Archive | Informelles Lernen

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Die Kraft informeller Netzwerke

Posted on 14 October 2010 by jrobes

Seit Beginn der 1990er Jahre kursiert die Idee der Communities of Practice (CoP) durch die Management-Literatur und, etwas verhaltener, die Unternehmenspraxis. Die Idee hat Charme und beantwortet einen wiederkehrenden Bedarf: Auch unabhängig vom täglichen Geschäft Mitarbeiter mit ähnlicher Kompetenz und Expertise zusammenzuführen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam an Themen und Lösungen zu arbeiten. Von daher sind CoPs informeller als Projektteams, aber formeller als die offenen Netzwerke des Intranets oder Internets.

Trotzdem, so die Beobachtung der Autoren, wird das Potenzial der CoPs bei weitem nicht ausgeschöpft. Es fehlen in jüngster Zeit Erfolgsberichte. Deshalb raten sie: Klarere Ziele, mehr Strukturen und Vorgaben, mehr Aufmerksamkeit durch das Management, denn die Selbstorganisation der Expertenmitglieder ist “unberechenbar”. Hinzu kommt aus meiner Sicht ein weiteres Dilemma: Viele Experten investieren heute lieber Zeit und Energie in die informellen, internen wie externen Online-Netzwerke. Diese sind schneller, bauen auf bekannten Tools auf und sind einfacher in tägliche Routinen zu integrieren. Von daher werden auch formeller geführte CoPs immer wieder um ihre Berechtigung kämpfen müssen.
Richard McDermott und Douglas Archibald, Harvard Business manager, 8/ 2010 

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Informal Learning Debate

Posted on 11 October 2010 by jrobes

Ich habe die Teilnehmer an diesem Diskurs an der Oxford Union letzte Woche schon etwas beneidet. Das historische Ambiente, Spätsommerwetter, prominente Teilnehmer aus aller Welt. Folgende “Motion”, wie es in UK so schön heißt, stand zur Diskussion: “This house believes that technology-based informal learning is more style than substance.” Die Argumente beider Seiten sind hinreichend bekannt: Die “Pro”-Fraktion erinnert uns an Piloten und Mediziner, bei denen wir uns eine solide formale Ausbildung wünschen. Die “Contra”-Fraktion weist darauf hin, dass wir einen Großteil unseres Lebens informell lernen und dass Technologien dieses Lernen in den letzten Jahren spürbar verändert bzw. verbessert haben.

Was bleibt also? Zum einen die Erinnerung daran, dass informelles Lernen natürlich mit der Frage einhergeht, wie ich so erworbene Kompetenzen messen, nachweisen und zertifizieren kann. Lernen ist Mittel zum Zweck. Und zum anderen der Hinweis, dass es eine kurze Video-Zusammenfassung der Debatte gibt und dass man sich auch heute noch aktiv an der Abstimmung beteiligen kann.
Epic, Oktober 2010

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Herausforderungen für das Bildungsmanagement in Unternehmen

Posted on 06 October 2010 by jrobes

Zum dritten Mal nach 2006 und 2008 hat das Swiss Centre for Innovations in Learning (scil) aus St. Gallen nach den wichtigsten Trends im Bildungsmanagement gefragt. Wer wissen will, welchen Herausforderungen sich Personalentwickler zukünftig stellen müssen, oder wer überprüfen will, welche Relevanz die eigenen Themen für andere besitzen, sollte vielleicht einen Blick in diese Studie werfen. Online steht allerdings nur eine Zusammenfassung. Drei Punkte habe ich nach der Lektüre festgehalten:

a) Ganz oben in der Themenrangliste steht unverändert der Punkt “Bildungsmaßnahmen transferförderlich gestalten”. Dagegen ist wohl einfach wenig zu sagen.
b) “Eine herausragende Stellung kommt der Nutzung informellens Lernens zu - 84% der Experten sagen eine zunehmende Bedeutung für die kommenden Jahre voraus.” Was das allerdings konkret heißt, bleibt offen …
c) Und für das Gestaltungsfeld “Technologie” heißt es klipp und klar: “Die geringste Bedeutung kommt der Nutzung virtueller Realitäten als Lernräume zu.” Das entspricht im Moment auch meiner Wahrnehmung.
Ilona Diesner und Sabine Seufert: Trendstudie 2010 - Herausforderungen für das Bildungsmanagement, St.Gallen (scil) 2010

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8 Reasons to Focus on Informal & Social Learning

Posted on 18 August 2010 by jrobes

Die guten Argumente, sich mit dem informellen Lernen näher zu beschäftigen, zählt Charles Jennings auf. Er tut das, ohne permanent auf Social Media- und Web 2.0-Instrumente zu verweisen (was mir selten gelingt!). Er warnt auch davor, informelles Lernen vorschnell zu formalisieren und spricht lieber von “supporting” und “embedding”. Allerdings bleibt er bei dem Appell für eine strategische Neuorientierung der Weiterbildung stehen (was mir auch häufig passiert). Was er nicht liefert: den Showcase eines Unternehmens, das diesen Weg gegangen ist, nicht mit kleinen Veränderungen, sondern mit einem großen Sprung (wenn es so etwas überhaupt geben kann). Trotzdem eine informative Präsentation!
Charles Jennings, Slideshare, Juli 2010

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Wissen aus der Teeküche. Wie wir nebenbei lernen

Posted on 07 July 2010 by jrobes

Es ist erstaunlich, was man alles in knapp 30 Minuten zum Thema “informelles Lernen” erzählen kann: zuerst das Beispiel eines mittelständischen IT-Unternehmens, das aktiv den Wissensaustausch unterstützt; dann berichtet Peter Dehnbostel (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg) von lern- und kompetenzförderlichen Arbeitsumgebungen; Bernd Overwien (Universität Kassel) unterstreicht den Paradigmen-Wechsel in der Bildung (Kompetenzen!); Noah und Daniel, Schüler der 9. Klasse der Berliner Elisabeth-Rotten-Schule mit dem Förderschwerpunkt Lernen, erzählen von ihren Erfahrungen mit einem “tätigkeitsorientierten Curriculum”; es folgt die kurze Vorstellung eines Projekts, an dem das Deutsche Jugendinstitut beteiligt ist; und mit Georg Schreyögg (FU Berlin) wird noch der Bogen zum Storytelling und dem Beispiel Deutsche Post/ DHL geschlagen (Audio und Text!).
Silvia Plahl, SWR 2 Wissen, 7. Juli 2010

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Die Integration von formellem und informellem Lernen durch Web 2.0 und social Media

Posted on 06 July 2010 by jrobes

Der Titel ist lang, beschreibt aber genau die Herausforderung, vor der Corporate Learning steht: Wenn man einmal den Wert des informellen Lernens entdeckt hat, wie fördert, unterstützt, steuert und integriert man diese Lernform? Auch SAP hat sich dieser Herausforderung gestellt, und die Präsentation von Thomas Jenewein gibt einen guten Überblick über die laufenden Aktivitäten und Projekte. Interessant sind die drei Ansätze, die Thomas Jenewein für den Umgang mit Web 2.0 unterscheidet:
(a) embedded: Web 2.0-Instrumente sind eingebettet in formelles Lernen; (b) wrapped: eine Web 2.0-Infrastruktur umgibt formelle Lerninhalte; und (c) Community: Informelles Lernen (Web 2.0) findet unabhängig vom formellen Lernkontext statt.
Thomas Jenewein, Slideshare, 2. Juli 2010

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Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010

Posted on 28 April 2010 by jrobes

In der heutigen Pressemitteilung heißt es: “Der Datenreport zum Berufsbildungsbericht 2010 (Vorversion) ist erschienen. Der wissenschaftliche, Indikatoren gestützte Datenteil zum Berufsbildungsbericht des BMBF erscheint in diesem Jahr zum zweiten Mal und enthält Informationen und Analysen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung.” 440 Seiten, auf denen es zuerst und vor allem um Ausbildung und dann um Weiterbildung geht. Erst auf Seite 281 ist nämlich nachzulesen, dass die Teilnahmequote an beruflicher Weiterbildung seit 2003 stagniert. Und auf Seite 287 gibt es den Hinweis, dass man nicht zuletzt deshalb seit einigen Jahren auch informelle Weiterbildungsaktivitäten zu erfassen versucht. Im vorliegenden Datenreport ist deshalb die Rede von einer “Teilnahmequote an informeller beruflicher Weiterbildung”. Wer vermutet, dass diese bei 100% liegt, liegt falsch.
Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), 28. April 2010

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Understanding “learning” - some more thoughts

Posted on 05 March 2010 by jrobes

Die Frage taucht in jüngster Zeit immer wieder mal auf und ich habe sie sicher auch das eine oder andere Mal schon unbedacht in die Runde geworfen, nämlich: Wie kann man informelles Lernen managen? Vergessen wir diese Frage sofort! Natürlich gilt, was Jane Hart hier noch einmal festhält:

“In my opinion it is just not possible to manage or formalise informal learning - if you do, it just becomes formal learning. All you can do to do is SUPPORT and ENABLE self-directed (independent and interdependent) learners and their learning, which is quite a different thing altogether.”
Jane Hart, Jane’s E-Learning Pick of the Day, 4. März 2010

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New Technology Supporting Informal Learning

Posted on 22 February 2010 by jrobes

Es gehört schon eine gehörige Portion Selbstbewußtsein dazu, die drei Kapitel eines Artikels mit “Context”, “Current” und “Future” zu überschreiben. Aber, okay, es ist Stephen Downes und er versucht hier, eloquent und assoziativ, die Zukunft des Online-Lernens zu skizzieren: “This paper describes experimentation in the development of distributed online courses and in software - particularly, the personal learning environment - that support the formation of connections between the far-flung pieces of such courses.”

Wem das noch zu allgemein ist, dem sei gesagt, dass Social Networking Technologies und Personal Learning Environments zentrale Stichworte des Artikels bilden. Wenn er von “experimentation in the development of distributed online courses” spricht, dann meint er den Connectivism-Kurs, den er zusammen mit George Siemens 2008 und 2009 durchgeführt hat. Ansonsten enthält der Artikel gerade im ersten Teil viele kluge Bemerkungen, mit denen der Autor immer wieder das Geschäftsmodell jeder Bildungsinstitution untergräbt: “First, and significantly, we often do not know what it is we want to teach the student …”
Stephen Downes,  Journal of Emerging Technologies in Web Intelligence, Vol. 2, No. 1, Februar 2010

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Informal Learning 2.0

Posted on 24 September 2009 by jrobes

Wieder ein bunter Farbtupfer von Jay Cross (und das heißt: keine systematische Ableitung eines Begriffs!). Hier bringt er assoziativ Netzwerke, informelles Lernen und das zusammen, was er seit einiger Zeit “learnscapes” nennt:
“Learnscapes are the factory floor of knowledge organizations. The “scape” part underscores the need to deal at the level of the learning environment or ecology. The old focus on events such as workshops won’t cut it in the ever-changing swirl produced by networks. The “learn” part highlights the importance of baking the principles of sound learning into that environment rather than leaving it to chance.”
Jay Cross, Chief Learning Officer Magazine, August 2009

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Die Zukunft von E-Learning

Posted on 23 September 2009 by jrobes

Ich bin gerade von der “Zukunft Personal” aus Köln zurück, wo ich die beiden letzten Tage verbracht habe, zuerst als Referent auf dem eKnowledgement-Forum, dann als Aussteller und Besucher. Kurz zu meinem Vortrag: Hier habe ich versucht aufzuzeigen, dass es verschiedene Formen von und Sichtweisen auf E-Learning gibt. Aufhänger dafür waren die letzten BITKOM- und MMB-Berichte. Anschließend ging es vom traditionellen E-Learning via Web-based Training zu den neuen Formen des informellen E-Learnings. Um auf die damit verbundenen neuen Aufgaben des Bildungsmanagements hinzuweisen, bin ich noch exemplarisch auf die Punkte “Technologie” und “Lerner” etwas näher eingegangen. Eine Mischung aus Einführung und Überblick, gerichtet an Personaler, die wissen wollen, wie es mit E-Learning weitergeht. Mich hat vor allem gefreut, dass trotz der frühen Stunde alle Plätze im Forum besetzt waren (ca. 40 Besucher?). Titel meines Referats: “Die Zukunft von E-Learning”, und die Präsentation liegt wie immer auf Slideshare.

Noch ein paar Worte zur Messe: Man darf sicher sagen, dass der Bereich “eKnowledgement” auf der “Zukunft Personal” noch, wie sagt man so schön, ausbaufähig ist. Gerade mal eine Handvoll Anbieter waren anwesend. Das war auf dem DGFP-Kongress in Wiesbaden vor einigen Wochen nicht anders. E-Learning ist für die großen Messen und Kongresse im HR Bereich kein Thema. Es ist nicht so einfach zu verstehen. Denn mittlerweile dürfte E-Learning in vielen Personalabteilungen angekommen sein, aber scheinbar überlässt man bis heute, von einigen zaghaften Versuchen in der Vergangenheit abgesehen, das Feld klaglos den Personalentwicklern, E-Learning-Experten und ihrer Leitmesse LEARNTEC. Doch es scheint Bewegung in die Messe- und Kongresslandschaft zu kommen, war in Köln zu hören. Man will zukünftig wieder mehr in das Thema investieren. Höchste Zeit, denn “von unten” drängen die EduCamps und zeigen, dass man Bildungsinteressierte auch ganz anders zusammenbringen kann. Ich bin jedenfalls gespannt!

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Is It Time for Informal Learning to Go Formal?

Posted on 16 July 2009 by jrobes

Wir sind vertraut mit der formalen betrieblichen Weiterbildung und wir wissen um das informelle, selbstorganisierte Lernen. Aber was passiert, wenn diese beiden Welten zusammenstoßen? Wenn sich Unternehmen z.B. mit Web 2.0-Angeboten beschäftigen, dann verfolgen sie damit ein Ziel und entwickeln im besten Fall eine Strategie, eine Bildungsstrategie. Es geht für sie darum, den Zufall zu steuern, Rahmenbedingungen für das Informelle zu schaffen, ohne es vollständig zu formalisieren - und schließlich den Erfolg dieser Maßnahmen zu überprüfen. Soweit geht Lance Dublin, Bildungsexperte und Unternehmensberater, gar nicht. Aber er versucht, diesen neuen Bereich zwischen “formal” und “informell” zu beschreiben. Sein Vorschlag: “non-formal learning”:

“There is a third domain,” Dublin said. “That’s the domain where you use all these informal tools but you use them with intention. You put enough structure around them so they have a purpose within the organization.”
“The opportunity lies in defining the middle between the two poles, Dublin said. Non-formal learning is structured, but not formal, intentional but not directed. “It’s taking the best of all the worlds we know,” Dublin said. “When is structure and intentionality good? When is randomness or unintentionality good? It’s not either/or. It’s both/and.”

Mike Prokopeak, Chief Learning Officer Magazine, Juli 2009

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Neue elektronische Medien als Instrumente informellen Lernens von Wissensarbeitern

Posted on 26 May 2009 by jrobes

Was gerne in der Diskussion um Web 2.0 in der Weiterbildung übersprungen wird: “Die Möglichkeiten der Unterstützung des Lernens in der Arbeit durch elektronische Medien hängen allerdings mit der Art der Arbeit zusammen.” Wissensarbeiter besitzen hier Gestaltungsraum, den sie füllen können bzw. müssen. Der Artikel geht einen angenehm systematischen Weg, bringt E-Learning mit dem Modell der “vollständigen Handlung” zusammen und zeigt anschließend auf, wie es in vielfältigen Formen das “lernende Problemlösen in der Wissensarbeit” unterstützen kann. Nur die abschließende, exemplarische Analyse eines Forum-Beitrags wirkt etwas unbeholfen und ist sicher wenig geeignet, um die “Möglichkeiten und Grenzen informellen, arbeitsunterstützenden Lernens” abzubilden.
Thomas Reglin und Lutz Galiläer, in: bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik - online, Ausgabe 15, 25. Mai 2009 (pdf)

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Warum informell lernen? Argumente und Motive

Posted on 25 May 2009 by jrobes

Informelles Lernen “findet einfach statt”, ist “eine Begleiterscheinung des Lebens”, schreiben Matthias Rohs und Bernhard Schmidt im Editorial der aktuellen Ausgabe der bildungsforschung. Von daher tasten sich alle Beteiligten seit Jahren, vorsichtig und unsicher, an das Thema heran. Schließlich will man das, was schon da ist und häufig sogar gelingt (!), nicht zerstören. Oder, was in diesem Kontext sicher besser passt, “formalisieren”. Also werden derzeit vor allem Informationen gesammelt, im vorliegenden Heft über Ziele und Motive des informellen Lernens. Das Editorial gibt hier drei Ebenen vor - die individuelle Ebene, die Ebene der Organisationen und Institutionen und die bildungspolitische Ebene - und ordnet neun Beiträge in diesem Raster ein.

Die Beiträge von Kornelius Knapp über “Corporate Volunteering” und Peter de Vries u.a. über “Microtraining” habe ich mir für eine spätere Lektüre vorgemerkt.
Matthias Rohs und Bernhard Schmidt, bildungsforschung, 6. Jg., Nr. 1, 2009

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The Learning Revolution

Posted on 17 April 2009 by jrobes

Wäre das auch hierzulande möglich? Ein Dokument von staatlicher Seite, das sich ganz dem Thema “Informelles Lernen” widmet und mit “Eine Revolution des Lernens” überschrieben ist? In UK geht es, denn das entsprechende White Paper des Departments for Innovation, Universities and Skills liegt vor mir. Auch wenn der Kontext aus der Entfernung schwer einzuordnen ist: Ein inspirierendes Papier! Keine seitenlangen Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen, sondern “the start of a new journey”. Auf dieser Reise will man “a flourishing landscape of informal learning” unterstützen und ein Katalysator sein “for innovation and change”.

Das White Paper besitzt vier Kapitel. Im ersten, “Building a Culture of Learning”, werden vier zentrale Initiativen skizziert: “a Learning Pledge; a Festival of Learning; an Open Space Movement and a Transformation Fund”. Im zweiten Kapitel, “Increasing Access to Informal Adult Learning”, wird vor allem beschrieben, wie man die Menschen mitnehmen will, für die das selbstorganisierte Lernen keine Selbstverständlichkeit ist.

Dann (”Transforming the way people learn through technology and broadcasting”) wird die Rolle moderner Technologien in diesem Prozess unterstrichen:
“At work and at home, digital technologies are becoming central to our daily lives. Every day broadcasters deliver inspirational content that starts people learning. Growing numbers of people are generating their own content and creating their own online communities. The web allows us to share information and communicate with other people on a scale unimaginable only a few years ago. But we are only just starting to realise the potential.” (S.31) Erwähnt werden auch die wachsende Bedeutung von Social Networking Sites, einige Second Life-Aktivitäten (z.B. der Open University) und ein Flickr-Projekt.

Ein viertes Kapitel, “Making it happen”, schließt das Papier. Eine, wie gesagt, lohnenswerte Lektüre!
Departments for Innovation, Universities and Skills, 23. März 2009

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Long Live Instructor-Led Learning

Posted on 30 March 2009 by jrobes

Der Artikel macht gerade die Runde. Die vielen Nachrufe (”death of the classroom”) haben den Autor, Saul Carliner, veranlasst, einmal genauer hinzuschauen. Er berichtet nun, dass es dem klassischen Training, durchgeführt in Seminaren und Workshops, unverändert gut geht. Die Statistiken zeigen bis heute keine “Auffälligkeiten”, geschweige denn einen Abwärtstrend. Soweit möchte man dem Autor auch gerne folgen. Aber dann wendet er sich dem informellen Lernen zu und führt aus, dass dieses nicht hält, was Bildung gewährleisten sollte. Es sei meist “zufällig” und “nicht qualitätsgesichert”. Und auch das Web 2.0 sei nicht in der Lage, die Nachfolge des klassischen Trainings anzutreten, wenn man nur einen Blick auf die wirkliche Beteiligung der Nutzer wirft.

Der Haken an dieser Argumentation: Saul Carliner misst das informelle Lernen und Web 2.0 mit alten Instrumenten. Das betrifft die Nutzung dieser Lernwege, die längst die klassischen Pfade der Weiterbildung weit hinter sich gelassen hat, was aber bis heute in keiner Weiterbildungsstatistik auftaucht. Und das betrifft die Qualität des Lernens, die man sicher nicht mit Blick auf den Wahrheitsgehalt einzelner Blogbeiträge erfasst.
Saul Carliner, eLearn Magazine, 24. März 2009

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Bildungspotenziale digitaler Spiele und Spielkulturen

Posted on 13 February 2009 by jrobes

Um “Computerspiele und Videogames in formellen und informellen Bildungskontexten” geht es im Themenheft 15/16 der Zeitschrift MedienPädagogik. In dem Beitrag, den ich gelesen habe, wollen die Autoren das Feld nicht einfach den Pädagogen überlassen, die jetzt ganz begeistert auf “serious games” setzen, um ihre Lerninhalte zeitgemäßer zu verpacken. Sie führen vielmehr aus, dass in Computerspielen noch ganz andere Bildungspotenziale stecken, wenn man sie ernst nimmt:
” … plädieren wir dafür, die Sichtweisen auf das Phänomen Computerspiel deutlich zu erweitern und die pädagogischen Chancen digitaler piele in Bezug auf informelles und non-formelles Lernen anzuerkennen. Die gegenwärtig verbreiteten pädagogischen Angebote in Form didaktisch designter Spiele sollten durch solche pädagogischen Herangehensweisen ergänzt werden, welche die genuinen Bildungschancen und -wege, die dem alltäglichen Spielen und den Spielerkulturen innewohnen, erkennen, verstärken und begleiten.” Die Lektüre ist allerdings keine leichte Kost!
Johannes Fromme, Benjamin Jörissen und Alexander Unger, www.medienpaed.com, 22. Dezember 2008 (pdf)

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Informelles E-Learning und die neue Freiheit für das Lernen in Hochschulen und Unternehmen

Posted on 06 February 2009 by jrobes

Leider hatte ich keine Gelegenheit, auf der LEARNTEC der Präsentation von Matthias Rohs (E-Learning Center, Universität Zürich) beizuwohnen. Parallelität der Ereignisse, wenn man so will. Aber inzwischen gibt es die Präsentation und einen Beipackzettel des Autors online. Und einen Slide (siehe unten), der mir besonders “gut” gefällt.

“Vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen zum Einstatz von Web 2.0 an Universitäten und Unternehmen habe ich mich entschieden, die “Freiheiten” zu thematisieren, die mit dem Einsatz dieser Technologien hier wie dort verbunden sind. Sind mit dem Web 2.0 denn auch neue Freiheiten an den Universitäten und Unternehmen entstanden? Oder ist das nur eine Hoffnung oder schon Realität? Und welche Relevanz hat das informelle E-Learning eigentlich? Dies waren einige Fragen von denen ich ausgegangen bin.”
Matthias Rohs, HEAD.Z Blog, 4. Februar 2009

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Informal Learning becomes Formal

Posted on 23 January 2009 by jrobes

Man muss eine Nachricht nur richtig verpacken: “It’s now official. After surveying our entire research membership and having more than 30 conversations with leading HR and learning leaders (including with Xerox, Accenture, British Telecom, Edward Jones, Department of Defense, and Network Appliance), I am now 100% convinced that “informal learning” has become “formal.” That is, if you want to build a high-impact, cost-effective, modern training organization you must “formally adopt” informal learning.”

War gestern die Welt noch auf der Suche nach der richtigen e-Learning-oder Blended Learning-Strategie, so steht heute, so Josh Bersin, die “informal learning strategy” auf der Agenda. Informelles Lernen “is the next big thing”. Drei Schritte empfiehlt der amerikanische Bildungsberater Managern in Corporate Learning:
“1. First, redefine your role. …
2. Select a technology platform. …
3. Create Context, promote, market, and monitor success. …”

Mit Beispielen aus dem Umfeld der British Telecom.
Josh Bersin, Bersin & Associates, 21. Januar 2009

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Learning for the 21st Century

Posted on 18 December 2008 by jrobes

In kurzen, plakativen Sätzen beschwört Jay Cross den Wandel von Arbeit und Lernen. Hier geht es um die große Richtung, nicht um Zwischentöne und Übergänge. Knowledge Work und das Internet dominieren das Bild und wie sie das tun und welche Anforderungen sie an das Lernen von heute und morgen stellen, beschreibt kaum jemand so einprägsam wie Jay Cross.

“Frederick Taylor told workers, ‘You’re not paid to think’. … In a knowledge company, you are paid to think.”

“Industrial age workers created value in factories. Where do knowledge workers create value? I will call the knowledge-age factory floor a learnscape. Learnscapes are the platforms where knowledge workers collaborate, solve problems, converse, share ideas, brainstorm, learn, explain, communicate, conceptualise, tell stories, help one another, teach, serve customers, keep up to date, forge partnerships, build communities, and distribute information. Learnscapes define where and how modern work is performed. Training programs are events; learnscapes are longterm processes.”
Jay Cross, Informal Learning Blog, 17. Dezember 2008

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
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