Tag Archive | "bildungsrendite"

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Zukunftsfähig durch Bildung

Posted on 24 October 2008 by jrobes

Pünktlich zum Bildungsgipfel haben McKinsey und die Robert Bosch Stiftung eine Studie zur Lage der Bildung in Deutschland präsentiert. 109 Seiten. Dreh- und Angelpunkt dieses Appells sind der Mangel an 2,4 Millionen Fachkräften, den die Autoren für das Jahr 2020 errechnen und mit einem volkswirtschaftlichen Schaden von 1,2 Billionen Euro beziffern. Wo soll nun eine Bildungsreform ansetzen, um diese Lücke an “Vollzeitäquivalenten” (an diesen Begriff sollte man sich bei der Lektüre schnell gewöhnen!) zu schließen? Im ersten Kapitel werden verschiedene arbeitsmarkt- und bildungspolitische Maßnahmen durchgerechnet, um “Reserven für den Arbeitsmarkt” auszuloten. Im zweiten Kapitel konzentrieren sich die Autoren auf zwei Felder, auf denen sie unmittelbaren Handlungsdruck sehen: im Schulbereich wird die Professionalisierung des Leitungspersonals, im Ausbildungsbereich die akademische Qualifizierung von Facharbeitern erörtert. Kurze pädagogische Exkurse und der Blick auf einige Erfolgsmodelle jenseits unserer Grenzen komplettieren die Studie.

Mein Fazit: Man muss schon bildungspolitisch und -ökonomisch vorbelastet sein, um wirklich Vergnügen an dieser Ausarbeitung zu finden. Denn hier geht es um Bildung als “volkswirtschaftliches Vermögen” und als “Investition”, um “Bildungsrenditen”, um den nationalen “Bildungsvorsprung”, den es (wieder) zu gewinnen gilt, und immer um Innovationen und die Sicherung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit. Da kann es bei der Lektüre durchaus passieren, dass man bei der Forderung nach einer “Individualisierung von Bildungswegen” noch nickt, aber nur wenige Zeilen später beim “Case-Management”, das eine Bildungslaufbahn begleiten soll, erschrickt. Wenig überraschend, dass es auch Bildungstechnologien (von eLearning oder Wissensmanagement ganz zu schweigen) nicht in dieses Bild “zukunftsfähiger” Bildung geschafft haben.
McKinsey & Company im Auftrag der Robert Bosch Stiftung, unter Mitwirkung von Hartmut Ditton, Peter Fauser, Manfred Prenzel, Jürgen Oelkers und Michael Schratz, 15. Oktober 2008 

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DUMMHEIT gibt’s gratis

Posted on 13 May 2008 by jrobes

Ein ganzes Heft “Bildung”, oder genau genommen, zur “Ökonomie der Bildung”. Natürlich schreiben die brand eins-Autoren auch hier wieder gegen das Konventionelle und Starre, gegen Industrialisierung und Bürokratisierung, suchen Spuren für kreative Ideen, die neben der Spur liegen, feiern unorthodoxe Bildungskarrieren und unmögliche Marktmodelle. Widersprüche werden genußvoll aufgedeckt - und gerne auch produziert. Da steht schnell das Humboldt’sche Bildungsideal neben Start-ups in Silicon Valley. Aber das Ganze ist ein Lesevergnügen mit vielen Inspirationen!!

Einige Stichworte: Geschäftsmodell Universität; Bildungsrendite; Forschungsförderung; eine hierarchiefreie Unternehmensberatung; eine Web 2.0-Schule. Wenn man das Schwerpunktthema gerade hinter sich gelassen hat, folgt noch ein spannender Artikel, der sich mit dem Wissenstransfer via Storytelling auseinandersetzt. Und zwar kritisch und gut: “Eine Wissensübergabe kurz vor Ausscheiden eines Mitarbeiters ist nur Symptombekämpfung”, heißt es da unter anderem.

Derzeit gibt es allerdings nur eine kleine Auswahl an Texten online zu lesen. Warten ist also angesagt. Oder kaufen.
brand eins, 5/ 2008

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Renditen betrieblicher Weiterbildung in Österreich

Posted on 04 April 2008 by jrobes

In der Pressemitteilung der Arbeiterkammer Wien finden sich klare Aussagen: “Jeder Euro, der zusätzlich in Weiterbildung investiert wird, bringt 13 Euro für das Unternehmen.” Und: “Investitionen in Weiterbildung bringen vier Prozent mehr Produktivität.” Dann: “Betriebe, die mehr in Weiterbildung investieren, zahlen durchschnittlich auch höhere Löhne und Gehälter.”

Nun ist erhöhte Produktivität noch kein Gewinn, und man ahnt auch, dass in Weiterbildung investierte Euros sich nicht endlos um den Faktor 13 vermehren. In der Studie selbst, die ich nur hartgesottenen Ökonomen zur Lektüre empfehlen kann, heißt es wohl deswegen am Schluss ehrlich: “Zusammenfassend kann behauptet werden, dass Weiterbildungsmaßnahmen und die Produktivität österreichischer Firmen in einem positiven Zusammenhang stehen. Mit den vorliegenden Daten kann nicht festgestellt werden, ob die Produktivität durch die Weiterbildungen ansteigt oder ob produktivere Firmen mehr in ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen investieren.”
Immerhin: “ein positiver Zusammenhang”!
René Böheim und Nicole Schneeweis, Institut für Volkswirtschaftslehre, Johannes Kepler Universität Linz, September 2007 (pdf)

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
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