Die KI-Nutzung in Studium und Lehre
Aus gegebenem Anlass (das Sommersemester naht!) habe ich mir einmal das HFD-Arbeitspapier 91 zur „KI-Nutzung in Studium und Lehre“ näher angeschaut. Es ist eine systematische Review von 15 quantitativen Studien zur KI-Nutzung an deutschen Hochschulen im Zeitraum 2022-2025 (83 S.). Auf dieser Grundlage informieren die Autor:innen umfassend und detailliert über die KI-Nutzung von Studierenden (Nutzungshäufigkeit, Nutzungszwecke, Bewertung des KI-Einsatzes, KI-Wissen und -Kompetenzen sowie Rahmenbedingungen). Die Informationen über die KI-Nutzung von Lehrenden fallen knapper aus, weil die Datenlage hier deutlich dünner ist.
Die derzeitige Situation (Januar 2026) wird einleitend als „anspruchsvolle Übergangsphase“ beschrieben: „Während Studierende KI oft spontan, aber wenig reflektiert nutzen und Lehrende punktuell damit experimentieren, entwickeln Institutionen derzeit erste Strategien. Diese bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Reglementierung und dem Ziel, KI konstruktiv sowie medienkritisch in Studium und Lehre zu integrieren.“ (S. 6).
Ich habe mir dann noch die Nutzungszwecke der Studierenden etwas näher angeschaut. Hier werden fünf Anwendungsbereiche unterschieden (und dann weiter unterteilt): Textarbeit, Lernunterstützung, Programmieren & Datenanalyse, Präsentation & Gestaltung sowie Studien- und Selbstorganisation. Hier heißt es zusammenfassend: „KI-Tools werden von Studierenden vor allem zur Lernunterstützung (Verständnisklärung, Überblick) sowie für die Textarbeit eingesetzt. Diese Nutzung zielt weniger auf konzeptionelles Lernen als auf Entlastung und Effizienz (…). Die studentische Kenntnis technischer Funktionsweisen und ethischer Implikationen scheint zudem eher begrenzt.“ (S. 74)
Bei den Use Cases der Lehrenden, aber das nur am Rande, dominieren die Planung und Vorbereitung sowie die didaktische Gestaltung von Lehrveranstaltungen (S. 61).
Was ansonsten auffällt: Da jede Studie ihr eigenes methodisches Design nutzt, ist die Vergleichbarkeit der Ergebnisse oft nur begrenzt möglich. Zudem ist das Untersuchungsfeld KI sehr dynamisch, was die Aussagekraft der Studien einschränkt. Und, aber das betrifft vor allem meine persönliche Neugier, scheint die Frage nach Einsatz und Nutzung konkreter KI-Tools in den ausgewerteten Studien nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. Erwähnt werden sie jedenfalls in dieser Review nicht.
Elke Bosse, Klaus Wannemacher und Maren Lübcke, Hochschulforum Digitalisierung, Arbeitspapier Nr. 91, Januar 2026 (pdf)
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