Posted on 22 October 2010 by jrobes
“Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) setzt in seiner Ausbildung neue Maßstäbe und führt den Europäischen Computerführerschein (ECDL) als neuen Standard für die IT-Grundkenntnisse seiner Auszubildenden ein.” So zu lesen in einer Pressemitteilung vom Tage. Was gehört eigentlich zum ECDL, habe ich mich gefragt? Nun, er umfasst die folgenden sieben Module: 1: Grundlagen der Informationstechnologie (IT/ICT), 2: Betriebssysteme, 3: Textverarbeitung, 4: Tabellenkalkulation, 5: Datenbanken, 6: Präsentationen, 7: Internet und Kommunikation. Ein Blick in das aktuelle Inhaltsverzeichnis dieser Module bestätigt den ersten Eindruck: Es geht weniger um die Vermittlung einer grundlegenden “digital literacy”, sondern darum, konkrete Aufgaben am Büroarbeitsplatz auszuführen. Computer statt Cloud, Word statt Facebook. Bleibt die Frage: Führerschein oder Seepferdchen?
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Pressemitteilung, 22. Oktober 2010
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Posted on 28 April 2010 by jrobes
In der heutigen Pressemitteilung heißt es: “Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010 (Vorversion) ist erschienen. Der wissenschaftliche, Indikatoren gestützte Datenteil zum Berufsbildungsbericht des BMBF erscheint in diesem Jahr zum zweiten Mal und enthält Informationen und Analysen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung.” 440 Seiten, auf denen es zuerst und vor allem um Ausbildung und dann um Weiterbildung geht. Erst auf Seite 281 ist nämlich nachzulesen, dass die Teilnahmequote an beruflicher Weiterbildung seit 2003 stagniert. Und auf Seite 287 gibt es den Hinweis, dass man nicht zuletzt deshalb seit einigen Jahren auch informelle Weiterbildungsaktivitäten zu erfassen versucht. Im vorliegenden Datenreport ist deshalb die Rede von einer “Teilnahmequote an informeller beruflicher Weiterbildung”. Wer vermutet, dass diese bei 100% liegt, liegt falsch.
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 28. April 2010
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Posted on 15 December 2009 by jrobes
Über Bildungscontrolling wird heute wenig gesprochen und geschrieben, weniger, als noch vor fünf oder zehn Jahren. Doch wie sieht es in der Unternehmenspraxis aus? Steht das Thema überhaupt noch auf der Agenda? Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat nach 1997 eine erneute Befragung zum betrieblichen Bildungscontrolling durchgeführt und die Ergebnisse ausgewertet. Diese Auswertung, die online vorliegt, bietet einen kurzen, aber umfassenden Überblick zum Thema - vor allem dort, wo die einzelnen Teilelemente des Bildungscontrollings aufgelistet und diskutiert werden. Deshalb lohnt sich die Lektüre!
Aber kurz zu den Ergebnissen: Viel hat sich seit 1997 nicht verändert, auch wenn sich BIBB-Autor Bernd Käpplinger große Mühe gibt, Bewegungen in einzelnen Teilsegmenten zu entdecken (und zu interpretieren). Bildungscontrolling war und ist vor allem ein Thema für große und bildungsaktive Unternehmen. Und Bildungscontrolling bedeutet hier in erster Linie die Erfassung der Weiterbildungskosten; dagegen wird selten systematisch nach dem Nutzen von Weiterbildung gefragt, und Maßnahmen zur Transfersicherung stehen, wen wundert’s, am Ende der Skala. “Offensichtlich scheiden sich am Bildungscontrolling die Geister”, muss dann auch der Autor mit Blick auf die vorliegenden Zahlen zugeben.
Ich denke, Bildungscontrolling hat an Aufmerksamkeit verloren, weil man sich an vielen Stellen von den Versuchen verabschiedet hat, den Return on Invest von Bildung zu erheben. Das ist gut so. Teilelemente des Bildungscontrollings sind zudem heute in vielen Großunternehmen Standard, ohne dass man den Begriff bemüht oder Ressourcen für die Durchführung entsprechender Maßnahmen reserviert. Aber das zu erklären, überlasse ich lieber den BIBB-Autoren.
Bernd Käpplinger, in: BIBB-Report, 13/09, 11. Dezember 2009
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Posted on 28 August 2009 by jrobes
Wer “Daten, Fakten und Analysen” zur beruflichen Bildung sucht, findet in diesem Datenreport des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ausreichend Informationen. Wobei man sich hier auf bereits veröffentlichtes Material bezieht, wie die Erhebungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft, des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sowie die CVTS-Studien (siehe mein letzter Eintrag zum Thema). Die präsentierten Ergebnisse sind daher nicht überraschend: “Fazit: Betriebliche Weiterbildung - Deutschland weiterhin nur im europäischen Mittelfeld”: “Im Jahr 2005 boten in Deutschland weniger Unternehmen als 1999 ihren Beschäftigten betriebliche Weiterbildungen an, und weniger Beschäftigte haben an betrieblicher Weiterbildung teilgenommen.” (S. 251)
Schön ist, dass es eine Reihe erklärender Hinweise zu den unterschiedlichen Ergebnissen der verschiedenen Erhebungen in Deutschland gibt; schön auch, dass der Datenreport sowohl online als auch in gedruckter Form kostenfrei zur Verfügung steht; schade ist, dass auf dem Abstraktionsniveau dieses Reports Fragen des informellen Lernens oder der Bildungstechnologie keine Rolle spielen bzw. spielen können, weil kein entsprechendes Datenmaterial vorliegt.
Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), 18. August 2009
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Posted on 12 June 2009 by jrobes

Ungefähr dreimal im Jahr suche ich mir für Vorträge oder Artikel Zahlenmaterial zur Weiterbildung in Deutschland zusammen. Vor einigen Wochen habe ich mich wieder dieser Übung unterworfen und weil sie recht mühselig ist, will ich an dieser Stelle einige Links festhalten, die entsprechendes Datenmaterial im Netz zugänglich machen.Vielleicht spart es nicht nur mir etwas Zeit.
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Posted on 25 March 2009 by jrobes
Schon vor einem Jahr erschien diese Meldung, nur lag damals der Fokus auf Europa. Jetzt also: “Die betriebliche Weiterbildung in Deutschland stagniert, teilweise ist sie sogar rückläufig. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland weiterhin nur einen Platz im Mittelfeld ein.” Denn im Rahmen der dritten europäischen Erhebung über die berufliche Weiterbildung in Unternehmen (Continuing Vocational Training Survey, CVTS3) gab es eine nationale Zusatzerhebung, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Sie bietet weitere Informationen zum Stand der betrieblichen Weiterbildung in Deutschland. Stichworte sind die Unterstützung der Weiterbildung durch Unternehmen, Lernformen, relevante Kompetenzen und die Unterstützung älterer Beschäftigter. Alles natürlich im Rahmen der “großen” Tendenz.
Zwei Punkte seien an dieser Stelle erwähnt: Die Bedeutung von Soft Skills hat sich, so die Erhebung, zwischen 1999 und 2005 fast verdoppelt (in Bezug auf Teilnahmestunden). Und was die “Lernformen der betrieblichen Weiterbildung” betrifft, schafft es e-Learning nach wie vor nicht auf diese kurze, exklusive Liste und soll wohl mitgedacht werden, wenn man “selbstgesteuertes Lernen” liest.
Dick Moraal, Barbara Lorig, Daniel Schreiber und Ulrike Azeez, in: BIBB-Report, 7/09, 26. Januar 2009
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Posted on 19 May 2008 by jrobes
Im Vorwort dieser Auswahlbibliografie wird es auf den Punkt gebracht: In der Berufsbildungsforschung und -pädagogik führt der Weg seit den 1990er Jahren von der Qualifikation zur Kompetenz. Und in der europäischen Berufsbildungsdiskussion bildet der Kompetenzbegriff die Grundlage für die verschiedenen Stufen des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR). In der betrieblichen Weiterbildung ist er noch nicht so richtig angekommen, auch wenn Fragen der “Praxisrelevanz” und der “Integration von Lernen und Arbeiten” in diese Richtung zielen. Vielleicht hilft da die vorliegende Zusammenstellung von ca. 100 Hinweisen auf deutschsprachige Literatur aus den Jahren 2005 - 2008, jeweils mit kurzen Hinweisen auf den Inhalt. Sehr nützlich.
Markus Linten und Sabine Prüstel, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), März 2008 (pdf)
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Posted on 21 April 2008 by jrobes
Ich muss zugeben, dass ich mit dem Thema noch nicht warm geworden bin. Klar scheint, dass der demografische Wandel zu “alternden Belegschaften” führen wird. Aber was folgt daraus für die Weiterbildung? Okay, die Teilnehmerquote älterer Mitarbeiter ist bescheiden, das ist ein ToDo für das Personalmanagement. Aber sonst? Spezielle Bildungsangebote für Ältere? Intergenerationelles Lernen? Vielleicht ist es das Generationenkonzept (= ältere Mitarbeiter als besondere Zielgruppe, “Generation 50plus”), das hier durchschimmert und an das ich mich noch nicht gewöhnt habe.
Wer bereits einen Schritt weiter ist, dem hilft sicher diese aktuelle, umfassende und, das ist vielleicht das Wichtigste, kommentierte Zusammenstellung von Literatur zum Thema. Die Angaben stammen aus der Literaturdatenbank Berufliche Bildung, vieles mit direktem Link zur Fundstelle und alles aus den Jahren 2004-2008.
Markus Linten und Sabine Prüstel, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Februar 2008 (pdf)
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