Posted on 04 November 2009 by jrobes
Es ist schon kurios, dass es das One Laptop Per Child-Projekt braucht, um in Styria (Österreich) Erfahrungen mit dem Einsatz von Laptops in der Grundschule zu sammeln. Sind denn Software sowie mögliche Services und Erfahrungen, die mit den XO-Rechnern daherkommen, wirklich so spezifisch, dass die Ziele mit anderer Hard- und Software nicht zu erreichen gewesen wären? Können die in diesem Kontext gesammelten Erfahrungen wirklich von der weltweiten OLPC-Community genutzt werden? Wie auch immer, einige Antworten versucht der vorliegende Bericht, einige Fragen bleiben unbeantwortet. Was in jedem Fall hängen bleibt, ist “u-Learning” oder “ubiquitous learning”:
“Enhancing traditional as well as online teaching and learning standards by ubiquitous devices is called: u-Learning.
u-Learning = {u-Environment, u-Contents, u-Behavior, u-Interface, u-Service}.”
Martin Ebner, Johannes Dorfinger, Walther Neuper, Christian Safran, in: E-Learn - World Conference on E-Learning in Corporate, Government, Healthcare, & Higher Education, 2009
Popularity: 15% [?]
Posted on 11 September 2009 by jrobes
“It’s time to call a spade a spade. OLPC was a failure. … The laptops were designed without end-user input, they cost too much both to produce and to run, and they’re now being outcompeted by commercial laptops. Only about a million OLPCs have shipped so far.” Die Argumente der Autorin sind nicht neu. Aber sie stehen auf einer Seite, die “UN Dispatch” heißt und von der UN unterstützt wird, so dass Nicholas Negroponte selbst antwortet:
“The dream is not over. When OLPC started there were no low cost laptops. We created the category less than four years ago and it now represents almost one third of the world production of latops. I am not aware of too many technologies that have gone from “impossible” to such wide adoption. …
As a small non-profit, humanitarian organization, it is hard to battle giants who view children as a market, not a mission, and have other agendas. In spite of all that, the change is huge. I no longer hear people arguing against “one laptop per child” as a concept. The issue is purely a matter of funding and there are many ways to do that. Wait and see.”
Nicholas Negroponte
Alanna Shaikh, UN Dispatch/ Alanna Shaikh’s blog, 9. September 2009
Popularity: 14% [?]
Posted on 26 May 2009 by jrobes
In der Diskussion zwischen Joachim Wedekind und Richard Heinen, auf die ich gestern hingewiesen hatte, ging es nicht um die Frage, ob das OLPC-Projekt, gemessen an seinen ursprünglichen Zielen, ein Erfolg oder Misserfolg ist. Der vorliegende Artikel stellt jedoch genau diese Frage ins Zentrum und versucht eine Antwort. Die Autoren stehen auf dem Standpunkt, dass das Projekt aus heutiger Sicht ein Fehlschlag ist. Zum einen hatte man schlicht die sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen eines Innovationsprojekts dieser Größenordnung unterschätzt. Und zum anderen hatte man nicht mit der Reaktion der IT-Industrie gerechnet (bzw. rechnen können), die zuerst ihre Marktanteile davon schwimmen sah, bevor man mit der rasanten Entwicklung der Netbooks entgegensteuerte. Der Artikel hinterlässt irgendwie den Eindruck, als ob ein Projekt wie OLPC, ein globales Bildungsprojekt, gar nicht funktionieren kann - und setzt damit zugleich hinter die Vision ein Fragezeichen. Von daher kann ich nur empfehlen, auch den Kommentar von Edward Cherlin zum Artikel zu lesen.
Kenneth L. Kraemer, Jason Dedrick und Prakul Sharma, Communications of the ACM, Vol. 52, No. 6, Pages 66-73
Popularity: 13% [?]
Posted on 25 May 2009 by jrobes
Joachim Wedekind (IWM) und Richard Heinen (Schulen ans Netz) diskutieren die Frage, was wir in Deutschland aus dem OLPC-Projekt lernen und in unserem Bildungssystem umsetzen können. Man ist sich (leider!?) in fast allen Punkten einig. Es kann gar nicht genug geschehen: jedem Schüler (und Lehrer) seinen Rechner, mit Hard- und Software gemäß OLPC-Vorbild, und, wenn es für die Bildungspolitik sein muss, das Ganze als vierjähriger Modellversuch verpackt. Vom “Medien- oder Laptop-Projekt zum Bildungsprojekt” (Heinen) und “von der punktuellen Nutzung des Rechners in ausgewählten Unterrichtssituationen” zur “alltäglichen und selbstverständlichen Integration” (Wedekind). Die Diskussion ist Teil des Schwerpunktthemas “OLPC” der aktuellen Ausgabe von LOG IN.
Diskussion zwischen Richard Heinen und Joachim Wedekind, LOG IN, Nr. 156 (2009)
Popularity: 12% [?]
Posted on 17 March 2009 by jrobes
Anja C. Wagner hat im letzten Semester an der FHTW Berlin den Online-Kurs “Connectivism and Connective Learning” von George Siemens und Stephen Downes zum Gegenstand des Masterstudiengang-Kurses Didactics of Media gemacht. Sie und die Studierenden trieb die Frage, “inwiefern die OLPC-Initiative als angewandte, medienpolitische Form des Konnektivismus betrachtet werden kann”. Das Kursdesign - an einem globalen Kurs teilnehmen, sich mit dem OLPC beschäftigen, einen Wikipedia-Artikel schreiben - liest sich sehr spannend; allerdings lässt der kritische Erfahrungsbericht auch Fragen zurück: Denn OLPC wird hier nicht als Projekt mit seinen unzähligen Facetten, sondern vor allem als Technologie vorgestellt; und der Konnektivismus erscheint als bunte Mischung aus Lehrsätzen und Appellen. Aber ich denke, das ist noch ein Grundproblem dieses Ansatzes, mit dem ich auch an anderen Stellen zu kämpfen habe.
“Fazit: Viel Kleingärnterarbeit ist bereits erfolgt im OLPC-Universum, aber noch wenig vernetzte Anbindung der Schulen untereinander. Nicht als kolonialistische Gutmenschen-Arbeit, sondern als tatsächliche Macht der sozial Schwachen. Hier besteht noch viel Forschungs- und v.a. konkrete Aktivistenarbeit.”
Anja C. Wagner, eduFutureBlog 2.0, 19. Februar 2009
Popularity: 13% [?]
Posted on 27 February 2009 by jrobes
Nein, das wird auch in Zukunft ein Blog bleiben, in dem es um Bildung und Bildungstechnologien gehen soll. Aber vielleicht gilt es an dieser Stelle ein historisches Ereignis zu würdigen: Denn, wie Stephen Downes vor einigen Tagen anmerkte, “the One Laptop Per Child project will most likely be remembered for the revolution in computing it caused rather than for the computer itself”. Es ist eine Investition in Bildung (und nicht in Militär- oder Weltraum-Projekte) mit weit reichenden sozialen und technologischen Folgen. Diesen Bogen zeichnet der Artikel nach: Vom OLPC zu Netbooks und Clouds: “Netbooks prove that the “cloud” is no longer just hype. It is now reasonable to design computers that outsource the difficult work somewhere else. The cloud tail is wagging the hardware dog. … It’s the rise of the very small machines.” Womit ein wesentlicher Teil unserer zukünftigen Lerninfrastruktur beschrieben ist.
Clive Thompson, Wired, 23. Februar 2009
Popularity: 12% [?]
Posted on 16 February 2009 by jrobes
Sehr schön, manchmal zu schön, beschreibt der Reporter, wie “der Computer nach Mullosayyoo kommt”. Der Computer ist Teil des Projekts “One Laptop Per Child” (OLPC) und Mullosayyoo liegt in Äthiopien, wo Armut und Aufbruchstimmung, so heißt es, Hand in Hand gehen.
“Am Tag, an dem der Computer nach Mullosayyoo kommt, stehen die Kinder am Straßenrand und winken mit großen Sträußen gelber Blumen. Frauen tragen riesige Bündel mit frisch geschnittenem Gras nach Hause, um damit die Böden ihrer Hütten auszulegen. Sie bereiteten das Masqalfest vor, einen der wichtigsten christlich-orthodoxen Feiertage in Äthiopien, der mit großen Feuern im ganzen Land begangen wird. … Die Siedlung hat keinen Dorfplatz, keine Lichtmasten, kein Geschäft, nur eine Schule. In den Lehmhütten leben Kleinbauern, die mit mageren Ochsen vor dem Pflug Teff anbauen, eine Hirsesorte, aus der das Sauerteigfladenbrot Injera gebacken wird, das wichtige Grundnahrungsmittel in Äthiopien. Auf einen Computer hat hier niemand gewartet.” (via Learning Waves)
Claus Spahn, Die ZEIT, 29. Januar 2009
Popularity: 10% [?]
Posted on 13 January 2009 by jrobes
Als Nicholas Negroponte 2005 seine Idee vortug, waren alle begeistert: “To provide children around the world with new opportunities to explore, experiment and express themselves.” Ende 2007 war der XO-1, der “100-Dollar-Laptop”, da, und alle waren ganz wild darauf, einmal eines dieser grünen, knuddeligen Notebooks in den Händen zu halten. Heute, Anfang 2009, ist es schwer, jemanden zu finden, der noch richtig begeistert über das Projekt schreibt. Benjamin Cohen faßt einige Vorbehalte in seinem Seminarbericht zusammen. “Technologischer Determinismus” ist einer der Kritikpunkte: “How could the same laptop have the same meaning and value in, say, Nigeria and Indonesia, Papua New Guinea and Alabama, Malawi and Mongolia?” Bei dieser Gelegenheit: Auch die Deutsche Bank Research (!) kommentierte jüngst das Projekt, spricht von einem “wichtigen Beitrag”, um die Bildungschancen von Kindern in wirtschaftlich unterentwickelten Ländern zu verbessern, und fordert auf, hierfür noch mehr zu tun (wen, frage ich mich allerdings!?).
Und was sagt Nicholas Negroponte? Er ist derzeit der Überbringer schlechter Nachrichten: Denn die Wirtschaftskrise zwingt das Projekt, 32 und damit die Hälfte aller Mitarbeiter zu entlassen. Doch es geht weiter. Negroponte spricht gar von einer “exciting new direction for OLPC” und kündigt gleich den “$0 Laptop” an. Andere wie techdirt glauben derzeit eher, dass Markt und Wettbewerb die Vision Negroponte’s vollenden werden. “The invisible hand” also.
Official OLPC blog, 7. Januar 2009
Popularity: 7% [?]
Posted on 05 September 2008 by jrobes
Hier gibt es keine Neuigkeiten zum “One Laptop per Child”- Programm, sondern es wird die generelle Frage gestellt: Wäre das Projekt als kommerzielles Unternehmen besser gelaufen? Der Autor - als “Managing Director for Strategic Business Development at Intel in China” und mit Blick auf Intel’s Ambitionen mit dem “Classmate PC” - ist sicher befangen, aber nicht der Einzige, der solche Überlegungen anstellt. Seine Argumente: “As a for-profit company, OLPC would benefit from a business mindset, a vibrant and healthy ecosystem, and a competitive environment that would benefit customers and create a real market leader.” Ja, wenn “to become a real market leader” das Ziel gewesen wäre … (via Stephen Downes)
Mark Beckford, One Laptop Per Child News, 5 September 2008
Popularity: 4% [?]
Posted on 11 August 2008 by jrobes
Ich versuche, täglich wenigstens einem Artikel zu folgen, die Stephen Downes für uns ausgräbt und weiterleitet. Hier sagt schon der Titel, wo es lang geht. Drei Gründe bilden die Antwort auf das “why”:
“For three reasons the XO turned out to be a gross provocation to the big players in the computer industry. First, it was always going to be cheap, undercutting the competition by thousands. …
Second, the XO uses an AMD chip. …
Third, it does not use software by Apple or Microsoft. …”
Der Artikel ist etwas flapsig geschrieben, bietet aber - wieder einmal - einen guten Überblick über das OLPC-Projekt und die Interessen der üblichen Verdächtigen.
Bryan Appleyard, The Sunday Times, 10 August 2008
Popularity: 3% [?]
Posted on 31 July 2008 by jrobes
Das ist sicher Wasser auf die Mühlen vieler Skeptiker! War man zu blauäugig? Hätte das Projekt nie stattfinden dürfen in “one of the most corrupt nations on the planet” (wie es in einem Kommentar heißt)? Wie auch immer: Berichtet wird von fehlenden Filtern, die das Aufrufen pornografischer Seiten verhindern, von viel zu hohen Energiekosten und politischen Ränkespielen um das OLPC-Projekt. Mit vielen Kommentaren.
Wayan Vota, One Laptop Per Child News, 29 Juli 2008
Popularity: 3% [?]
Posted on 20 June 2008 by jrobes
Die “großen” Medien erreichen die Nachrichten aus dem “One Laptop Per Child” (OLPC)-Projekt derzeit nicht: Mitglieder des Führungsteams haben in den letzten Wochen das Projekt verlassen, was für einige Unruhe sorgte; und über technische Neuerungen und Feldaktivitäten kann man regelmäßig auf den OLPC-Seiten lesen. Von daher ist der vorliegende Artikel ein informatives Update. Er erinnert an die pädagogischen Ziele des Projekte, an den “constructionism”, an Seymour Papert und Jean Piaget, nimmt kritische Argumente auf (”cultural imperialism”), bleibt aber optimistisch:
“The debate over One Laptop Per Child and Constructionism will likely burn hot for a long time. All the better. Now that countries that embrace Constructionism, such as Peru, are deploying laptops, the philosophy will be battle tested in the field. Educators will learn by doing, and good will come of it.”
Steve Hamm, BusinessWeek, 6 Juni 2008
Popularity: 4% [?]
Posted on 14 April 2008 by jrobes
Marvin Minsky ist einer der Pioniere auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz und Begründer des Labors für KI am Massachusetts Institute of Technology. Auf dem OLPC-Wiki liegt jetzt eine Reihe interessanter Essays vor (Minsky nennt sie “Memos”), in denen Minsky diskutieren will, “how our computers could help to advance our children’s educational development”. Themen sind z.B. “What makes Mathematics hard to learn?” oder “Finding Mentors in Network Communities”. Daraus ein kurzer Ausschnitt:“Today, our networks are rapidly growing while, at the same time, the world-population is rapidly aging — and this could be a huge new source for mentoring. Soon we’ll have hundreds of millions of retired (and child-free) persons, and this will include great numbers of wise and experienced ones who’ve been left with more than enough “spare time” to mentor great numbers of children. …
How can we make productive connections to those millions of faraway mentors? This already happens spontaneously in many thousands of special-interest groups that exist on the World Wide Web. One trouble is that a good many such groups have had cycles in which they flourish, and then deteriorate—so we need to find ways to stabilize them.”
Marvin Minsky, One Laptop Per Child, Februar - April 2008
Popularity: 3% [?]
Posted on 10 December 2007 by jrobes
Die Initiative, vorangetrieben von Nicholas Negroponte, ist jetzt Gegenstand einer aktuellen Case Study der Harvard Business School (”Marketing the ‘$100 PC’”). Während diese natürlich kostet (hier), gibt es diesen Überblick umsonst. Interessant sind die Hinweise auf die Strategie des “action pricings”: “… a technique where you set an almost impossible price target and then “engineer backwards” the design of the product to meet that price.” Aber auch, dass jetzt Player wie Microsoft, Intel und Lenovo das Segment des “bottom-of-the-pyramid market” entdeckt haben, gehört heute zum Case “OLPC”. Wenn es auch dessen Erfolg nicht unbedingt erleichtert.
Martha Lagace (Q&A with John A. Quelch), HBS Working Knowledge, 10 Dezember 2007
Popularity: 3% [?]
Posted on 06 November 2007 by jrobes
Die letzte Nachricht, die ich vom One Laptop Per Child-Projekt gehört hatte, war die Ankündigung des “Give 1 Get 1″-Programms (siehe den ausführlichen Wikipedia-Eintrag). In diesem Artikel tritt der Autor eine spannende Diskussion los, indem er behauptet, dass Programm und Laptop an den Bedürfnissen der Schüler vorbei entwickelt worden wären. “Traditional top down product development”, sagt er, und dass es sinnvoller gewesen wäre, in bereits verbreitete Technologien wie Mobile Phones zu investieren. In den folgenden Kommentaren stimmen einige der Kurzanalyse zu, andere fragen nach der Grundlage dieser Einschätzungen und verteidigen das Projekt, und dann meldet sich auch ein Projektbeteiligter zu Wort.
“shut up, please shut up! I have no time for uneducated critics, the olpc is going to change the world and old world views, much like your own are going to be put where they belong, in the Archives of how people used to think before the Brave New World of thinkers such as the olpc team came along. Blue Sky is the only way forward.”
Bruce Nussbaum, NussbaumOnDesign/ Business Week, 24 September 2007
Popularity: 2% [?]