Posted on 14 October 2008 by jrobes
Zufall oder mangelnde Kommunikation haben dazu geführt, dass parallel zur KnowTech in Frankfurt das 6. Symposium für Wissensmanagement in Theorie und Praxis in Karlsruhe stattfand. Gabi Reinmann war jedenfalls dort, in Karlsruhe, um über “Persönliches Wissensmanagement” zu referieren. Das Manuskript zum Vortrag hat sie jetzt online gestellt. In der Einführung erklärt sie, wo es lang geht: zuerst wird ein theoretisches Modell zum Persönlichen Wissensmanagement (PWM) vorgestellt (hier folgt sie der Struktur ihres aktuellen Buches “Wissenswege”); dann werden exemplarisch Knowledge Blogs als Instrumente des PWM diskutiert (hier folgt sie den Gedanken, die sie auf der LEARNTEC und im entsprechenden Arbeitsbericht begonnen hat). Sehr strukturiert und komprimiert - nichts für eine Halbzeitpause!
Zum Abschluss weist Gabi Reinmann auf eine Gefahr hin: “So genial es ist, dem Information Overload auf diese Weise [durch Knowledge Blogs; JR] die Stirn zu bieten, so rasch kann sich auch der Effekt einstellen, in ein Monaden-Dasein zu verfallen: eingeigelt in sein Blog und dessen Blogroll und Leser, die sich gegenseitig zustimmen und auf die immer gleichen Fundstücke, Meinungen und News verlinken.” Diese Gefahr besteht (immer), aber Web 1.0 und Web 2.0 machen es doch einfacher, den eigenen Dunstkreis zu verlassen, als das in den Jahren traditioneller Expertenzirkel und ihrer Fachpublikationen möglich war.
Gabi Reinmann, e-Denkarium, 10. Oktober 2008
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Posted on 05 May 2008 by jrobes
Die Nachricht hatte mich bereits vor dem Urlaub erreicht, aber heute erst, nachdem die Koffer wieder ausgepackt sind, finde ich Zeit für ein Dankeschön an Martin Pichler und die Redaktion der wirtschaft + weiterbildung. Sie haben mich in der Mai-Ausgabe zum “wichtigsten Bildungs-Blogger Deutschlands” gekürt! Das freut und spornt an!
Bildungsblogs sind überhaupt das Schwerpunktthema dieser Ausgabe. Und da kein Journalist an einem Ranking vorbeikommt, wenn sich nur die leiseste Chance dafür bietet, gibt es gleich die “10 Bildungs-Blogger, die Sie kennen sollten”. Die entsprechende Liste, eine ausführliche Vorstellung der drei ersten Blogs sowie ein kurzes Interview mit mir sind online zugänglich.
Wen es interessiert, wie die übrigen Ausgezeichneten diese Nachricht verarbeitet haben, der schaue z.B. kurz bei Johannes Tönneßen, Tim Schlotfeldt, Robert Freund, Gabi Reinmann oder Matthias Rohs vorbei.
Schwerpunktthema, wirtschaft + weiterbildung, 5/2008
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Posted on 17 April 2008 by jrobes
“Sind wir also nicht schon alle persönliche Wissensmanager? Wir fischen Informationen aus dem Netz, versorgen andere damit und nutzen hierfür immer wieder neue technische Werkzeuge. Wir posten News in Foren, manche auch ins eigene Weblog oder auf gemeinsame Portale. Ist das persönliches Wissensmanagement – und wenn ja: Können wir es besser machen?”
Diese Woche hat Gabi Reinmann in Ingolstadt einen Vortrag zum persönlichen Wissensmanagement gehalten und ihn gleich als Artikel ins Netz gestellt (in Textform, nicht als PowerPoint! Und da sage noch einer, Bloggen kostet Zeit!). Darin antwortet sie auf fünf Fragen:
1. Wozu betreibt man persönliches Wissensmanagement …
2. Wie sieht das praktisch aus …
3. Welche Modellvorstellung steckt hinter dem Beispiel …
4. Wer braucht persönliches Wissensmanagement …
5. Was eigentlich ist Wissen …
Wieder eine schöne Verbindung von Theorie und Praxis, für die sie sich - wie schon in ihrem Vortrag auf der LEARNTEC - auf das Beispiel der Knowledge Blogs (konkret: dem Lehrerblog von Herrn Rau) bezieht. Aber sie warnt auch vagabundierende Surfer: Wer praktische To-Do-Listen erwartet, wird möglicherweise enttäuscht; wer aber daran interessiert ist zu erfahren, warum Menschen bloggen und was sie sich davon versprechen (Achtung, an dieser Stelle wird’s motivationspsychologisch!), ist hier richtig.
Gabi Reinmann, E-Denkarium, 16 April 2008
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Posted on 01 February 2008 by jrobes
Dieser Arbeitsbericht - ich hatte ja mit Blick auf unseren LEARNTEC-Workshop bereits kurz darauf hingewiesen - schließt eine Forschungslücke, indem er versucht, das Bloggen aus motivationstheoretischer Perspektive zu beschreiben. Wie der Titel schon sagt, geht es um Knowledge Blogs, also um Blogs, die primär einer Strategie des persönlichen Wissensmanagements folgen. Um zu erklären, warum es Knowledge Blogs gibt, wird mit Hilfe der Selbstbestimmungstheorie nach den Bedürfnissen gefragt, die das Bloggen erfüllt. Dabei geht die Selbstbestimmungstheorie von drei Grundbedürfnissen aus: dem Bedürfnis nach Kompetenz, nach sozialer Eingebundenheit und nach Autonomie. Mit Blick auf das Autonomiestreben lässt sich zudem nach dem Grad der Selbst- bzw. Fremdbestimmung fragen, die dem Bloggen zugrunde liegt.
Diese wichtige motivationstheoretische Einordnung wird von Gabi Reinmann und Tamara Bianco eingeleitet mit einigen grundsätzlichen Überlegungen zur Wissensarbeit und Wissensarbeitern. Und mit Blick auf die geschilderten Grundbedürfnisse wird hier schnell deutlich, dass Knowledge Blogs an vielen Stellen “passen”. Doch damit drängt sich zumindest eine Frage unmittelbar auf:
Wenn Knowledge Blogs die Bedürfnisse nach Kompetenz, sozialer Eingebundenheit und Autonomie erfüllen, warum bloggen dann so wenige Wissenschaftler?? Am fehlenden Grad der Selbstbestimmung ihrer Tätigkeit wird es wahrscheinlich nicht liegen. Vielleicht aber, so meinte jedenfalls ein Teilnehmer in Karlsruhe, erfüllen die meisten Wissenschaftler diese Bedürfnisse heute noch auf anderen, konventionellen Wegen!?
Gabi Reinmann und Tamara Bianco, Arbeitsbericht Nr. 17, Universität Augsburg, Medienpädagogik, Februar 2008
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Posted on 01 February 2008 by jrobes
Drei Tage LEARNTEC liegen hinter mir; viele Begegnungen, Gespräche und Vorträge, eine verschleppte Erkältung und wie immer das Gefühl, auf vielen interessanten Präsentationen und Orten nicht gewesen zu sein. Natürlich waren auch Messe und Kongress selbst wieder ein Thema, die Zahl der Aussteller, der Besucher und die Schatten, die die CeBIT mit ihrem neuen Forum Learning & Knowledge Solutions heute schon auf die LEARNTEC wirft. Aber das wird sicher an anderer Stelle noch intensiv diskutiert und bewertet werden. Also zur Sache.
Am ersten Tag durfte ich ja selbst den Workshop “Web 2.0-gestütztes Wissensmanagement” moderieren und mich darüber freuen, dass das Thema bei Simon Dückert (Cogneon), Gabi Reinmann (Uni Augsburg) und Peter Schütt (IBM) in besten Händen lag! Zuerst stellte Simon Dückert (”Enterprise 2.0 – eine Revolution im Denken ist gefragt”) auf einer Zeitachse wichtige Management-Modelle vor, um schließlich zu einer Arbeitsdefinition von Enterprise 2.0 sowie einer Reihe von Leitthesen zu gelangen. Sehr interessante Thesen übrigens, da sie teilweise das Profitinteresse unmittelbar an ethisch-moralische Werte koppeln! (hier nachzulesen)
Gabi Reinmann widmete sich in ihrem Vortrag (”Knowledge Blogs zwischen Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit”) der psychologischen Dimension des Bloggens. Konkret: Welche Motive treiben eigentlich Knowledge Blogger? Ihre Antwort: das Bedürfnis nach Kompetenzerfahrung, nach sozialer Eingebundenheit sowie nach Autonomieerleben. Aber wie selbstbestimmt muss, wie fremdbestimmt kann Bloggen sein? (einige Antworten, Hintergründe und offene Fragen sind dankenswerter Weise bereits im aktuellen Arbeitsbericht des Instituts für Medien und Bildungstechnologie nachzulesen!). Aber Vorsicht, denn wenn man einmal die psychologische Brille aufgesetzt hat, ist es mit der Leichtigkeit des Bloggens vorbei!!
Im Anschluss steuerte Peter Schütt (”Erfahrungen mit Web 2.0-orientiertem Business Social Networking bei IBM”) noch eine interessante Perspektive bei. Natürlich berichtete er über die vielfältigen Web 2.0-Initiativen in der IBM. Aber dann “riskierte” er auch den expliziten Hinweis, dass die Einführung von Social Networking in Unternehmen nicht an eine bestimmte Unternehmenskultur gebunden ist: Social Networking auf Web 2.0-Grundlage ist vielmehr, so Peter Schütt, eine wirtschaftliche Notwendigkeit, wenn man den Anforderungen gerecht werden will, die Netzwerkökonomie, Demographie und Innovationsmanagement im globalen Wettbewerb heute stellen.
LEARNTEC, 29 Januar 2008
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