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Editorial zum WissensWert Blog Carnival Nr. 2

Posted on 06 April 2009 by jrobes

Anfang März startete die 2. Ausgabe des WissensWert Blog Carnivals mit der einfachen Frage: „Was war Ihr/ Dein letztes E-Learning-Erlebnis?” Am 29. März traf die letzte von sage und schreibe 30 31 Rückmeldungen ein! Dazu noch eine große Zahl an Kommentaren und Hinweisen. Dafür erst einmal ein herzliches Danke!! Auch an die elf Nicht-Blogger, die sich zur Teilnahme entschlossen haben - und jetzt Teil der Web 2.0-Geschichte sind!

Ich hatte bereits vor einigen Tagen, auf der MoodleMoot in Bamberg, versucht, die Beiträge dieser Ausgabe etwas zu ordnen. Keine leichte Aufgabe, weil es elf Jahre nach der „Erfindung” des Begriffs durch Jay Cross kein von allen geteiltes Verständnis von E-Learning gibt. Doch welche Gemeinsamkeiten gibt es nun bei der Lektüre der Beiträge zu entdecken?

„5 times in a row I got the error message … Give me a piece of paper and a pencil and I will sign everything you want me to sign.”

Begegnungen mit E-Learning sind heute häufig Begegnungen mit Programmen, die man als Mitarbeiter pflichtgemäß bearbeiten muss. Die Stichworte heißen Compliance, Geldwäsche, AGG, Datensicherheit, Arbeitssicherheit usw. Diese Begegnungen sind häufig alles andere als ein Vergnügen: „Eine Blättermaschine mit langweiligen Seiten, umständlich formuliert, ohne Rücksichtnahme darauf, dass der Tag meiner Einschulung mittlerweile seinen 40sten Geburtstag gefeiert hatte”, schreibt Horst-Dieter Bruhn (Kienbaum Management Consultants GmbH). Viele haben hier applaudiert.

„Ich glaube, dass klassisches CBT-eLearning (vorgefertigte Klicktunnels und MultipleChoice-Tests) reine Zeit- und Geldverschwendung ist.”

Ist klassisches E-Learning, also das Lernen mit Hilfe eines Web-based Trainings etwas für jede Zielgruppe? Für Wissensarbeiter? Für Führungskräfte? Für Digital Natives? Für einige Autoren gehört eine bestimmte Form des strukturierten und geführten Lernens der Vergangenheit an. Vor allem das Internet und Web 2.0 haben diesen Bruch unterstrichen. Andere weisen darauf hin, dass es immer Lerner geben wird, die Struktur und Orientierung suchen; und dass man sich auch auf die Vermittlung von Themen konzentrieren sollte, die der Lernform E-Learning angemessen sind. Beispielhaft sei auf die Diskussion um Martin Lindners Beitrag verwiesen.

„… doch auch traditionelle Formen des E-Learning … werden in dieser Zukunft weiter ihre Bedeutung haben.”

Eine Reihe von Autoren schildert gleich zwei E-Learning-Erlebnisse: die Begegnung mit einem strukturierten Online-Lernprogramm oder Kurs und das informelle Lernen mit den Möglichkeiten des Internets. Formales und informelles Lernen, gleichberechtigt nebeneinander, je nach Situation und Zielgruppe und ohne dass es einen Verdrängungswettbewerb gibt. Ja, Michael Kerres (Universität Duisburg-Essen) weist sogar darauf hin, dass die Potenziale der traditionellen Formen des E-Learning „für die Praxis nicht ausgeschöpft sind”.

„Wie das jemals ohne Google und Co. gegangen sein soll, ist mir heute schleierhaft.”

Man hat eine Frage, gibt den Begriff in Google ein, folgt einem Link, liest etwas, folgt dem nächsten Link, landet bei Wikipedia und liest weiter. „Jagen und Sammeln, bis das Thema erschöpft ist, alles was man frei bekommen kann”, sagt Jochen Heins (Akademie Deutscher Genossenschaften ADG). E-Learning ist Alltag, Alltag im Netz. Mit der Konsequenz „unterschwelliger Kompetenzbildung”, wie Andreas König (Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften) so schön schreibt.

„Yes, ich habe den kompletten Connectivism-Kurs absolviert!!!”

Da ja nach dem „letzten” E-Learning-Erlebnis gefragt wurde, erzählten einige Autoren, wie sie sich im Herbst 2008 aufgemacht hatten, am Online-Kurs „Connectivism and Connective Knowledge” von Stephen Downes und George Siemens teilzunehmen. Kurz zur Erinnerung: In diesem 12-wöchigen Kurs kamen alle Instrumente zum Einsatz, die man sich im Rahmen einer Web 2.0-Didaktik vorstellen kann. Hier war der selbstorganisierte Lerner gefordert - und stieß manchmal an seine Grenzen: „Gerade die Informationsvielfalt im Kurs fand ich erschlagend”, schrieb zum Beispiel Mandy Schiefner (Universität Zürich).

„Das Learning-Management-SYSTEM: Zwangsjacke fürs Lehren und Lernen”

Vorneweg: Die Lernplattformen, also die Infrastruktur, auf der viele Lernerlebnisse in Universitäten und Unternehmen aufbauen, waren nur ein Randthema in den Berichten. Mal ein kurzer Verweis auf Moodle, mal die Auseinandersetzung mit einem universitären Content-Management-System, das Vorgaben macht, die nur bedingt zur Wirklichkeit des Lehrens und Lernens passen.

„Blogs lese ich nur, wenn sie mir per mail zugestellt werden …”

Ein Blog Carnival spricht zuerst die Blogging Community an. Aber wir wollten und wollen auch Nicht-Blogger einladen, sich mit Beiträgen an der Diskussion beteiligen. Was beim Thema E-Learning wunderbar geklappt hat! Auch wenn der eine oder andere E-Learning-Experte aus seiner Vorsicht, ja, seinem Misstrauen gegenüber dem Web 2.0 im allgemeinen und Weblogs im besonderen kein Hehl machte. Aber gerade diese Stimmen braucht es.

“Since I have decided to use Twitter … my online-learning experience is much more intriguing, much more fun, much more interesting.”

Nun, in dieser Runde des Blog Carnivals ging es nicht um zukünftige oder ideale E-Learning-Erlebnisse. Auch waren die digital natives sicher etwas unterrepräsentiert. Wenn ich an dieser Stelle den Blick nach vorne werfe, könnten das schon die Aufhänger für zukünftige Runden sein …
WissensWert Blog Carnival Nr. 2

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1 Comments For This Post

  1. Weiterbildung Says:

    Meines Wissens nach werden wir um das e-learning gar nicht drum herum kommen. Das ist ja heute schon der Fall.

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  1. Beiträge zum WissensWert Blog Carnival Nr. 2: Was war Ihr/ Dein letztes E-Learning-Erlebnis? – WissensWert Says:

    […] gibt. Doch welche Gemeinsamkeiten gibt es nun bei der Lektüre der Beiträge zu entdecken? Hier geht es zum vollständigen Editorial. Anmerkungen und Kommentare sind herzlich […]

  2. Editorial zum WissensWert Blog Carnival Nr. 2 – WissensWert Says:

    […] zur Nr. 2 mit 30 Beiträgen über “Was war Ihr/ Dein letztes E-Learning-Erlebnis?” ist hier im Weiterbildungsblog zu […]

  3. WissensWert Blog Carnival Nr.2 (März ‘09) | weiterbildungsblog Says:

    […] ich hier noch einmal aufliste. Dazu unzählige Kommentare und Links. Eine Zusammenfassung habe ich an anderer Stelle bereits […]

  4. Ausgabe 2: Was war Ihr/ Dein letztes E-Learning-Erlebnis? (Mar09) - WissensWert Says:

    […] gibt. Doch welche Gemeinsamkeiten gibt es nun bei der Lektüre der Beiträge zu entdecken? Hier geht es zum vollständigen Editorial. Anmerkungen und Kommentare sind herzlich […]

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management,
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