JOCHEN ROBES ÜBER BILDUNG, LERNEN UND TRENDS

Künstliche Intelligenz im modernen Wissensmanagement

Hinter dem Titel steht ein aktuelles, kleines Buch aus der Reihe „essentials“ des Springer-Verlags (Springer Gabler). Die Autoren sind hauptberuflich Unternehmensberater und haben ihre Erfahrungen aus Praxis und Hochschule hier auf 50 Seiten zusammengetragen. 

Der Vorspann ist kurz. An Wissensmanagement (demografischer Wandel plus Veränderungsgeschwindigkeit) und KI („… ist gekommen, um zu bleiben“) führt kein Weg vorbei. Im zweiten Kapitel werden KI und das Zusammenspiel zwischen KI und Mensch erläutert („… weil es am Ende immer den Menschen braucht, um Wissen wirksam in Organisationen nutzbar zu machen“).

Die folgenden drei Kapitel konzentrieren sich auf jeweils ein technologisches KI-Konzept: digitale Wissenszwillinge, KI-Agenten und automatisierte Workflows im Wissensmanagement. Alle Konzepte werden kurz beschrieben, es werden – allerdings etwas abstrakt – Anwendungsbeispiele genannt, Potenziale und Grenzen aufgeführt sowie Empfehlungen für die Implementierung gegeben.

Das Konzept des digitalen Zwillings wird als Alternative bzw. Weiterentwicklung bekannter Konzepte des Wissenstransfers bzw. Expert Debriefing vorgestellt. Das heißt, man wird nicht erst aktiv, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin ausscheidet, sondern versucht, seine bzw. ihre Expertise mit Hilfe von KI schon früher zugänglich zu machen. Die Autoren schreiben:
„Ein individueller digitaler Wissenszwilling ist ein dynamisches, semantisch strukturiertes und kontinuierlich aktualisiertes Abbild des Wissens und der Expertise einer Person, das explizite Inhalte mit ausgewählten Anteilen ihres impliziten Wissens verbindet, um Wissensarbeit, Zusammenarbeit, Transfer und Entscheidungen spürbar zu verbessern.“ (S. 13)

Wie gesagt, es bleibt offen, wie „ausgewählte Anteile ihres impliziten Wissens“ verbunden werden, aber das Ziel ist klar. Ein weiteres Kapitel weist auf die Bedeutung von Datenbasis und Datenqualität für einen sinnvollen KI-Einsatz hin. Und zuletzt wird noch einmal die Rolle des Menschen im Wissensmanagement betont („unverzichtbarer Faktor“). 

Zusammengefasst: „Der digitale Zwilling macht Wissen sichtbar und nachvollziehbar, der Agent bringt es aktiv in die Anwendung und sorgt dafür, dass Mitarbeitende entlastet werden, während Workfows für eine gleichbleibende Qualität in den Abläufen sorgen. Zusammen ergibt sich ein System, das deutlich mehr leisten kann als die Summe seiner Teile. Darüber hinaus ist die Sicherung von Datenqualität und Rechten eine Grundvoraussetzung.“ (S. 44/45)
Florian Offergelt, Sebastian Hofreiter und Thomas Steiner, Springer Gabler Berlin, Heidelberg, Dezember 2025

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