Ein schlichter Titel. Er gehört zu einer Sendung, die am 13. Februar im Deutschlandfunk zu hören war und jetzt im Netz bereit steht. Ein Untertitel grenzt das Spielfeld ein: “Von virtuellen Hörsälen und digitalen Klassenzimmern”. Also nicht das E-Learning in Unternehmen beispielsweise. Namen, die bei diesem kurzweiligen Überblick (mit vielen O-Tönen!) fallen, sind das Institut für Wissensmedien in Tübingen, die Open Source-Lernplattform ILIAS, die Fernuni Hagen als Modell der “virtuellen Hochschule”, das Projekt “Schulen ans Netz”, E-Learning-Konzepte in der Lehrerausbildung sowie die Praxis elektronischer Prüfungen. Aber es sind ja auch 28:05 Minuten.
Ich hatte ja schon einmal auf den nahenden 10. Geburtstag von MIT’s OpenCourseWare-Projekt (MIT OCW) hingewiesen. In diesem Artikel finden sich zwei interessante Absätze, die ich als Zitate an dieser Stelle aufnehme. Im ersten wird charmant eingestanden, dass man das einst gesetzte Ziel eigentlich nicht erreicht hat (aber dafür ein anderes …); im zweiten wird aufgezeigt, wie sich MIT OCW vom OER-Projekt in Richtung Open Course und Social Media weiterentwickeln will:
Unbedingt lesen! Auch wenn es fast eine kleine Insider-Story ist! Kurz: Jim Groom hat eine Beziehung beendet, eine Liebesbeziehung. Sein Partner, “Edupunk”, ist auf Abwegen, wird von Anhängern umworben, denen Jim Groom nicht traut. Allen voran die Journalistin Anya Kamenetz, die sich wortstark und öffentlichkeitswirksam in die intime Beziehung eingemischt hat. So etwas kann nicht gut gehen, nie. Hier die letzten Zeilen des Abschiedsbriefes:
“… But don’t get me wrong, I will miss a lot of things about you, like the time you flirted with my father at our family Christmas dinner. But in the end you’ve changed, and what saddens me most is that you really couldn’t control how others would use you, you’re just a word after all-though a quite attractive one for many a marketer it seems. I mean, let’s face it, EDUPRENUER has nothing on you, you are much more seductive. But, we both know nobody can ever take away the rush of that first few months we had-it was a beautiful time, and when they all have forgotten you and left you for dead, I’ll de there, and we’ll start fresh again.
I love you, but I have to say goodbye-I don’t own you, but I did make you, damn it!!!
Rita Kop (National Research Council of Canada) hat hier einige Erfahrungen, aber vor allem Daten aus PLENK2010, dem Open Online Course zu Personal Learning Environments, Networks and Knowledge, zusammengetragen. Ich kann einen Blick in der verlinkte Präsentation empfehlen: Es sind zum Teil sehr interessante Versuche, die Aktivitäten der Teilnehmer abzubilden und zu analysieren. Alles noch sehr ergebnisoffen und sicher erst ein Anfang, aber spannend! Ich denke, es geht in die Richtung, die George Siemens u.a. derzeit unter dem Stichwort “Learning Analytics” diskutieren:
Wikipedia: “Learning analytics is the use of intelligent data, learner-produced data, and analysis models to discover information and social connections for predicting and advising people’s learning.” (hier geht es zur aktuellen Konferenz, die am Sonntag startet) Rita Kop, Blog, 24. Februar 2011
Die Kollegen von Cogneon, “The Knowledge Company”, haben aufgeräumt. So schreibt Simon Dückert in der Gruppe “Knowledge Management” auf XING: “Als Teil unseres neuen Internetauftritts haben wir unsere gesamte Wissensmanagement-Bibliothek mit fast 400 Büchern erfasst und unter http://www.cogneon.de/biblio zugreifbar gemacht. Alle Bücher können über eine Filterfunktion nach Autor, Begriff, Jahr und Titel gefiltert und sortiert werden.” Nützlich. Cogneon, 25. Februar 2011
Kurz zum Begriff “Social Learning”: Es gibt eine Linie, die bei Web 2.0/ Social Media beginnt, sich mit Enterprise 2.0 (Social Media im Unternehmen selbst) fortsetzt, um bei Social Learning (Lernen mit Hilfe von Social Media im Unternehmenskontext) zu enden. Deshalb wird der Begriff genutzt, obwohl er natürlich dem Verdacht ausgesetzt ist, ein Pleonasmus zu sein. Hier versucht die Autorin, eine Übersicht zu bieten, indem sie das Feld absteckt, einige Tools erwähnt, die Social Learning im Arbeitskontext unterstützen, und einige kurze Beispiele aufzählt. Kelly Meeker, OpenSesame, 25. Februar 2011
Spannend wird Mobile Learning ja nicht bei den Apps, die dem Nutzer statische Inhalte auf dem Smartphone präsentieren. Spannend wird es, wenn man die Möglichkeiten der mobilen Endgeräte nutzt (Stichworte: Augmented Reality, Location-based Services, aber auch Social Media). Am besten im Rahmen didaktischer Szenarien, in denen die Teilnehmer sich gemeinsam und spielerisch die entsprechenden Kompetenzen aneignen. Ein solches Szenario beschreibt die Autorin hier mit dem Stichwort “mobile Exkursionen”. Aber ich denke, das ist erst der Anfang.
“Mobile Exkursionen halten Aufgaben bereit, die in einer Kombination aus Real Life Infrastruktur und Smartphone-Nutzung bewältigt werden. Damit können sie neben dem Bildungs-Aspekt auch als Testumgebung für die User Experience von location based services (foursquare, gowalla, brightkite etc.), mobilen Netzwerken (Twitter, Facebook etc.) und Informations-Apps wie Layar dienen. Und werden so interessant für Entwickler-Teams oder Agenturen, die die Entwicklung mobiler Apps anbieten.” Regine Heidorn, eVideo 2.0 an der HTW Berlin, 22. Februar 2011
Wer Unternehmen für Social Learning erwärmen will, kann von den neuen Möglichkeiten schwärmen, kann Tools aufzählen oder auf Fallbeispiele verweisen. Oder er kann strategische Argumente und Starthilfen für die Einführung geben. Und das tut der Autor, wie an den Überschriften des Artikels unschwer abzulesen ist: “Enter social learning”, “Social learning needs learning leadership” und “Social learning needs a budget”. Nützlich, aber ohne Überraschungsmomente.
Hier seine Definition von “social learning”: “Social learning can be thought of as the use of Enterprise 2.0 opportunities and technologies to help facilitate the learning experience of employees.”
Dan Pontefract, trainingwreck, 6. Januar 2011
Clive Shepherd stellt uns hier einen Lern-Architekten vor, a “real innovator, who has successfully broken free from the confines of the traditional training course and, in doing so, challenged out-dated models of learning and development.” Was hat der so Gelobte getan? Nun, er hat zuerst einmal bis vor wenigen Wochen bei der BBC gearbeitet, was für Innovationen sicher nicht das undankbarste Pflaster ist. Dort war er in der Qualifizierung für das Thema “Sicherheit” verantwortlich und hat das bestehende Angebot tatkräftig vom Kopf auf die Füße gestellt. Durch Konzepte wie dieses: “In order to achieve this, Nick’s team filmed people in different parts of the organisation, asking them what they did and how they handled safety issues in real situations …” Und nicht zuletzt war Nick Shackleton-Jones an der Entwicklung von BBC’s interner Social Media-Plattform “MOO” beteiligt. Von daher ist dieses Profil fast schon eine kurze BBC-Case Study.
Zum Start des Moduls Personalentwicklung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat sich Andreas König Gedanken über die Herausforderungen gemacht, vor denen die Personalentwicklung heute steht. Nicht nur, dass sich mit den neuen mobilen, netzbasierten Lerntechnologien ihr Handwerkzeug radikal verändert. Die neue Arbeitswelt verlangt darüber hinaus von allen Beteiligten Kompetenzen, die noch auf keiner Agenda stehen. Andreas König nennt zum Beispiel die Fähigkeit zur Abgrenzung, also die Fähigkeit, allen technischen Möglichkeiten zum Trotz persönliche Grenzen zu setzen. Vor diesem Hintergrund, so Andreas König, muss sich die Personalentwicklung neu erfinden, was ihre Legitimation, ihre Intelligenz, ihr Selbstverständnis und ihre Aufgaben betrifft. Was er in seinem Artikel noch genauer ausführt …
“Die neue Rolle ist in der Spannung angesiedelt, die die neue Situation schafft durch die enormen Potentialen der Neuen Medien einerseits und durch ihre paradoxen Wirkungen andererseits: Ermöglichung vs. Beschleunigung, Vernetzung vs. Verflachung, Verbindung vs. Vereinsamung, Access (i.S.v. Zugang zu Wissen) vs. Mangel an Primärerfahrungen, Navigation vs. Orientierungsverlust, Anspruch vs. Vorbild.” Andreas König, Lernblog, 21. Februar 2011
Simon Dückert weist in seinem Newsletter auf diese Studie hin, die im Auftrag der Europäischen Kommission von Tech4i2, Headshift und IDC erstellt und im Dezember 2010 veröffentlicht wurde. Dabei suchten die Autoren Antworten auf folgende Fragen: “What is E20? Why it matters? How is it implemented? What then should the European Commission do?” Interessant sind vor allem die acht Case Studies, die das Rohmaterial für die Antworten bilden. Und die verschiedenen Gliederungen und Systematisierungsversuche, wie z.B. die in Anlehnung an Andrew McAfee erstellte “Typology of E20 use cases”, in der nicht nur “employee induction and training” einen Platz findet. Verschiedene Autoren, 7. Dezember 2010 (pdf, via Enterprise 2.0 in Europe: evidence for policy-making)
Hier kurz und knapp die Punkte, die die amerikanischen Berater von Bersin & Associates Qualifizierungsexperten ins Stammbuch schreiben: “1. Informal Learning …
2. The power of new mobile technologies to deepen and increase the speed of information flow across organizations. …
3. The increasing inability of current practices to solve all of these new challenges. …” Josh Bersin/ Bersin & Associates, The Business of Talent Newsletter: Februar 2011
Leider habe ich es selbst nicht zur Veranstaltung von Communardo am 8. Februar in Stuttgart geschafft. Es ging um “Prozess(R)evolution im Enterprise 2.0″ mit Vorträgen von Ilja Hauß (”Der Enterprise 2.0 Irrtum”) und Joachim Niemeier (”Best Practices im Enterprise 2.0″). Alles jetzt sauber im Netz dokumentiert. Michael Grüning, Human Network Competence Blog, 11. Februar 2011
Ein weiterer bildungspolitischer Report, der fragt, wie es mit OER (Open Educational Resources) weitergehen kann. 192 Seiten, auf denen die Ergebnisse einer europaweiten Online-Befragung ausführlich dargestellt und ausgewertet werden. Dahinter steht die Open Educational Quality Initiative (OPAL), “an international network to promote innovation and better quality in education and training through the use of open educational resources”. Die Europäische Kommission spielt mit, internationale Organisationen wie die UNESCO und eine Reihe von Universitäten, zu denen auch die aus Duisburg-Essen zählt.
“Institutional policies for OER are still a long way from impacting on educational institutions according to findings from the Open Educational Quality Initiative (OPAL) quantative survey. The perception by respondents that OER lead to institutional innovation still does not translate into implementation at the organization level.” Open Educational Quality Initiative (OPAL), 15. Februar 2011 (pdf)
Auf SWR2 Wissen ist am Sonntag eine sechsteilige Reihe mit dem interessanten Titel “Aula - Wissen 2.0. Wie das Internet die Bildung verändert” gestartet. Wer aus irgendwelchen Gründen um 8:30 Uhr, denn das ist der Sendetermin, noch keine Lust auf Radio und Bildung hat, kann die Folgen auch später als Podcast hören. Was ich gerade mit der ersten Folge getan habe. Hier beklagt der Literaturwissenschaftler Peter J. Brenner, dass sich mit der Digitalisierung und dem Internet die alten Ordnungsprinzipien des Wissens aufgelöst haben. Wir haben unseren Bildungskanon verloren und dafür Google und Wikipedia bekommen. Bildung bleibt also eine öffentliche Aufgabe, und da möchte ich nicht widersprechen. By the way, ich glaube übrigens nicht, dass Peter J. Brenner twittert. Peter J. Brenner, SWR2, 13. Februar 2011
Ich hatte ja bereits im November kurz auf das Drumbeat Learning, Freedom and the Web Festival in Barcelona hingewiesen. In brand eins ist jetzt noch einmal zu lesen, worum es den 400 Teilnehmern, zusammengerufen von der Mozilla-Stiftung, ging: “Hacking Education”. “Die Teilnehmer des Festivals in Barcelona sind nicht weltfremd; … Es ist eine eigenartige Mischung aus Netzanarchisten und Bildungsromantikern, die zwischen Beamern und Laptops, Rotwein und Tapas über „Hacker-Labs“ und „Peer Knowledge Sharing“ schwadronieren. …” Markus Albers, brand eins, 01/2011
Es gibt eine grobkörnige Vorstellung von der Einführung von Social Software, nach der sich alles entweder Top-Down oder Bottom-Up abspielt. Das war den Autoren jedoch nicht genug, so dass sie sich 21 Fallstudien aus dem deutschsprachigen Raum näher anschauten. Dabei rückten drei Vorgehensweisen in den Vordergrund: Viele Unternehmen haben bei der Einführung von Social Software noch kein klares Bild von ihrem Nutzen und ihrer Nutzung und nähern sich schrittweise möglichen Anwendungsszenarien (= Exploration). Andere haben bereits ein solches Szenario vor Augen, zu dem sie die Nutzer gezielt hinführen (= Promotion). Aber in den meisten Fällen finden sich, teilweise parallel, teilweise zeitlich versetzt, beide Ansätze.
In den letzten Monaten sind einige Bücher zum Thema “Social Learning” erschienen und vielleicht ist das Buch von Jane Hart das mit den wenigsten Überraschungsmomenten. Das liegt aber einfach daran, dass die Autorin eine feste Größe im Internet und in der Working/ Learning-Community ist: als Gründerin des Centre for Learning & Performance Technologies (C4LPT), als Initiatorin der “Top 100 Tools for Learning”-Liste, als Bloggerin, Referentin, Mitglied der Internet Time Alliances usw. Von daher war es ein naheliegender Schritt, die vielen einzelnen Bausteine in einem “Social Learning Handbook” zusammenzufassen.
Das Handbuch kommt schnell zur Sache. Kein theoretischer Überbau, keine historischen Ableitungen oder sozialwissenschaftlichen Analysen: Es geht direkt um Lernen und Arbeiten, um “Workplace Learning”, und wie es sich unter dem Einfluss der neuen Möglichkeiten der Vernetzung verändert. Das Buch richtet sich vor allem an die, die noch nicht täglich mit Social Media zu tun haben. Sie finden hier alle Fragestellungen zum Thema wieder, gründlich und systematisch beantwortet. Im zweiten Teil des Buches, “30 ways to use social media to work and learn smarter”, gibt es schließlich konkrete Handreichungen, inkl. Tool-Beschreibungen, Tipps und Linklisten zu Fragestellungen wie “Find things on the Social Web”, “Keep up to date with new stuff on the Social Web” oder “Build a trusted network of colleagues”.
Jane Hart schreibt: “For those of you who didn’t see the episode of Grey’s Anatomy that showed the use of Twitter as a learning tool for surgeons, here are some clips on YouTube.” Zum Wochenanfang. Jane Hart, C4LPT Blog, 10. Februar 2011
Webbasiertes Lernen in Unternehmen - Entscheider/innen, Zielgruppen, Lernformen und Erfolgsfaktoren
Autoren: Christian Böhler, Conrad Lienhardt, Jochen Robes, Werner Sauter, Maria Süß, Kirsten Wessendorf
Abstract: Dieses Kapitel geht insbesondere auf die Rahmenbedingungen des technologiegestützten Lernens und Lehrens ein, die für den Einsatz im Unternehmenskontext prägend sind: Es werden die wichtigsten Gründe und Motive des Technologieeinsatzes erläutert und die an Einführung und Einsatz beteiligten Unternehmensbereiche vorgestellt. Danach wird dargelegt, für welche Zielgruppen im Unternehmen sich technologiegestützte Lernangebote anbieten. Dazu werden die - mit Blick auf aktuelle Umfragen - am häufigsten eingesetzten Formen und Themen des technologiegestützten Lernens und Lehrens beschrieben. Auch werden die Erfolgsfaktoren genannt, die bei der Einführung entsprechender Lernformen und -technologien in Unternehmen zu beachten sind. Mit einem Ausblick und weiterführenden Literaturhinweisen schließt das Kapitel. Da bei diesem Themenfeld der Einsatz von webbasiertem Lernen am besten dokumentiert ist, liegt hier ein Schwerpunkt der Darstellung. Betrachtet wird außerdem vor allem die Weiterbildungspraxis in Großunternehmen.