Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG, und Peter Kruse, Geschäftsführer der nextpractice GmbH, haben ein längeres Gespräch zum Thema “Enterprise 2.0 meets HR” geführt. Einige Ausschnitte des Gesprächs sind hier als Appetizer zu sehen. Beide scheinen sich einig, dass da “draußen” etwas passiert, dem sich Unternehmen und Organisationen stellen müssen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die konsequente Subjektivierung des “Netzes” (”die Netze denken anders”, “das Netz hat die Kraft …”), so dass ich mich mehrmals gefragt habe, ob es bei dieser Begegnung von “Netzen” und “Unternehmen” mich überhaupt noch braucht.
Die Experten der Deutsche Bank Research beschäftigen sich regelmäßig mit den Auswirkungen des technologischen Wandels auf Unternehmen, ihre Dienstleistungen und ihre Märkte. Auch das Web 2.0 war in diesem Zusammenhang schon Thema, z.B. 2005 (”Blogs: ein neues Zaubermittel der Unternehmenskommunikation?”) und 2007 (”Starten statt warten: Auswirkungen des Web 2.0 auf Finanzdienstleister”). Jetzt steht “Enterprise 2.0″ im Untertitel und gibt die Richtung der aktuellen Dokumentation vor: Neben Hinweisen zum Stand der Web 2.0-Nutzung und der wohl unvermeidlichen Darstellung einzelner Instrumente geht es um das, was Andrew McAfee als “selbstorganisierende (emergente) Social-Software-Plattformen, die in Unternehmen oder zwischen Unternehmen und ihren Partnern oder Kunden eingesetzt werden”, beschreibt.
Auf dieser Grundlage gibt die Autorin, Antje Stobbe, einzelne Ratschläge (z.B. “Unternehmenskultur muss passen”), betont die Unterschiede zwischen Web 2.0 und Enterprise 2.0, um schließlich darauf hinzuweisen, dass sich viele Projekte derzeit noch im “experimentellen Stadium” befinden. Im Ausblick heißt es: “Dennoch wird das Web 2.0 aus der Wirklichkeit von Unternehmen künftig nicht mehr wegzudenken sein.” Ein professioneller Überblick, der leider weitgehend auf Fallbeispiele verzichtet. Und mit Blick auf das sich täglich weiter ausdifferenzierende Feld von Web 2.0/ Enterprise 2.0 könnte es sinnvoll sein, sich in zukünftigen Studien auf ein konkretes Thema zu konzentrieren. Deutsche Bank Research, 19. Juli 2010 (pdf)
Wenn man etwas Neues einführen will, vor allem, wenn das Neue an lieb gewordenen Routinen rüttelt, werden allgemein Pilotprojekte empfohlen. Die Einführung von Web 2.0-Instrumenten fällt gemeinhin in diese Kategorie. Dem widerspricht nun Enterprise 2.0-Experte Andrew McAfee:
“Enterprise 2.0 enthusiasts should abandon pilots and go as broad as possible right away. … The more I learn about and think about the value of emergent social software platforms, the more I suspect that the deep meta-benefit they provide is technology-enabled serendipity, defined as ‘good luck in making unexpected and fortunate discoveries.’”
Nur am Rande: In den Kommentaren ist man sich nicht so sicher … Andrew McAfee, Andrew McAfee’s Blog, 22. April 2010
Nachtrag (08.05.2010): Andrew McAfee hat die vielen Kommentare auf diesen Artikel in einem weiteren Beitrag zusammengefasst und mit einem “low-key and simple Enterprise 2.0 sales pitch” abgerundet (“Drop the Pilot, Part 2″, 6. Mai 2010).
“Yet very little is known about how corporate employees use microblogging tools.” Es gibt also gute Gründe, einen Blick auf diese Studie zu werfen, in der untersucht wird, ob IBM-Mitarbeiter das unternehmensinterne Microblogging-Tool anders nutzen als das offene Twitter. Um diese Frage zu beantworten, haben die Autoren Posts in verschiedene Kategorien (”status”, “provide information”, “retweet”, “ask question”, “directed posts” und “directed question”) eingeteilt, die sicher auch in anderen Zusammenhängen nützlich sein können. Das Ergebnis in Kurzform: “In both settings, posts that provided information or were directed to others were more common than posts on status.” Weitere Details finden sich im Artikel, der zugleich eine Ahnung davon vermittelt, welche Möglichkeiten der social network analysis hier noch vor uns liegen (via Tim Schlotfeldt und Bill Ives). Kate Ehrlich und N. Sadat Shami, 2010 (pdf)
Zuerst die Fakten: Die Autoren haben 72 Enterprise 2.0-Fallstudien aus dem deutschsprachigen Raum ausgewertet. Die Ergebnisse haben sie in zehn Kapiteln beschrieben - von “Reifegrad” bis “Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen”. Jedes Kapitel schließt mit einer Empfehlung. Wir erfahren z.B., dass der Fokus aktueller Enterprise 2.0-Initiativen vorrangig auf Kollaboration, Partizipation und Produktivität liegt und Aspekte des Wissensmanagements und der unternehmensinternen Kommunikation im Vordergrund stehen. Die Autoren sprechen deshalb von einem “erheblichen Nachholbedarf”, was das Management der Netzwerke und die Pflege der “weak ties” betrifft.
Die Liste der eingesetzten Werkzeuge wird von Wikis (69%), Blogs (61%) und Networking Communities (44%) angeführt. Wirklich Blogs, bin ich versucht zu fragen?? Und hier liegt vielleicht auch die Crux dieser Metaanalyse. Man ist als Leser neugierig, nach welchen Kriterien eine Fallstudie in die Untersuchung aufgenommen wurde und was eine Fallstudie zur “Enterprise 2.0″-Fallstudie qualifizierte. Immerhin deuten die Autoren ein “breites Verständnis von Enterprise 2.0″ an, das weit über den unternehmensinternen Einsatz von Web 2.0-Werkzeugen hinausreicht. Aber wie weit?
Wie auch immer, in der Studie wird angedeutet, dass das Thema langsam “erwachsen” wird. Es gibt viele nützliche Hinweise für alle, die Enterprise 2.0 auf der Agenda haben, inkl. einer “Architektur eines Enterprise 2.0-Projekts”. Martina Göhring, Joachim Niemeier und Milos Vujnovic, centrestage, 2010
Podcasting ist sicher eines der Themen, die sich in Corporate Learning nicht so durchgesetzt haben, wie es in ihrer Blütezeit - immerhin war “podcast” 2005 “word of the year” - prophezeit wurde. Um so schöner, wenn mal wieder eine Fallstudie das Licht der Öffentlichkeit erblickt. In der vorliegenden geht es um die Qualifizierung der Opel-Händler, um Anforderungen an Aktualität, Transfersicherung und Nachhaltigkeit und wie sich Podcasts hier als ideale Lösung durchgesetzt haben. Dabei gewähren die Autoren detaillierte Einblicke in den Projektablauf und den Workflow der Podcastentwicklung. Bleibt die Frage, ob das Projekt die Wirren der letzten Monate überstanden hat …
Aber ich möchte mit diesem Link auch gleich auf die Enterprise 2.0-Fallstudien-Plattform hinweisen, auf der dieser Artikel zu finden ist und wo die Organisatoren Andrea Back, Michael Koch, Stefan Smolnik und Klaus Tochtermann inzwischen eine kritische Masse an Cases erfasst und bewertet haben. Die Opel-Studie beispielsweise gehört zur höchsten Kategorie “gold” und ist somit “für den Einsatz als Fallstudie für die Lehre geeignet und für wissenschaftliche Artikel zitierbar, z.B. Buchkapitel”. Gut zu wissen. Stephan Magnus und Michael Hatz, Enterprise 2.0 Fallstudien, 23. Februar 2010
Dass auch der Economist auf der Titelseite Apple und seinem iPad die Referenz erweisen würde, war abzusehen (”The Book of Jobs”). Aber in derselben Ausgabe gibt es auch einen “special report” zum Thema “social networking”. Natürlich drehen sich viele Artikel um die Frage, wie der wirtschaftliche Faktor dieses Phänomens einzuschätzen ist. Sowohl mit Blick auf die Geschäftsmodelle von Facebook, Twitter & Co., aber auch mit Blick auf die Frage, wie Unternehmen, Branchen und Jobsuchende hier mitschwimmen können. Auch “enterprise 2.0″ ist ein Thema (”Yammering away at the office”), natürlich im bekannten Pro-und Contra-Stil, den der Economist pflegt. Die Risiken aus Sicht des Managements: fragwürdiger Nutzen, inkorrekte Kommentare sowie fehlende Kontrolle. Aber die positiven Zeichen überwiegen, “a more open workplace”, “good ideas [that] can emerge from anywhere” und “a great way to capture knowledge and identify experts”. Und der nächste Trend? Vielleicht “the rise of mobile-phone-based networking”. The Economist, 30. Januar - 5. Februar 2010
Neben Andrew McAfee ist Dion Hinchcliffe wohl der eifrigste Beobachter und Analyst der Schnittstelle von “social computing” und “enterprises”. Unter dem Stichwort “Social Web Challenges of 2010: A List” hat er einige Bruchstellen in der aktuellen Entwicklung festgehalten. Es sind Dinge, die, so Hinchcliffe, eng mit dem Erfolg des Social Web verbunden sind. Da ist zum Beispiel das, was er “fragmentation of conversation” nennt. Viele Aktivitäten auf unzähligen Kanälen, denen zu folgen manchmal schwer fällt. Damit hängt auch ein anderer Punkt eng zusammen, den Hinchcliffe mit “Difficulty of coherently engaging in social activity across many channel” beschreibt. Sehr gut beobachtet auch dieser Punkt: “Coping with and getting value from the expanding information volume of social media”. Selbst wer Aggregatoren und Filter nutzt, sucht permanent nach Strategien, um mit der Fülle an Informationen umzugehen, um Wichtiges von Unwichtigem und Gutes vom Durchschnitt zu trennen. Lesenswert! Dion Hinchcliffe, ZDNet, 20. Januar 2010
Kurz vor Weihnachten lag endlich Andrew McAfee’s Buch im Briefkasten. Andrew McAfee, Wissenschaftler am MIT Center for Digital Business, hatte ja 2006 den Begriff „Enterprise 2.0“ geprägt und in der Folgezeit, auf seinem Blog und auf verschiedenen Konferenzen, in der Debatte um den Begriff federführend mitgemischt. Jetzt also das Ganze nicht als kurzlebiger Post, sondern als Buch. Was steckt nun drin? Continue Reading
Ein Jahr Social Intranet bei T-Systems Multimedia Solutions. Grund genug für einen der Projektverantwortlichen, die letzten Monate Revue passieren zu lassen. Seine erste Frage: Was hat es gebracht? Frank Wolf hebt den schnelleren Zugang zu Informationen, die bessere Vernetzung, neue Öffentlichkeiten sowie neue Möglichkeiten, Dinge auszuprobieren, hervor. Was haben wir gut gemacht? Hier unterstreicht der Autor einen zentralen Anwendungsfall: “Ein weiterer Glücksfall war in jedem Fall die Entwicklung der neuen Unternehmensstrategie, die ausschließlich im Social Intranet stattfand und in einer frühen Phase dafür gesorgt hat, dass über 60 Führungskräfte im Social Intranet arbeiten durften/mussten, um aktiv am Strategieprozess teilnehmen zu können. Als Anwendungsfall für Social Software und Change Management Maßnahme für alle Führungsebenen bei der Einführung von Social Software uneingeschränkt zu empfehlen.”
Aber es gibt auch Dinge, die, wen wunderts, noch nicht optimal sind. Doch das Fazit ist positiv: “Die Entwicklung unseres Social Intranet hat uns positiv überrascht und in vielerlei Weise auch bestärkt, dass hinter den vielen Buzzwords der 2.0 Welt ein grundsolides Nutzenversprechen steht und unsere Art zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten in den nächsten Jahren nachhaltig verändern wird.”
Eine lesenswerte Case Study! Das Social Intranet der T-Systems Multimedia Solutions basiert übrigens auf dem Enterprise Wiki Confluence von Atlassian und wird von 700 Mitarbeitern an acht Standorten in Deutschland genutzt. Frank Wolf, besser2.0, 22. Oktober 2009
Andrew McAfees neues Buch, “Enterprise 2.0: New Collaborative Tools for your Organization’s Toughest Challenges”, soll nächste Woche auf meinem Tisch liegen. Hier gibt es ein Interview mit dem Autor, dem in nächster Zeit sicher weitere folgen werden. Andrew McAfee spricht über verschiedene Ansätze, Enterprise 2.0-Tools einzuführen, mögliche Hindernisse und Barrieren; was Enterprise 2.0 für den CIO einer Organisation und das mittlere Management bedeutet und wie man den Erfolg des Projektes messen kann. Video und Transkript.
“Andrew McAfee: I haven’t come across people who have done our old-fashioned technology ROIs1 and are happy with it. What I’ve seen instead is organizations that do a bit of thinking about: What do we want to have happen? What business need are we trying to address? What challenge, what opportunity, are we trying to seize here? And then think about which exact technologies they can deploy to help them with that.” Interview mit Andrew McAfee, McKinseyQuarterly, November 2009
Joachim Niemeier hat sich durch die Enterprise 2.0-Beiträge der letzten Tage gearbeitet (es waren wirklich einige!) und diese zusammengefasst. Es lohnt sich, kurz vorbeizuschauen! Es finden sich Hinweise auf Andrew McAfee und die aktuelle McKinsey-Studie; die Frage, was im Zentrum von Enterprise 2.0 stehen sollte (sehr schön: “unwahrscheinliche Kommunikation wahrscheinlich zu machen”); wie man den Nutzen oder ROI von Enterprise 2.0 misst; und wie “Best Practices” bei der Einführung von Enterprise 2.0 aussehen könnten (Dion Hinchcliffe) oder ob man nicht lieber von “lessons learned” oder “Fallstudien” sprechen sollte (Ross Dawson).
Joachim Niemeier abschließend: “Die Diskussion zwischen Dion Hinchcliffe und Ross Dawson erinnert mich an das alte Wortspiel „Die Dinge richtig tun” und „Die richtigen Dinge tun”. Eben die Frage nach der Effektivität, die nicht durch eine reine Input-Output-Betrachtung zu beantworten ist. „Ohne gute Ideen und Konzepte kommt man mit Enterprise 2.0 nicht weit”! - damit könnte man aus meiner Sicht die Ergebnisse des Wochenrückblicks auf die einfache Formel bringen.” Joachim Niemeier, centrestage, 20. September 2009
Andrew McAfee, der 2006 den Begriff “enterprise 2.0″ in Umlauf gebracht hat, hat ein neues Buch geschrieben: Es heißt, ja nun, “Enterprise 2.0: New Collaborative Tools for Your Organization’s Toughest Challenges” und erscheint im November. Das erste Kapitel steht aber bereits online zur Verfügung und macht neugierig. Andrew McAfee steckt hier sehr schön das Spielfeld ab, erzählt z.B. von seiner Annäherung an Wikipedia (am Beispiel des Begriffs “Skinhead” wollte er sich beweisen, dass das Projekt nicht funktionieren kann!) und wie sich Unternehmen in den letzten zehn Jahren mit IT auseinandergesetzt haben. Das Buch hat zwei Teile: Im ersten wird erklärt, was “enterprise 2.0″ ist, und im zweiten, wie Manager von den damit verbundenen Möglichkeiten profitieren können.
“No one is more surprised than I am by this book. I had no plan a few years ago to investigate any new Internet technologies or online communities, and certainly no idea that I would make use of the “2.0” suffix myself. The only credit I give myself is for being just open-minded enough to test my initial skepticism about Web 2.0. The rest, I guess, I owe to skinheads . . . “ Wie gesagt: November! Andrew McAfee, Andrew McAfee’s Blog, August 2009
Ein interessantes Gespräch zwischen Joachim Niemeier (centrestage) und Dirk Röhrborn (Communardo), der mit Communote einen “neuen, innovativen Enterprise Micoblogging-Dienst entwickelt hat”. Nun, ich kenne Communote noch nicht, aber das Gespräch ist unter zwei Gesichtspunkten interessant: Es zeigt zum einen, wie schnell heute eine Idee wie Twitter - einmal akzeptiert und genutzt - sofort erweitert, modifiziert, in neue Zusammenhänge gebracht und mit bestehenden Community-Werkzeugen integriert wird. Dieser Prozess läuft. Und zum anderen geht es um den konkreten Unternehmenskontext und die Frage, was hier Microblogging bzw. ein Tool wie Twitter (oder in diesem Fall Communote) leisten kann. Diese Diskussion startet gerade:
“Dirk Röhrborn: Der Erfolg von Twitter liegt in seiner Schnelligkeit und Offenheit. Dafür sind in Twitter selbst aber nur die Nachrichten weniger Tage im Nachhinein abrufbar. Unternehmen hingegen brauchen vor allem auch Vertraulichkeit, Zugriffsschutz, Themenfokussierung und die Möglichkeit zur Integration mit der Firmen-IT, z.B. via LDAP. Auch sollten es manchmal mehr als 140 Zeichen an Inhalten sein können. Der wesentliche Unterschied ist aber m.E. dass es in Firmen eben nicht nur auf den Austausch von Nachrichten, also “micromessaging” ankommt, sondern auch auf das dauerhafte Speichern und Weitergeben von Informationen, also “microsharing”. Twitter und identi.ca sind für die öffentliche Außenkommunikation bald unersetzbar, jedoch für den unternehmensinternen Einsatz eher ungeeignet. Reine Twitter-Clones, wie z.B. Yammer helfen hier nur begrenzt weiter.” Joachim Niemeier im Gespräch mit Dirk Röhrborn, centrestage, 25. April 2009
Andrew McAfee hat eine längere Antwort auf Gary Hamels Beitrag im Wall Street Journal(siehe unten) gegeben; so lang und so gut, dass ich hier separat darauf verweise. Dabei beginnt Andrew McAfee mit einer kurzen Verbeugung und der Zusicherung, dass er die Richtung, in die Gary Hamel weist, generell teilt. Beide wollen 2.0, entweder als Management 2.0 (Gary Hamel) oder als enterprise 2.0 (Andrew McAfee). Was McAfee aber bei Gary Hamel vermisst, sind die Zwischentöne, die Differenzierungen. Kurz, McAfee weigert sich, unerfahrene Neuankömmlinge und erfahrene Fachexperten oder Führungskräfte gleichermaßen auf Null zu setzen und in einen offenen Wettstreit der Ideen und Argumente treten zu lassen. Vielmehr setzt er auf ein Nebeneinander von alten und neuen Strukturen, “figuring out how to blend the two approaches to organizing work”. Und, ja, das kommt bei Gary Hamel zu kurz.
” … let’s take a look at a prototypical large corporation and concentrate on two of its employees: a brand new millennial hire, and an experienced, competent midlevel manager (the truths of Dilbert aside, such people do exist).
To me, it makes no sense at all to:
- Have these two compete on equal footing to get their proposed projects approved and funded
- Give their ideas equal weight
- Let the two of them (and all other employees) decide who should work for whom
- Let the newbie veto the graybeard’s decisions
- Let the millennial decide what he wants to work on all day, each day
Doing such things simply ignores the fact that the more senior employee has greater experience and institutional knowledge. It also ignores the fact that a predefined hierarchy, even an imperfect one, provides certainty and clarity over decision rights that are very difficult to replicate in a purely emegent or egalitarian structure.” Andrew McAfee, Andrew McAfee’s Blog, 31. März 2009
Variationen eines Themas. Die Präsentationen von Vertretern der London Business School, Mircrosoft, Accenture u.a. liefern eine Reihe von interessanten Stichworten zur Begegnung mit der neuen Generation von Mitarbeitern. Was sie auszeichnet (”gamer generation”), was sie bewegt (”social networking”), vor welchen Herausforderungen das Management steht (”management 2.0″ und “employee engagement”) und wie schwer es sich heute tut, damit souverän umzugehen: “… but as many as two thirds of UK companies have banned social networking websites in 2008″ (You at Work). Die Konferenz, zu der das Management Innovation Lab der London Business School eingeladen hatte, hat am 28. Januar 2009 stattgefunden. London Business School, MLab, 28. Januar 2009
Was bisher geschah: Der erfolgreiche Einsatz von Social Software erfordert die richtigen kulturellen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen. Hier betritt “enterprise 2.0″ die Bühne, so die Autoren, und die Arbeit fängt an. “Integration” ist das erste und zentrale Stichwort des dritten Teils dieser wunderbaren Serie. Dann “Prioritäten”. In “Piloten” denken. Sehr schön auch: “Kultur (vor)leben”. Und: “Die passende Kultur ist ein Ziel, keine Voraussetzung.” Gut gefallen haben mir zuletzt die folgende Fragen, die aus dem abstrakten Wunsch nach enterprise 2.0 einen konkreten Einstieg machen:
Der zweite Teil. Der erste Teil dieser Serie blieb bei der Beobachtung stehen, dass “Social Software allein … nicht die Lösung für die alten Probleme des Wissensmanagements” ist. Social Software vernetzt Menschen und Inhalte mit Menschen. Sehr schön die Unterscheidung zwischen Kultur 1.0 (”Welche Informationen wollen wir freigeben?”) und Kultur 2.0 (”Welche Informationen müssen wir schützen?”)! Lisa, Brad, Christie und Bill jedenfalls, die Protagonisten der Präsentation, finden sich dank Social Software. Nun könnte man vorsichtig einwenden, dass Unternehmen nicht nur aus Lisas und Brads bestehen, die ganz “begeistert von den Möglichkeiten sozialer Software” sind. Aber halt, es wird einen dritten Teil geben, der sich ganz der Frage widmet: “Wie gestalte ich ein Enterprise 2.0?” Vielleicht mit Uwe, Martin, Barbara und Susanne? Ich bin neugierig! Frank Wolf, Christoph Rauhut, Simone Happ, Christopher Buschow und Katja Dräger, T-Systems Multimedia Solutions, 21. Januar 2009 (via Slideshare)
Gestern lagen die IBM e-News in meinem Briefkasten und ich habe mir das Kapitel “Vom Web 2.0 zum Enterprise 2.0″ einmal näher angeschaut. Bzw. das kurze White Paper zur Web 2.0-Strategie. Vorneweg: Vier Seiten, nichts Neues, aber eine interessante “Verpackung”. Denn die IBM-Autoren kommen hier ganz ohne die Schlüsselworte “Kultur” und “digital natives” aus. Stattdessen soll man auf Web 2.0 bzw. Enterprise 2.0 setzen, um Wissensmanagement, Kommunikation und Zusammenarbeit und damit Produktivität und Effizienz zu verbessern. Wobei der Einsatz einer Software wie das IBM Mashup Center sicher für viele Unternehmen und ihre IT einen Quantensprung bedeutet. IBM, Januar 2009
Die Autoren mögen es spannend, also gibt es jetzt nur den ersten Teil einer dreiteiligen Serie. Hier erfahren wir: “Das alte Wissensmanagement scheitert, weil es
- Wissen als transplantierbares Gut definiert, das man zentral bereitstellt.
- Wissensbereitstellung fordert, ohne ein Publikum zu schaffen.
- Wissen managen will.”