Von der Quelle zur Notiz – digital und handschriftlich
Auf der PKM Lernreise heißt es diese Woche: „Von der Quelle zur Notiz – digital und handschriftlich“. Ich zögere etwas, diese Frage aufzunehmen, weil ich den Eindruck habe, dass die Übergänge zwischen Wissensroutinen und persönlichen Marotten hier doch fließend sind. Aber gut, wo fangen wir an?
– Vorweg: Ich arbeite gerne in beiden Welten, digital und analog. Beide Kulturtechniken sind mir vertraut ;-).
– Ich habe in den letzten Jahren ein paar Routinen entwickelt, was das „Notizen machen“ betrifft (Achtung, hier fangen jetzt wahrscheinlich auch die Marotten an!)
– Im Homeoffice liegen auf meinem Schreibtisch immer (!) ein Collegeblock, ein Notizbuch (der Marke „Leuchtturm“) und ein Kugelschreiber (der Marke Schneider, „Slider Rave XB“).
– Im Collegeblock wird – meist parallel zu Websessions, Meetings und Jour Fixes – gekritzelt. Anschließend werden diese Notizen entziffert (!) und in verschiedene Formate übertragen: Protokolle, Blogbeiträge, Obsidian, Aufgabenlisten, Kalender.
– Das Notizbuch hat zwei Funktionen: Es ersetzt zum einen den Collegeblock bei Auswärtsterminen. Kurse und Seminare, Meetings vor Ort, Gespräche und Abstimmungen. Das Notizbuch ist ein Muss, das Notebook die Kür.
Zum anderen werden im Notizbuch morgens die Aufgaben notiert, die ich im Laufe des Tages erledigen will. Ich glaube, Barbara Hilgert hat in der Signal-Gruppe das schöne Gefühl beschrieben, wenn man am Ende des Tages die abgehakten und erledigten Arbeiten sieht. Das ist es!
– Die Collegeblöcke werden übrigens weggeschmissen, wenn sie ihren Dienst getan haben. Die Notizbücher werden aufbewahrt (warum eigentlich?). Regelmäßig, in ruhigen, unbeobachteten Momenten nutze ich die Gelegenheit, in ihnen nach unbearbeiteten, liegengebliebenen Aufgaben zu suchen oder nach Ideen, die ich dort festgehalten habe. Jedes Kalenderjahr startet übrigens mit einem neuen, leeren Notizbuch.
– Digital erfasse ich eigentlich keine Notizen. Bis auf eine Ausnahme: Längere Texte (Fachtexte, Abschlussarbeiten) lese ich auf dem Tablet und kommentiere in „Goodnotes“.
Warum hänge ich inzwischen an dieser Routine? Das handschriftliche Aufschreiben ist mein erster Auswahl- und Verarbeitungsprozess, wenn ich Dinge höre oder sehe. Was ist wichtig? Was will ich später nachfragen, vertiefen oder erledigen? Der Medienbruch bzw. Übergang zwischen analog und digital unterstützt diesen Prozess, gerade weil er manchmal unbequem und nicht automatisiert ist.
Zur Vertiefung noch zwei Links aus meinem Archiv:
– Christine Rosen (2025): Signature moves: are we losing the ability to write by hand?, The Guardian
– Florian Hagen (2020): #Notizschreibwochen2020 – Beitragsreihe zum Thema Notizen, Hamburg Open Online University (HOOU)
Und eine allerletzte Anmerkung: Die „Leuchttürme“ werden mit der schönen Banderole „Denken mit der Hand“ ausgeliefert. Und etwas ausführlicher (und viel prosaischer) heißt es dann auf der Rückseite:
„Schreiben mit der Hand ist Denken auf Papier. Aus Gedanken werden Worte, Sätze, Bilder. Erinnerungen werden zu Geschichten. Ideen verwandeln sich in Projekte. Aus Notizen entsteht Durchblick. Wir schreiben und verstehen, vertiefen, sehen, denken – mit der Hand.“
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