Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Technologien für lebenslanges Lernen. Wie eine Ära nach Learning-Management-Systemen aussehen könnte

Die Autoren wählen einen bewährten Einstieg: Wenn es um eine Architektur für das lebenslange Lernen geht, kann nicht die Lernplattform einer einzelnen Bildungsinstitution die Antwort sein. So weit, so gut. Aber wie könnte ein wirklich lernerzentriertes Szenario aussehen, das dieser Vorgabe gerecht wird? Die bisherigen Diskussionspunkte, so die Autoren, sind unbefriedigend. Konzepten wie „Personal Learning Environments“ (PLE) und „Lifetime Personal Webspace“ (LPWS) fehlt vor allem individueller Kontext im Zusammenspiel verschiedener Online-Services. Vor diesem Hintergrund wird ein „portabler Agent für Kontext-, Kollaborations- und Content-Services“ beschrieben, der genau das leisten soll:

„Basierend auf ihren individuellen Kontexten und Lernprofilen oder -zielen erhalten Lernende so Zugriff auf spezifisch abgestimmte Informations- und Wissensressourcen (z. B. Netzwerke, Inhalte, Kompetenzen) und Kollaborationsmöglichkeiten.“ Weitere Details, wie z.B. die Integration dieses „Agenten“ in eine übergreifende Informationsarchitektur, liefert der Artikel.

Meine Fragen bleiben auch nach der Lektüre bestehen: Denn die PLE ist eine Idee, die sich qua definitionem nicht in eine bestimmte Architektur übersetzen lässt. Nichtsdestotrotz sind Konzepte wie das Vorliegende wichtige und notwendige Konstrukte, um meine persönliche PLE zu entwickeln. Zugleich schlage ich vor, den Begriff der „persönlichen Lernumgebung“ zu streichen und sich auf seine Bausteine – die Autoren nennen „persönliches Wissensmanagement“ und „Vernetzung“ – zu konzentrieren. Denn wenn ich als Subjekt in der Lage bin, lebenslanges Lernen autonom zu gestalten und zu steuern, werden meine persönliche Lern- und meine persönliche Arbeitsumgebung zusammenfallen.
Sabine Zauchner u.a., in: Nino Tomaschek, Elke Gornik (Hrsg.) The Lifelong Learning University – Perspektiven für die Universität der Zukunft. 2010 (pdf) 

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