Dieses Schaubild illustriert sehr schön, wie sich das Aufgabenfeld von Learning & Development (L&D) verändert hat und weiter verändern wird. Ursprünglich entwickelte und organisierte L&D die klassischen Qualifizierungsangebote des Unternehmens, von Seminaren, Workshops bis zu e-Learning. Das LMS wurde zum Bildungskatalog, in dem alle Angebote “auf einen Blick” zur Verfügung stehen. Jetzt kommt hinzu, was Jane Hart in der zweiten Spalte “library of learning resources & links” genannt hat. Hierzu gehören z.B. die YouTube-ähnlichen Portale und Communities, auf denen auch hierzulande erste Unternehmen Learning Nuggets und user-generated content ein Zuhause bieten. Und dann die Spalten “Individuals” und “Teams”. Auch hier gibt es bereits erste Anzeichen dafür, dass L&D beginnt, die Performance und Produktivität der Mitarbeiter zu seinem Thema zu machen. Ich denke da z.B. an die “Social Media”-Kurse für Mitarbeiter, von denen ich jüngst gehört habe.
Der Titel sollte vielleicht nicht zu wörtlich genommen werden, aber die Liste ist ganz pragmatisch: mit vielen Tipps und Links aus dem Google-Universum, um das Klassenzimmer in einen Ort, “where you can share, collaborate, and publish on the world wide web” zu verwandeln. Am besten hat mir gleich der erste Vorteil gefallen, den Google-Nutzer erwarten dürfen: “You can save money for other uses”! Online Education Database (OEDb), 23. August 2010
Thomas Sattelberger, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Telekom AG, und Peter Kruse, Geschäftsführer der nextpractice GmbH, haben ein längeres Gespräch zum Thema “Enterprise 2.0 meets HR” geführt. Einige Ausschnitte des Gesprächs sind hier als Appetizer zu sehen. Beide scheinen sich einig, dass da “draußen” etwas passiert, dem sich Unternehmen und Organisationen stellen müssen. Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings die konsequente Subjektivierung des “Netzes” (”die Netze denken anders”, “das Netz hat die Kraft …”), so dass ich mich mehrmals gefragt habe, ob es bei dieser Begegnung von “Netzen” und “Unternehmen” mich überhaupt noch braucht.
Eine kurze Bedarfsanalyse zum aktuellen Stand, dem Bedarf sowie Trends und Barrieren beim Einsatz von Web 2.0-Anwendungen. Grundlage sind eine Reihe von persönlichen Telefoninterviews mit 13 privaten und öffentlichen Bildungseinrichtungen sowie ein vertiefender Workshop. Das Ergebnis: Der Nutzen von Web 2.0 in der Weiterbildung ist den Befragten bewusst, doch ihr Einsatz scheitert oft an institutionellen und kulturellen Barrieren. Dass es sich dabei wirklich um einen grundlegenden Wandel handelt, zeigt der folgende Punkt sehr schön:
Eine Form des E-Learnings ist der Virtual Classroom - auch “Live-Online-Sessions”, “Online-Seminare” oder “Webinare” genannt. Ein fast schon klassisches Format, allerdings mit einem “Imageproblem”, dem sich jetzt der neu gegründete Berufsverband Online-Bildung (bvob) stellen will. Der Artikel ist deshalb ein weiterer Versuch, über einige Grundlagen zu informieren, die Scheu vor der Technik zu nehmen und Barrieren abzubauen (auch wenn natürlich zu einer speziellen Ausbildung geraten wird). Ob es gelingt? Vielleicht würde es dem Format gut tun, wenn man sich nicht nur mit den Unterschieden zwischen Präsenz- und Online-Trainings beschäftigt, sondern häufiger mal den Bogen zu informellen Lernprozessen, zu Social Media und Social Networks spannt. Sascha Reimann, Trainingaktuell, 21. Jg., Nr. 8/2010
Vor über zweieinhalb Jahren hat Luis Suarez (IBM) das Experiment gestartet, das genau an der Nahtstelle von persönlichem Wissensmanagement und Enterprise 2.0 angesiedelt ist: “… where one day I decided to give up on corporate email altogether and, instead, make heavier use of social networking tools to collaborate and share knowledge with other fellow knowledge workers.”
Sein ausführlicher, zuweilen enthusiastischer Statusbericht enthält zwei Informationen: zum einen die, dass er heute bei unter 20 Emails in der Woche angekommen ist, die er noch erhält; und zum anderen, dass er mehr und mehr Zeichen dafür zu erkennen glaubt, dass Emails wieder ihrem ursprünglichen Zweck als “messaging/ notification system” zugeführt werden. Luis Suarez, Elsua, 25. August 2010
“Personal Learning Environments (PLEs) are made up of more than web tools. People and non-digital resources are also important components. My Personal Learning Network is essentially the people I connect with in order to learn what I need when I need it.” Sagt Steve Wheeler und fügt hinzu, dass auch Bücher immer noch Teil seines Alltags und damit seiner PLE sind. Und weil es schon immer interessant war zu wissen, was bei anderen auf dem Regal steht, verlinke ich hier diesen Beitrag. Steve Wheeler, Learning with ‘e’s, 24. August 2010
Der Artikel hat eine Schwachstelle: Wenn nämlich die Autorin den Charme von Microsharing-Tools wie Twitter damit erklärt, auf diesem Wege Mitarbeiter im Notfall schneller erreichen zu können. Denn einige Absätze später sind es genau diese Mitarbeiter, die bei diesen Diensten selbst entscheiden, wem und wessen Nachrichten sie folgen wollen. Abgesehen davon wird mit Microsharing (oder Microblogging oder Microlearning, die Autorin ist hier flexibel) sehr schön das Bild der “learning” bzw. “networked organization” gezeichnet. Absätze macht der Artikel bei den Stichworten “Individualized Updates”, “Collective Intelligence” und “Social Seaming”. Zusammengefasst heißt es prosaisch: “Microblogging is the capillary system [of an enterprise].” Marcia Conner, Blog, 24. August 2010
Ein Artikel, der Zusammenhänge andeutet. Die Autoren, Thomas H. Davenport und Laurence Prusak (“Working Knowledge”, 1998), schildern, wie BP einst ein Vorreiter auf dem Gebiet des Knowledge Managements war, um dann mehr und mehr auf “Cost Cutting” und “Shareholder Value” zu setzen. Mit bekannten Konsequenzen. Und 23 Kommentaren.
“We are not saying (we’d like to, but we can’t prove it) that there is a causal relationship between the dismantling of a knowledge management program and the subsequent missteps that culminated in the Gulf disaster. However, it seems likely […] that good judgment was distorted and threatened in the decision-making climate BP subsequently developed.” Thomas H. Davenport und Laurence Prusak, Harvard Business Review Blogs, 2. August 2010
Kritische Stimmen sind ja mittlerweile ein fester Bestandteil des OLPC-Projekts, aber das hier ist eine sehr kritische! Reine Geldverschwendung, urteilt Ben Colmery nach einem Besuch in Ghana: “Just inserting computers is not really a game changer. Not in my experience. Not when skills are not included.” Auch der Urheber von OLPC, Nicholas Negroponte, kommt nicht gut weg. Sehr anschaulich geschrieben! Ben Colmery, OLPC// News, 18. August 2010
Jane Hart’s Bibliothek wächst in einem unglaublichen Tempo. Hier hat sie eine “practical introduction to social media for use in your own job” zusammengestellt. Nichts Neues, aber eine systematische Übersicht, die sich an konkreten Aufgaben und Arbeitsprozessen von Knowledge Workern orientiert. Wobei sie wie immer nicht auf die großen enterprise 2.0-Suites schaut, sondern auf die smarten Alltagslösungen, die jeder im Netz sofort testen kann. Dabei hat der Leser die Wahl zwischen einer schlanken PowerPoint-Einführung oder unzähligen weiteren Ressourcen zu jedem der folgenden Themen:
1. Finding things out on the Web
2. Keeping up to date with new Web content
3. Building a trusted network of colleagues
4. Communicating with your colleagues
5. Sharing resources, ideas and experiences with your colleagues
6. Collaborating with your colleagues
7. Improving your personal productivity Jane Hart, Centre for Learning & Performance Technologies (C4LPT), Juli/ August 2010
… fragt George Siemens und gibt uns Einblicke in sein persönliches Informations- und Wissensmanagement - in Wort und Bild: “Managing resources is one of the most important skills for students (people!) to master. I started blogging in 2000 and have spent a significant amount of time trying to devise an information management system that I can use to make sense of a topic or discipline.” George Siemens, Athabasca Landing, 21. August 2010
“Open Courses” sind aktuell eine der spannendsten Bewegungen im Online-Lernen. Sie sind die logische Weiterentwicklung dessen, was MIT 2002 mit der Publikation seiner Kursmaterialien im Netz losgetreten hat. Sie sind zudem eng verknüpft mit der Idee des Connectivism und damit eine interessante Verbindung von Theorie und didaktischem Design. Die hier vorliegenden Überlegungen von George Siemens, einem der aktivsten Initiatoren von “Open Courses”, fassen die bis heute gemachten Erfahrungen zusammen. Sein Fokus liegt dabei auf zwei Fragen: “How do MOOCs reflect effective practices within the digital economy?” und “In terms of discourses, literacies, and prior knowledge, what digital skills are privileged and rewarded within the MOOC environment?” Um diese Fragen herum gruppiert er eine Reihe von interessanten Beobachtungen über die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen dieses Formats. Einige will ich an dieser Stelle kurz festhalten: Continue Reading
Gabi Reinmann hat noch vor ihrer Sommerpause ihren Beitrag zum L3T-Projekt online gestellt. Er ist überschrieben mit “Didaktisches Design: Von der Lerntheorie zur Gestaltungsstrategie” - und enthält genau das, was draufsteht: er führt den Leser von der Theorie (bzw. den vier bekannten Lerntheorien) zu Lehrzielen und Lehrzieltaxonomien, dann zur Ausrichtung von Lernumgebungen und schließlich zu konkreten didaktischen Szenarien. Der Text erklärt, wie Theorie und die Gestaltung von Lernszenarien zusammenhängen, warum Lerntheorien wichtig sind und wo ihre Grenzen liegen: “Lerntheoretische Kenntnisse machen einen noch nicht zum didaktischen Designer, weil Lerntheorien keine unmittelbar handlungspraktische Relevanz haben. Sie liefern dennoch eine wichtige Grundlage für reflektierte didaktische Entscheidungen, weil sie für verschiedene Sichtweisen auf das Phänomen Lernen und damit verbundene Lehrstrategien sensibel machen.” Ein lesenswerter Grundlagenartikel! Gabi Reinmann, e-Denkarium, 24. Juli 2010
Ich merke gerade, dass ich das L3T-Projekt in der Berichterstattung der letzten Tage etwas vernachlässigt habe. Denn das spannende Projekt von Martin Ebner und Sandra Schaffert, zusammen mit 130 Interessierten ein neues interdisziplinäres Lehrbuch rund um das Thema Lernen und Lehren mit Technologien zu schreiben, ist natürlich weiter gegangen. Inzwischen ist die erste Deadline verstrichen (auch unser Redaktionsteam hat seinen Part beigetragen, aber dazu an anderer Stelle mehr …) und die Reviewphase hat begonnen. Anlaß für eine kurze Zwischenbilanz:
“Gerade sind 49 Kapitel (es fehlen nur noch wenige) in Begutachtung. Damit wir nicht ganz den Überblick verlieren, was schon so alles geschehen ist und was zu L3T gesagt wurde, haben wir einige Screenshots gesammelt und in einem “L3T-Countdown” veröffentlicht … Erst mal wird da nur bis 6 heruntergezählt, im Frühjahr heißt es dann: 3, 2, 1, 0: FERTIG!” Martin Ebner, E-Learning Blog, 19. August 2010
Die Interviews mit Repräsentanten von Anbietern wie IMC, Cornerstone, Outstart, SumTotal u.a. sind schon ein paar Wochen alt, bieten aber einen guten Überblick über einige zentrale Trends auf dem LMS-Markt. Drei Themen wiederholen sich immer wieder: a) das Bemühen der LMS-Anbieter, nicht nur “(e-)learning”, sondern mit Recruiting-, Performance-, Skill- und Competency-Management-Modulen mehr und mehr Facetten des HR Managements abzubilden (Stichwort: Talent Management); b) Software-as-a-Service-Modelle (SaaS), die fast alle großen LMS-Anbieter heute im Portfolio haben, um neuen Zielgruppen bedarfsgerechte Lösungen anbieten zu können; sowie (c) die Integration von “collaborative Tools” (auch “social learning” oder “informal learning), die den Austausch in Communities bzw. mit Trainer und Experten erleichtern. Weitere Stichworte der Interviews sind Mobile Learning sowie die Unterscheidung von LMS und LCMS. (via LearnChamp) Sébastien Fraysse, LMS Selection, 25. Juni 2010
Indiens Bildungsminister Kapil Sibal plant einen 35 Dollar Tablet-PC für Schüler und Studenten und Nicholas Negroponte hat diese Ankündigung zum Anlass genommen, seine Erfahrungen aus dem One-Laptop-Per-Child-Projekt in einem offenen Brief weiterzugeben. Hier ein Auszug:
“Tablets are indeed the future. OLPC announced its own eight months ago. However, caution is needed with regard to one aspect of tablets: learning is not media consumption. It is about making things. The iPad is a consumptive tool by design. OLPC urges that you not make this mistake.” Seb Schmoller, Fortnightly Mailing, 31. Juli 2010
Die guten Argumente, sich mit dem informellen Lernen näher zu beschäftigen, zählt Charles Jennings auf. Er tut das, ohne permanent auf Social Media- und Web 2.0-Instrumente zu verweisen (was mir selten gelingt!). Er warnt auch davor, informelles Lernen vorschnell zu formalisieren und spricht lieber von “supporting” und “embedding”. Allerdings bleibt er bei dem Appell für eine strategische Neuorientierung der Weiterbildung stehen (was mir auch häufig passiert). Was er nicht liefert: den Showcase eines Unternehmens, das diesen Weg gegangen ist, nicht mit kleinen Veränderungen, sondern mit einem großen Sprung (wenn es so etwas überhaupt geben kann). Trotzdem eine informative Präsentation! Charles Jennings, Slideshare, Juli 2010
Tony Karrer hat diese Liste zusammengestellt. Viele Unternehmen setzen ja heute Wikis ein, in der IT oder in der Projektarbeit, ohne dass ich hierzulande von vielen (expliziten) Lernszenarien in der betrieblichen Weiterbildung wüßte, in denen Wikis eine Rolle spielen. Von daher kann es nicht schaden, diese Zusammenstellung parat zu haben, bei der - auf den ersten Blick - Sharepoint-Umgebungen, Beispiele aus der Hochschullehre und allgemeine Social Media-Darstellungen Schwerpunkte bilden. Tony Karrer, eLearning Technology, 13. Juli 2010
Wer kennt TED noch nicht? Mittlerweile sollte es sich herumgesprochen haben, dass sich hinter dem Claim “Ideas worth spreading” eine stetig wachsende Zahl von atemberaubenden Reden und Präsentationen verbirgt, mit denen man Stunden im Netz verbringen kann (ich habe gerade “Lewis Pugh’s mind-shifting Everest swim” gesehen und konnte mich nur mit Mühe davon abhalten, nach weiteren aktuellen Highlights zu suchen!). Jetzt legt Anja Kamenetz, DIY U-Autorin, noch einen drauf: In der aktuellen Ausgabe der Fast Company feiert sie TED als “new Harvard”, als “the global education brand of the 21st century” und als zukunftsweisendes Modell für “open education”. Das sehen selbst TED-Anhänger kritisch (z.B. Openculture: “Is TED the New Harvard?”). Anja Kamenetz, Fast Company, 1. September 2010