NMC Horizon Report: 2012 Higher Education Edition

Posted on 16 February 2012 by jrobes

Der Horizon Report 2012 ist etwas ganz Besonderes für mich. Als Mitglied des Advisory Boards durfte ich dieses Mal aktiv an seiner Entstehung und der Auswahl der einzelnen Trends teilnehmen. Eine interessante und spannende Erfahrung, auch wenn die Prozesse klar strukturiert sind und sich alles in einem relativ kurzen Zeitfenster zwischen November und Januar abspielt. Hinzu kam, dass es sich dieses Mal um die zehnte Ausgabe dieses Reports handelt, wie immer gemeinsam vom New Media Consortium (NMC) und der EDUCAUSE Learning Initiative (ELI) durchgeführt. Und wie immer ging es darum, „emerging technologies” zu identifizieren, „likely to have a large impact over the coming five years in education around the globe”. Wobei das Flagschiff, die “Higher Education Edition”, hier noch einmal einen besonderen Schwerpunkt setzt.

Am Format des Reports hat sich nichts geändert. Sechs Trends werden wieder nach ihrer voraussichtlichen “time to adoption” aufgereiht:
- ein Jahr oder weniger: Mobile Apps und Tablet Computing
- zwei bis drei Jahre: Game-based Learning und Learning Analytics
- vier bis fünf Jahre: Gesture-Based Computing und Internet of Things

Um es gleich festzuhalten: Die beiden Themen, die ich auf die diesjährige Liste gesetzt habe, nämlich „MOOCs” und „Open Badges”, haben es nicht geschafft. Dafür gibt es mit Mobile Apps und Tablet Computing zwei sichere und eng zusammenhängende Wetten. Drei der übrigen Themen waren auch im letzten Jahr bereits auf der Liste: Learning Analytics hat einen „Sprung nach vorn” gemacht, was angesichts der aktuellen Diskussionen, Konferenzen und Nähe zu Stichworten wie „Big Data” nachvollziehbar ist. Game-Based Learning droht das Schicksal des „ewigen Talents”, wobei der Trend zu „gamification” dem Thema möglicherweise über die letzte Hürde hilft. Und Gesture-based Computing ist wieder dabei …

Der Bericht selbst enthält wie immer eine kurze Beschreibung allgemeiner „Key Trends”. Hier sticht aus meiner Sicht vor allem ein Punkt in verschiedenen Varianten hervor: „People expect to be able to work, learn and study whenever and wherever they want to.” Ansonsten findet man kurze Beschreibungen der einzelnen Trends, Hinweise auf Fallbeispiele und weitere Artikel. Und wem das alles zu wenig ist, der ist herzlich eingeladen, im Rahmen unseres OpenCourses 2012, “Trends im E-Teaching” (opco12), die Themen mit uns weiter zu diskutieren. Der Horizon Report wird nämlich unseren roten Faden bilden …
The New Media Consortium, 13. Februar 2012

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2 Comments For This Post

  1. martin lindner Says:

    gabs auch “sich selbst organisierende lerngruppen” auf der vorschlagsliste (a la scrum-teams)? und bei den Open Badges gebe ich dir recht: das könnte wirklich funktionieren.

    und zweite (echte) frage: was kann ich mir unter learning analytics (mit big data) sinnvolles vorstellen? das frage ich mich schon länger, ohne die texte dazu nachzulesen, mir fällt aber nie was vernünftiges ein. was ist da fortschrittlicher als stinknormale blackboard-funktionen?

    ansonsten sind die voraussagen ebenso vorhersehbar wie enttäuschend: game-based learning ist schlicht ein hype, vieles ist einfach extrapolierte konsumententechnologie (tablets, “apps” … was für apps, das wäre interessant). und “internet of things” usw. ist zur hälfte eh irgendwie klar, zur anderen hälfte (spezifisch für lernen) wieder einer dieser gedanken- und risikolosen wischiwaschi-vorhersagen.

  2. Jochen Robes Says:

    Hallo Martin, hast schon Recht, im Moment “stagnieren” die Trends etwas. Wobei das erste Zeitfenster per se kritisch ist. Was den generellen Pool an Trends betrifft, schau doch in das Horizon Report Wiki:
    http://horizon.wiki.nmc.org/Horizon+Topics

    Was Learning Analytics betrifft, so habe ich zwar etwas Fantasie (z.B. in Richtung Social Media Monitoring oder Social Network Analysis); ich halte es aber auch nicht für ausgeschlossen, dass es sich hier um ein kulturelles Missverständnis handelt. Weil das Sammeln und Auswerten von Daten hierzulande eher ein No-Go ist, erst Recht, wenn es um Lernprozesse geht.

    Mein Eindruck: Gerade für das erste Zeitfenster könnte der Report vielleicht mutiger und schneller auf die Stichworte der aktuellen Diskussion reagieren. Es gibt ja genug, wenn ich nur an 2011 und MOOCs, flipped classroom, textbooks, gamification, usw. denke.

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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