Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Potenzialwirtschaft. Die zweite Etappe der Zukunft der Arbeit

Joël Luc Cachelin hat sich wieder mit der Zukunft der Arbeit auseinandergesetzt und dieses Mal das Bild der „Potenzialwirtschaft“ als Fixpunkt für seine neue Studie gewählt. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, heißt es einleitend klar und deutlich: „Die Zukunft der Arbeit findet in der digitalen Matrix statt.“ Und das heißt vor allem, Roboter, KI und Bots, die uns Arbeit ab- und wegnehmen werden; und das bedingt eine Re-Organisation der Arbeit, um mit diesen Veränderungen umzugehen. Die Studie beschreibt notwendige Veränderungen und Anpassungsleistungen, plakativ und auffordernd. Die soziale Seite dieser Veränderungen ist allerdings kein Thema.

Die einzelnen, schön illustrierten Kapitel bieten verschiedene Perspektiven zum Weiterdenken und -handeln an:
– Perspektive: Potenzial statt Kafka
– Räume: Tätigkeiten statt Strukturen
– Arbeitsteilung: Marktplätze statt Organigramme
– Positionierung: Stories statt Produkte
– Führung: Signale statt Kommandos
– HR: Allianzen statt Prozesse
– Gesellschaft: Potenzialwirtschaft statt Vollbeschäftigung

Zum „Re-Design der Wirtschaft“ gehört selbstverständlich auch ein Re-Design der Weiterbildung: „Unser Bildungssystem nimmt zu wenig Bezug auf eine Arbeitswelt, die von Maschinen und digitalen Hilfsmitteln geprägt ist und unsere Kreativität, Kommunikationsfähigkeit und Initiative besonders gefragt sind. … die didaktischen und pädagogischen Konzepte der Weiterbildung sind heute noch zu wenig potenzialorientiert. Sie sind gemäss eigener Erfahrung zu lehrerzentriert, präsenzorientiert und wissensfokussiert. Dabei verpasst man es die von den Lernenden gemeinsam verbrachte Zeit für das Vernetzen und Diskutieren zu nutzen.“
Dr. Joël Luc Cachelin’s Wissensfabrik, März 2017

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