Welche „digitale Bildungsrevolution“ wollen wir?

Posted on 26 October 2016 by jrobes

In diesem lesenswerten Artikel setzt sich Lisa Rosa ausführlich mit der digitalen Bildungsrevolution auseinander. Zuerst mit der gängigen Lesart, die von wirtschaftlichen Interessen geprägt ist und für die Jörg Dräger und Ralph Müller-Eiselt mit ihrem gleichnamigen Buch als Kronzeugen fungieren. Im zweiten Teil fragt sie: “Wie kann eine emanzipatorische „digitale Bildungsrevolution” aussehen?” Hier wird es schon schwieriger, in der laufenden Diskussion entsprechende Vorlagen oder Anknüpfungspunkte zu finden. Lisa Rosa: “Nicht, dass Bertelsmann & Co sich um die Neukonstituierung der Bildungssysteme unter den Bedingungen der Digitalität kümmern, ist ein Skandal, sondern, dass sich die Bildungssysteme nicht selbst darum gekümmert haben.” Die Diskussion um die digitale Bildungsrevolution hat halt hierzulande derzeit keinen Brecht (”Radiotheorie”), Enzensberger (”Baukasten zu einer Theorie der Medien”) oder Negt/ Kluge (”Öffentlichkeit und Erfahrung”).

Ihr Einstieg in die Diskussion um den emanzipatorischen Gehalt einer digitalen Transformation hat Merksatz-Qualitäten:

“Das Revolutionäre an der Epoche der Digitaliät, also das, was sie qualitativ von der vorhergehenden Epoche unterscheidet, ist kurzgesagt die Möglichkeit potenziell aller Menschen, mit allen (auch potenziellen, also noch unbekannten) Personen und Dingen in Kontakt zu treten und zu bleiben, und zwar ohne deren physische Anwesenheit und außerhalb deren physischer Reichweite, und diese aus dem Milliarden-Angebot selbst ausgewählt nach persönlichen Relevanzkriterien. Information bzw. Connection Overload ist nur der Ausdruck der unentwickelten Fähigkeit, die nach entsprechenden Kompetenzen schreit. Das Revolutionäre liegt in der Möglichkeit des Zugangs Aller zu allem Weltwissen und zum Austausch darüber mit Allen. Die Hauptsache ist also das Internet und das Netzwerken im World Wide Web. Für die Bildung bedeutet dies, dass solche Kontakte nicht nur auch zum Lernen genutzt, sondern um des Lernens willen eingegangen werden.”

Einige Absätze später fasst sie das “Revolutionäre an der Epoche der Digitalität” für die Bildung in folgenden Merkmalen zusammen:

  • “Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation!
    Zunehmende Organisation des Lernens in Netzwerken, dazu grundlegend: Nicht Lernen in vorbereiteten Netzwerken, sondern auch selbst zu netzwerken ist wesentlicher Bestandteil des Lernen Lernens …
  • Anleitung zur „Autodidaktik” von Anfang an und in allen Bereichen …
  • Überwindung der Fächerorganisation - Unterordnung von Systematik unter Problematik von Anfang an und in allen Bereichen …
  • Individualisierung heißt nicht, jeder für sich allein. Individualisierung bedeutet Orientierung des Lernens jedes Einzelnen am persönlichen Sinn. …”

Alles weitere bitte im Original lesen!
Lisa Rosa, shift. Weblog zu Schule und Gesellschaft, 24. Oktober 2016

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