Posted on 04 August 2008 by jrobes
Google’s “Knol” hat bei Peter Baumgartner, Leiter des Departments für Interaktive Medien und Bildungstechnologien an der Universität Krems, verschiedene, teilweise widersprüchliche Gedanken ausgelöst und das Schöne ist, dass er uns daran teilhaben lässt. Auf den ersten Blick, am 27 Juli, erscheint ihm Knol als “eine interessante Alternative zur Wikipedia”, die “enorme Vorteile” für eine kooperative Wissensproduktion aufweist (“Googles Knol versus Wikipedia”).
Wenige Minuten (!) später hält er - scheinbar erschrocken über das eigene schnelle Statement - fragend inne: “Ist es eine Alterserscheinung, dass ich jetzt beginne mir ernstlich Sorgen zu machen?” (“Google & Datenschutz”, 27. Juli)
Weitere vier Tage später ist das vorerst abschließende Urteil gefällt: “Die letzten beiden Tage habe ich unter anderem dazu benützt mich über die Diskussion zu Google Knols zu informieren. Ich bin zum Schluss gekommen, dass das Konzept sehr gut ist, aber aus verschiedenen Gründen die aktuellen Realisierung bzw. Implementierung (siehe Knol-Website) durch Google äußerst kritisch zu beurteilen ist.” (“Google: Don’t be evil? - Don’t be naive!”, 31. Juli)
Aber das ist noch nicht das Ende. Angeregt durch Knol hat sich Peter Baumgartner auch auf die Suche nach einem theoretischen Fundament gemacht, um verschiedene Enzyklopädie-Projekte auf den Prüfstand zu stellen. Fündig geworden ist er bei Jürgen Habermas und seiner “Theorie des kommunikativen Handelns”, dessen Raster von Geltungsansprüchen er im (derzeit) letzten Beitrag kurz erläutert. Ein längerer Fachartikel wird angekündigt.
Peter Baumgartner, Gedankensplitter, 1 August 2008
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Posted on 29 July 2008 by jrobes
Knol (”a unit of knowledge”), die Wissensplattform von Google, ist diese Tage online gegangen. Die Anzahl der Artikel ist noch überschaubar, vorerst nur englischsprachig und im Beta-Testbetrieb, aber das muss ja nichts heißen. Aufmerksamkeit ist jetzt schon garantiert, und die Einschätzungen gehen schon in den ersten Tagen weit auseinander: Endlich eine Alternative zu Wikipedia! Das Comeback des Autors! Die Kommerzialisierung des Wissens - alles da!
Eine Definition von eLearning gibt es auch schon, wenn ich auch von ihrem Autor, Lorenzo Cantoni von der Universität Lugano, noch nichts gehört habe. Wäre das Projekt nicht von Google, müsste man über sein Zukunft nicht lange nachdenken. Aber so werden nicht nur die einzelnen Knols aufmerksam gelesen werden, sondern auch, wie Google sie in die Präsentation seiner Suchergebnisse einordnet. Meine Wette: Wir werden mehr über den Zusammenhang von Artikeln, Werbung und Suche hören, als über die Qualität der Texte selbst. Mehr über Knol findet man natürlich - in Wikipedia!
Lorenzo Cantoni, Knol - A unit of knowledge, 2008
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Posted on 14 December 2007 by jrobes
Okay, es ist nicht der 1. April, und es geht um Google. Also ist alles möglich, auch das Folgende: “Earlier this week, we started inviting a selected group of people to try a new, free tool that we are calling “knol”, which stands for a unit of knowledge. Our goal is to encourage people who know a particular subject to write an authoritative article about it. … The key idea behind the knol project is to highlight authors.”Kurz, es geht um eine Alternative zu Wikipedia, auch wenn dieser Punkt von Google nicht explizit gemacht wird. Dabei ist gerade über das Verhältnis von Google und Wikipedia in letzter Zeit viel spekuliert worden. Denn Tatsache ist, dass die ersten Ergebnisse einer Google-Suche häufig zu Wikipedia führen, häufiger als bei anderen Suchmaschinen. Während sich die einen fragen, warum man dann eigentlich seine Suche nicht direkt bei Wikipedia startet, sind andere wie z.B. der Grazer Informatiker Hermann Maurer längst einer “Google-Wikipedia connection (GWC)” auf der Spur und wittern das Unheil eines neuen Wissensmonopols. Und dann gibt es ja noch die, für die Wikipedia die erste Adresse ist, wenn es um das leidvolle “copy & paste-Syndrom” oder den “cult of the amateur” geht.
Zumindest letztere können jetzt aufatmen. Denn wenn man “Knol” richtig liest, sollen ja hier der Autor und damit auch die Qualitätsfrage wieder zu ihrem Recht kommen. Es geht in Richtung “Citizendium”, aber mit der Power eines Global Players im Rücken. Ich vermute, dass das Projekt viele Autoren anziehen wird, vor allem, weil Google andeutet, die Beiträge komplett in ihre Dienste einzuordnen. Und das reicht halt vom Publizieren, über die Repräsentation in Google-Search, bis zu Werbung und Anzeigen. Dann wird man zumindest nicht mehr über eine “Google-Wikipedia connection” spekulieren müssen!
Udi Manber, The Official Google Blog, 13 Dezember 2007
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