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Wenn Edusphäre und Blogosphäre sich treffen

Posted on 02 March 2012 by jrobes

Eine “Kartografie der deutschsprachigen Edublogosphäre” versprechen die Autorinnen. Nun ja, erst einmal ist es schön, überhaupt mal wieder etwas über die Edublogosphäre zu lesen! Im Artikel selbst geht es um drei Facetten des “Edubloggings”: Weblogs in Lehr-/Lernsettings, Weblogs über Bildungsthemen sowie drittens Weblogs von Bildungseinrichtungen, konkret: universitäten E-Learning-Zentren.  Im Mittelpunkt der Betrachtung steht der Hochschulbereich. Über Literatur- und Webrecherchen, Inhaltsanalysen, Blogroll-Auswertungen und Befragungen hat man sich auf Spurensuche begeben. Themen sind u.a. die Vernetzung der Akteure, die Ausrichtung ihrer Weblogs sowie ihr Selbstverständnis als Blogger/innen.

Hier einige Ergebnisse dieser “Kartografie”: “Weblogs sind in der Hochschullandschaft inzwischen eine feste Größe” (S.16), heißt es einleitend, wobei ich vermute, dass das sicher nicht für alle Fachbereiche und Fakultäten gilt. Dann haben die Interviews mit einzelnen Blogger/innen - Christian Spannagel, Sandra Hofhues, Wolfgang Neuhaus, Joachim Wedekind, Andreas Auwärter und Gabi Reinmann - u.a. ergeben, “welchen hohen Stellenwert die Sprache in der deutschen Edublogosphäre geniesst” (S.16). Und schließlich der aus meiner Sicht wichtigste Befund, der zugleich eine Analyse der “Edublogosphäre” immer mehr zu einer “vertrackten” Angelegenheit werden lässt:
“Methodisch zeigt unsere Untersuchung, dass die alleinige Betrachtung von Kommentaren, Postings und Blogrolls nur eine verkürzte Zusammenschau des gesamten Diskurses aufzeigt. … Weblogs sind Teil eines umfassenden Kommunikationssystems – erst die Gesamtheit der Kanäle zeigt die tatsächliche Kommunikationsstruktur.” (S.17)

Um so begrüßenswerter ist es natürlich, dass die Autorinnen nicht vor der Komplexität ihres Untersuchungsgegenstandes kapituliert haben. Allerdings wäre aus meiner Sicht jede der drei oben genannten Facetten des “Edubloggings” ein eigener Artikel wert gewesen, so unterschiedlich sind die mit jeder Perspektive verbundenen Fragestellungen. Dann hätte man vielleicht auch den Akteuren Namen und Adressen geben können.
Stefanie Panke, Birgit Gaiser und Stefanie Maaß, MedienPädagogik, 21/ 2011, 2. März 2012 (pdf)

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2 Comments For This Post

  1. Stefanie Panke Says:

    Hallo aus den USA!
    Erstmal ein herzliches Dankeschoen fuers Lesen und Rezensieren. In der Tat finde ich es nach wie vor schwierig, “Edublogging” methodisch ueberzeugend zu untersuchen - gerne wuerde ich dazu mal mit Computerlinguisten arbeiten, die quantitativ netzwerkanalytisch Daten zu Verweisstrukturen liefern koennten. Nicht nur in Blogrolls und Kommentaren, auch in Artikeln verbergen sich Bezugnahmen und auch die Granularitaet ist ein harter Brocken. Manchmal hat ein wenig vernetzter Blogger mit einem einzelnen Artikel einen sehr hohen Impact, manchmal hat ein Blog dauerhaft eine hohe Resonanz. Mit einem erweiterten Methodenkatalog liesse sich auch eine Kartografie sicherlich besser einloesen.

    Mir war es zunaechst mal ein Anliegen, meinen eigenen Gebrauch von Blogs staerker zu systematisieren, wofuer ich die Unterteilung “Blogs ueber Bildungsthemen”, “Blogs als Infrastruktur von Bildungseinrichtungen (Blogfarmen)” und “Blogs von Hochschuleinrichtungen” wirklich nuetzlich fand. Im letzten Punkt sind wir sicherlich am schwaechsten aufgestellt, denn hier fehlen weitgehend Fakultaeten, Bibliotheken und andere. Die E-Learning-Zentren sind uns als alten E-Teachern halt am naechsten…

    Eine Weile hatte ich persoenlich das Gefuehl, ueber das Thema Edublogs sei eigentlich alles gesagt - fuer mich persoenlich das spannendste Fazit aus der Zusammenarbeit mit Birgit Gaiser und Stefanie Maass: Es gibt noch viele weisse Flecken auf der Landkarte.

  2. Jochen Robes Says:

    Hallo aus Frankfurt,

    ich finde auch, dass Blogs nach wie vor einen schönen Einstieg in die Analyse von Netzwerkstrukturen bieten können. Leider ist das Phänomen “Bloggen” derzeit ja durch Microblogging/ Twitter und Social Networks/ Facebook etwas aus dem Fokus gerückt. Ich habe es vor allem gemerkt, als ich vor einigen Wochen gebeten wurde, einen Artikel über Weblogs aus Unternehmenssicht zu aktualisieren und dabei feststellte, dass Blogs hier in umfassenden Enterprise 2.0-Suites, Activity Streams und Statusmeldungen aufgegangen sind.

    Also von daher hat mich der Artikel gefreut. Auch die Unterteilung ist nachvollziehbar. Wobei ich jetzt eher gedacht habe, dass Ihr mit der zweiten Kategorie, “Blogs als Infrastruktur von Bildungseinrichtungen”, ein großes Fass aufgemacht habt, weil man hier ja schon mit einem Bein in entsprechenden Lernszenarien und -konzepten steht.

    Ansonsten bin ich auch gespannt, wer als Erster mal etwas tiefer in die kommunikativen und sozialen Strukturen der Edublogging-Community eintaucht.

    Viele Grüße, Jochen

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