Über Bildungscontrolling wird heute wenig gesprochen und geschrieben, weniger, als noch vor fünf oder zehn Jahren. Doch wie sieht es in der Unternehmenspraxis aus? Steht das Thema überhaupt noch auf der Agenda? Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat nach 1997 eine erneute Befragung zum betrieblichen Bildungscontrolling durchgeführt und die Ergebnisse ausgewertet. Diese Auswertung, die online vorliegt, bietet einen kurzen, aber umfassenden Überblick zum Thema - vor allem dort, wo die einzelnen Teilelemente des Bildungscontrollings aufgelistet und diskutiert werden. Deshalb lohnt sich die Lektüre!
Aber kurz zu den Ergebnissen: Viel hat sich seit 1997 nicht verändert, auch wenn sich BIBB-Autor Bernd Käpplinger große Mühe gibt, Bewegungen in einzelnen Teilsegmenten zu entdecken (und zu interpretieren). Bildungscontrolling war und ist vor allem ein Thema für große und bildungsaktive Unternehmen. Und Bildungscontrolling bedeutet hier in erster Linie die Erfassung der Weiterbildungskosten; dagegen wird selten systematisch nach dem Nutzen von Weiterbildung gefragt, und Maßnahmen zur Transfersicherung stehen, wen wundert’s, am Ende der Skala. “Offensichtlich scheiden sich am Bildungscontrolling die Geister”, muss dann auch der Autor mit Blick auf die vorliegenden Zahlen zugeben.
Ich denke, Bildungscontrolling hat an Aufmerksamkeit verloren, weil man sich an vielen Stellen von den Versuchen verabschiedet hat, den Return on Invest von Bildung zu erheben. Das ist gut so. Teilelemente des Bildungscontrollings sind zudem heute in vielen Großunternehmen Standard, ohne dass man den Begriff bemüht oder Ressourcen für die Durchführung entsprechender Maßnahmen reserviert. Aber das zu erklären, überlasse ich lieber den BIBB-Autoren.
Bernd Käpplinger, in: BIBB-Report, 13/09, 11. Dezember 2009
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Jochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management









