Posted on 21 December 2011 by jrobes
Als das MIT 2001 verkündete, die Materialien aller seiner Kurse online und ohne Kosten zur Verfügung zu stellen, haben viele es nicht ernst genommen und hielten es für einen gigantischen Marketing-Coup (der es sicher auch war). Aber in der Rückschau steht MIT’s OpenCourseWare-Projekt (OCW) am Beginn einer Bewegung, die heute unter dem Label “Open Educational Resources” ein fester Begriff und Baustein der bildungspolitischen Agenda ist. Also hört man genauer hin, wenn das MIT wieder etwas verkündet, wie zu Beginn dieser Woche. Das neue Projekt heißt MITx, und ich zitiere aus der Ankündigung:
“MITx will offer a portfolio of MIT courses through an online interactive learning platform that will:
- organize and present course material to enable students to learn at their own pace
- feature interactivity, online laboratories and student-to-student communication
- allow for the individual assessment of any student’s work and allow students who demonstrate their mastery of subjects to earn a certificate of completion awarded by MITx
- operate on an open-source, scalable software infrastructure in order to make it continuously improving and readily available to other educational institutions.”
Wie schon damals ist auch heute die Tragweite dieser Ankündigung schwer einzuschätzen. Sicher ist es eine Antwort auf Stanfords Einstieg in die Open Course-Community. Sicher ist es Marketing, nachdem mit OCW die ersten, großen Ziele erreicht wurden. Aber ansonsten? Ein MIT-Abschluss light? Ein später Einstieg ins e-Learning? Man darf gespannt sein.
MIT News, 19. Dezember 2011
Hier weitere Kommentare und Einschätzungen:
Audrey Watters: MITx: The Next Chapter for University Credentialing?
Jeff Dunn (Edudemic): MIT Now Granting Official Certificates For Their Free Online Courses
Tony Bates: MITx - Continuing Education online?
Tamar Lewin (New York Times): M.I.T. Expands Its Free Online Courses
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Posted on 03 March 2011 by jrobes
Es ist nicht das erste Fragezeichen hinter Open Educational Resources (OER) und wird auch sicher nicht das letzte sein. Doch das Bild bringt es genau auf den Punkt:
“I think OER are like toothbrushes.
Once upon a time there was a non-profit organization dedicated to oral hygiene. This organization applied for and received a large, multi-year grant to give away toothbrushes. They set up multiple distribution points around the country, and soon 10s of 1000s of people were dropping by to pick up toothbrushes each day. …”
DavidWiley, iterating toward openness, 28. Februar 2011
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Posted on 28 February 2011 by jrobes
Ich hatte ja schon einmal auf den nahenden 10. Geburtstag von MIT’s OpenCourseWare-Projekt (MIT OCW) hingewiesen. In diesem Artikel finden sich zwei interessante Absätze, die ich als Zitate an dieser Stelle aufnehme. Im ersten wird charmant eingestanden, dass man das einst gesetzte Ziel eigentlich nicht erreicht hat (aber dafür ein anderes …); im zweiten wird aufgezeigt, wie sich MIT OCW vom OER-Projekt in Richtung Open Course und Social Media weiterentwickeln will:
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Posted on 08 February 2011 by jrobes
Nein, es sind keine neuen Argumente, die Tony Bates hier präsentiert. Aber er bringt klar, unmissverständlich und mit konkreten Beispielen auf den Punkt, was Open Content und Open Educational Resources sind: nämlich notwendige Voraussetzungen, aber nicht mehr: “Is it good to share content? Yes, of course, but don’t confuse it with learning.” Und dann natürlich der nette Titel …
Tony Bates, e-learning and distant education RESOURCES, 6. Februar 2011
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Posted on 11 January 2011 by jrobes
100 Millionen Besucher/ Nutzer! Stephen Carson ist External Relations Director beim MIT OpenCourseWare und hat hier - kurz vor dem 10. Geburtstag des Projekts - etwas gerechnet. Grob und über den Daumen, aber die Zahlen sind beeindruckend!
“As we swing into MIT OpenCourseWare’s 10th anniversary year, I’ve been taking a look at the data from the past decade. Really, this is the data from October 1, 2003 to present, as the program was announced April 4, 2001, and it took 2 1/2 years to get to the official launch. Looking at the numbers, there is a good case to be made that OCW has reached as many as 100 million people in our first decade.”
Stephen Carson, OpenFiction [Blog], 5. Januar 2011
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Posted on 23 November 2010 by jrobes
Ein interessanter Beitrag! Es geht um das MIT OpenCourseWare-Projekt. Dort - aber nicht nur dort, sondern in allen OER-Projekten! - werden ja erhebliche Anstrengungen unternommen, um vor der “Freigabe” von Lehr- und Lernmaterialien Urheberrechtsfragen zu klären und diese Materialien, wo immer möglich, unter eine Creative Commons-Lizenz zu stellen. Doch werden dann die Nutzer der OCW-Seiten gefragt, welche Vorteile sie in diesen Angeboten sehen, wird vieles genannt, aber das entscheidende Attribut, dass nämlich diese Materialien “open” sind, spielt dabei keine Rolle! Warum dann, fragt David Wiley ketzerisch, der ganze Aufwand?
“Why are we investing so much in the use of open licenses if open licenses don’t enable the benefits we care most about? And, If open licenses don’t enable the benefits we care most about, what benefits do they enable? Are those secondary benefits worth the very significant investment we’re making in them?”
David Wiley, iterating toward openness, 22. November 2010
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Posted on 15 October 2010 by jrobes
Das MIT OpenCourseWare-Project steht ja irgendwie für den Beginn aller “open”-Initiativen im Bildungsbereich. 2002 bekannt gegeben und gestartet, mit immensen Fördermitteln der William and Flora Hewlett Foundation und der Andrew W. Mellon Foundation, und 2007 vollendet. Aber natürlich nicht abgeschlossen, denn der laufende Betrieb kostet. Deshalb bittet man mich (”Dear Jochen”) und andere heute um aktive Unterstützung. Denn die “Cost of Free” betragen jährlich 3,7 Millionen Dollar. Wie heißt es so schön: “There ain’t no such thing as a free lunch”. Abgesehen von diesem Blog natürlich.
Cecilia d’Oliveira, MIT OpenCourseWare, 15. Oktober 2010
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Posted on 16 June 2010 by jrobes
Wenn Hochschulen ihre Bildungsinhalte im Web frei zugänglich machen, wird von “Open Content” gesprochen. Natürlich will man, dass diese Bildungsinhalte auch genutzt werden und zwar am liebsten von Zielgruppen außerhalb der eigenen Hochschule. Vor diesem Hintergrund haben sich Sandra Schaffert und Martin Ebner angeschaut, was MIT, die Open University und die TU Graz bis heute ins Netz gestellt und über Zugriffe und Downloads berichtet haben. Die Zahlen sind für die Autoren zufriedenstellend und stützen - “ganz im Sinne der Ziele des Bologna-Prozesses” (?) - den eingeschlagenen Weg. Bologna, Open Content, einige Zugriffszahlen. Ich denke, die Analyse darf hier ruhig einen Schritt weiter und tiefer gehen.
Martin Ebner und Sandra Schaffert, in: Zeitschrift für E-Learning, 2/2010, 16. Juni 2010 (via E-Learning-Blog)
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Posted on 11 June 2010 by jrobes
Nun sind es fast acht Jahre her, seit MIT sein OpenCourseWare-Projekt startete und begann, Kursmaterialien online zur Verfügung zu stellen. Seitdem sind viele auf den Zug gesprungen, neue Anlaufstellen im Netz entstanden, Deklarationen wurden unterzeichnet und Open Online-Kurse durchgeführt. Für alle, die davon wenig mitbekommen haben, bietet sich diese kurze Zusammenfassung an, die sich ganz auf die didaktische Seite des Themas konzentriert. Dabei werden folgende “downsides” der OER-Bewegung genannt: Qualität, fehlende Feedback-Mechanismen, Copyright und ein häufiges Zögern der Hochschullehrer.
EDUCAUSE, 27. Mai 2010
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Posted on 16 October 2009 by jrobes
Die UNESCO hat auf den Seiten der UNESCO OER Community auf einen neuen Baustein verlinkt: “This document is aimed at individual academics and decision-makers in higher education institutions that are interested in becoming active participants in the OER world, as publishers and users of OER.” Es richtet sich vor allem an “universities in developing countries”. Umfassend und systematisch sind hier Informationen zusammengetragen, die Interessierten helfen, OER zu finden, selbst zu entwickeln und zu publizieren. Aber auch, wer sich nur über den Stand der OER-Bewegung informieren will oder weiteres Material sucht, wird fündig. Man erfährt z.B., dass alles 2002 auf einer UNESCO-Konferenz anfing, dass Wikipedia und das MIT OpenCourseWare-Projekt die Türöffner waren (sehr schön die Anmerkung zur MIT-Initiative: “The world of higher education was in shock!”) und wie es in der Folgezeit zu vielen weiteren Projekten und Erklärungen wie der Cape Town Declaration (2008) führte.
Das bringt mich zu einer weiteren Referenz: Tony Hirst fragt hier, ob OER wirklich immer das enthält, was drauf steht, und ob man sich nicht lieber auf die Suche nach “open training materials” machen sollte (”Open Training Resources”).
UNESC, A guide for participating in the international open education commons, September 2009
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Posted on 27 March 2009 by jrobes
Seit Mai 2007 gibt es die iTunes University. Jetzt ist Google’s Antwort da: “YouTube EDU. Videos and Channels from our college and university partners.” Vorlesungsmitschnitte, Interviews mit Wissenschaftlern, Präsentationen und natürlich Marketing-Materialien sind da zu finden, bis jetzt nur von amerikanischen Hochschulen, aber das mag sich ändern. Natürlich ist z.B. das MIT vertreten, die Duke University, Stanford und viele andere. Insgesamt mehrere Tausend Videos, die Google/ YouTube hier unter dem Dach “Education” anbietet. Inwiefern solche Kollektionen “Education” beeinflussen oder verändern, ist eine andere Frage und vorsichtige Skepsis sicher angebracht. Zum Stöbern.
YouTube EDU, März 2009
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Posted on 20 March 2009 by jrobes
Diese erste Ausgabe des International Journal of Learning and Media (IJLM) bietet auf den ersten Blick eine Reihe interessanter Artikel, die ich mir für die nächsten Tage herausgelegt habe. Angefangen habe ich mit dem vorliegenden Grundlagentext. Er stellt Bildung in einen historischen Kontext und fragt, welche Herausforderungen und Chancen die digitale Zukunft für das Lernen bedeutet. Die Autoren argumentieren dabei sehr vorsichtig, man könnte auch sagen “realistisch”. Sie anerkennen, dass sich Lernumgebungen und -modelle über die letzten Jahrhunderte bis heute nur wenig verändert haben. Das mag mit Blick auf die neuen digitalen Medien in naher Zukunft “umschlagen”. Doch auch das Umschlagen wird Pädagogen nicht aus der Pflicht entlassen.
“In this article we argue that, after millennia of considering education (learning and teaching) chiefly in one way, we may well have reached a set of tipping points: Going forward, learning may be far more individualized, far more in the hands (and the minds) of the learner, and far more interactive than ever before. This constitutes a paradox: As the digital era progresses, learning may be at once more individual (contoured to a person’s own style, proclivities, and interests) yet more social (involving networking, group work, the wisdom of crowds, etc.). How these seemingly contradictory directions are addressed impacts the future complexion of learning.” (via Lisa Rosa)
Margaret Weigel, Carrie James und Howard Gardner, International Journal of Learning and Media (MIT), Winter 2009, Vol. 1, No. 1, 3. März 2009
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Posted on 08 February 2008 by jrobes
2001 verkündete MIT publikumswirksam, dass es in den nächsten Jahren alle Kursmaterialien online und for free zur Verfügung stellen werde. Das war der Startschuss für MIT OpenCourseWare. Viele sprachen damals von einem genialen Marketing-Coup, der es sicher auch war. Aber es war auch der Startschuss für eine ganze Bewegung, der viele weitere Initiativen folgten. So wurde z.B. aus MIT OCW das OCW Consortium mit über 100 Institutionen. 2006 zog dann die Open University mit OpenLearn nach. Heute ist Open Educational Resources (OER) eine feste Größe nationaler wie internationaler Bildungspolitik.
Vor einigen Wochen hatte MIT nun allen Grund zu feiern: wie angekündigt stehen alle Materialien zu den 1.800 Kursen des MIT Curriculums jetzt online, 90 Prozent des Lehrkörpers hatte sich aktiv an dem Projekt beteiligt und 35 Millionen Menschen wurden seitdem erreicht. Also lud man ein, z.B. Thomas Friedman, der über “the world is flat” sprach, setzte ein Panel, u.a. mit John Seely Brown, aufs Podium, organisierte ein Filmteam und stellte jetzt alles ins Netz für die, die aus der Ferne anstoßen wollen. Zum Wohl!
MIT OpenCourseWare, Milestone Celebration, 28 November 2007
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