Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Bildung in Deutschland 2012

Der vierte Bildungsbericht liegt vor,  ein „indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur kulturellen Bildung im Lebenslauf“, und das heißt 360 Seiten mit Zahlen, Fakten und Informationen zur Bildung. Die Analyse zur kulturellen Bildung im Lebenslauf ist sozusagen der Fokus 2012 in Form eines separaten Kapitels. Davor, auf den Seiten 141 – 156, geht es um die Weiterbildung und das Lernen im Erwachsenenalter und ich zitiere, was die Presseinformation für dieses Kapitel festhält:

„An der Situation in der Weiterbildung hat sich im Berichtszeitraum in der Struktur der Angebote wie auch der Teilnahme wenig geändert, so dass die bisherigen sozialen Disparitäten in der Weiterbildungsteilnahme weitgehend stabil bleiben. Angesichts der Wissensdynamik und der demografischen Entwicklung erscheinen folgende Befunde besonders problematisch:
– In der betrieblichen Weiterbildung kommt es zu einem deutlichen Rückgang der Weiterbildungsteilnahme von Fachkräften und der jüngsten Altersgruppe.
– Es gibt weniger Weiterbildungsangebote für Ältere, sowohl in Betrieben als auch in öffentlichen Weiterbildungseinrichtungen.
– Bei der Weiterbildung hochqualifizierter Arbeitskräfte dominieren außeruniversitäre Anbieter, die Rolle der Universitäten erscheint schwach.
– Über Weiterbildungseffekte besteht nur begrenzte Transparenz.“

Internet und E-Learning tauchen in diesem Kapitel nur ganz allgemein, als „selbstgesteuertes Lernen mit Medien“, auf, das aber lediglich in 18 Prozent der Unternehmen eine Rolle spielt (S.146). Und „Hochqualifizierte [sind] in informeller Weiterbildung doppelt so aktiv wie andere Gruppen“, lese ich noch (S.148), bevor ich das Dokument wieder zuklappe.
Autorengruppe Bildungsberichterstattung, im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Juni 2012

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3 Responses to “Bildung in Deutschland 2012”

  1. Jochen Robes

    Das kommt darauf an: Wer Zahlen über die klassischen Bildungsinstitutionen sucht, über Kindergärten, Schule, Hochschule, Berufsausbildung usw. wird hier gut bedient. Nur die Weiterbildung, die immerhin die längste Zeitspanne in einer durchschnittlichen Biografie umfasst, kommt wie immer dünn weg. Vor allem, weil das Lernen, dass sich jenseits der Angebote abspielt, auf denen explizit „Bildung“ oder „Weiterbildung“ steht, so schwer zu erfassen ist. Für die Statistiker.
    Gruß, JR

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  2. Ingo L.

    Den Bildungsbericht habe ich mir bereit vor wenigen Wochen genauer angesehen. Für mich persönlich gab es wirklich ein paar interessante Informationen. Ansonsten kann ich Herrn Robes nur zustimmen.

    Viele Grüße!

    Antworten

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