Posted on 15 January 2010 by jrobes
Die siebte Auflage des Horizon-Reports (New Media Consortium/ EDUCAUSE Learning Initiative) ist da, das Standardwerk, wenn es um internationale Trends in der Bildungstechnologie geht. Wenn man sich die aktuellen Nennungen anschaut, könnte man fast meinen, die im Advisory Board vertretenen Experten wollten dieses Mal ganz auf der sicheren Seite sein. Mit “Mobile Computing” riskiert man heute wenig, und “Open Content” ist gerade in der Hochschullandschaft schon länger ein Top-Thema. Doch da das alles eine Frage der Perspektive ist, hier kurz die sechs Trends, aufgereiht wie immer nach ihrer voraussichtlichen “time to adoption”:
- ein Jahr oder weniger: Mobile Computing und Open Content
- zwei bis drei Jahre: Electronic Books und Simple Augmented Reality
- vier bis fünf Jahre: Gesture-Based Computing und Visual Data Analysis

Bei sieben Auflagen in Folge lohnt sich auch ein Blick auf die Bewegungen der Themen (siehe Grafik; zum Vergrößern anklicken): “social” ist z.B. als Stichwort von Anfang an dabei, seit 2006 (”phones in their pockets”) auch “mobile”. “Educational gaming” war lange ein Thema, wird aber seit 2008 nicht mehr genannt (was natürlich in zwei Richtungen gelesen werden kann!). Second Life (”virtual worlds”) tanzte nur den Sommer 2007, und ein Thema wie “Microblogging” ist an den Trendscouts ganz vorbei gegangen. Ansonsten ist auch der aktuelle Report wieder eine Fundgrube: von den einleitenden Megatrends, die das Spielfeld säumen, bis zu den vielen Beispielen und Referenzen, die für jedes Thema aufgeführt werden. Und mit etwas Glück wird das Multimedia Kontor Hamburg wieder für eine deutsche Übersetzung sorgen.
The New Media Consortium, 2010 (pdf)
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Posted on 15 September 2009 by jrobes
Dieses Video gibt einen wunderbaren Eindruck von der Open Education Conference, die vor einigen Tagen in Vancouver stattgefunden hat: Viele Protagonisten der OER-Bewegung waren dort, z.B. David Wiley, Stephen Downes, Jim Groom, Alan Levine, Leigh Blackall … Sie antworten kurz auf Fragen wie “What is your favorite open education project?” und “Why do you love open educational resources (OER)?”. Die Antworten auf “Why do you love Vancouver?” sollte man je nach Gemütslage am Besten überspringen.
Wem das unterhaltsame Stimmungsbild nicht ausreicht, findet auf den Konferenzseiten weiteres Material inkl. der Videomitschnitte der Sessions. Und wer ganz viel Kondition hat, kann eine mehrstündige Unterhaltung zwischen Stephen Downes und David Wiley verfolgen.
Jane Park, blip.tv, 15. September 2009

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Posted on 16 July 2009 by jrobes
“When the costs of “open teaching” (freely allowing people outside the university to view course materials and informally participate in the course) are so low, I ask myself a question. Do we professors, who live rather privileged lives relative to the vast majority of the planet’s population, have a moral obligation to make our teaching efforts as broadly impactful as possible, reaching out to bless the lives of as many people as we can? Especially when participatory technologies make it so inexpensive (almost free) for us to do so?
I believe the answer is yes.”
David Wiley, der vielleicht prominenteste Vertreter der Open Content-Bewegung und gegenwärtig Gastblogger beim Chronicle of Higher Education, beschreibt anhand eigener Erfahrungen, welchen Gewinn es für alle Beteiligten, Lehrende wie Studierende, bringen kann, wenn sie die neuen technischen Möglichkeiten nutzen, um ihre Arbeiten und Erfahrungen mit anderen außerhalb ihrer Hochschule zu teilen. Lesenswert!
David Wiley, The Wired Campus, 15. Juli 2009
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Posted on 07 July 2009 by jrobes
Irgendwie läuft alles parallel: Lore Ress ist diesen Monat Gastgeberin des WissensWert Blog Carnivals und fragt, was es bedeutet, “sein Wissen ins Netz (zu) stellen”. Dabei verlinkt sie gleich auf Chris Anderson, Wired-Editor, der in diesen Tagen sein neues Buch herausbringt, “Free: The Future of a Radical Price”, das zumindest als Hörbuch hier heute schon free ist. Malcolm Gladwell liefert im New Yorker dazu gleich eine lesenswerte Rezension (”Priced to Sell. Is free the future?”), in der er Andersons Buch als “extended elaboration of Stewart Brand’s famous declaration that ‘information wants to be free’” bezeichnet. Einerseits. Andererseits: “Free is just another price, and prices are set by individual actors, in accordance with the aggregated particulars of marketplace power.”
Wem das alles zu allgemein ist und wer den konkreten Bezug zu Bildung vermisst, kann bei Curtis Bonk weiterlesen. Bonk erzählt, wie er in die Welt von Open Education, von OER und OCW, eingetaucht ist und schließlich ein Buch darüber geschrieben hat: “The World is Open: How Web Technology is Revolutionizing Education”. Dann stellt er jeweils 10 Gründe vor, warum Organisationen und Trainer Bildungsinhalte teilen sollten und warum Lerner sie nutzen.
“As can be seen from the above lists, the world of education is not flat. No, the education world is now open. Wide open! Wider even than it was in late 2005 when I spoke in Vancouver and then in Redmond. In particular, OER and OCW can benefit almost anyone, from the unemployed to those who have an Internet connection. They may need some initial guidance and tutoring in what is available and how to best access and use it. Eventually, however, open educational resources and courses will simply be expected in each sector of education and across all grade and ages levels.”
Curtis J. Bonk, eLearn Magazine, 2. Juli 2009
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Posted on 29 April 2009 by jrobes
Wieder eine starke Schlagzeile, die man vielleicht nicht wörtlich nehmen sollte. Aber die Botschaft dahinter ist klar: “America’s colleges and universities, says Wiley, have been acting as if what they offer — access to educational materials, a venue for socializing, the awarding of a credential — can’t be obtained anywhere else. By and large, campus-based universities haven’t been innovative, he says, because they’ve been a monopoly.”
Im Artikel werden die Appelle, die David Wiley (Brigham Young University) an seine Kollegen richtet, mit den Open Education- und Open Content-Aktivitäten in Beziehung gebracht, die David Wiley selbst maßgeblich initiiert hat. Wie zum Beispiel Flat World Knowledge, über das College Textbooks offen zum Download zur Verfügung gestellt werden können.
Elaine Jarvik, Deseret News, 20. April 2009
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Posted on 21 November 2008 by jrobes
Open Educational Resources oder kurz: OER hat in den letzten zwei Jahren eine Dynamik entfaltet, die es schwer macht, noch den Überblick zu behalten. Dazu gehört auch, dass es immer häufiger Stimmen gibt, die das Projekt weitertreiben wollen, die darauf hinweisen, dass Open Resources z.B. nicht automatisch ein anderes Lehren & Lernen bedeutet und daher nur ein erster Schritt sein kann. In diesem Zusammenhang hat auch Brian Lamb kürzlich ein Fragezeichen gesetzt:
“… if we live in an era of information abundance, why is the primary drive around OERs the publication of more content? And what other activities around the open education movement might be an effective use of our energies? What other needs have to be met?”
Er hat damit eine Reihe von interessanten Kommentaren provoziert, z.B. von Alan Levine: “I’d push back on that question- even if we are in an era of Information Abundance, I’d argue you can never have too much. Or taking it another way, since people have been creating music for thousands of years, do we stop and say, “we have enough music, there is no need to create new or re-interpret.” Und George Siemens hat in diesem Zusammenhang gleich auf eine eigene Präsentation zum Thema hingewiesen (“Openness in Education”).
Brian Lamb, Abject Learning, 12. November 2008
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Posted on 20 November 2008 by jrobes
Wieder steht Interessierten ein komplettes E-Book online zur Verfügung, thematisch passend zur Campus Innovation, die heute und morgen in Hamburg stattfindet. In diesem Band, an dem über 20 Autoren mitgewirkt haben, geht es nämlich um den Einfluss der IT auf die Hochschulen. Die Kapitelüberschriften lauten “Higher Education and Information Technology”, “The Globalization of Higher Education”, “Accountability”, “IT Governance”, “Open Information, Open Content, Open Source” und “Scholarship in a Cloudy World”.
Das Ausgangsszenario beschreibt Herausgeber Richard N. Katz folgendermaßen: “The elephant in the room is the question: If a 300-year-old-institution like Encyclopedia Brittanica can be threatened in five years by Wikipedia, can other aggregators of expertise (aka colleges and universities) be similarly challanged?”
Richard N. Katz, The Tower and The Cloud. Higher Education in the Age of Cloud Computing. EDUCAUSE, 2008
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Posted on 14 November 2008 by jrobes
“Openness” ist diese Woche Thema des CCK08. Das ist doch ein schöner Anlass, auf diese Publikation der FAZIT-Forschung hinzuweisen. Sie will einen Überblick über den “Status Quo von Open Content und seiner Entwicklungspotentiale unter besonderer Berücksichtigung der Situation in Baden-Württemberg” geben. Die Aufgabe gelingt, soweit grundlegende Begriffe und die verschiedenen Erscheinungsformen von Open Content dargestellt werden. Allerdings ist für die Autoren Open Content langfristig nur als funktionierendes Geschäftsmodell denkbar, und hier wird die Lektüre manchmal etwas mühselig. Im Schlusskapitel zeigt man sich hin- und hergerissen: “Stark vereinfacht ließe sich die Situation von Open Content 2008 zusammenfassen in dem Satz: Gesellschaftlich spricht alles für Open Content, wirtschaftlich alles dagegen.”
Noch eine Ergänzung: “Open Educational Resources” wird nur kurz als eine Open Content-Variante vorgestellt. Auch auf das “Bildungsbündnis Open Content” und die “Stuttgarter Erklärung” wird hingewiesen, ohne allerdings zu erwähnen, dass man dort z.B. die Hochschulen des Landes vergeblich suchen wird.
Bernd Hartmann und Felix Jansen, FAZIT-Forschungsbericht/ Band 16, September 2008
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Posted on 08 October 2008 by jrobes
Heute und morgen bin ich auf der KnowTech in Frankfurt, so dass nur die Zeit für einen Blick in die neueste Ausgabe der eLearning Papers blieb. Es geht um Open Educational Resources (OER), um ihre Entwicklung und ihr Einsatz in Bildungseinrichtungen, um Werkzeuge, mit denen Inhalte erstellt und gemeinsam genutzt werden können sowie um einen Vergleich mit der kollaborativen Entwicklung von Open Source-Software.
Neugierig hat mich der Erfahrungsbericht einer französischen Business School gemacht, der “Grenoble Ecole de Management” (”Open Educational Resources for Management Education: Lessons from experience”). Hier hat man sich - nach einer ersten, zweijährigen Forschungsstudie - entschlossen, eigene Ressourcen für die Management-Ausbildung im Netz verfügbar zu machen. OpenCim heißt das Projekt, Moodle ist die entsprechende Plattform und zu den Lernressourcen gehören nicht nur Präsentationen, sondern auch multimedial gestaltetes Lehrmaterial, gerichtet an eine französischsprachige Community. Das Fazit: “The world distribution of the registered users, … , shows that about half come from France, then North Africa and sub-Saharan Africa. These results clearly show the need of Francophone resources particularly in African countries. One of the objectives of OER is to ease the access to knowledge for developing countries who lack teaching resources. We think that we have met this objective.” Doch, das sehen auch die Autoren, kann der offene Zugang zu Lernressourcen nur ein erster Schritt sein: “One of our objectives for the future is to develop and organize learning communities among users. These communities have sometimes started to emerge spontaneously and we want to promote this development.” Weitere Schritte in Richtung Open Learning, wie sie z.B. Graham Attwell kürzlich beschrieben hat, sind allerdings nicht geplant. Aber da liegt Europa vielleicht einfach noch einen Schritt zurück.
eLearning Papers, Nr.10, September 2008
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Posted on 17 September 2008 by jrobes
Das Buch scheint ein “Must-Read” zu sein, aber da ich noch keine Ahnung habe, wann und wie ich mich den über 450 Seiten nähern soll, bringe ich hier schon mal den Hinweis. John Seely Brown hat das Vorwort geschrieben, David Kahle, David Wiley und Diana Oblinger (u.a.) steuern Artikel bei, und ich zitiere einfach mal die Zeilen, die Stephen Downes beim Überfliegen irgendwo im Buch gefunden und in einem Post festgehalten hat:
“Given the abundance of open education initiatives that aim to make educational assets freely available online, the time seems ripe to explore the potential of open education to transform the economics and ecology of education.” Das bei diesem Thema das gesamte Werk online zur Verfügung steht, bedarf eigentlich keiner Erwähnung, oder?
Toru Iiyoshi und M. S. Vijay Kumar (Hrsg.), MIT Press, September 2008
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Posted on 05 March 2008 by jrobes
Neuigkeiten von der Open Educational Resources (OER)-Bewegung: Die aktuelle Publikation beschreibt, wie es in den letzten Jahren gelungen ist, aus den Unterstützern dieser Bewegung eine lebendige Community of Interest zu bilden. Und welche Rolle wiederum das Internet dabei gespielt hat.“Between 2005 and 2007, a large Community of Interest of more than 600 members from more than half of the 192 Member States of UNESCO took part in online discussions on Open Educational Resources (OER) – open content for education. …
Over the period that the OER community has been in existence, we have been able to link many more people and institutions than would have been feasible through other means. Experts and neophytes alike have come together to learn from one another, share information and deliberate on related issues. Finally, after two years of intensive interaction, members expressed their opinion on the priority issues and the stakeholders that should take action to advance and support the growing movement.”
Ganz oben auf der ToDo-Liste der OER-Community steht “Awareness Raising”. Zu diesem Zweck gibt es ein Wiki, “OER Stories”, zu dem bereits über 10 Case Studies beigesteuert wurden - von OpenLearn bis Klagenfurt. (via Pontydysgu)
Susan D’Antoni, UNESCO International Institute for Educational Planning, Februar 2008 (pdf)
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