Posted on 05 May 2010 by jrobes
Es gibt keinen Mangel an Artikeln, die sich kritisch mit dem amerikanischen Hochschulsystem auseinandersetzen (kürzlich erst Seth Godin). In verschiedenen Spielarten ist immer wieder vom “Ende der Universitäten” die Rede, wobei dem Internet und seinen Auswirkungen oft eine entscheidende Rolle zugesprochen wird. Tony Bates wirft - als Kanadier - einen kritischen Blick auf die Debatte und bietet folgende Erklärung an:
“What seems to be shaking up the thinking in the USA is the financial crisis, particularly in states such as California and New York, and the ever-growing cost of higher education to those that directly use the system, through increasing tuition fees.”
Abgesehen davon ist das Blog von Tony Bates immer eine lesenswerte Quelle!
Tony Bates, e-learning & distance education resources, 4. Mai 2010
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Posted on 22 March 2010 by jrobes
David Weinberger hat im Rahmen eines Besuchs der Oklahoma State University’s Research Week dieses Interview gegeben, in dem er sehr schön und treffend als “Internet Guru” vorgestellt wird. “Guru” Weinberger macht dabei am Beispiel “Open Access” deutlich, wie schwer sich Universitäten heute noch damit tun anzuerkennen, dass das “intellectual and academic life is moving onto the Internet”.
David Weinberger, Joho the Blog, 7. März 2010
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Posted on 02 March 2010 by jrobes
Kurz zum Ball, den die Überschrift aufnimmt: Vor einigen Tagen haben Don Tapscott und Anthony D. Williams einen Artikel mit, nüchtern formuliert, Thesen zur Hochschulentwicklung geschrieben (”Innovating the 21st-Century University: It’s Time!”). Alles kalter Kaffee, antwortete daraufhin Tony Bates. Die Analyse der Autoren, so der Kritiker Bates, geht an einem zentralen Punkt vorbei: “The basic problem is that you cannot use constructivist learning approaches with classes of 100 students or more. I know, I’ve tried.” Die Antwort von Tapscott und Williams kam postwendend: “Tony Bates is wrong on a number of points.” Dabei insistieren sie - noch einmal - auf den Möglichkeiten, die neue Technologien für das Lehren und Lernen bieten. Einig sind sich alle in einem Punkt, dass nämlich “lobbying and fighting for better student-teacher ratios is something we should all continue to do.”
Tony Bates, EDUCAUSE Review, Vol. 45, No. 1 (Januar/Februar 2010), S.16-29 [Kommentar]
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Posted on 09 February 2010 by jrobes
Wie für Ulrich Beck steht auch für Don Tapscott und Anthony Williams die Hochschule auf dem Prüfstand: Doch während Beck versucht, einen gesellschaftlichen Auftrag der Hochschulen neu zu formulieren, beschreiben die amerikanischen Autoren, wie das Internet den Umgang mit Wissen radikal verändert und damit die Grundlagen des Hochschulsystems angreift:
“Universities are losing their grip on higher learning as the Internet is, inexorably, becoming the dominant infrastructure for knowledge — both as a container and as a global platform for knowledge exchange between people — and as a new generation of students requires a very different model of higher education.”
Zum Gegenentwurf von Tapscott und Williams gehört die Ablösung des “industrial model of student mass production” durch ein Modell, das “collaborative learning” konsequent in den Mittelpunkt der Pädagogik stellt. Zum neuen Modell gehört aber auch eine andere Form, Wissen zu entwickeln:
“Universities need an entirely new modus operandi for how the content of higher education is created. The university needs to open up, embrace collaborative knowledge production, and break down the walls that exist among institutions of higher education and between those institutions and the rest of the world.”
Die Autoren sprechen hier von einem “Global Network for Higher Learning”, das sie als fünfstufiges Phasenmodell beschreiben und das viele Elemente aus der aktuellen “Open”-Debatte (Open Educational Resources, Open Content, Open Teaching) enthält. Es lohnt sich in jedem Fall, die Entwürfe von Ulrich Beck sowie Don Tapscott und Anthony Williams “am Stück” zu lesen.
Don Tapscott und Anthony D. Williams, EDUCAUSE Review, Vol. 45, No. 1 (Januar/Februar 2010), S.16-29
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Posted on 20 January 2010 by jrobes
Ich freue mich schon auf das EduCamp in Hamburg, das am 5./6. Februar meine Konferenzwoche abschließen wird. Auch weil für Samstag eine Podiumsdiskussion zum Thema “Das Internet – ein Bildungsraum?” angesetzt ist. Rolf Schulmeister, einer der Podiumsteilnehmer, hat vorab 14 Thesen in die Runde geworfen. In diesen Thesen wirft er einen gewohnt kritischen Blick auf die Web 2.0-Nutzung der Studierenden und warnt vor übertriebenen Erwartungen. Und er stellt in den Raum, dass Web 2.0-Methoden sich nicht für alle Arten des Lernens eignen. Dort, wo es ernst wird, wo es um “Prüfungen und Benotung von Leistungen” geht, wo “die Hochschule ihrer Aufgabe der Bewertung und Selektion der Studierenden nachkommen” muss, hört der Spaß mit Web 2.0 und der “freiwilligen Partizipation” auf.
Ich finde, das sind spannende Thesen! In denen übrigens das Verhältnis der Hochschullehrer zum Web 2.0 etwas zu kurz kommt, aber das nur am Rande. Wer sich auf Hamburg einstimmen will, wirft am besten hier einen Blick auf die laufende Debatte.
Rolf Schulmeister, Januar 2010 (pdf)
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Posted on 12 October 2009 by jrobes
Michael Kerres hat eine Landkarte erstellt, die die wichtigsten E-Learning-Akteure an deutschen Hochschulen zeigt (darauf bezieht sich auch der Titel des Artikels). Er hat im gleichen Atemzug auch “acht Thesen zum Status des eLearning an Hochschulen” formuliert. Sie unterstreichen, und das war sicher auch ein Anliegen von Michael Kerres, dass E-Learning heute Hochschulalltag ist, ein Alltag, der weit über Content, Lernprogramme und Lernplattformen hinausgeht. So heißt es z.B. in der 2. These: “ELearning bezieht sich immer seltener auf komplexe, aufwändig erzeugte Contents, sondern auf Lernumgebungen, in denen Informationen und Materialien eingestellt werden und soziale Interaktionen stattfinden.”
Weitere Stichworte der Thesen sind Vorlesungsaufzeichnungen, Communities, Medienkompetenzen und Supportleistungen. Das Stichwort “Persönliche Lernumgebung” fällt nicht explizit. Vermisst habe ich beim ersten Lesen aber einen anderen Punkt: E-Learning, so weit gefasst wie Michael Kerres es vorschlägt, könnte für Hochschulen eine Chance darstellen, sich anderen gesellschaftlichen Gruppen zu öffnen. “Open Educational Resources” und “Open Access” wären Stichworte, die in diese Richtung weisen - oder vielleicht eine neunte These.
Michael Kerres, CHECKPOINT eLearning, 12. Oktober 2009
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Posted on 08 September 2009 by jrobes
In der aktuellen EDUCAUSE Review findet sich diese Aufstellung von IT-Themen und nur zwei haben direkt mit Lernen zu tun: Auf Platz 5 steht “Teaching and Learning with Technology” (ehemals “E-Learning”) und auf Platz 10 “Learning Management Systems”. Doch ob E-Learning oder LMS, IT-Manager, so die Autoren, stehen in beiden Fällen vor der Frage, ob und wie sie ihre Infrastruktur für die neuen Web 2.0-Tools und PLEs öffnen:
“Hence, there is continual pressure for the LMS to utilize and integrate with many of the Web 2.0 tools that students already use freely on the Internet and that they expect to find in this kind of system. Some educators even argue that the next requirement is a Personal Learning Environment (PLE) that interoperates with an LMS.”
Wenn es um Lernplattformen geht, kommt zusätzlich noch die Auseinandersetzung mit Open Source dazu. Topthema der Hochschul-IT ist 2009 übrigens “Funding IT”, gefolgt von “Administrative/ERP Information Systems” und “Security”.
Anne Scrivener Agee, Catherine Yang und das 2009 EDUCAUSE Current Issues Committee, in: EDUCAUSE Review, Vol. 44, No. 4 (Juli/August 2009), S. 44–59
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Posted on 07 September 2009 by jrobes
Thomas Hainzel hat sich das E-Learning-Angebot der Technischen Universität Wien näher angeschaut und analysiert. Grundlage in Wien ist eine Moodle-basierte Lernplattform, die das dortige E-Learning-Zentrum seit Juni 2006 betreibt und auf der derzeit ca. 700 E-Learning-Kurse zur Verfügung stehen. Je nach Ausbaustufe des Angebots unterscheidet Thomas Hainzel drei E-Learning-Kategorien, die er auch näher vorstellt:
“1. E-Learning als Filesharing
2. E-Learning als Lehrveranstaltungsmanagement
3. E-Learning als dynamische, interaktive Lernmöglichkeit”
Die letzte Kategorie bezeichnet Hainzel als wünschenswert, aber auch als “teuer” und “betreuungsaufwändig”. Darüber kann man sicher diskutieren. Genauso wie über die Frage, ob es mittelfristig überhaupt Alternativen zu diesem Szenario gibt.
Thomas Hainzel, Bloghauszweinull, 1. September 2009
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Posted on 24 June 2009 by jrobes
Bis ich alle 344 Seiten dieses Bandes aus der Reihe “Medien in der Wissenschaft” gelesen habe, wird sicher noch eine Weile vergehen. Aber ein Anfang ist gemacht: In diesem Artikel begeben sich die Autoren auf Spurensuche (“Projektarchäologie” nennen sie es!). Immerhin geht es um 300 Millionen Euro, die Bund und Länder in den letzten Jahren in E-Learning-Förderprojekte im Hochschulbereich investiert haben. “Vernetztes Studium Chemie”, “Virtuelle Fachhochschule”, “Neue Medien in der Bildung”, “Notebook-University”, “eLearning-Dienste für die Wissenschaft” stehen für ambitionierte Projekte mit durchaus bildungspolitischem Anspruch. Grund genug, einmal nachzufragen, ob denn von der so selbstverständlich geforderten Nachhaltigkeit im Web noch etwas zu sehen ist. Also wurde gesucht und oft nichts mehr oder nicht mehr viel gefunden, der Titel deutet es an. Konkret:
„Ein wesentliches Indiz für die Nachhaltigkeit der Projekte ist ihre Verfügbarkeit im Netz. … Damit ist es allerdings schlecht bestellt, ist doch vieles nicht mehr auffindbar …, Auch die Erwartungen, dass E-Learning zu erfolgreichen Geschäftsmodellen im Hochschulsektor führen könnte, haben sich kaum erfüllt. Hier stellt sich die Frage, ob die Ziele jemals angemessen waren. … Insgesamt muss konstatiert werden, dass in vielen Projekten keine ausreichenden Vorkehrungen für die Übertragbarkeit der Konzepte und Produkte in interne und externe Kontexte ohne den Förderrahmen getroffen wurden.”
Das komplette Buch steht übrigens online zur Verfügung!
Simone Haug und Joachim Wedekind, in: E-Learning: Eine Zwischenbilanz. Ullrich Dittler, Jakob Krameritsch, Nicolae Nistor, Christine Schwarz, Anne Thillosen (Hrsg.), Waxmann 2009, S. 19-37
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Posted on 19 June 2009 by jrobes
Der Titel dieses Reports ist etwas unglücklich, weil er bereits durch eine andere populäre Arbeit besetzt ist (siehe Diana G. Oblinger & James L. Oblinger). Doch die Lektüre lohnt sich, weil die Autoren eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Thema riskiert haben (das “riskiert” bezieht sich auf die Tatsache, dass der Projektstart in die zweite Hälfte des Jahres 2006 zurückreicht). Zwei Kapitel bilden das Herzstück der Arbeit: In “Investigating the Net Generation” werden die Ergebnisse der Befragung von über 2.600 Studierenden und Lehrenden zusammengefasst. Es geht um Technologien, Bildungstechnologien und die mit ihnen verbundenen Erfahrungen und Vorlieben. In “Implementing Emerging Technologies” werden acht konkrete Lernszenarien vorgestellt und ausgewertet - unter pädagogischen, technischen und administrativen Gesichtspunkten (das wiederum erklärt das lange Zeitfenster der Studie).
Als Teaser kurz die wichtigsten Botschaften der Executive Summary:
“1. The rhetoric that university students are Digital Natives and university staff are Digital Immigrants is not supported.
2. There is great diversity in students’ and staff experiences with technology, and their preferences for the use of technology in higher education.”
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Posted on 05 June 2009 by jrobes
Viele haben in letzter Zeit über das Ende der Universität „as we know it” geschrieben. Jetzt auch Don Tapscott. Er findet nicht unbedingt neue, aber doch klare Worte:
“Universities are finally losing their monopoly on higher learning, as the web inexorably becomes the dominant infrastructure for knowledge sweeney both as a container and as a global platform for knowledge exchange between people.
Meanwhile on campus, there is fundamental challenge to the foundational modus operandi of the University - the model of pedagogy. Specifically, there is a widening gap between the model of learning offered by many big universities and the natural way that young people who have grown up digital best learn.”
Tapscott plädiert für eine Pädagogik, die nicht auf „broadcast learning”, sondern auf „interactive education” setzt, ja, setzen muss, weil die Net Generation es fordert. Da wir diese Punkte bereits kennen, muss man vielleicht doch anmerken, dass einige spannende Fragen auch hier nur am Rande auftauchen. Zum Beispiel: Wann ist eine Hochschule bzw. ein pädagogisches Modell nach messbaren Kriterien erfolgreich? Oder: Funktioniert „interactive education” auch in einer Massenuniversität, oder zieht es am Ende doch alle dorthin, wo sich ein Hochschullehrer um zehn Studierende kümmert?
Don Tapscott, Edge, 288 - 4. Juni 2009
Nachtrag (6.Juni): Siehe auch die Anmerkungen von Michael Kerres.
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Posted on 04 June 2009 by jrobes
Mich hat etwas überrascht, dass dieser Report einer britischen Expertenkommission keine neuen Zahlen präsentiert, was Nutzung und Einsatz von Web 2.0-Technologien in Higher Education betrifft. Stattdessen wird vorliegendes Material genutzt, um das Feld abzustecken und Handlungsempfehlungen zu formulieren. Ein politisches, strategisches Dokument also. Die Kapitel heißen „Prior experience of HE learners”, „Learner expectation” und „Web 2.0 use in HE now”. Als kritische Größen auf dem Weg in die “Web 2.0 World” werden die digitale Kluft und fehlende Informationskompetenzen sowohl bei Lehrenden als auch bei Studierenden genannt. Und der Tutor wird in zwei Absätzen (wieder-) entdeckt. 52 Seiten.
Joint Information Systems Committee (JISC), 12. Mai 2009
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Posted on 29 April 2009 by jrobes
Wieder eine starke Schlagzeile, die man vielleicht nicht wörtlich nehmen sollte. Aber die Botschaft dahinter ist klar: “America’s colleges and universities, says Wiley, have been acting as if what they offer — access to educational materials, a venue for socializing, the awarding of a credential — can’t be obtained anywhere else. By and large, campus-based universities haven’t been innovative, he says, because they’ve been a monopoly.”
Im Artikel werden die Appelle, die David Wiley (Brigham Young University) an seine Kollegen richtet, mit den Open Education- und Open Content-Aktivitäten in Beziehung gebracht, die David Wiley selbst maßgeblich initiiert hat. Wie zum Beispiel Flat World Knowledge, über das College Textbooks offen zum Download zur Verfügung gestellt werden können.
Elaine Jarvik, Deseret News, 20. April 2009
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Posted on 28 April 2009 by jrobes
Im einleitenden Kapitel heißt es: “Der in den folgenden Abschnitten vorgestellte Qualitätsrahmen hat zum Ziel, die verschiedenen Dimensionen von eLearning-Arrangements zu erfassen, zu kategorisieren und zu beschreiben sowie eLearning-Anwendern eine praktische Planungs- und Entscheidungshilfe hinsichtlich der Ausrichtung und Aufwandsschätzung der dazu notwendigen IT-Dienstleistungen anzubieten.” Konkret: Die Vielfalt der Formen, in denen e-Learning auftreten kann, haben die Autoren im ersten Schritt in einer Reihe von didaktischen Szenarien gebündelt und exemplarisch beschrieben. Die entwickelten Szenarien unterscheiden sich vor allem mit Blick auf den Grad der Virtualität, den Grad der Medialität und die Größe der Lerngruppen. Das macht es im zweiten Schritt möglich, aus den Szenarien konkrete Hilfestellungen für den IT-Support und -Service abzuleiten.
Beide Arbeitsschritte sowie ihre Ergebnisse lassen sich durchaus auf Zusammenhänge außerhalb des Hochschulbereichs übertragen (auch wenn es dazu eine “griffigere” Präsentationsform braucht). Auf eine wichtige Einschränkung ihrer Arbeit weisen die Autoren selbst hin: “Es geht bei der Kategorienbildung primär um formales Lernen, um planbares Lernen, und nicht um informelles Lernen oder beiläufiges Lernen.” (S. 26) Die Verknüpfung bzw. Integration einer zentralen IT-Infrastruktur und individueller Lernumgebungen (PLE) ist deshalb kein Thema.
Der “Hamburger” Referenzrahmen ist das Ergebnis eines Verbundprojekts, das im Rahmen des Programms „Neue Medien in der Bildung II” des BMBF gefördert wurde. Erfreulicherweise steht es unter einer Creative Commons-Lizenz als PDF zum Download zur Verfügung.
Rolf Schulmeister, Kerstin Mayrberger, Andreas Breiter, Arne Fischer, Jörg Hofmann und Martin Vogel: Didaktik und IT-Service-Management für Hochschulen - Referenzrahmen zur Qualitätssicherung und -entwicklung von eLearning-Angeboten. Hamburg/Bremen 2008
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Posted on 28 November 2008 by jrobes
“Quartäre Bildung”, so ist in diesem Bericht nachzulesen, meint “die Fortsetzung oder Wiederaufnahme organisierten Lernens nach Abschluss einer akademischen oder beruflichen Ausbildung, in der Regel nach Aufnahme einer Erwerbs- oder Familientätigkeit”. Quartäre Bildung in diesem Sinne ist ein wichtiger Baustein des Lebenslangen Lernens, aber das findet in Deutschland heute weitgehend abseits der Hochschulen statt. Das ist aus deren Sicht natürlich unbefriedigend und einige Experten sehen mit Blick auf den demografischen Wandel und den wachsenden Wettbewerb hier gar ein Problem. Auf den 148 Seiten dieses Berichts wird jedenfalls die strategische Weiterentwicklung der Hochschulen als Weiterbildungsanbieter zum Thema gemacht; hinzukommen die Ergebnisse einer Unternehmensbefragung sowie Good Practice-Beispiele von Hochschulen. Ganze viermal fällt übrigens der Begriff e-Learning! Wer nach der Lektüre immer noch unsicher ist, ob und wie die Weiterbildung von einem stärkeren Engagement der Hochschulen profitiert, kann sich noch die Präsentationen der Konferenz “Quartäre Bildung - Hochschulen im Weiterbildungsmarkt” anschauen, die letzte Woche in Wiesloch stattfand.
Volker Meyer-Guckel, Derk Schönfeld, Ann-Katrin Schröder und Frank Ziegele, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Essen 2008
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Posted on 26 November 2008 by jrobes
Wie schätzen deutsche Studierende den Einsatz von E-Learning ein und was bedeuten neue Technologien wie Web 2.0 für ihren Lernalltag? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der vorliegenden HISBUS-Erhebung, durchgeführt vom Hochschul-Informations-System und dem Multimedia Kontor Hamburg. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Befragung, an der sich 4.400 Studierende beteiligt haben.
Die aus meiner Sicht interessantesten Ergebnisse:
- Das Internet ist aus dem studentischen Alltag nicht mehr wegzudenken: 73 Prozent der Studierenden verbringen täglich 1 bis 3 Stunden im Internet, 23 Prozent sogar 4 bis 6 Stunden.
- Besonderer Beliebtheit erfreuen sich Kommunikations- (Communities) und Wissensplattformen (Wikipedia). Doch nur eine Minderheit greift aktiv ein, indem sie z.B. Artikel überarbeitet oder sich an Diskussionen beteiligt. Am zweithäufigsten wird übrigens der Übersetzungsdienst Leo genutzt, dessen beeindruckende “Karriere”, das nur am Rande, viel zu wenig Beachtung findet.
- Und dann das “klassische” E-Learning: Hier konnten die Projektleiter die Antworten mit denen einer Studie aus dem Jahr 2004 vergleichen und feststellen, dass “der Ausbau dieser Lehr-/Lernformen in den letzten Jahren auf dem erreichten Niveau stagniert” (S. 9). Allerdings geben heute 93 Prozent der Studierenden an, dass sie lehrveranstaltungsbegleitende digitale Materialien der eigenen Hochschule nutzen (2004: 68 Prozent).
Viele weitere Details im Projektbericht. Wer Empirisches zur jüngsten Generation Studierender sucht, wird hier fündig.
Bernd Kleimann, Murat Özkilic und Marc Göcks, HISBUS‐Kurzinformation Nr. 21, November 2008 (pdf)
Nachtrag (28.11.): Der bildungsserver-blog weist in einem kurzen Beitrag (”Nutzung von Web 2.0-Anwendungen bei Studierenden”) auf die Ergebnisse der Studie hin und bezieht dabei auch die Anmerkungen der Blogging-Community ein.
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Posted on 20 November 2008 by jrobes
Wieder steht Interessierten ein komplettes E-Book online zur Verfügung, thematisch passend zur Campus Innovation, die heute und morgen in Hamburg stattfindet. In diesem Band, an dem über 20 Autoren mitgewirkt haben, geht es nämlich um den Einfluss der IT auf die Hochschulen. Die Kapitelüberschriften lauten “Higher Education and Information Technology”, “The Globalization of Higher Education”, “Accountability”, “IT Governance”, “Open Information, Open Content, Open Source” und “Scholarship in a Cloudy World”.
Das Ausgangsszenario beschreibt Herausgeber Richard N. Katz folgendermaßen: “The elephant in the room is the question: If a 300-year-old-institution like Encyclopedia Brittanica can be threatened in five years by Wikipedia, can other aggregators of expertise (aka colleges and universities) be similarly challanged?”
Richard N. Katz, The Tower and The Cloud. Higher Education in the Age of Cloud Computing. EDUCAUSE, 2008
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Posted on 04 November 2008 by jrobes
Man hat irgendwie das Gefühl, alles schon einmal gelesen zu haben. Aber hinter diesem White Paper stehen die Economist Intelligence Unit, das New Media Consortium als Sponsor und irgendwie auch Apple. Befragt wurden 289 Executives, global und online. Ich zitiere die wichtigsten Ergebnisse:
“- Technology has had-and will continue to have-a significant impact on higher education. …
- Online learning is gaining a firm foothold in universities around the world. …
- Corporate-academic partnerships will form an increasing part of the university experience …
- University respondents view technology as having a largely positive impact on their campuses. …
- Higher education is responding to globalisation. …”
Der vielleicht interessanteste Satz findet sich auf der letzten Seite: “But perhaps the most critical question facing the academic world is something far more fundamental: namely, what it will mean to be an educated person in the 21st century.” Leider endet der Absatz mit “competitive in the global marketplace” …
Economist Intelligence Unit, Oktober 2008 (pdf)
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Posted on 10 September 2008 by jrobes
Wenn es um die Frage geht, warum E-Learning an den Hochschulen unter seinen Möglichkeiten bleibt, landet man irgendwann auch bei den Kompetenzen der Lehrenden. Genauer gesagt, ihrer “E-Competence”, um die sich alles in der aktuellen Ausgabe der zeitschrift für e-learning (zel) dreht. Sabine Seufert weist im Editorial auf zwei zentrale Fragen hin, auf die Antworten versucht werden: Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Schlagwort “E-Competence”? Und: Wie können entsprechende Qualifizierungskonzepte für das Lehrpersonal aussehen?
Leider steht wie immer nur das Editorial online zur Verfügung. Aber Peter Baumgartner, einer der Mitherausgeber, macht Hoffnung, dass die zel möglicherweise bald auf Open Access umstellt. Wenn der Verlag mitspielt. Das erleichtert es sicherlich, Diskussionen nicht nur “innerhalb der E-Learning-Fachcommunity” zu führen, wie es sich Sabine Seufert auch für das aktuelle Thema wünscht.
Sabine Seufert, Editorial, zeitschrift für e-learning, 02/ 2008, August 2008
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Posted on 13 August 2008 by jrobes
Die Dokumentation des 3. scil-Kongresses ist schon eine Weile online, aber ich habe erst jetzt Zeit gefunden, sie einmal durchzublättern. Leider fehlt eine Einführung, die einen roten Faden bietet und die Auswahl der Artikel einordnet. Wie auch immer, die Themen decken ein breites Spektrum ab, wenn auch die meisten Unternehmenspraktiker des Kongresses fehlen: von der Vorstellung verschiedener didaktischer Modelle bis zu einzelnen Erfahrungsberichten aus dem Hochschulbereich.
Eingestiegen bin ich in den Beitrag von Ulf-Daniel Ehlers und Dirk Schneckenberg (”Webucating the Reflective Practitioner Towards Competence Development in ELearning”). Sie unterstreichen einleitend noch einmal die Notwendigkeit, in Lernumgebungen zu denken, die nicht nur dem Wissenstransfer dienen, sondern die Entwicklung von Kompetenzen unterstützen. Den zentralen Baustein entsprechender Szenarien bildet, so die Autoren, “Reflection”. In ihrem Fallbeispiel führen sie aus, wie Weblogs “as place for reflection and documentation of progress” genau in dieses Konzept passen. Und an den vorgestellten sechs Phasen - von “Definition of themes and complex problems” bis “Reflection and Feedback” - kann man sich gut orientieren.
Taiga Brahm (Ed.), scil–Arbeitsbericht 18, Paper Proceedings of the 3rd International scil Congress 2008, St. Gallen, Juni 2008 (pdf)
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