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E-portfolios – 7 reasons why I don’t want my life in a shoebox

Posted on 04 April 2011 by jrobes

Der Autor, Donald Clark, hat Recht: Wie so viele Ideen hat auch die Idee der E-Portfolios ihren Charme, weil man versucht, sich mit ihr auf die Seite der Lerner zu schlagen, ihnen ein Instrument zu geben, um Artefakte im Netz zu managen, sich darzustellen und mit anderen zu kommunizieren. Aber es bleibt eine Art paternalistische Geste, die mit den Bedürfnissen und Interessen anderer spekuliert. Und so sind e-Portfolios, abgesehen von einigen Nischen an Hochschulen und in Moodle-Arbeitsgruppen, bis heute nicht “angekommen”. Und werden es wohl auch nie. Donald Clark zählt die Gründe auf, in prägnanten und klaren Worten. Die anschließende Diskussion zeigt, dass er einen Nerv getroffen hat!

“E-portfolios have taken up more conference time and wasted effort than almost any other learning technology topic I can recall. The idea’s been around since the nineties but isn’t it odd that no one seems to have one? Never has so much time been devoted to something with so little real impact.
Donald Clark, Donald Clark Plan B, 31. März 2011 

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3 Comments For This Post

  1. Ralf Hilgenstock Says:

    Ich verstehe den gedanklichen Ansatz von e-Portfolios als Teil eines persönlichen Wissensmangements. Die Protagonisten von e-Portfolios betonen immer wieder, dass es nicht auf die Werkzeuge ankommt.

    Wenn man also konstatiert e-Portfolios seien in der Lebenswirklichkeit nicht angekommen, stellt man fest, dass elektronische Hilfsmittel zum persönlichen Wissensmanagement nicht angekommen seien.

    Dann bleibt die Frage, ob es in anderer Weise gemacht wird? Oder ob es vielleicht gar keinen Bedarf an persönlichem WM gibt?

    In Deutschland fällt mir lediglich die Profil-Pass-Konzeption ein, die eine gewisse Verbreitung gefunden hat. Aber auch diese kaum aus sich selber heraus, sondern - meiner Wahrnehmung nach - eher im Zusammenhang mit beruflichen Qualifizierungsmassnahmen.

    In der angelsächischen Praxis gibt es im Schul- und Collegesystem eine konzeptionelle Verankerung von Portfolios als Reflexionsinstrument. In der deutschen Praxis bricht das am Ende der Grundschulzeit ab. Sammelmappen sind für Kindergarten und Grundschule gut, so die verbreitete Meinung. Obwohl es hier sehr schöne Konzepte für einen reflexiven Gebrauch gibt, sind sie meist nur Ablageorte, die an Ende eines Schuljahr mit nach Hause genommen werden: “Schaut mal was ich alles gemacht habe. Und Oma und Opa loben dannn pflichtschuldigst.”

  2. Jochen Robes Says:

    Kann Deinem Gedankengang nicht ganz folgen, Ralf. Warum soll die Tatache, dass ein bestimmtes System (ePortfolios) sich nicht durchsetzt, bedeuten, dass “elektronische Hilfsmittel zum persönlichen Wissensmanagement nicht angekommen seien”? (Wenn es auf “konkrete Werkzeuge” überhaupt nicht ankommt, muss ich über ePortfolios ja sowieso nicht mehr reden …)

    Ich glaube, eine der Fragen, die Donald Clark zu Recht stellt, lautet: Warum soll ich meine Arbeiten, Lernprozesse, Gedanken usw. mit einem bestimmten System verknüpfen? Vor allem, wenn das System häufig noch an eine bestimmte Institution gebunden ist?

    Warum kann nicht meine jeweilige aktuelle Infrastruktur aus Profilen, Netzwerken, Blogs und Twitter mein “ePortfolio” sein?

    Gruß, Jochen

  3. Ralf Hilgenstock Says:

    Die gesamte e-portfolio Diskussion war immer geprägt davon, verschiedene Tools aufzuzeigen, die Funktionen anbieten, ein e-Portfolio zu führen. Zudem sind weitere Tools entstanden, die explizit eportfolio als Funktion führen, z.B. Mahara oder ELGG.

    Ich verstehe Donald und die sehr interessante Diskussion in seinem Blog jedoch auch so, dass eigentlich kaum jemand eportfolios überhaupt führt, zumindest nicht in der Form wie sich viele das mal vorgestellt haben. Nur die wenigsten Sammlungen auf diigo (früher delicious) kann man als eportfolio verstehen. Nur wenige bloggen im Sinne des Gedankens eines eportfolios.

    Man kann immer einzelne Nutzer im Web finden, die dies sehr wohl tun. Dein Blog ist sicher ein Beispiel (wenn auch so etwas immer auch ein Teil der Selbstvermarktung ist), Stephen Dawnes ist ganz sicher jemand, der seinen Blog ePortfoliomässig führt und manch anderer auch. Aber es ist weit weg davon, dass sich der Gedanke des ePortfolios irgendwie mal weiter verbreitet hätte.

    Ich würde mal vermuten, dass ein institutionell betriebenes ePortfolio (in welcher Form auch immer) und eine Verfolgung von Portfolios als Lernreflexionsprozess in unseren Bildungseinrichtunge viel dafür tun könnte, damit Absolventen anschließend weiter mit Portfolios arbeiten, um Lernerfahrungen für sich und andere zu dokumentieren und selber zu reflektieren.

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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