Posted on 10 November 2008 by jrobes
Woran kann man eigentlich festmachen, ob ein offenes Online-Projekt wie der Kurs “Connectivism & Connective Knowledge” (CCK08) ein Erfolg ist? Aufmerksame Beobachter berichten von abnehmender Beteiligung in Moodle-Foren, Blogs und Live-Sessions. Nun, am einfachsten wäre es natürlich, wenn sich die Organisatoren zu Beginn klare Ziele gesetzt hätten, an denen man sie messen könnte. Doch für George Siemens und Stephen Downes ist ja bereits die Tatsache, dass CCK08 in dieser Form stattfindet, der größte Erfolg. Dann sind 24 Lerner eingeschrieben und dürfen auf ein Zertifikat hoffen. Und spätestens dann wird es schwierig: Denn der Kurs ist nichts anderes als ein Angebot, das Teilnehmer annehmen und dann für sich bestimmen können, was es ihnen gebracht hat. Selbst, wenn alle Teilnehmer übereinstimmend berichten würden, dass sie mit dem Angebot nichts anfangen konnten, wird es die Organisatoren nicht grämen. Denn dann sollte der aktive und selbstorganisierte Lerner in der Lage sein, mit seinem Feedback und seinem Input selbst die Richtung zu ändern. In der Theorie zumindest. In der Praxis wird es eine der spannenden Aufgaben in naher Zukunft sein, diese informellen Lernerfahrungen greifbar, kommunizierbar, wenn nicht messbar zu machen: als Kompetenzen, die man auf diesem Feld entwickelt hat.
Hier die passenden Selbstreflektionen eines Teilnehmers: “And as a teacher who is being a voluntary student in this experience, I really don’t have any of the student’s experience of the fuzzy end of the lollipop of power: of getting grades that seem unfair (too low or too high), of having to do assignments that seem pointless or stupid or take up too much of my time, of having to listen to someone else drone on about whatever little thing it is that they have spent their life studying, of not being able to do what I want when I want to. That’s life, we tell our students, and part of what you’re learning is to be able to adapt to the real world of deadlines, arbitrariness, and, well, power relations. Learning to be a good student means learning how to negotiate what ideally is a well-designed mock-up of a real-world situation, with some room for do-overs, hopefully with some valuable guidance from someone who knows something you don’t.” (Prof LL’s Second Life)
Connectivism & Connective Knowledge, 4. November 2008
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Posted on 07 November 2008 by jrobes
Der “Connectivism” hat es ja mittlerweile auch hierzulande in die eine oder andere Fachliteratur geschafft. Doch was ist er eigentlich? Eine vollwertige Lerntheorie? John Erpenbeck und Werner Sauter nennen ihn z.B. eine “pragmatische Lernkonzeption” (“Kompetenzentwicklung im Netz”, 2007). Oder versuchen ihre Vertreter, allen voran George Siemens und Stephen Downes, mit diesem Modell nur der wachsenden Bedeutung des Internets gerecht zu werden? Das heißt, gelten die Annahmen des “Connectivism” auch für Lernprozesse, die sich abseits virtueller Netzwerke abspielen? Und wie verhält er sich zu anderen Lerntheorien wie z.B. dem Konstruktivismus? Das sind die Fragen, die in diesem Aufsatz diskutiert werden. Und das ist der Schluss, den die Autoren aus ihren Überlegungen ziehen:
“A paradigm shift, indeed, may be occurring in educational theory, and a new epistemology may be emerging, but it does not seem that connectivism’s contributions to the new paradigm warrant it being treated as a separate learning theory in and of its own right. Connectivism, however, continues to play an important role in the development and emergence of new pedagogies, where control is shifting from the tutor to an increasingly more autonomous learner.”
Die Frage nach dem Status des “Connectivism” ist natürlich auch Thema des Online-Kurses “Connectivism and Connective Knowledge” (siehe hier) gewesen, der gerade läuft. Aber da war der vorliegende Artikel wohl schon geschrieben.
Rita Kop und Adrian Hill, The International Review of Research in Open and Distance Learning (IRRODL), Vol 9, No 3, Oktober 2008
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Posted on 10 October 2008 by jrobes
Ich habe immer Hemmungen, im Rahmen einer Präsentation Themen auf einfache ToDo-Listen oder Tipps runterzubrechen. Welchen Rat auch immer ich so geben würde, er würde im Einzelfall nie passen. Auf der anderen Seite stelle ich spätestens am Vortag einer Konferenz fest, dass mir wieder einmal die Zeit gefehlt hat, ein Thema systematisch und mit einer klaren “Botschaft” vorzustellen. So stellt auch die vorliegende Präsentation nicht mehr als eine erste Annäherung dar.
Eine kurze Lesehilfe: Es geht um Communities und Netzwerke und das Potenzial, das Web 2.0 hier Organisationen und Unternehmen eröffnet. Notwendig ist es aus meiner Sicht, sich auf diesem Weg mit vier Fragestellungen auseinanderzusetzen: 1) Steuerung vs. Selbstorganisation; 2) Offenheit vs. Geschlossenheit; 3) Formal vs. Informell; 4) Individuum vs. Community.
Jochen Robes, KnowTech 2008, Slideshare, 9. Oktober 2008
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Posted on 06 October 2008 by jrobes
Auf den “Connectivism”-Kurs, organisiert von Stephen Downes und George Siemens, habe ich an dieser Stelle bereits hingewiesen. Was noch fehlte, war ein kompletter Überblick über den besonderen Charakter dieses Lernexperiments, den Stephen Downes hier nachholt. Dabei stellt er vor allem seine dezentrale Struktur heraus: “Connectivism & Connective Knowledge is not simply about the use of networks of diverse technologies; it is a network of diverse technologies. … What makes this course unique is the combination of these elements: its large size, its openness, and its for-credit status.”
Connectivism ist also Thema und Lernform zugleich! Dabei hebt Stephen Downes hervor, wie die Teilnehmer vom ersten Tag an die Gestaltung des Kurses in die eigenen Hände genommen haben: “What has been most interesting from a design perspective is how the open structure of the course has enabled students to manage their own participation.”
Bis Anfang Dezember läuft der Kurs noch. Aber ein Fazit steht bereits: “No longer is course delivery the sole provenance of the institution. With a bit of a spark, with social networks and online media, with free applications and the contributions of everyone involved, a community can create and host its own course.” Ja, aber was werden die etablierten Kursanbieter dazu sagen?
Stephen Downes, innovate (journal of online education), Vol. 5, Nr. 1, Oktober/ November 2008 (kostenfreie Registrierung notwendig)
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Posted on 02 October 2008 by jrobes
Heute ist ein Übergangsgang. Gestern die SCOPE 08 in Heidelberg und gleich geht es nach Münster, wo ich morgen beim “Münsterland Giro 2008″ die Radsaison ausklingen lassen werde. Deshalb nur einige erste, schnelle Eindrücke zur SCOPE: die Organisatoren, allen voran Ulrike Reinhard, haben wieder Mut gezeigt, Neues auszuprobieren, und das ist es, was den Charme der Veranstaltung ausmacht. Keine fertigen Referate, sondern Themenangebote und Open Space, dazwischen Trommeln, ein Zeichner, also Raum für Kreativ-Künstlerisches, ein durchgehender Twitter-Stream (#scope08) und zwei externe Referenten, die via Skype in die Konferenz geschaltet wurden. Stephen Downes aus Moncton/Kanada und Peter Kruse aus Bremen, die sich beide als Interviewpartner uns Teilnehmern zur Verfügung stellten. Und das treffendste Statement kam für mich von Peter Kruse (nextpractice), der offensichtlich zum ersten Mal in dieser Form mit einer externen Veranstaltung kommunizierte und davon sprach, dass ihn gerade deswegen die Teilnahme angesprochen hatte - als persönliche Herausforderung und Lernerfahrung! Was will man mehr!
SCOPE 08, 1. Oktober 2008
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Posted on 29 September 2008 by jrobes
Sehr pragmatisch geht Stephen Downes in dieser Präsentation mit der Frage um, was eine (seine) persönliche Lernumgebung auszeichnet: “a place to store (and share) my photos”; “a place to store (and share) my videos”; “a place to write an essay with my colleague in Montreal”; “a way to stay up to date - right up to the date”; “a way to save on phone calls”; “knowing where I’m staying before I get there”; “an easy way to draw pictures”. Dann taucht er tiefer in das Thema ein, stellt Grundprinzipien und Technologien heraus. Kein Aktionsplan, aber ein hilfreicher Überblick. Vielleicht auch ein Stichwort für die Begegnung mit Stephen auf der SCOPE in Heidelberg am Mittwoch.
Stephen Downes, Slideshare, 25. September 2008
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Posted on 18 September 2008 by jrobes
Im Oktober werde ich auf der SCOPE in Heidelberg sein. Meine Aufgabe dort: Eine Q&A-Session mit Stephen Downes zu moderieren. Und so ergab es sich, dass ich am Dienstag mit Stephen via Skype sprechen konnte und folgende Zeilen auf dem SCOPE-Blog festgehalten habe (dort findet sich auch das Audio!):
“Gesagt, getan. Gestern hatte ich das Vergnügen, Stephen Downes zu interviewen. Stephen ist derzeit ein gefragter Gesprächspartner, denn neben seinem normalen Arbeitspensum betreut er in diesen Wochen zusammen mit George Siemens noch einen Online-Kurs über “Connectivism & Connective Knowledge”. Also habe ich die Chance genutzt, ein paar Fragen loswerden: Was hinter diesem Kurs steckt, wie er funktioniert, wie man als Teilnehmer den Überblick behält und welche Rolle er in diesem Mega-Projekt spielt. Und die vielleicht interessanteste Antwort hatte Stephen auf meine Frage, woran er den Erfolg dieses Projektes misst: “It can be done!”, sagte Stephen.”
Jochen Robes, SCOPE 08 - The Future of Learning & Working, 17 September 2008
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Posted on 12 September 2008 by jrobes
Hinter “CCK08″ verbirgt sich das Lernabenteuer, auf das sich George Siemens und Stephen Downes seit Anfang dieser Woche eingelassen haben. Ein offener Online-Kurs über “Connectivism & Connective Knowledge”, unterstützt mit allen Möglichkeiten der Information und des Austauschs, die das Web heute bietet. Zeit für ein erstes Resümee. By the way, es scheint viele Teilnehmer zu geben, die sich ganz auf dieses Projekt einlassen, in Foren, in Lerngruppen vor Ort, in ausführlichen Beiträgen. Ich schaffe leider nur sporadische Blicke. Aber ich habe voraussichtlich die Gelegenheit, Stephen nächsten Dienstag über seine ersten Erfahrungen und Erlebnisse in diesem Projekt zu interviewen! Als Einstimmung auf seinen Beitrag auf der SCOPE 08 im Oktober. Wer mir also noch eine Frage mitgeben möchte, sei hiermit herzlich eingeladen!
“I’ll speak a bit from how I’ve seen things unfold. I’m overwhelmed. Email, Moodle, Google alerts, and live conversations have been abundant. But it has been most interesting to observe how different participants are engaging around content: Second Life communities, language translations, different aggregations, meetups, and more.
Part of the challenge this week has been to actually get into the discussion about connectivism. As can be expected in the first week of the course, we’re all trying to get oriented. In a sense, the question we’re asking this week - What is connectivism? - is what the course is hoping to have answered by the end. Many of the questions being asked now - how does connectivism differ from constructivism? In what sense is learning networked? What about power issues? Does connectivism have a suffiicent research base to even be seriously considered for implementation? - are not going to be resolved quickly. Many of these themes are the focus future weeks.”
George Siemens, Connectivism & Connective Knowledge, 11 September 2008
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Posted on 01 September 2008 by jrobes
“Good teaching is good teaching and teachers don’t need to adjust their teaching to individual students learning styles.” So schließt Daniel Willingham von der University of Virginia auf YouTube seine Ausführungen. Clive Shepherd hat das Video zum Anlass genommen, noch einmal nachzulegen: “No-one doubts that learners differ in terms of personality and preferences, but whether these can be usefully categorised as learning styles is highly debatable and certainly unproven. Teachers and trainers do, anyway, have far more important issues to consider when considering their interactions with learners. By far the most important of these, as far as I’m concerned, is the nature of the learning to be achieved (concepts, principles, rules, facts, social skills, psychomotor skills, problem-solving skills, attitudes, etc.).”
Wichtiger als Lernstile sind, so Clive, z.B. die Motivation des Lerners, sein Vorwissen und seine Kompetenz “zu lernen”. Von anderen Rahmenbedingungen wie Zeit und Kosten ganz zu schweigen. Das trifft ziemlich genau meine Haltung zum Thema. Von daher überrascht mich die Fülle der Kommentare und weiteren Beträge (siehe z.B. Stephen Downes) etwas.
Clive Shepherd, Clive on Learning, 28 August 2008
Nachtrag (19.09.2008): Auch Michael Kerres, Universität Duisburg - Essen, hat inzwischen das Video von Daniel Willingham entdeckt und kommentiert (hier).
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Posted on 29 August 2008 by jrobes
Teemu Arina macht hier noch einmal Werbung für den “MOOC”, den “Massive Open Online Course” über “Connectivism & Connective Knowledge”, den Stephen Downes und George Siemens zwischen September und November anbieten. “Exploring emerging topics in knowledge, learning and technology, It’s going to be held online and will utilize latest Web 2.0 technologies and distributed approaches. What is more important, is that if someone is going to pull this off, it’s George and Stephen, both the most visionary and knowledgeable teachers I’ve ever had online.”
Es gibt ein Konferenz-Blog, ein Konferenz-Wiki und eine Agenda:
- Week 1: (September 7-13) What is Connectivism?
- Week 2: (September 14-20) Rethinking epistemology: Connective knowledge
- Week 3: (September 21-27) Properties of Networks
- Week 4: (September 28-October 4) History of networked learning
- Week 5: (October 5-11) Connectives and Collectives: Distinctions between networks and groups
- Week 6: (October 12-18) Complexity, Chaos and Research
- Week 7: (October 18-25) Instructional design and connectivism
- Week 8: (October 26-November 1) Power, control, validity, and authority in distributed environments
- Week 9: (November 2-8) What becomes of the teacher? New roles for educators
- Week 10: (November 9-15) Openness: social change and future directions
- Week 11: (November 16-22) Systemic change: How do institutions respond?
- Week 12: (November 23-29) The Future of Connectivism
Ich werde sicher vorbeischauen, wann immer sich die Gelegenheit bietet.
Teemu Arina, Tarina, 28 August 2008
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Posted on 27 March 2008 by jrobes
Zehn interessante Dinge, die jedoch sicher mehr als 10 Minuten benötigen! Okay, vielleicht nicht, wenn man Stephen Downes ist. Aber für Normalsterbliche mit einer gehörigen Portion Web 2.0-Affinität. Ich nehme mir mal den zweiten Punkt ganz unverbindlich auf meine Liste:
“Record a 10-minute presentation about something you are working on or learning about, either as audio (use Odeo) or video (use Ustream), and post it on your blog.”
Stephen Downes, eLearn Magazine, 25 März 2008
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Posted on 29 February 2008 by jrobes
Ein schönes Interview mit Stephen Downes über seine persönlichen Lernerfahrungen und Einstellungen zum Lernen heute und morgen.
Ulrike Reinhard: “What are the biggest challenges companies are facing in the field of corporate learning and knowledge management?”
Stephen Downes: “Control. Companies want to maintain control.”
Ulrike Reinhard, Interview mit Stephen Downes, timelines, 26 Februar 2008
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Posted on 01 February 2008 by jrobes
Aus einem Gedankenaustausch wurde dieser kurze Artikel mit einem schönen Beispiel, das genau an der Grenze zwischen Bildung und Werbung angesiedelt ist:
“It can be a fine line that distinguishes advertising from education. Each seeks to modify beliefs, attitudes, and behaviors through the timely presentation of information. Each seeks to engage the viewer, to address a particular need, to pose a solution to a problem.”
Stephen Downes und Lisa Neal, eLearn Magazine, 1 Februar 2008
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