In Graz auf der iUNIg-Conference ging es vorletzte Woche um OER. Einige Eindrücke von Teilnehmern stehen online. Hier werden zwei Workshops zusammengefasst. Im einen ging es um rechtliche Rahmenbedingungen, die den Einsatz von OER oftmals erschweren oder eingrenzen. Im anderen um das Open Educational Resources-Angebot der TU Graz. Hier findet sich auch die nette Bemerkung: “Mehr oder weniger nicht vorhanden ist die TU Graz-Studierenden-Blogosphäre.” Und dann das Resümee: “Unsere persönliche Schlussfolgerung ist, dass keine Hochschule auf längere Frist an OER vorbeikommen wird.” Karin Raffer und Brigitte Alice Radl, web literacy lab, 3. Juni 2011
Die Keynote in Graz kam übrigens von Grainne Conole, die Martin Ebner dann gleich vor die L3T-Kamera gesetzt hat (”Grainne Conole about Open Educational Resources”; hier ist ihre Präsentation auf Slideshare).
“Die TU Graz ist weltweit eine der ersten Universitäten, die ein derartiges Angebot zur Verfügung stellt”, heißt es. Nun, wurde ja auch Zeit, ist man versucht zu rufen, immerhin 5 Jahre, nachdem uns Scott Wilson mit der bunten Visualisierung einer VLE (Virtual Learning Environment) inspiriert hat. Seitdem wird das Thema landauf, landab diskutiert, technisch, kulturell, didaktisch, ohne richtig über iGoogle, Netvibes und Pageflakes hinauszukommen. Kein Wunder, diktierte doch Scott Wilson schon 2005 allen Bildungsexperten ins Stammbuch: “The VLE will not be institutional, it will be personal …” Von daher ist dieser erste Prototyp einer PLE, auch wenn er institutional & personal geworden ist, allemal eine Nachricht wert. Vielleicht gibt es ja bald auch noch ein paar Hintergrundinformationen zum Projekt. Bis dahin reicht der Gast-Account, der Externen zur Verfügung steht. Martin Ebner, E-Learning-Blog, 29. Oktober 2010
Wenn Hochschulen ihre Bildungsinhalte im Web frei zugänglich machen, wird von “Open Content” gesprochen. Natürlich will man, dass diese Bildungsinhalte auch genutzt werden und zwar am liebsten von Zielgruppen außerhalb der eigenen Hochschule. Vor diesem Hintergrund haben sich Sandra Schaffert und Martin Ebner angeschaut, was MIT, die Open University und die TU Graz bis heute ins Netz gestellt und über Zugriffe und Downloads berichtet haben. Die Zahlen sind für die Autoren zufriedenstellend und stützen - “ganz im Sinne der Ziele des Bologna-Prozesses” (?) - den eingeschlagenen Weg. Bologna, Open Content, einige Zugriffszahlen. Ich denke, die Analyse darf hier ruhig einen Schritt weiter und tiefer gehen. Martin Ebner und Sandra Schaffert, in: Zeitschrift für E-Learning, 2/2010, 16. Juni 2010 (via E-Learning-Blog)
Ich weiß leider nicht mehr genau, wie ich auf diese Studie gestoßen bin … Wie auch immer, eine kleine Untersuchung, in der gefragt wird, inwieweit Web 2.0-Technologien und -Applikationen in der Hochschulpraxis angekommen sind. 183 Teilnehmer aus drei Veranstaltungen an der TU Graz haben geantwortet. Sind die Ergebnisse überraschend?
“(1) Computer science students have surprisingly little knowledge about the basic technologies, such as AJAX, SOAP and REST, and consequently they also apply these techniques very seldomly in their development projects.
(2) The subjects’ interest in Web 2.0 applications given by frequent passive usage and active content contributions is also surprisingly low. Only media sharing and mashup applications seem to be well established by our subject group. Given the fact, that Web 2.0 is not another bubble in the new economy, curricula need to be adapted in order to educate students accordingly to industry’s needs.” Christian Safran, Christian Guetl und Denis Helic, Institut für Informationsssysteme und Computer Medien an der TU Graz, 2007 (pdf)