Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Sugata Mitra: Selbstorganisiertes Lernen fördern

Auch Sugata Mitra war als diesjähriger Preisträger des „Leonardo-Awards“ auf der PLE in Köln. Dort sprach er über ein überholtes Bildungssystem (nämlich unseres), über die erstaunlichen Fähigkeiten von Schülern, mit Hilfe des Internets Antworten auf komplexe Fragen zu entwickeln und die Förderung einer internetbasierten Problemlösungskompetenz.

„Mitra forderte die Teilnehmer auf, einen Blick in die Zukunft zu werfen und sich einzugestehen, nicht einschätzen zu können, welches Wissen in mehr als drei Jahren wirklich notwendig sei und auf welche heute noch unbekannten Berufe wir Schüler vorbereiten müssten. Als Beispiel nannte er den Beruf des App-Entwicklers, den es vor kurzem noch gar nicht gegeben habe. „Was inserieren Sie, wenn Sie einen App-Entwickler suchen? Gesucht ist ein App-Entwickler. Qualifikationen gewünscht. Welche Qualifikationen? Ein Doktor in Computerwissenschaften? Dazu geht die Entwicklung in diesem Bereich viel zu schnell geht. Sie können nur fragen: Haben Sie schon einmal eine App geschrieben?“
Gudrun Porath, HRM.de, 11. Oktober 2012  

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5 Responses to “Sugata Mitra: Selbstorganisiertes Lernen fördern”

  1. Rupert Schmitt

    Die kleine Passage mit Fragestellungen zu zukünftigen Qualifikationen trifft ziemlich genau meine Erfahrungen im Umfeld der Hochschulentwicklung. Längst noch nicht hat sich der Wandel durchgesetzt von „Wissensabfrage“ zu „Handlungskompetenz ermöglichen“! Weder für die Strukturen, noch für die Konzepte, noch die für politischen Rahmenbedingungen und Vorgaben ist dieser dringend notwendige Wandel in der Denkrichtung wirklich eingezogen.
    Nach wie vor werden überwiegend althergebrachte Strukturen tradiert und priorisiert -gegen besseres Wissen- vor Erkenntnissen der Lern- und vor allem der (Lern-)Motivationsforschung oftmals mit dem (noch immer schlagenden) Argument der Kosten! Dabei ist das sehr oft nur ein Versteckspiel um die eigene Unflexibilität und Trägheit zu verschleiern. Denn nachgewiesenermaßen sind neue Lern- und Qualifizierungskonzepte nicht teurer, nicht zeitaufwändiger oder schwieriger, als der bisherige Weg. Sie brauchen „nur“ eine neue Einstellung zwischen Lehrendem und Lernendem und damit oft völlig neue Konzepte! Sehr gelungene Beispiele zeigen, dass sich so Aufwände sogar reduzieren lassen!
    Die Beschäftigung mit der Qualifikation der Lehrenden, sich der neueren, zeitgemäßen Erkenntnisse (geeignete Organisationsformen, Lernformen, Strukturen und Umgehensweisen) zu bedienen (gleich ob Kindergarten, Schule oder Hochschule) muss aus ihrem stiefmütterlichen Abseits geholt und zur „Chefsache“ erhoben werden… bei allen Beteiligten!
    Ich danke für den gedanklichen Impuls und wünsche mir eine breite Diskussion dieser Aspekte zum Wohl der lernwilligen, wundervoll begabten jungen Menschen in unserer Gesellschaft.

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