Wie steht Moodle als Lernplattform eigentlich zum Web 2.0? Ist das Ganze nicht ein Widerspruch? Das Web 2.0, wie wir es nutzen und schätzen gelernt haben, so Peter Baumgartner, ist ein offener Raum, in dem wir Menschen mit gleichen Interessen und Vorlieben begegnen können, die wir heute noch nicht kennen. Web 2.0 in diesem Sinne kann eine Lernplattform nicht abbilden. Will sie auch gar nicht, entgegnet Ralf Hilgenstock. Eine Lernplattform ist ein geschlossener, geschützter Raum, eine Umgebung, in der sich Lehrende und Lernende treffen. Hier wird nicht Web 2.0 gespielt, sondern es werden Web 2.0-Instrumente wie Wikis, Blogs und RSS-Feeds in konkreten Lernszenarien eingesetzt.
Im Grunde genommen geht es in der Diskussion nicht um Moodle und Web 2.0, sondern um Praxiserfahrungen. Irgendwann muss der Schüler, muss der Student, der Lernende “raus”. Früher nannte man es Praktikum, heute ist das Netz ein Praktikumsplatz. Die ersten Schritte können noch in Lernräumen erprobt werden, die mit Hilfe von Moodle und dort integrierten Instrumenten gestaltet werden. Doch irgendwann geht es nicht mehr um Moodle, sondern Lehrende und Lerner verabreden sich im Web, drehen ein Video und veröffentlichen es auf YouTube, schreiben gemeinsam einen Wikipedia-Eintrag und warten gespannt auf die Reaktion der Community, testen das Publizieren eines Blogs, usw. Hier verwaltet Moodle vielleicht noch den Kurs und stellt Räume der Reflektion zur Verfügung, aber die neuen sozialen Kompetenzen werden im Netz erworben.
Ralf Hilgenstock, Moodle-Blog, 19. Dezember 2009
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Jochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management









