Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit

Dieser Arbeitsbericht – ich hatte ja mit Blick auf unseren LEARNTEC-Workshop bereits kurz darauf hingewiesen – schließt eine Forschungslücke, indem er versucht, das Bloggen aus motivationstheoretischer Perspektive zu beschreiben. Wie der Titel schon sagt, geht es um Knowledge Blogs, also um Blogs, die primär einer Strategie des persönlichen Wissensmanagements folgen. Um zu erklären, warum es Knowledge Blogs gibt, wird mit Hilfe der Selbstbestimmungstheorie nach den Bedürfnissen gefragt, die das Bloggen erfüllt. Dabei geht die Selbstbestimmungstheorie von drei Grundbedürfnissen aus: dem Bedürfnis nach Kompetenz, nach sozialer Eingebundenheit und nach Autonomie. Mit Blick auf das Autonomiestreben lässt sich zudem nach dem Grad der Selbst- bzw. Fremdbestimmung fragen, die dem Bloggen zugrunde liegt.

Diese wichtige motivationstheoretische Einordnung wird von Gabi Reinmann und Tamara Bianco eingeleitet mit einigen grundsätzlichen Überlegungen zur Wissensarbeit und Wissensarbeitern. Und mit Blick auf die geschilderten Grundbedürfnisse wird hier schnell deutlich, dass Knowledge Blogs an vielen Stellen „passen“. Doch damit drängt sich zumindest eine Frage unmittelbar auf:

Wenn Knowledge Blogs die Bedürfnisse nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie erfüllen, warum bloggen dann so wenige Wissenschaftler?? Am fehlenden Grad der Selbstbestimmung ihrer Tätigkeit wird es wahrscheinlich nicht liegen. Vielleicht aber, so meinte jedenfalls ein Teilnehmer in Karlsruhe, erfüllen die meisten Wissenschaftler diese Bedürfnisse heute noch auf anderen, konventionellen Wegen!?
Gabi Reinmann und Tamara Bianco, Arbeitsbericht Nr. 17, Universität Augsburg, Medienpädagogik, Februar 2008

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