsert von Cisco, die sich der Frage stellt, welche Trends die nächsten Jahre bestimmen werden. Dabei wird diese Frage zuerst für die globale Ökonomie im Allgemeinen und dann für acht Branchen im Besonderen beantwortet.

Grundlage dieser weltweiten Studie sind Interviews mit über 1.650 Senior Executives, Experten und Politikern. Und das Bemerkenswerteste ist sicher die Antwort dieser Senior Executives auf die Frage: “Which areas of activity offered the greatest potential for productivity gains over the next fifteen years?” Denn die Antwort lautet, siehe unten: Knowledge Management!

Sonst sind diese Statement ja eher Trendreports mit einem eindeutig technologischen bzw. bildungstechnologischen Fokus vorbehalten! Hier aber steht “Knowledge Management” neben “Globalisation”, “Demographics”, “Atomisation” und “Personalisation”!

“But the survey points to two broad trends that will affect companies across sectors. First, competitive advantage will increasingly depend not on routine, easy-to-automate processes but on unpredictable, hard-to-automate knowledge workers. Second, companies will shift their IT spending, human resources (HR) strategies and organisational structures to make these workers more productive. Managing both these trends — in essence, marrying soft skills with hard targets — will be the defining boardroom challenge of the coming years.”
Nicht nur deswegen ist dieser Report lesenswert!
Economist Intelligence Unit, März 2006

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Push and Pull

Posted on 08 February 2006 by jrobes

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Noch ein schnelles Fundstück, bevor der Tag um ist: John Hagel hat auf dem eLearning Forum darüber gesprochen, wie ein neues Paradigma sich durchzusetzen beginnt: von push zu pull (ausführlich hier nachzulesen). Jay Cross hat diesen Gedanken auf Corporate Learning übertragen.
Jay Cross, Informal Learning, 22 Januar 2006
[Kategorien: Trends in der Weiterbildung, Informelles Lernen, New Thinking]

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Identity 2.0

Posted on 13 December 2005 by jrobes

Nach der Konferenz ist vor der Konferenz: Für all die, die sich bereits Gedanken machen (müssen), mit welchen neuen Namen und Gesichtern sie ihre nächste Konferenz einleiten können, gibt es hier einen ganz heißen Kandidaten: Dick Hardt, Kanadier, Founder und CEO von Sxip Identity, für dessen Präsentation auf der diesjährigen O’Reilly Open Source Convention (OSCON) in Portland mit folgenden Worten geworben wurde (zu Recht übrigens!): “Watch Dick deliver a compelling and dynamic introduction on Identity 2.0 and how the concept of digital identity is evolving.” Und, by the way, das Ganze ist auch inhaltlich spannend und überzeugend!
Dick Hardt, OSCON 2005

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Trusting the teacher in the grey-flannel suit

Posted on 18 November 2005 by jrobes

drucker
Der Economist hat einen lesenswerten Nachruf auf Peter Drucker geschrieben: “The one management thinker every educated person should read”. Und gleich einen Aufsatz aus dem Jahr 2001 freigeschaltet, den ich wärmstens empfehlen kann: “The Next Society”. Einiges, was der Autor des Nachrufs nur andeuten kann, findet sich dort ausführlicher.

“The second argument had to do with the rise of knowledge workers. Mr Drucker argued that the world is moving from an “economy of goods” to an economy of “knowledge”—and from a society dominated by an industrial proletariat to one dominated by brain workers. He insisted that this had profound implications for both managers and politicians. Managers had to stop treating workers like cogs in a huge inhuman machine—the idea at the heart of Frederick Taylor’s stopwatch management—and start treating them as brain workers. In turn, politicians had to realise that knowledge, and hence education, was the single most important resource for any advanced society.

Yet Mr Drucker also thought that this economy had implications for knowledge workers themselves. They had to come to terms with the fact that they were neither “bosses” nor “workers”, but something in between: entrepreneurs who had responsibility for developing their most important resource, brainpower, and who also needed to take more control of their own careers, including their pension plans.”
The Economist, 17 November 2005
[Kategorien: New Thinking]

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
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