The Death of the Open Web

Posted on 27 May 2010 by jrobes

Ein Prosa-Glanzstück. Lange Zeit schien alles in die eine Richtung zu gehen: “open”. Auch in der Weiterbildung haben wir die “open”-Initiativen gesammelt, von “Open Access”, über “Open Educational Resources” bis “Open Teaching”. Und wurden gleichzeitig bestätigt, dass Bezahlmodelle im Web irgendwie nicht funktionieren. Das scheint jetzt anders, Apple sei Dank. Hier mein Lieblingssatz aus dem New York Times-Artikel:

“People who find the Web distasteful — ugly, uncivilized — have nonetheless been forced to live there: it’s the place to go for jobs, resources, services, social life, the future. But now, with the purchase of an iPhone or an iPad, there’s a way out, an orderly suburb that lets you sample the Web’s opportunities without having to mix with the riffraff.”

Es gehört sicher zur Ironie der Geschichte, dass auch dieser Artikel in einigen Tagen wahrscheinlich nur noch gegen harte Währung zu lesen sein wird.
Virgina Heffernan, The New York Times, 17. Mai 2010

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4 Comments For This Post

  1. Tim Schlotfeldt Says:

    Als ich den Anfang des NYT-Artikels gelesen hatte, dachte ich einen Moment lang an Satire (auch wegen des Namens Heffernan), zu sehr erinnerte es an 1984. Aber die Autorin meint es wohl ernst. Von der NY Times ist es ja nur konsequent, diesen Artikel nur gegen Geld anzeigen zu lassen.

    Vielleicht geht man dort ja auch bald so weit wie Londoner Times und sperrt auch Google Spider mit aus. Aber ob das schlau wäre?

  2. Jochen Robes Says:

    Ja, der Name der Autorin ist “besetzt”, der Ort, an dem der Artikel erschienen ist, ein Witz, und der Titel natürlich - wörtlich genommen - Quatsch … Und doch gefallen mir die Beschreibung und das gewählte Bild gut. Die Aufregung (Du hast ja auch auf eine Diskussion verlinkt) kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich gehe ich davon aus, dass das Web “open” bleibt. Aber wir können doch beobachten, dass es mit der Kommerzialisierung des Web jetzt Ernst wird, dass sich das Web in verschiedene Welten aufteilen wird (das “open” Web, Apple, Facebook) - und diese Entwicklung hat die Autorin ganz treffend beschrieben. Und ist es wirklich so unrealistisch anzunehmen, dass viele Menschen zukünftig das Web nur noch durch eine Apple-Tür betreten?
    Gruß, JR

  3. Friedrich Bolle Says:

    Wir brauchen doch nur bei Schumpeter nachzuschlagen:

    Apple Gate wird sicherlich auch bald durch andere Gates :-) ersetzt werden und bei facebook beginnt bereits jetzt ein Saturierungsprozess!

    Siehe auch :

    http://www.joindiaspora.com/

    http://www.nytimes.com/2010/05/12/nyregion/12about.html

    http://www.joindiaspora.com/

  4. Tim Schlotfeldt Says:

    @Jochen Die Aufregung kommt vielleicht daher, dass die Autorin ein Bild vom Web zeichnet, das schlicht falsch ist. Es finden sich steile Thesen, natürlich ohne diese zu belegen:

    > An entrenched population of rowdy, polyglot rabble seems to dominate major sites.

    Von welchen »Major Sites« spricht sie dort? Wohl nicht von CNN, NY Times oder Spiegel Online. Oder meint sie mit Pöbel jene Leute, die Twitter, Facebook und XING nutzen? Vielleicht hatte sie aber auch nur die Blogosphäre im Sinn, die ja von anderen schonmal als die »Klowände des Internets« bezeichnet worden ist.

    Da der Artikel in der NY Times erschienen ist, kann man auch mal über die journalistische Unabhängigkeit nachdenken. Schließlich ist die NY Times als erste Zeitung auf dem iPad vertreten und setzt große Hoffnung in diesen Vertriebskanal.

    Die Kommerzialisierung des Web hat schon vor vielen Jahren statt gefunden. Um das zu zeigen, muss man gar nicht auf erst auf Google oder Amazon verweisen: Checkpoint E-Learning ist Business im Web genau wie der Einzelhändler aus meiner Region, der dank Internet enorm gewachsen ist und mittlerweile Zweidrittel seines Umsatzes über e-Bay macht.

    Natürlich bietet das iPad einen neuen Zugang zu Inhalten. Und es wird erfolgreich sein, vor allem für Apple. Verlage werden trotz des iPads nicht umhin kommen, sich der Frage zu stellen, ob sie in Zukunft Print machen, dass nebenher auch Online-Inhalte ausspuckt, oder ob sie sich in Zukunft als Online-Inhalteanbieter verstehen, der nebenher auch ein Print-Produkt ausspuckt.

    Dass ich übrigens zuerst an eine Satire gedacht hatte, liegt an den Formulierungen im Artikel, die auch locker aus dem Wahrheintsministerium stammen könnten.

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