Posted on 08 February 2010 by jrobes
Ich beginne meine Aufarbeitung der letzten Woche mit einem Link auf den Vortrag, den ich auf der LEARNTEC in der Sektion “Wissensarbeiter: Wie unterstützt man ihr Lernen und Arbeiten?” gehalten habe. Was mich bei diesem Thema treibt, ist die Selbstbeobachtung, dass ich schon lange nicht mehr in Seminaren, in Kursen oder durch Lehrbücher lerne, also bewußt aus meinem Arbeitsprozess heraustrete, um mir grundlegend einen Gegenstand zu erschließen (es gibt einige wenige, zu vernachlässigende Ausnahmen …). Stattdessen dreht sich alles um die Frage, wie ich produktiver arbeiten, wie ich meine Arbeitsroutinen optimieren, wie ich meine Netzwerke besser nutzen und wie ich dabei das Internet zielgerichtet einsetzen kann. Das führt mich dazu, einen intensiveren Blick auf den Charakter von Wissensarbeit zu werfen und dabei die Ergebnisse mitzunehmen, die sich bis heute auf dem Feld des “Persönlichen Wissensmanagements” angesammelt haben. Es sind nicht viele. “Work in progress” also. Kommentare und Anmerkungen sind herzlich willkommen.
Jochen Robes, Slideshare, 5. Februar 2010
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Posted on 11 January 2010 by jrobes
Kurz vor Weihnachten hat das Herausgeberteam der Zeitschrift für E-Learning laut darüber nachgedacht, wie man das bestehende, für Leser kostenpflichtige Modell in ein Open Access-Konzept überführen kann. Wenn ich die ausführlichen Beiträge von Gabi Reinmann (”Wer zahlt?”) und Andrea Back (”Toll ein anderer zahlt - Open Access gibt es nicht ohne Finanzierungsmodell”) richtig gelesen habe, fehlt es nicht am Willen, sondern an Ideen, so dass man das Problem erst einmal mit ins neue Jahr genommen hat.
An die Zeitschrift für E-Learning musste ich jedenfalls denken, als ich mich ein Link zu in education führte, “a peer-reviewed, open access journal based at the University of Regina, in Saskatchewan, Canada”. Die Zeitschrift hat eine längere Geschichte, auf die Alec Couros kurz in seinem Editorial hinweist, aber man startet jetzt den Versuch in Richtung Openness “to provide greater access to scholarly work in education, whilst maintaining the integrity of academic peer-review”. Ich weiß nicht, wie die Herausgeber in diesem Fall “academic peer review” organisieren, aber Alec Couros schreibt etwas Interessantes zur Technik, dass sie nämlich für ihre Zwecke Drupal als Content Management System modifiziert haben und diesen Klon gerne zur Verfügung stellen - “for download for other individuals or academic institutions wishing to develop an open access journal”. Soweit zum Modell, auf den einen oder anderen Artikel werde ich an anderer Stelle separat eingehen.
Alec Couros, Editorial, in education, 15/2, Dezember 2009
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Posted on 27 November 2009 by jrobes
Ich bin gerade aus Hamburg zurück, wo ich zwei intensive Tage mit vielen Präsentationen und Gesprächen zugebracht habe. Am ersten Tag war ich selbst aktiv, zuerst im Track “eLearning”, wo ich über den Open Online Course “Connectivism and Connective Knowledge” von Stephen Downes und George Siemens berichtet habe. Ich hatte die Idee, einfach mal aufzuzeigen, wie man - aus Sicht der Hochschulen - E-Learning in einer offenen, vernetzten Gesellschaft auch denken kann. Die Rückmeldungen auf diesen Appell waren, wenig überraschend, überwiegend skeptisch: da wurde u.a. auf den “geschützten Raum” für Lerner hingewiesen, der sich mit solch offenen Konzepten nicht verträgt; es wurde der mit einem solchen Projekt verbundene organisatorische Aufwand beklagt; und es wurde die Datensicherheit einer solchen dezentralen, technischen Infrastruktur bezweifelt. Kurz, Projekte wie sie Stephen Downes, George Siemens, David Wiley, Alec Couros (und wahrscheinlich noch einige andere, von denen ich nichts weiß) durchführen, scheinen in unserer Hochschullandschaft schwer denkbar (hier liegen meine Slides). Nur am Rande: Innovative Lernszenarien waren auch sonst in diesem Track kein Thema …
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Posted on 02 October 2009 by jrobes
Gabi Reinmann hat den Beitrag, den sie und Heinz Mandl zum “Handbuch Erwachsenenbildung/ Weiterbildung” geschrieben bzw. überarbeitet haben, online gestellt. Ein komprimierter und aktueller Überblick. Die vielfältigen Referenzen zum Stichwort “Weiterbildung” erschweren etwas den Lesefluss, aber, davon abgesehen, findet man Anmerkungen zur Fachgeschichte, begegnet ausgewählten Wissensmanagement-Modellen und wird über verschiedene Aspekte des persönlichen Wissensmanagements und der Beziehung zwischen E-Learning und Wissensmanagement informiert. Beim letzten Punkt weisen die Autoren auf ein nützliches Modell hin, das sich am Entwicklungsweg vom Novizen zum Experten orientiert. Hier die Kurzfassung: “Der Weg von E-Learning zum Wissensmanagement entspricht also dem Weg vom Novizen zum Experten bzw. vom formalen zum informellen Lernen oder von der Qualifikation zur Kompetenz.”
Gabi Reinmann, E-Denkarium, 26. September 2009
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Posted on 30 July 2009 by jrobes
Die Karawane ist zum Teil schon weitergezogen, so dass Artikel zum Corporate Blogging derzeit seltener anzutreffen sind. Doch es gibt sie noch. Im vorliegenden stellt Gabi Reinmann Bloggen als eine Methode der Organisationsentwicklung vor und liefert notwendige Einschränkungen gleich mit: “Blogs sind keine genuinen Methoden für Organisationsentwicklung. Sie können infolge ihrer Merkmale aber Veränderungsprojekte begleiten und unter bestimmten Bedingungen Funktionen übernehmen, die der Organisationsentwicklung dienen.” Vor diesem Hintergrund unterscheidet sie zwischen individuellen Blogs, Gruppenblogs sowie Corporate Blogs und beschreibt deren Möglichkeiten wie auch deren Fallstricke. Der Artikel (geschrieben für die Zeitschrift Organisationsentwicklung, 4/09) liest sich etwas “sperrig”, weil Gabi Reinmann zum einen auf den Kontext von “enterprise 2.0″ verzichtet und es lieber offen lässt, welche Art von Organisationsentwicklungsprozessen Weblogs unterstützen können; zum anderen, weil ihr Weblogs im unternehmensinternen Einsatz wohl schlicht nicht ganz geheuer sind.
Gabi Reinmann, E-Denkarium, 27. Juli 2009
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Posted on 03 July 2009 by jrobes
Der Titel ist fast ein bisschen Tiefstapelei. Dieser Studientext ist eine umfassende und aktuelle Einführung in das Thema Wissensmanagement - anschaulich geschrieben und online von Gabi Reinmann zur Verfügung gestellt, die diesen Text ihren Grundkursen an der Universität Augsburg zugrunde legt. Alle wichtigen Aspekte finden Erwähnung: von den grundlegenden Modellen des Wissensmanagements bis zu aktuellen Strömungen des Web 2.0, Enterprise 2.0 und persönlichen Wissensmanagements. So erhält man nicht nur einen Überblick über Begriffe, Ansätze und Methoden; man kann sich zugleich ein Bild von den Entwicklungslinien einer immer noch jungen Disziplin machen: von der “Blütezeit der Modellentwicklung in den 1990er Jahren” (S. 61) bis zur Wiederbelebung des Interesses an Wissensmanagement seit 2005 durch die Web 2.0-Bewegung.
“Das Skript gliedert sich in sechs Kapitel, die sich den Kernfragen zum Wissensmanagement widmen, die man sowohl in der Wissenschaft als auch in der Praxis stellen kann: (1) Warum braucht man Wissensmanagement? (2) Kann man Wissen managen? (3) Was gehört zum Wissensmanagement? (4) Wie kann man Wissensmanagement darstellen? (5) Wie setzt man Wissensmanagement um? (6) Wohin entwickelt sich Wissensmanagement?”
Gabi Reinmann, e-Denkarium, 3. Juli 2009
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Posted on 02 February 2009 by jrobes
Das ist die Frage, die Andrea Back in der ersten Ausgabe unseres WissensWert Blog Carnival stellt. Letzten Montag habe ich auf das Projekt hingewiesen, dieses Wochenende habe ich mich an einigen Antworten versucht.
Frage: Kann ich mit Web-2.0-Tools effektiver mit Information und Wissen umgehen?
Ich glaube nicht, dass ich durch Web 2.0-Tools effektiver mit Informationen umgehe. Aber die Möglichkeiten, sich Informationen zu erschließen, haben sich vervielfacht. Barrieren sind gefallen, Neuigkeiten erreichen den, der erreicht werden will, in einem Ausmaß, das vor wenigen Jahren noch undenkbar schien. Und diese Informationen sind heute in der Regel mit Menschen verlinkt, so dass jede einzelne Information schnell ein neues Netzwerk öffnen kann. Die Suche nach Antworten und Erfahrungen, nach Experten oder Mit-Betroffenen, kürzt das Web 2.0 ab. Aber am Ende des Tages muss ich diese Informationen doch wieder mit den Aufgaben zusammenbringen, vor denen ich gerade stehe. Wie früher auch. Continue Reading
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Posted on 23 January 2009 by jrobes
Oft steht heute der Eindruck im Raum, dass durch die Möglichkeiten des Web 2.0 und die junge Generation der “digital natives” das selbstorganisierte Lernen ein Selbstläufer wäre. Dieser Eindruck hat Gabi Reinmann (Universität Augsburg) dazu gedrängt, einmal genauer hinzuschauen, was sich hinter diesem Begriff eigentlich verbirgt. Das macht sie in zwei Schritten: Im ersten unterscheidet sie zwischen selbstreguliertem, selbstgesteuertem und selbstbestimmtem Lernen. Im zweiten weist sie auf die personalen und situationalen Voraussetzungen hin, von denen das selbstorganisierte Lernen nicht zu trennen ist. Ihr Resümee ist nüchtern: “Selbstorganisation im Sinne der Selbststeuerung und der Selbstbestimmung ist eine Herausforderung, die eine ganze Reihe kognitiver Fähigkeiten, Vorwissen, Interesse, Wille und Strategien voraussetzt, die man sich erst einmal aneignen muss.” Und sie ist auch in Zeiten des Web 2.0 “weder jedem jederzeit möglich noch überall erwünscht”. Wobei sie das “nicht gewünscht” auch auf gegenwärtige Bildungsinstitutionen und -strukturen bezieht!
Gabi Reinmann, E-Denkarium (Preprint eines Buchbeitrages), Januar 2009 (pdf)
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Posted on 14 October 2008 by jrobes
Zufall oder mangelnde Kommunikation haben dazu geführt, dass parallel zur KnowTech in Frankfurt das 6. Symposium für Wissensmanagement in Theorie und Praxis in Karlsruhe stattfand. Gabi Reinmann war jedenfalls dort, in Karlsruhe, um über “Persönliches Wissensmanagement” zu referieren. Das Manuskript zum Vortrag hat sie jetzt online gestellt. In der Einführung erklärt sie, wo es lang geht: zuerst wird ein theoretisches Modell zum Persönlichen Wissensmanagement (PWM) vorgestellt (hier folgt sie der Struktur ihres aktuellen Buches “Wissenswege”); dann werden exemplarisch Knowledge Blogs als Instrumente des PWM diskutiert (hier folgt sie den Gedanken, die sie auf der LEARNTEC und im entsprechenden Arbeitsbericht begonnen hat). Sehr strukturiert und komprimiert - nichts für eine Halbzeitpause!
Zum Abschluss weist Gabi Reinmann auf eine Gefahr hin: “So genial es ist, dem Information Overload auf diese Weise [durch Knowledge Blogs; JR] die Stirn zu bieten, so rasch kann sich auch der Effekt einstellen, in ein Monaden-Dasein zu verfallen: eingeigelt in sein Blog und dessen Blogroll und Leser, die sich gegenseitig zustimmen und auf die immer gleichen Fundstücke, Meinungen und News verlinken.” Diese Gefahr besteht (immer), aber Web 1.0 und Web 2.0 machen es doch einfacher, den eigenen Dunstkreis zu verlassen, als das in den Jahren traditioneller Expertenzirkel und ihrer Fachpublikationen möglich war.
Gabi Reinmann, e-Denkarium, 10. Oktober 2008
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Posted on 08 September 2008 by jrobes
Nein, es geht nicht um Google, sondern Gabi Reinmann, Professorin für Medienpädagogik an der Universität Augsburg, hat die aktuelle Ausgabe der Forschung & Lehre in die Hände bekommen und sich gleich einige Gedanken zur Hochschuldidaktik und e-Learning gemacht. Zehn Jahre vom ersten virtuellen Seminar zum Wissensmanagement bis heute. Das liest sich allemal interessanter als die doch sehr zahmen Handreichungen zum “Einsatz neuer Medien in der Hochschullehre” in besagtem Heft.
“Was ist in den letzten zehn Jahren eigentlich passiert? Warum fällt es so vielen aus der immer noch vergleichsweise kleinen E-Learning-Community offenbar so schwer, in ihren Hochschulen Gehör zu finden? Warum muss man nach wie vor erklären, was ein LMS ist und warum man damit allenfalls administrative, aber keine didaktischen Probleme lösen kann? Warum stehen die digitalen Medien auch heute noch recht weit unten auf der Agenda, selbst wenn es um Hochschuldidaktik geht? Warum kämpfen wir bis dato mit bisweilen schon lustigen Vorurteilen, wir würde nach einer leeren und leblosen Universität streben? Warum ziehen damals wie heute (vor allem für Hochschulleitungen) allenfalls ökonomische Argumente, wenn man E-Learning ins Spiel bringt?”
Gabi Reinmann, e-Denkarium, 7 September 2008
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Posted on 09 June 2008 by jrobes
Es ist Bestandteil fast aller aktueller Bildungsprogramme und e-Learning-Strategien und wird doch selten hinterfragt: das selbstorganisierte Lernen. Höchste Zeit also, meint Gabi Reinmann vom Institut für Medien- und Bildungstechnologie an der Uni Augsburg. Und sie stellt drei Prämissen in ihrem aktuellen Arbeitsbericht auf den Prüfstand:
“- Es ist weitgehend klar, was mit Selbstorganisation gemeint ist.
- Selbstorganisation ist jedem jederzeit möglich.
- Selbstorganisation ist allseitig erwünscht.” Nichts ist klar, stellt die Autorin schließlich fest, vielleicht wenig überraschend. Und es bleibt unübersichtlich: Was zum einen sicher an der Nähe von Bezeichnungen wie Selbstorganisation, Selbstregulation, Selbststeuerung und Selbstbestimmung liegt; und zum anderen daran, dass ein Begriff wie “selbstorganisiert” hervorragend in ganz unterschiedliche Denk- und Marktmodelle “passt”.
Gabi Reinmann, Arbeitsbericht Nr. 17, Universität Augsburg, Medienpädagogik, Mai 2008
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Posted on 01 February 2008 by jrobes
Dieser Arbeitsbericht - ich hatte ja mit Blick auf unseren LEARNTEC-Workshop bereits kurz darauf hingewiesen - schließt eine Forschungslücke, indem er versucht, das Bloggen aus motivationstheoretischer Perspektive zu beschreiben. Wie der Titel schon sagt, geht es um Knowledge Blogs, also um Blogs, die primär einer Strategie des persönlichen Wissensmanagements folgen. Um zu erklären, warum es Knowledge Blogs gibt, wird mit Hilfe der Selbstbestimmungstheorie nach den Bedürfnissen gefragt, die das Bloggen erfüllt. Dabei geht die Selbstbestimmungstheorie von drei Grundbedürfnissen aus: dem Bedürfnis nach Kompetenz, nach sozialer Eingebundenheit und nach Autonomie. Mit Blick auf das Autonomiestreben lässt sich zudem nach dem Grad der Selbst- bzw. Fremdbestimmung fragen, die dem Bloggen zugrunde liegt.
Diese wichtige motivationstheoretische Einordnung wird von Gabi Reinmann und Tamara Bianco eingeleitet mit einigen grundsätzlichen Überlegungen zur Wissensarbeit und Wissensarbeitern. Und mit Blick auf die geschilderten Grundbedürfnisse wird hier schnell deutlich, dass Knowledge Blogs an vielen Stellen “passen”. Doch damit drängt sich zumindest eine Frage unmittelbar auf:
Wenn Knowledge Blogs die Bedürfnisse nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie erfüllen, warum bloggen dann so wenige Wissenschaftler?? Am fehlenden Grad der Selbstbestimmung ihrer Tätigkeit wird es wahrscheinlich nicht liegen. Vielleicht aber, so meinte jedenfalls ein Teilnehmer in Karlsruhe, erfüllen die meisten Wissenschaftler diese Bedürfnisse heute noch auf anderen, konventionellen Wegen!?
Gabi Reinmann und Tamara Bianco, Arbeitsbericht Nr. 17, Universität Augsburg, Medienpädagogik, Februar 2008
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Posted on 01 February 2008 by jrobes
Drei Tage LEARNTEC liegen hinter mir; viele Begegnungen, Gespräche und Vorträge, eine verschleppte Erkältung und wie immer das Gefühl, auf vielen interessanten Präsentationen und Orten nicht gewesen zu sein. Natürlich waren auch Messe und Kongress selbst wieder ein Thema, die Zahl der Aussteller, der Besucher und die Schatten, die die CeBIT mit ihrem neuen Forum Learning & Knowledge Solutions heute schon auf die LEARNTEC wirft. Aber das wird sicher an anderer Stelle noch intensiv diskutiert und bewertet werden. Also zur Sache.
Am ersten Tag durfte ich ja selbst den Workshop “Web 2.0-gestütztes Wissensmanagement” moderieren und mich darüber freuen, dass das Thema bei Simon Dückert (Cogneon), Gabi Reinmann (Uni Augsburg) und Peter Schütt (IBM) in besten Händen lag! Zuerst stellte Simon Dückert (”Enterprise 2.0 – eine Revolution im Denken ist gefragt”) auf einer Zeitachse wichtige Management-Modelle vor, um schließlich zu einer Arbeitsdefinition von Enterprise 2.0 sowie einer Reihe von Leitthesen zu gelangen. Sehr interessante Thesen übrigens, da sie teilweise das Profitinteresse unmittelbar an ethisch-moralische Werte koppeln! (hier nachzulesen)
Gabi Reinmann widmete sich in ihrem Vortrag (”Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit”) der psychologischen Dimension des Bloggens. Konkret: Welche Motive treiben eigentlich Knowledge Blogger? Ihre Antwort: das Bedürfnis nach Kompetenzerfahrung, nach sozialer Eingebundenheit sowie nach Autonomieerleben. Aber wie selbstbestimmt muss, wie fremdbestimmt kann Bloggen sein? (einige Antworten, Hintergründe und offene Fragen sind dankenswerter Weise bereits im aktuellen Arbeitsbericht des Instituts für Medien und Bildungstechnologie nachzulesen!). Aber Vorsicht, denn wenn man einmal die psychologische Brille aufgesetzt hat, ist es mit der Leichtigkeit des Bloggens vorbei!!
Im Anschluss steuerte Peter Schütt (”Erfahrungen mit Web 2.0-orientiertem Business Social Networking bei IBM”) noch eine interessante Perspektive bei. Natürlich berichtete er über die vielfältigen Web 2.0-Initiativen in der IBM. Aber dann “riskierte” er auch den expliziten Hinweis, dass die Einführung von Social Networking in Unternehmen nicht an eine bestimmte Unternehmenskultur gebunden ist: Social Networking auf Web 2.0-Grundlage ist vielmehr, so Peter Schütt, eine wirtschaftliche Notwendigkeit, wenn man den Anforderungen gerecht werden will, die Netzwerkökonomie, Demographie und Innovationsmanagement im globalen Wettbewerb heute stellen.
LEARNTEC, 29 Januar 2008
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