Die Bibliotheken der Boomer
Am Wochenende habe ich in einer Bahnhofsbuchhandlung den aktuellen Merkur in die Hand genommen, durchgeblättert und bin bei den „Bibliotheken der Boomer“ hängengeblieben. Der Titel spricht mich natürlich, aus naheliegenden Gründen, an, aber deswegen gleich das ganze Heft kaufen? Ich habe also vom Erwerb abgesehen oder ihn zumindest verschoben und war, zu Hause angekommen, ganz glücklich festzustellen, dass er auch online zugänglich ist.
Heinz Bude, deutscher Soziologe und Autor dieses Artikels, bringt in selbigem ein Stück westdeutsche Nachkriegs- und Aufstiegsgesellschaft mit dem Erwerb, der Lektüre und der Sammlung von Büchern zusammen. Die „Bibliothek als Ausdruck einer Bildungsbiografie“ heißt es an einer Stelle. Weitere Wegmarken sind eine „kleine Phänomenologie des Unterstreichens“, der Weg von der Einzelausgabe zur Gesamtausgabe, das Aussortieren von Büchern und einiges mehr. Und doch reisst der Artikel das Thema gerade einmal an, wenn ich an die Kamerabilder in Zoom-Sessions oder die Popularität von eBooks denke. Aber meine Fantasie ist angeregt …
„Der Text beschreibt die Bibliotheken der zwischen 1958 und 1968 geborenen Baby-Boomer, die als erste ihrer Familien einen akademischen Abschluss erlangten und durch das Sammeln von Büchern eine persönliche Bildungsbiografie schufen. Diese Bibliotheken spiegeln nicht nur ihre intellektuellen Bestrebungen wider, sondern auch die sozialen und kulturellen Kontexte, in denen sie lebten, und die Ambivalenzen, die mit ihrer Rolle im erweiterten bundesrepublikanischen Wohlfahrtssystem verbunden sind.“
Heinz Bude, Merkur, Heft 920, Januar 2026
One Response to “Die Bibliotheken der Boomer”
[…] Ich musste bei der Lektüre mehrmals lachen, einige Male blieb mir auch das Lachen im Halse stecken. Ein Artikel, an dem vieles stimmt! [via Weiterbildungsblog] […]