Categorized | Web 2.0, enterprise 2.0


Twitternde Mitarbeiter: Funktioniert Microblogging auch in Unternehmen?

Posted on 07 May 2009 by jrobes

Ein interessantes Gespräch zwischen Joachim Niemeier (centrestage) und Dirk Röhrborn (Communardo), der mit Communote einen “neuen, innovativen Enterprise Micoblogging-Dienst entwickelt hat”. Nun, ich kenne Communote noch nicht, aber das Gespräch ist unter zwei Gesichtspunkten interessant: Es zeigt zum einen, wie schnell heute eine Idee wie Twitter - einmal akzeptiert und genutzt - sofort erweitert, modifiziert, in neue Zusammenhänge gebracht und mit bestehenden Community-Werkzeugen integriert wird. Dieser Prozess läuft. Und zum anderen geht es um den konkreten Unternehmenskontext und die Frage, was hier Microblogging bzw. ein Tool wie Twitter (oder in diesem Fall Communote) leisten kann. Diese Diskussion startet gerade:

Dirk Röhrborn: Der Erfolg von Twitter liegt in seiner Schnelligkeit und Offenheit. Dafür sind in Twitter selbst aber nur die Nachrichten weniger Tage im Nachhinein abrufbar. Unternehmen hingegen brauchen vor allem auch Vertraulichkeit, Zugriffsschutz, Themenfokussierung und die Möglichkeit zur Integration mit der Firmen-IT, z.B. via LDAP. Auch sollten es manchmal mehr als 140 Zeichen an Inhalten sein können. Der wesentliche Unterschied ist aber m.E. dass es in Firmen eben nicht nur auf den Austausch von Nachrichten, also “micromessaging” ankommt, sondern auch auf das dauerhafte Speichern und Weitergeben von Informationen, also “microsharing”. Twitter und identi.ca sind für die öffentliche Außenkommunikation bald unersetzbar, jedoch für den unternehmensinternen Einsatz eher ungeeignet. Reine Twitter-Clones, wie z.B. Yammer helfen hier nur begrenzt weiter.”
Joachim Niemeier im Gespräch mit Dirk Röhrborn, centrestage, 25. April 2009

Popularity: 17% [?]

2 Comments For This Post

  1. Joachim Niemeier Says:

    @Jochen Robes: Interessant finde ich zwei aktuelle Erfahrungen:

    - Wenn man Microblogging im Unternehmen “einfach macht” (interessantes Wortspiel, merke ich gerade), also ohne groß zu erzählen, dass es um Microblogging, Web 2.0 oder Enterprise 2.0 geht, setzt sich die Arbeitsweise sehr schnell durch. Offensichtlich wird damit unmittelbar ein bestimmter Kommunikationsbedarf abgedeckt.

    - Es muss sich aber auch jemand aktiv um das Nutzungsumfeld kümmern. Beispielweise müssen die Tags von Zeit zu Zeit von jemandem “harmonisiert werden. Oder es muss festgelegt werden, wo bestimmte Informationen (z.B. Protokolle) verbindlich abgelegt werden. Dazu gibt es jetzt viel mehr Optionen: im gemeinsamen Projektverzeichnis, im Dokumentenmanagementsystem, im Projektwiki oder im Microblog.

    Das zeigt anschaulich, dass man bei der Nutzung von solchen Werkzeugen im Unternehmen eine neue Balance finden muss. Zwischen einem “grasswurzelartigem” Vorgehen, das Freiheiten zum Ausprobieren und Sammeln von Erfahrungen ermöglicht. Und einem “gesteuerten” Vorgehen, das ein produktives Arbeiten in Gemeinschaften ermöglicht.

  2. Jochen Robes Says:

    Danke für die interessanten Anmerkungen, Herr Niemeier. Die sich übrigens auch mit meinen eigenen Erfahrungen decken. Vielleicht riskiere ich an dieser Stelle noch eine Ergänzung: Oft sind die Bereiche oder Teams, die Web 2.0-Instrumente schon “machen”, ja nicht die Herausforderung. Sondern die Kollegen, denen man neue Möglichkeiten wie das Microblogging vorstellt. Da wird dann gerne darauf hingewiesen, dass man mit seinen bestehenden Routinen eigentlich ganz zufrieden ist. Oder dass man gerade Sharepoint eingeführt hat und noch gar nicht weiß, wie man diese Möglichkeiten nutzen kann … und jetzt noch ein neues Tool? Berechtigte Fragen. Von daher ist die Begleitung und Optimierung eines bereits bestehenden Projektes häufig eine dankbarere Aufgabe als die ergebnisoffene Vorstellung oder Einführung eines Web 2.0-Werkzeugs.
    Gruß, JR

Leave a Reply

*
To prove that you're not a bot, enter this code
Anti-Spam Image

About me

Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
Social Media und MOOCs
XING

Newsletter (wöchentliche Übersicht)

E-mail:   

Subscribe    Unsubscribe

Photos from our Flickr stream

Hochschulforum Digitalisierung Gruppenbild

cMOOC-Runde

gfwm-beiratstreffen-2013

corporatelearningcamp 2013

robes_mld2013

13:14:02

sportograf-43743811

13:30:41

See all photos