Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

E-Learning-Branche erneut mit zweistelligem Wachstum

Das MMB-Institut für Medien- und Kompetenzforschung hat wieder versucht, den Umsätzen deutscher E-Learning-Unternehmen auf die Spur zu kommen. Zum sechsten Mal in Folge hat man gefragt, hochgerechnet und ist wieder auf ein stolzes Wachstum von rund 15 Prozent gekommen. Man könnte diese Branchenerhebung also einfach als Branchenerhebung im Raum stehen lassen.

Doch jedes Jahr fällt mein Blick auf den Branchenprimus, die COMCAVE AG aus Dortmund. Ich glaube, 2010 tauchte sie zum ersten Mal im Ranking auf und hat seitdem ihre auf E-Learning bezogenen Umsatz- und Mitarbeiterzahlen fast verdoppelt. In der E-Learning-Branche, ich bin einmal mutig, ist das Unternehmen weitgehend unbekannt. Es bietet Kurse an, und im Web ist in diesem Zusammenhang, eher beiläufig, die Rede von Telelearning, einer Kombination von LMS, Virtual Classroom und „eLab“.

Spätestens solche Informationen zeigen die Grenzen dieser Erhebung auf: 1) Was ist eigentlich „E-Learning“? (Oder: Was ist heute eigentlich kein E-Learning?) In der Kategorie „Anbieten“ reichen ja ein Trainer und ein gemieteter Virtual Classroom, um hier Umsatz zu erwirtschaften. Oder das Lehrbuch, das ein Verlag zum Download anbietet … 2) Nach welchen Kriterien trennt ein Anbieter wie COMCAVE eigentlich seinen Kurs-Umsatz vom E-Learning-Umsatz? 3) Was ist mit den anderen Bildungsdienstleistern (Verlagen, Akademien, Fernschulen, Nachhilfeportalen, Sprachlernanbieter usw.), die heute alle ein Portfolio haben, in dem Offline- und Online-Angebote nahtlos ineinander übergehen? … 4) Und laufen die MOOCs zukünftig parallel zur „E-Learning-Branche“?
MMB – Institut für Medien- und Kompetenzforschung, MMB-Branchenmonitor I/2013, 23. Oktober 2013 (pdf)

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