Generative KI im E-Learning: Herausforderungen und Handlungsempfehlungen für die betriebliche Weiterbildung
Die Studie (18 S.) baut auf einer Masterarbeit zum Thema auf. Der Autor hat auf der Grundlage leitfadengestützter Interviews den Einsatz von generativer KI in der Weiterbildung österreichischer Unternehmen untersucht. Die Untersuchung baut auf technischen (E-Learning 4.0), kompetenzbezogenen (AI-Literacy) und didaktischen Überlegungen auf. Diese werden im ersten Teil der Studie kurz skizziert.
Im zweiten Teil werden die Ergebnisse von 11 Interviews zusammengefasst. Was den Einsatz von KI betrifft, hat der Autor ein „heterogenes Bild“ vorgefunden. Einige Gesprächspartner berichten vom pragmatischen KI-Einsatz, um Lernmaterialien effizienter zu entwickeln und anzupassen. Andere zögern oder planen noch den Einsatz. Von schwierigen organisationalen Rahmenbedingungen wird berichtet. Und ein Bedarf an entsprechenden KI-Kompetenzen wird konstatiert.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch „klare Erwartungen“ an das strategische Potenzial des KI-Einsatzes: weitere Effizienzsteigerungen, Skalierung, Personalisierung der Lernangebote, Unterstützung selbstgesteuerter Lernprozesse.
Der Autor fasst zusammen: „Die Ergebnisse zeigen, dass generative KI von den befragten Expertinnen und Experten überwiegend im Kontext bestehender digitaler Lernstrukturen wahrgenommen wird. Damit bestätigt sich die Annahme aus Kapitel 2, dass generative KI nicht isoliert, sondern als Bestandteil datenorientierter Lernarchitekturen im Sinne von E-Learning 4.0 zu verstehen ist. Die häufig genannten Einsatzfelder, etwa Content-Erstellung, Anpassung von Lernmaterialien oder Unterstützung interner Prozesse, lassen sich klar in bestehende E-Learning-Strukturen integrieren und zielen primär auf Effizienzsteigerung und Skalierbarkeit ab.
Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass der Einsatz generativer KI derzeit meist punktuell erfolgt. Strategisch integrierte Einsatzkonzepte, die generative KI systematisch in Lernprozesse einbetten, sind bislang eher die Ausnahme. Damit decken sich die Befunde mit der theoretischen Annahme, dass E-Learning 4.0 zwar einen geeigneten strukturellen Rahmen bietet, dessen Potenzial jedoch in der Praxis noch nicht vollständig ausgeschöpft wird.“
Eine interessante Abschlussarbeit!
Ronald Worgatsch, BIBB-Forschungsberichte, Bonn 2026 (erschienen in: Ertl, Hubert; Baum, Myriam; Padur, Torben; Schlieker, Mortimer; Rödel, Bodo (Hrsg.): KI in der beruflichen Bildung – wie können wir die Zukunft gestalten? Bonn 2026)
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