Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

E-Learning an der Uni: Zwischen Mehrwert und Chaos

Erfolgsgeschichten zum e-Learning gibt es genug. Fragen beschäftigen sich heute in der Regel mit dem „Und wie geht es weiter?“ und nur manchmal rückt kurzfristig eine „Problemgruppe“ wie z.B. die KMUs ins Scheinwerferlicht. Von daher ist es ganz erfrischend zu lesen, dass die Praxis des Online-Lernens durchaus herausfordernd sein kann, möglicherweise nicht nur in Wien:

„Und zwischendurch spielt natürlich auch mal die Technik verrückt. Aktuell ist es bei WebCT ein Datenbankproblem, weshalb es zu Ausfällen auf der Plattform kommt, wie auf der Login-Seite zu lesen ist. Von Lehrenden bereits hochgeladene Unterlagen „verschwinden“ im E-Learning-Dschungel, aufgebrachte Studierende bombardieren Foren und Mailboxen mit Anfragen, wo das versprochene Material bleibt und verzweifelte Professoren halten mehrmals täglich mit dem Support Rücksprache, was denn nun zu tun sei.

Der Grund dafür ist schnell gefunden. Die zuständigen Tutoren und Systembetreuer arbeiten ohne angemessene Entlohnung oft am Limit ihrer aufwendbaren Zeit. Doch wo es an Geld und Zeit mangelt, kann man auch mit neuer Technik nichts ausrichten. Die Probleme sitzen tiefergehend und können mit der Installation von Software nicht überspielt werden. Man darf gespannt sein, wie lange die Regierung (in welcher Farbzusammenstellung und Regierungsperiode auch immer) diesem Treiben noch zusehen will. Es ist dem Engagement zahlreicher Tutoren, Systemadministratoren und Lehrenden geschuldet, dass das System dennoch nicht im Chaos untergeht.“
Birgit Riegler, www.telekom-presse.at, 25 Oktober 2007

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