Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Kompetenzorientierung und Prüfungspraxis an Universitäten: Ziele heute und früher, Problemanalyse und ein unzeitgemäßer Vorschlag

Diesen Artikel hat Gabi Reinmann (Zeppelin Universität Friedrichshafen) vor einigen Tagen freigeschaltet (unter dem Stichwort „Prüfungen – ernsthaft …“) Es ist eine spannende, aber auch ziemlich ernüchternde Lektüre. Mir gefällt jedenfalls der Brückenschlag in der Prämisse ihres Beitrags: „Bildung als Ergebnis lässt sich nicht auf abprüfbare Kompetenzen reduzieren. Bildung als Prozess und Kompetenzentwicklung schließen sich aber auch nicht aus. In der Folge gehe ich davon aus, dass ein universitäres Studium weiterhin beides bieten muss.“

Doch dann führt sie aus, wohin Bologna und Kompetenzentwicklung führen: immer mehr Prüfungen (Studierende können auf 50-60 Prüfungen in drei Jahren kommen!), die immer weniger geeignet sind, Kompetenzen zu erfassen (wenn sie das denn jemals waren!). Auch zurück führt kein Weg, denn die „große Freiheit während des Studiums“ hat nur wenige glücklich gemacht. „Der Graben zwischen dem Ist und dem Soll“, schreibt Gabi Reinmann also, „könnte kaum tiefer sein.“ Sie startet dann zwar noch den im Titel angekündigten Vorschlag, in dem sie u.a. für prüfungsfreie Lehr- und Lernräume plädiert. Doch welche Rolle könnten diese Veranstaltungen im Gesamtpaket spielen?
Gabi Reinmann, Lehren – Lernen – Didaktik, 2. Januar 2015 

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