Andrew McAfee (”Enterprise 2.0: New Collaborative Tools for Your Organization’s Toughest Challenges”) fasst hier einige Blog-Artikel der letzten Wochen zusammen. Sie kreisen um die Frage, wie Enterprise 2.0 - “the use of emergent social software platforms by companies” - von Unternehmen angenommen und umgesetzt wird. Stichworte sind die Integration in bestehende Arbeitsprozesse und Workflows, die Attraktivität von “contextual collaboration” und der “business impact” von enterprise 2.0. Dazu gehört auch folgende kurze Story:
“John Hagel, co-chairman of Deloitte’s Center for the Edge, relates how a “bunch of old guys” in the Metropolitan Transit Authority’s maintenance department took to a microblogging tool to help them solve a nagging problem: locating hard-to-find parts for buses. “It completely transformed their view of social software,” Hagel said at the Enterprise 2.0 Conference. “They drilled down and saw they could use technology to affect operating performance.”
Sehr schön. Bildung und Qualifizierung hinken hier leider hinterher. Sie müssen darauf vertrauen, dass andere im Unternehmen “emergent social software platforms” einführen, um selbst solche Geschichten zu entwickeln. Aber die Zeit wird kommen. Andrew McAfee, Andrew McAfee’s Blog, 6. September 2011
Ich habe zugesagt, in den nächsten Tagen etwas über Google Plus zu schreiben. Also experimentiere ich gerade etwas mit der Plattform, überlege, ob und wie sie in mein Social Media-Portfolio passen könnte und lese, was andere über ihre ersten Schritte und Eindrücke berichten. Apropos über Google Plus lesen: Mit Google Plus, aber nicht durch Google Plus ausgelöst, wird ja aktuell vor allem über Klarnamenzwang im Netz, über Privatsphäre und Datenschutz debattiert. Google Plus, aber auch Facebook und Twitter, bieten im Moment die Folie, auf der über Grundlegendes, Politisches und Juristisches, diskutiert wird. Zumindest hierzulande. Wenn ich mir anschaue, was Andrew McAfee, Nicholas Carr, Luis Suarez oder George Siemens zum Thema berichten, spielen diese Stichworte nur eine untergeordnete Rolle. Continue Reading
Die Präsentation von Jane Hart beinhaltet viele Hochglanzfotos und einen Werbeblock auf den letzten Seiten. Aber dazwischen finden sich interessante Formeln und Aufzählungen, die den “Iceberg of Workplace Learning” beschreiben, allen voran die “8 key features how the Smart Worker works and learns today”. Jane Hart, Slideshare, 23. August 2011
Ich bin zwar schon mit anderthalb Beinen im Urlaub, aber ich wollte die Woche dann doch nicht verstreichen lassen ohne eine erste Referenz auf Google Plus. Beat Döbeli Honegger schlägt hier einen schönen Bogen von Google zur Medienkompetenz. Denn das schnelle Aufflammen dieses neuen Netzwerks zeigt, dass es nie darum gehen kann, einzelne Tools oder Technologien zu beherrschen bzw. den Umgang mit ihnen zu vermitteln. Mehr ist im Moment wahrscheinlich in Sachen Google Plus & Bildung auch nicht zu sagen. Beat Döbeli Honegger, Beat Web/ WebLog, 22. Juli 2011
Wieder hat Jane Hart ein Update ihres “The State of Learning in the Workplace Today”-Artikels verfasst. Der erste Teil verspricht “20 reasons the traditional Training/L&D Department needs to change”. Diese Dramaturgie gefällt mir (das wäre auch eine schöne, klare Präsentation mit 20 Slides), inhaltlich ist noch einiges redundant. Eben “work in progress”.
“1. Most people’s learning in the workplace (around 80%) takes place outside of formal learning …
2.There is no such thing as a training problem. …
3. Improving performance is more than just training …
4. The role of the Training/L&D dept involves more than just filling in the (knowledge and skills) gaps …
5. Most learning is social …
…” Jane Hart, Centre for Learning & Performance Technologies (C4LPT), 21. Juli 2011
Neben all den offenen, netzwerkgestützten Formen des Austauschs hat sich in den letzten Monaten auch die klassische Debatte im “Oxford-Stil” behauptet. Der Economist z.B. pflegt sie regelmäßig, und auch Epic, einer der größten E-Learning-Anbieter in UK, ruft jetzt zum 4. Streitgespräch auf. Die “motion” lautet: “This house believes that as social learning grows, so the requirement for traditional training department shrinks.” Zwei Experten stützen das Argument (darunter Jane Hart), zwei Experten votieren dagegen (darunter Clive Shepherd). Vieles ist eine Frage der Perspektive bzw. hängt davon ab, wie man “social” interpretiert und wie groß oder klein man “change” schreibt. Leser können kommentieren und voten (im Moment steht es 54% zu 46%). Und sich irgendwann in Oxford begrüßen. Epic, 20. Juli 2011
Über den Lurker liest man in Wikipedia: “Lurker (engl. to lurk, lauern, schleichen) ist eine Bezeichnung für passive, also nur lesende Teilnehmer einer Newsgroup, eines Forums oder einer Mailingliste.” Wer sich mit Social Learning beschäftigt, mit dem Lernen in Netzwerken und Communities, stößt irgendwann auf diesen Lurker. Aber damit beginnt meist erst die Diskussion. Denn was früher vielleicht “Beteiligung am Unterricht” hieß und Lehrern und Schülern klare Hausaufgaben mitgab, verschwimmt in den Weiten des Netzes und des selbstorganisierten Lernens. Verschiedene Standpunkte bieten sich heute an, den Lurker zu diskutieren:
Vielleicht ist Job-Titel von Dan Pontefract die Zukunft: Er ist “Director of Learning & Collaboration” bei TELUS, einem kanadischen Telekommunikations-Unternehmen mit über 35.000 Mitarbeitern. “Lernen & Zusammenarbeit” also, eine noch ungewöhnliche, aber naheliegende Verbindung, wenn man an “social learning” denkt. In diesem Video stellt er kurz einige Lösungen vor, die bei TELUS eingesetzt werden: eine Microblogging- (Buzz) und eine Video- (TELUS Tube) Plattform sowie Team-Wikis und -Blogs (Habitat Collaboration). Wer noch mehr aus diesem Video herausholen möchte, kann bei Luis Suarez weiterlesen. Dan Pontefract, YouTube, 5. Juli 2011
Am Duisburger Learning Lab wird seit einigen Monaten eine soziale Lernplattform eingesetzt mit der schönen Bezeichnung “Online-Campus Next Generation” (OCNG). Es ist eine Plattform, die versucht, die sozialen Beziehungen und den Informationsaustausch nicht nur auf Kurse oder Lernräume zu beschränken (wie z.B. ein klassisches LMS), sie aber auch nicht auf einfache Formeln wie “friend” oder “no friend” zu reduzieren (wie z.B. Facebook und Twitter).
In diesem Blogpost bietet Michael Kerres, an dessen Lehrstuhl das Learning Lab hängt, zwei Beschreibungen des OCNG an. Die erste lautet kurz und knapp: “Die Lernplattform funktioniert so wie Google Plus.” Die zweite ist etwas länger und findet sich im Artikel: “Modellierung sozialer Kommunikation in Social Software und Lernplattformen” (Tobias Hölterhof, Michael Kerres). Hier werden Vor- und Nachteile verschiedener Plattform-Konzepte abgewogen.
Dazu eine Anmerkung: Ausgangspunkt dieser Abwägungen ist die einzelne Plattform, die “die vielfältigen Formen lebensweltlicher sozialer Kommunikation” besser oder schlechter abbildet. Das ist aus dem Blickwinkel eines Bildungsdienstleisters nachvollziehbar. Der Nutzer und Lerner wiederum kennt diesen Blickwinkel gar nicht. Er lebt, mit oder ohne Web, in vielfältigen Beziehungen und Netzwerken. Die Beschränkungen, die der Soziologe einer Plattform wie Facebook (”friend”/ “no friend”) zuschreibt, hebt der Nutzer durch seine parallele Teilhabe in verschiedenen Netzwerken auf. Kritisch wird es möglicherweise erst, wenn sich die Erfahrungswelt auf einige wenige Netzwerke oder eine einzige Plattform (wie Facebook) reduziert. Wie im Leben vor Social Media. Michael Kerres, Learning Lab, 8. Juli 2011
Donald Clark geht hier sehr pragmatisch auf einige Einwände aus der Unternehmenspraxis ein, die den Einsatz von Social Media begleiten: von “dumbness of crowds”, “weapons of mass distraction” bis “security”. Dabei versucht er, diese Einwände nicht abzubügeln, sondern mit Verständnis und einfachen Ratschlägen zu begegnen.
“However, it’s easy for academics and advisors who have never really had to ‘run’ an organisation, or take responsibility for real jobs and lives, to get over-excited about their passions. They themselves can be subject to social conformity, groupthink, non-alignment and hype. It’s important that this type of over-optimism is not at the expense of realism.” 15 Kommentare so weit. Donald Clark, Donald Clark Plan B, 11. Juni 2011
Heute hat, wie bereits erwähnt, das Fachforum “Lernen in sozialen Netzwerken” stattgefunden. Ich habe noch Herrn Larbig gehört. Und Rene Scheppler, wie er über die “Klasse(n)Blogs” an der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden berichtet hat. Und dann haben wir unser OpenCourse-Projekt vorstellen dürfen. Das geschah in zwei Etappen: Zuerst habe ich kurz über Hintergründe und Kontext informiert (Folien anbei), und dann haben Claudia Bremer, David Weiß und ich den Kurs selbst vorgestellt, inklusive einiger Zahlen und ersten Eindrücken. Schön, dass einige OpenCourse-Teilnehmer vor Ort waren, um die Chance einer “realen” Begegnung zu nutzen und ihre Anmerkungen beizusteuern! Danke an @herrlarbig, @mons7, @designeon, @KhPape und … Jochen Robes, Slideshare, 21. Juni 2011
Gleich beginnt das Fachforum “Lernen in sozialen Netzwerken”, zu dem studiumdigitale heute ins Gästehaus der Goethe-Universität Frankfurt einlädt. Torsten Larbig ist auch dort und hat sein Vortragsskript bereits ins Netz gestellt. Es sind sehr persönliche Überlegungen eines Lehrers, der irgendwann seinen ersten Blog startete und sich heute seine Fortbildung vor allem aus den informellen, sozialen Netzwerken des Webs “holt”. Seine Zusammenfassung:
“Es zeichnet sich für mich eine völlig neue, nicht formelle und entsprechend nicht über klassische Zertifizierungssysteme abzudeckende Form des Lernens ab. Nicht, dass wir keine formelle Bildung mehr bräuchten. Aber in der Fortbildung nach der Berufsausbildung oder dem Studium werden sich informelle Formen des Lernens heraus kristallisieren, die demokratisierend wirken, weil nicht mehr Zertifikate im Zentrum stehen, sondern die konkrete „Leistung“, die nachvollziehbare Kompetenz.” Torsten Larbig, herrlarbig.de, 20. Juni 2011
In Mailand findet gerade das Social Business Forum statt. Auf den Konferenzseiten ist eine Reihe von interessanten Interviews mit den Referenten versammelt, die im Vorfeld der Konferenz geführt wurden. U.a. dieses mit George Siemens, der hier einige Dinge zum Stichwort “social learning” sehr schön auf den Punkt bringt. Und damit Stoff zum Nachdenken und Diskutieren liefert. Deshalb will ich etwas länger zitieren: Continue Reading
Jane Hart hat das nächste Projekt gestartet. Ein offener Online-Kurs auf ihrer neuen Social Community-Plattform “Share&Learn” (BuddyPress), wo sich mittlerweile über 450 Mitglieder eingeschrieben haben. Ein “Gesamt-Paket”, das aus Kurs, Plattform, Community, Buch usw. besteht. Eine Verbindung aus Struktur (”30 assignments”) und Netzwerk.
Daniel Stoller-Schai ist als „Head E-Learning Switzerland“ für die UBS AG tätig und seit vielen Jahren in der Bildungs-Community aktiv. In diesem Interview geht es um die ungebrochene Aktualität des Wissensmanagements. Hier ist Daniels’ Antwort auf die Frage, wie er mit 100.000 Euro sein Thema anstoßen würde:
“Ich würde zuerst das Topmanagement in eine Retraite einladen und dort das Buch “Cluetrain Manifesto” mit Ihnen lesen und sie mit interessanten Exponenten aus der WM und Social Media Szene zusammenbringen; dann würde ich sie überzeugen, eine konzernweite Jam-Session (ähnlich wie bei IBM) durchzuführen. Das Projekt, das von den Mitarbeitenden als bestes bewertet wird, bekommt die 100K € Startkapital.” Nicole Behringer, wissensdialoge, 27. Mai 2011
“Social Media ist auf dem Sprung, immer breiter in die Arbeitswelt einzuziehen”, schreibt Joachim Niemeier. Dort wiederum treffen die neuen Möglichkeiten auf ganz unterschiedliche Mitarbeiter: z.B. die Social Media-Aktiven, die Digital Natives (die wiederum nicht zwangsläufig mit den neuen Technologien vertraut sein müssen) sowie die große Gruppe derer, die noch nicht viel mit Social Media zu tun hatten. Deshalb entwickeln erste Unternehmen konkrete Lernangebote, um die Kompetenzen für einen bewußten und reflektierten Umgang mit diesen Medien zu vermitteln.
Wie ein solches Lernangebot aussehen könnte, hat gestern Ellen Trude von Bayer Business Services im Rahmen unseres OpenCourses präsentiert. Wichtige Stichworte waren “entdecken” (statt vermitteln), “Lernbegleiter” (statt Trainer) und “Community” (statt e-Learning). Alles weitere, inklusive der wichtigsten Links, hat Joachim Niemeier dankenswerter zusammengefasst. Joachim Niemeier, centrestage, 12. Mai 2011
Vor ein paar Tagen hatte ich mit Sascha Reimann (managerSeminare) über Communities, Communities of Practice und Netzwerke geplaudert, ihre Möglichkeiten, ihre Grenzen sowie ihre Unterschiede. In der aktuellen Ausgabe von Training aktuell ist jetzt der Artikel erschienen, der gut zum Thema unserer OpenCourse-Woche passt. Findet auch Nicole Bußmann (@NicoleBussmann), die ihn mir bzw. uns netterweise zur Verfügung stellt.
“Der Begriff ist in Mode: Immer häufiger bezeichnen sich Expertenrunden – Verbands-Foren, Xing-Gruppen oder andere Plattformen für den fachlichen Austausch – als Communities of Practice. Auch wenn der Begriff streng genommen nicht immer zutrifft (s. Kasten S. 40), markiert seine Konjunktur einen Trend, der selbstorganisierte Weiterbildung mit dem von Social Media geprägten Netzwerkgedanken verbindet.” Sascha Reimann, Training aktuell, Mai 2011, S. 39-41 (pdf)
Ellen Trude berichtet hier von einer unternehmensinternen Weiterbildung mit dem programmatischen Titel “Enjoy Social Media”. Langsam scheint sich also durchzusetzen, dass die neuen technischen Möglichkeiten nicht nur für das Branding, Marketing und Recruiting interessant sind, sondern zunehmend den Arbeitsalltag aller Mitarbeiter zu prägen. Bleibt nur noch die Frage, wie man das Thema vermittelt, ohne in überholte Muster und Routinen zu verfallen. Also:
“Bei Enjoy Social Media: … wird nichts gelehrt: es gibt keine Vorträge, PowerPoint-Sessions, Handbücher, ist die Trainingsunterlage im pdf-Format Geschichte. Alle Inhalte sind “offen”, das heißt, können (und sollen) von den Lernenden verändert werden. …”
Mehr von Ellen Trude über das Projekt am 11. Mai im Rahmen unseres OpenCourses oder im aktuellen Werk von Armin Trost und Thomas Jenewein, “Personalentwicklung 2.0″. Ellen Trude, trainingkonzepte, 4. Mai 2011
Die Frage, wie die Infrastruktur aussieht, mit der wir künftig arbeiten, kommunizieren und lernen, wird uns noch eine Weile beschäftigen. Auch Learning Management Systeme stehen hier zur Diskussion. Viele Plattformen entwickeln sich zu Alleskönnern, aber mit klaren Schwerpunkten. Denn die Anforderungen, die wir in den verschiedenen Alltags- und Arbeitssituationen stellen, sind zwar ähnlich, die Ziele, die wir verfolgen, aber oft sehr unterschiedlich: von formal bis informell und privat. Harold Jarche fasst die Herausforderung gut zusammen - in Wort und Bild.
“My experience is that there is no platform that covers the entire spectrum. Open networking environments lack the tools needed for project work while enterprise collaboration systems lack openness and flexibility. There is an opportunity for platforms like Yammer & Socialcast or Brainpark to bridge the structured with the informal.” Harold Jarche, Life in Perpetual Beta, 14. April 2011
Yammer ist ein kleines faszinierendes Tool, eine Art „Facebook light”. Es ist im Kern eine Microblogging-Plattform für den internen Einsatz, ohne die Beschränkung auf 140 Zeichen und mit einer Reihe weiterer Features, die den informellen Informationsaustausch erleichtern. Wenn ich heute daran denke, wie man das informelle Lernen unterstützen, wie man formale Qualifizierungsangebote mit alltäglichen Routinen verknüpfen kann, denke ich an solche Plattformen. Der vorliegende Erfahrungsbericht beschreibt sowohl die mit Yammer verbundenen Möglichkeiten und Grenzen, aber auch die Schwierigkeiten, andere mit an Bord einer Community zu bekommen. Ian Thorpe, KM on a dollar a day, 25. März 2011
Hier zur Illustration die Seite der “Social Learning Community”, eine offene Yammer-Community, ins Leben gerufen von Jane Hart: