Eine Reihe von Merksätzen des Experten-Teams der Internet Time Alliance, wunderbar illustriert, die eine Richtung vorgeben: die wachsende Bedeutung des informellen, selbstorganisierten, Social Learning via Social Media, im Austausch mit Anderen und durch praktische Erfahrungen und die Konsequenzen für Corporate Learning. Harold Jarche, Slideshare, 25. Januar 2012
Die Botschaft von Donald Clark ist klar und einfach: Wer über “social media in learning” nachdenkt, sollte dort hingehen, wo es stattfindet: auf Facebook. Sieben Gründe, die dafür sprechen, zählt er auf. Und für alle, die es nicht-öffentlich wollen, gibt es ja Facebook-Groups. Donald Clark, Donald Clark Plan B, 18. Januar 2012
Das Social Web bringt Potenziale für ein partizipatives Lernen mit sich. Aber was bleibt davon übrig, wenn Social Media in formalen Bildungskontexten zur Anwendung kommen? Nur die “verordnete Partizipation”, wie es so schön im Untertitel dieses Beitrags heißt? Um eine Antwort zu finden, widmet sich Kerstin Mayrberger sehr intensiv dem Begriff der “Partizipation” und erinnert in diesem Zusammenhang an verschiedene Stufenmodelle, die Grade von Partizipation aufzeichnen. Dieser Spur folgt sie, um schließlich das Herzstück ihres Beitrags, ein “Stufenmodell für partizipatives Lernen in formalen Bildungskontexten” zu entwickeln. Es soll “einen differenzierten Umgang mit den Grenzen und Möglichkeiten von Social Software beim Lehren und Lernen” erlauben. Und an anderer Stelle heißt es: “Digitale Medien und besonders Social Software können je nach mediendidaktischer Entscheidung in jeder Stufe die partizipativen Prozesse fördern und einfordern.” Eine anspruchsvolle, aber lohnenswerte Lektüre. Kerstin Mayrberger, MedienPädagogik, 21/ 2011, 12. Januar 2012 (pdf)
Schon zum fünften Mal haben die McKinsey-Experten gefragt, ob und wie Unternehmen Social Media (hier: Social Technologies) nutzen. 4.261 Antworten wurden ausgewertet. Was kam heraus? Nun, zum einen die Bestätigung, dass Social Technologies ein Thema sind: “Seventy-two percent of the respondents report that their companies are deploying at least one technology, and more than 40 percent say that social networking and blogs are now in use.” Zum anderen die Beobachtung, dass man die Unternehmen mit Blick auf ihre Nutzung von Social Technologies in vier Gruppen einteilen kann: “developing”, “internally networked”, “externally networked” und “fully networked”. Wenig überraschend, “the number of fully networked organizations is small”.
Überraschender ist möglicherweise die Beobachtung der Experten, dass sich Unternehmen keineswegs kontinuierlich in Richtung “fully networked” entwickeln, sondern gerne auch in das Stadium “developing” zurückfallen. Was für mich aber vor allem ein Hinweis dafür ist, dass Online-Befragungen und Selbstauskünfte schnell an Grenzen stoßen und unsere Messwerkzeuge für Erfolg und Nutzen von Social Media heute noch wenig ausgeprägt sind. Jacques Bughin, Angela Hung Byers und Michael Chui, McKinsey Quarterly, November 2011
“Knowledge management is what company management tells me I need to know, based on what they think is important.
Social media is how my peers show me what they think is important, based on their experience and in a way that I can judge for myself.”
Um daran anzuschließen: “We’re long past the time to seek control; it’s time to engage people.” Nun, ich glaube auch, dass es da einen Gegensatz gibt, aber ich würde ihn nicht an den Begriffen festmachen, sondern an den Personen und Organisationen, die hinter ihnen stehen. Wer seit den 1990er Jahren versucht, Wissensmanagement in die Unternehmen zu tragen, steht den jüngeren Tools und Konzepten rund um Social Media oft misstrauisch oder erstaunt, manchmal auch fasziniert, gegenüber. Wer Unternehmen beim “Management” ihres Wissens unterstützen will, denkt häufig in Konzepten, die sich nur schwer mit der Selbstorganisation und Eigendynamik von Netzwerken vertragen. Anthony J. Bradley und Mark P. McDonald, HBR Blog Network, 26. Oktober 2011
Die 26. Ausgabe der eLearning Papers liegt vor. Angekündigt wird eine Mischung aus Theorie und Praxis, in deren Zentrum der Einsatz von Social Networking-Tools im Lehr-und Lernbetrieb steht. Open Educational Resources sind auch ein Thema, in einem Artikel stehen Blogs, in einem Facebook und in einem anderen Ning im Mittelpunkt. “This issue of eLearning Papers’ on social networking supporting learning is a collage: an assemblage of current cases, practices and theory. This is a vision of the field today, but the story will continue.” Teemu Leinonen und Tapio Koskinen, Editorial, eLearning Papers, Nr. 26, 14. Oktober 2011
Was hinter Social Media Education bei der Bayer AG steckt, wie das Projekt dort seit 2009 schrittweise entwickelt wurde und warum klassisches E-Learning und Lernplattformen keine Lösungen waren, berichten Ellen Trude und Thomas Sammer in diesem Artikel. “Unterrichtsformen wie Präsenztraining, Einzelcoaching oder Webinar wurden zwar angedacht, jedoch etablierte sich bereits sehr früh die Idee einer Lernumgebung, die nicht nur Social Media erfahr- und erlernbar machen sollte, sondern selbst auf Social Media basiert und Social Media für den Lernprozess nutzt.”
Mehr und mehr Unternehmen führen Social Media-Plattformen ein. Die Rede ist von Social Intranets oder Enterprise 2.0-Initiativen, und Lufthansa, Adidas, Rheinmetall, BASF sind Unternehmen, die in den letzten Monaten entsprechende Lösungen vorgestellt haben. Wo findet nun aber Social Learning statt, fragt Jane Hart? Auch wenn die Antwort aus meiner Sicht offensichtlich ist, plädiert sie noch einmal für die Konvergenz von Arbeits- und Lerninstrumenten (hier in Part 1). Und zeigt im zweiten Teil des Artikels sechs Strategien auf, diese Konvergenz zu leben - von a) “Using public social media tools” bis f) “Using proprietary social intranet software”. Jane Hart, Part 2, 28. Oktober 2011
Es stimmt schon, der Begriff “social learning” lädt zu Missverständnissen und Verkürzungen ein. Geht es hier um jede Art des gemeinsamen Lernens? Oder darum, wie man Social Media in traditionelle Trainings und Kurse integriert? Natürlich, und darauf weist auch Jane Hart hin, geht es auch um eine Neuorientierung bestehender Lernangebote: z.B. um den schnellen Zugriff auf Informationen und Hilfen im Arbeitsprozess sowie um eine aktivere Rolle des Lerners. Aber gleichzeitig geht es um viel mehr, nämlich grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, wie wir arbeiten, kommunizieren und lernen. Deshalb, so Jane Hart, sollten wir vielleicht besser von “working smarter” als von “social learning” oder “social media for learning” sprechen. Jane Hart, E-Learning Council, 10. Oktober 2011
Ein wichtiger Artikel! Learning Professionals bzw. Bildungsexperten müssen sich mit Social Media & Social Learning auseinandersetzen. In der Folge verändern sich ihre Rollen und Aufgaben. Neue Kompetenzen sind gefordert. Mit diesen Stichworten arbeite ich auch gerne und versuche, sie mit wechselnden Beispielen zu füllen. Aber wenn die American Society for Training & Development (ASTD), die weltweit größte Standesorganisation auf diesem Feld, das tut, hat es natürlich eine andere Qualität.
Konkret: Die ASTD hat ihr Kompetenzmodell überarbeitet und Social Learning als weitere “area of expertise” integriert. Und sie hat versucht, die Frage zu beantworten, was Learning & Development Professionals auf diesem Gebiet wissen sollten, nämlich: “1. How social media can be used for learning”
“2. Fluency with social learning tools”
“3. Knowledge of techniques for overcoming objections”
Das Spannende dieses Modells ist natürlich das Gesamtbild sowie die Unterscheidung zwischen “foundational competencies”, “areas of expertise” und “roles”. In der heutigen Praxis vieler Unternehmen und Organisationen gibt es natürlich bereits Kompetenzmodelle, in denen auch HR- und Learning & Development Professionals ihren Platz haben. Hier ist dann “Übersetzungsarbeit” (im doppelten Sinne) notwendig, um die Vorschläge des ASTD-Kompetenzmodells mit den eigenen Beschreibungen abzugleichen. Aber da der ASTD für viele globale Unternehmen ”state of the art” ist und auf seinem Modell Ausbildungsgänge und Zertifizierungen aufbauen, lohnt sich die Arbeit. Was mir bei der Aufzählung der Social Learning-Expertise allenfalls noch fehlt, ist etwas in der Richtung: “Knowledge of techniques to drive usage of social media for learning and knowledge exchange”. Vielleicht ist das aber in den anderen Punkten mitgedacht … Matt Allen und Jennifer Naughton, T+D, August 2011 (pdf)
Der Untertitel dieses Vortrags - “E-Learning zwischen Todsünde und Tugend?” - ist irreführend. Denn um E-Learning geht es nicht. Aber das macht auch nichts. Denn Christian Spannagel referiert hier, sehr persönlich und anekdotisch, über seine intensiven Erfahrungen im Social Web. Als roten Faden nutzt er die sieben Todsünden - eine coole Idee! Und wenn man den Links des Beitrags folgt, gelangt man auf die Seiten der GML 2011 und findet Unterlagen und Aufzeichnungen von Rolf Schulmeister, Martin Lindner und vielen anderen.
“In diesem Vortrag erwarten Sie 30 Minuten persönliche Selbstreflexion. Es werden Ergebnisse aus einer nicht systematisch durchgeführten Langzeitstudie mit N=1 berichtet. Dabei wird der Frage nachgegangen: Was hat die exzessive Nutzung des Web 2.0 in Lehre und Forschung mit der Person Christian Spannagel gemacht?” Christian Spannagel, cspannagel, dunkelmunkel & friends, 7. September 2011
Jane Hart hat ihr Thema hier noch einmal für einen “social learning month” auf TrainingZone aufbereitet. Folgende Fragen werden aufgegriffen und mit Links auf Quellen bzw. Antworten ergänzt: Was ist Social Learning? Was bedeutet der Einsatz von Social Media in Lernprozessen? Wie haben Social Media bereits unser Lernen verändert? Was bedeuten Social Media für das Lernen am Arbeitsplatz? Welche Konsequenzen haben diese Entwicklungen für L&D Professionals? Jane Hart, Learning in the Social Workplace, 8. September 2011
Andrew McAfee (”Enterprise 2.0: New Collaborative Tools for Your Organization’s Toughest Challenges”) fasst hier einige Blog-Artikel der letzten Wochen zusammen. Sie kreisen um die Frage, wie Enterprise 2.0 - “the use of emergent social software platforms by companies” - von Unternehmen angenommen und umgesetzt wird. Stichworte sind die Integration in bestehende Arbeitsprozesse und Workflows, die Attraktivität von “contextual collaboration” und der “business impact” von enterprise 2.0. Dazu gehört auch folgende kurze Story:
“John Hagel, co-chairman of Deloitte’s Center for the Edge, relates how a “bunch of old guys” in the Metropolitan Transit Authority’s maintenance department took to a microblogging tool to help them solve a nagging problem: locating hard-to-find parts for buses. “It completely transformed their view of social software,” Hagel said at the Enterprise 2.0 Conference. “They drilled down and saw they could use technology to affect operating performance.”
Sehr schön. Bildung und Qualifizierung hinken hier leider hinterher. Sie müssen darauf vertrauen, dass andere im Unternehmen “emergent social software platforms” einführen, um selbst solche Geschichten zu entwickeln. Aber die Zeit wird kommen. Andrew McAfee, Andrew McAfee’s Blog, 6. September 2011
Ich habe zugesagt, in den nächsten Tagen etwas über Google Plus zu schreiben. Also experimentiere ich gerade etwas mit der Plattform, überlege, ob und wie sie in mein Social Media-Portfolio passen könnte und lese, was andere über ihre ersten Schritte und Eindrücke berichten. Apropos über Google Plus lesen: Mit Google Plus, aber nicht durch Google Plus ausgelöst, wird ja aktuell vor allem über Klarnamenzwang im Netz, über Privatsphäre und Datenschutz debattiert. Google Plus, aber auch Facebook und Twitter, bieten im Moment die Folie, auf der über Grundlegendes, Politisches und Juristisches, diskutiert wird. Zumindest hierzulande. Wenn ich mir anschaue, was Andrew McAfee, Nicholas Carr, Luis Suarez oder George Siemens zum Thema berichten, spielen diese Stichworte nur eine untergeordnete Rolle. Continue Reading
Die Präsentation von Jane Hart beinhaltet viele Hochglanzfotos und einen Werbeblock auf den letzten Seiten. Aber dazwischen finden sich interessante Formeln und Aufzählungen, die den “Iceberg of Workplace Learning” beschreiben, allen voran die “8 key features how the Smart Worker works and learns today”. Jane Hart, Slideshare, 23. August 2011
Ich bin zwar schon mit anderthalb Beinen im Urlaub, aber ich wollte die Woche dann doch nicht verstreichen lassen ohne eine erste Referenz auf Google Plus. Beat Döbeli Honegger schlägt hier einen schönen Bogen von Google zur Medienkompetenz. Denn das schnelle Aufflammen dieses neuen Netzwerks zeigt, dass es nie darum gehen kann, einzelne Tools oder Technologien zu beherrschen bzw. den Umgang mit ihnen zu vermitteln. Mehr ist im Moment wahrscheinlich in Sachen Google Plus & Bildung auch nicht zu sagen. Beat Döbeli Honegger, Beat Web/ WebLog, 22. Juli 2011
Wieder hat Jane Hart ein Update ihres “The State of Learning in the Workplace Today”-Artikels verfasst. Der erste Teil verspricht “20 reasons the traditional Training/L&D Department needs to change”. Diese Dramaturgie gefällt mir (das wäre auch eine schöne, klare Präsentation mit 20 Slides), inhaltlich ist noch einiges redundant. Eben “work in progress”.
“1. Most people’s learning in the workplace (around 80%) takes place outside of formal learning …
2.There is no such thing as a training problem. …
3. Improving performance is more than just training …
4. The role of the Training/L&D dept involves more than just filling in the (knowledge and skills) gaps …
5. Most learning is social …
…” Jane Hart, Centre for Learning & Performance Technologies (C4LPT), 21. Juli 2011
Neben all den offenen, netzwerkgestützten Formen des Austauschs hat sich in den letzten Monaten auch die klassische Debatte im “Oxford-Stil” behauptet. Der Economist z.B. pflegt sie regelmäßig, und auch Epic, einer der größten E-Learning-Anbieter in UK, ruft jetzt zum 4. Streitgespräch auf. Die “motion” lautet: “This house believes that as social learning grows, so the requirement for traditional training department shrinks.” Zwei Experten stützen das Argument (darunter Jane Hart), zwei Experten votieren dagegen (darunter Clive Shepherd). Vieles ist eine Frage der Perspektive bzw. hängt davon ab, wie man “social” interpretiert und wie groß oder klein man “change” schreibt. Leser können kommentieren und voten (im Moment steht es 54% zu 46%). Und sich irgendwann in Oxford begrüßen. Epic, 20. Juli 2011
Über den Lurker liest man in Wikipedia: “Lurker (engl. to lurk, lauern, schleichen) ist eine Bezeichnung für passive, also nur lesende Teilnehmer einer Newsgroup, eines Forums oder einer Mailingliste.” Wer sich mit Social Learning beschäftigt, mit dem Lernen in Netzwerken und Communities, stößt irgendwann auf diesen Lurker. Aber damit beginnt meist erst die Diskussion. Denn was früher vielleicht “Beteiligung am Unterricht” hieß und Lehrern und Schülern klare Hausaufgaben mitgab, verschwimmt in den Weiten des Netzes und des selbstorganisierten Lernens. Verschiedene Standpunkte bieten sich heute an, den Lurker zu diskutieren:
Vielleicht ist Job-Titel von Dan Pontefract die Zukunft: Er ist “Director of Learning & Collaboration” bei TELUS, einem kanadischen Telekommunikations-Unternehmen mit über 35.000 Mitarbeitern. “Lernen & Zusammenarbeit” also, eine noch ungewöhnliche, aber naheliegende Verbindung, wenn man an “social learning” denkt. In diesem Video stellt er kurz einige Lösungen vor, die bei TELUS eingesetzt werden: eine Microblogging- (Buzz) und eine Video- (TELUS Tube) Plattform sowie Team-Wikis und -Blogs (Habitat Collaboration). Wer noch mehr aus diesem Video herausholen möchte, kann bei Luis Suarez weiterlesen. Dan Pontefract, YouTube, 5. Juli 2011