Archive | October, 2008

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An educational crisis?

Posted on 10 October 2008 by jrobes

Das Erschreckende an der gegenwärtigen Finanzkrise ist nicht der Sturz der Börsenkurse, sondern die Erklärungsarmut, ja Fassungslosigkeit “unserer” Experten. “Ruhe bewahren!” höre ich immer wieder, aber wenn das erste Bürgerpflicht ist, wer treibt da an den Börsen sein böses Spiel? Vielleicht werden wir eines Tages erfahren, dass die unsichtbaren Hände Computer und Softwareprogramme waren, die automatisch ausführten, was ihnen vor langer Zeit aufgetragen wurde. Wie auch immer, man kann (oder muss!) die aktuelle Entwicklung sicher auch als Wissens- oder Bildungskrise sehen, wie Harold Jarche es tut:

“Critical thinking and an understanding of the frameworks that guide our political and financial institutions would really help the citizenry to understand the complexities of what is happening. It sure beats listening to politicians and pundits in 30 second sound bites. Unfortunately, it’s what many have been conditioned to accept, because they’ve been told that these systems is beyond their understanding.
Is the financial crisis really an educational crisis?”

Harold Jarche, Learning & Working on the Web, 1. Oktober 2008

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KnowTech 2008

Posted on 10 October 2008 by jrobes

Zwei Tage KnowTech liegen hinter mir. Kurz einige Eindrücke:

  • Die Stimmung: gut! Mit 500 Teilnehmern konnte man die Zahl des Vorjahres deutlich steigern.
  • Der Trend: Das 2.0 dominierte das Programm. Was bei den letzten Positionspapieren des BITKOM sicher keinen überraschen durfte. Nur die Veranstaltung selbst pflegt noch den 1.0-Charme.
  • Die Keynotes: Professionell, aber nicht inspirierend. Claus E. Heinrich (Vorstand SAP) beschrieb die globalen, dynamischen und vernetzten Strukturen, in denen sich Unternehmen wie SAP heute bewegen. Bernhard Beck (Vorstand und Arbeitsdirektor EnBW) schaffte es nicht ganz, der eigenen Messlatte (”Wissen macht glücklich!”) gerecht zu werden. Said Zahedan (Microsoft) zeigte uns, wie die “Cloud” zum “Dreh- und Angelpunkt für die Wissensverarbeitung” wird. Und Markus Bentele (Rheinmetall) stellte vor, wie sich sein Unternehmen strategisch dem Thema “Collaboration 2.0″ stellt.

Dann durfte ich in kleinerem Kreis zusammen mit Günther Szogs (Commerzbank) das Forum “Wissen - Macht - Finanzen” moderieren - mit wirklich hervorragenden und anregenden Referenten: Leif Edvinsson, der für ein Quer- und Anders-Denken warb; Søren B. Henriksen, der das dänische Arbeitsmodell hoch hielt; Günter Koch und die Wissensbilanz; Christian Garbe, der Wissensvernetzung am Business Case des FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie vorstellte; Olaf Kaltenborn, der den Wandel der Goethe-Universität auf einige Stichpunkte brachte; Jacques van der Meer, der sich als Banker sichtbar freute, über die Wissenswirtschaft nachdenken zu dürfen. Und abschließend fasste Peter Pawlowsky (TU Chemnitz) auf wunderbare Weise die wichtigsten Gedanken des gesamten Vormittags zusammen.

Am Nachmittag habe ich dann selbst im Forum 1 (”Transformation zum Unternehmen 2.0 - Social-Networking-Lösungen im Business-Einsatz”) zum Thema “Communities” präsentiert, aber dazu gibt es später noch einen separaten Eintrag. (Weitere Stimmen zur KnowTech: Communixx, SLTalk)

Für mich und einige andere Teilnehmer der KnowTech ging es dann gleich weiter zur Unterzeichnung der Erklärung zur Wissensregion FrankfurtRheinMain in der Deutschen Nationalbibliothek. Hier hielt Bernhard von Mutius den Festvortrag und schenkte uns die schöne Aufforderung: “Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen und des der anderen!” Und: “The Link is the Thing.” Dann war Feierabend.
KnowTech 2008, 8./9. Oktober 2008

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Is the case study method of instruction due for an overhaul?

Posted on 09 October 2008 by jrobes

Harvard Business School wird 100. Offensichtlich ein guter Zeitpunkt, um über etwas nachzudenken, das viele unmittelbar und immer mit Harvard verbinden: die Case Study-Methode. (Wer noch einmal nachlesen möchte, was sich genau dahinter verbirgt, dem sei der Handelsblatt-Artikel “Was ist eine Case Study?” empfohlen!). Das dachte sich jedenfalls auch Harvard und stellte die Methode zur Diskussion: “Most recently, the question has been raised about whether the case method encourages the development of skills in framing problems prior to decision making. Traditional cases have come under fire for being self-contained documents that describe a protagonist facing a decision with a set of packaged data available on which to base the decision. … One recent response to this criticism is the encouragement of development and use of “decision briefs” at Columbia Business School by its Dean, R. Glenn Hubbard.”

Der Aufruf ist angekommen. 111 Kommentare (!) sind hier nachzulesen. Das wiederum hat Jay Cross angeregt, das Stichwort aufzunehmen - immerhin hat er selbst zwei Jahre in Harvard verbracht: “My vote goes for bringing the case study into the 21st century.” Jay möchte vor allem die Grenzen aufheben, an die “paper cases” gebunden sind: “Instead of a case that starts as a pamphlet, imagine a case that is housed on a wiki. Student speculation and analysis would be recorded for the next wave of students. As in my study group, people would be able to peer into the heads of others to learn how they think about things. Cases on wikis would expand in utility as students built on one another’s observations.” Auch wenn ich persönlich nie die Chance (oder das Glück?) hatte, 500 Case Studies in zwei Studienjahren zu bearbeiten, klingt das nach einer logischen Weiterentwicklung. “Harvard meets Web 2.0″.
Jay Cross, Internet Time Blog, 7. Oktober 2008

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Offene Bildungsressourcen

Posted on 08 October 2008 by jrobes

Heute und morgen bin ich auf der KnowTech in Frankfurt, so dass nur die Zeit für einen Blick in die neueste Ausgabe der eLearning Papers blieb. Es geht um Open Educational Resources (OER), um ihre Entwicklung und ihr Einsatz in Bildungseinrichtungen, um Werkzeuge, mit denen Inhalte erstellt und gemeinsam genutzt werden können sowie um einen Vergleich mit der kollaborativen Entwicklung von Open Source-Software.

Neugierig hat mich der Erfahrungsbericht einer französischen Business School gemacht, der “Grenoble Ecole de Management” (”Open Educational Resources for Management Education: Lessons from experience”). Hier hat man sich - nach einer ersten, zweijährigen Forschungsstudie - entschlossen, eigene Ressourcen für die Management-Ausbildung im Netz verfügbar zu machen. OpenCim heißt das Projekt, Moodle ist die entsprechende Plattform und zu den Lernressourcen gehören nicht nur Präsentationen, sondern auch multimedial gestaltetes Lehrmaterial, gerichtet an eine französischsprachige Community. Das Fazit: “The world distribution of the registered users, … , shows that about half come from France, then North Africa and sub-Saharan Africa. These results clearly show the need of Francophone resources particularly in African countries. One of the objectives of OER is to ease the access to knowledge for developing countries who lack teaching resources. We think that we have met this objective.” Doch, das sehen auch die Autoren, kann der offene Zugang zu Lernressourcen nur ein erster Schritt sein: “One of our objectives for the future is to develop and organize learning communities among users. These communities have sometimes started to emerge spontaneously and we want to promote this development.” Weitere Schritte in Richtung Open Learning, wie sie z.B. Graham Attwell kürzlich beschrieben hat, sind allerdings nicht geplant. Aber da liegt Europa vielleicht einfach noch einen Schritt zurück.
eLearning Papers, Nr.10, September 2008

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Learning 2.0 Strategy

Posted on 07 October 2008 by jrobes

Schon der Titel ist ja irgendwie irreführend: eine Strategie, wie man Learning 2.0 einführt?? Wo doch Learning 2.0 für bottom-up, selbstorganisiert und dezentral steht? Aber Tony Karrer ist professionell genug, um auf dieses Fragezeichen einzugehen. Und auch wenn ich kein Freund solcher Aufzählungen bin, diese hier ist nützlich. Besonders der zweite Punkt, da ich selbst gerade die “Kultur”-Frage etwas ermüdend finde. Hier sind also die sieben Ratschläge:

  1. Start Tactical and Bottom Up
  2. Avoid the Culture Question
    “I get asked at seminars all the time - “How can I change the culture?” Horrible question. There are some gurus who claim to be able to change culture. I don’t feel I can do that - even in really small organizations. But I can change particular behaviors. I can provide tools and support. I can go in tactical and avoid the culture question.”
  3. Avoid Highly Regulated Content (and Lawyers)
  4. Learning Professionals Must Lead
  5. Prepare Workers for Learning 2.0
  6. Technology is Tactical not Strategic
  7. Avoid the CIO

Tony Karrer, eLearning Technology, 29. September 2008

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Networked Workers

Posted on 07 October 2008 by jrobes

Es sind vor allem Zahlen, die dieser aktuelle Report aus dem Hause PEW bietet. So sind auch “networked workers” schlicht und einfach die, “who use the internet or email at their workplace”. Aber das werden immer mehr (gegenwärtig 62% der “employed” Amerikaner). Und mit der Vernetzung und der steigenden Nutzung weiterer Kommunikationstechnologien wird es für diese “networked worker” immer schwieriger, Arbeit und Privates voneinander zu trennen. Nichts Neues für alle, die in der Wissensgesellschaft angekommen sind. Mehr für Detailverliebte.
Mary Madden und Sydney Jones, Pew Internet & American Life Project, 24. September 2008 (pdf)

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Places to Go: Connectivism & Connective Knowledge

Posted on 06 October 2008 by jrobes

Auf den “Connectivism”-Kurs, organisiert von Stephen Downes und George Siemens, habe ich an dieser Stelle bereits hingewiesen. Was noch fehlte, war ein kompletter Überblick über den besonderen Charakter dieses Lernexperiments, den Stephen Downes hier nachholt. Dabei stellt er vor allem seine dezentrale Struktur heraus: “Connectivism & Connective Knowledge is not simply about the use of networks of diverse technologies; it is a network of diverse technologies. … What makes this course unique is the combination of these elements: its large size, its openness, and its for-credit status.”

Connectivism ist also Thema und Lernform zugleich! Dabei hebt Stephen Downes hervor, wie die Teilnehmer vom ersten Tag an die Gestaltung des Kurses in die eigenen Hände genommen haben: “What has been most interesting from a design perspective is how the open structure of the course has enabled students to manage their own participation.”

Bis Anfang Dezember läuft der Kurs noch. Aber ein Fazit steht bereits: “No longer is course delivery the sole provenance of the institution. With a bit of a spark, with social networks and online media, with free applications and the contributions of everyone involved, a community can create and host its own course.” Ja, aber was werden die etablierten Kursanbieter dazu sagen?
Stephen Downes, innovate (journal of online education), Vol. 5, Nr. 1, Oktober/ November 2008 (kostenfreie Registrierung notwendig)

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Erfahrungswissen der Mitarbeiter schnell und effizient nutzen

Posted on 06 October 2008 by jrobes

Das Szenario ist bekannt: Ein Mitarbeiter verläßt das Unternehmen, der Nachfolger steht in den Startlöchern.  Jetzt geht es darum, Wissen zu sichern und weiterzugeben. Vor allem das viel beschworene Erfahrungswissen. Das geschieht oft pragmatisch und mit großen Streuverlusten. Man kann es aber auch systematisch angehen, und davon handelt dieser Artikel. Als Referenzmodell dient die “Wissensstafette” von VW Coaching. In der Version der Credit Suisse wird der Wissenstransfer in drei Phasen organisiert, die “Identifikation des Wissens”, “Weitergabe des Wissens” und “Umwandlung des Wissens” genannt werden.

Im aktuellen Newsletter der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) findet sich übrigens ebenfalls ein Artikel zum Thema, verfasst von Christian Kastrup (ck2). Auch hier werden drei Schritte empfohlen: “Bedrohtes Wissen lokalisieren und bewerten”, “Ausgewähltes Wissen erfassen und transferieren” sowie “Regelprozesse und -aktivitäten implementieren”.

Die Frage, die mir bei der Lektüre dieser Ansätze immer durch den Kopf schießt: Warum wird das Erfahrungswissen eigentlich erst interessant, wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt??
Benno Ackermann, business-wissen.de, 29. September 2008

Nachtrag (15.10.2008): Benno Ackermann hat, zusammen mit Oliver Bendel (Uni St. Gallen), die Lösung der Credit Suisse in einem weiteren Artikel vorgestellt (”Insiderwissen direkt vom Vorgänger - Mediengestützter Wissenstransfer bei der Credit Suisse”). Noch anschaulicher, wie ich finde. (via Andrea Back)

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SCOPE 08

Posted on 02 October 2008 by jrobes

Heute ist ein Übergangsgang. Gestern die SCOPE 08 in Heidelberg und gleich geht es nach Münster, wo ich morgen beim “Münsterland Giro 2008″ die Radsaison ausklingen lassen werde. Deshalb nur einige erste, schnelle Eindrücke zur SCOPE: die Organisatoren, allen voran Ulrike Reinhard, haben wieder Mut gezeigt, Neues auszuprobieren, und das ist es, was den Charme der Veranstaltung ausmacht. Keine fertigen Referate, sondern Themenangebote und Open Space, dazwischen Trommeln, ein Zeichner, also Raum für Kreativ-Künstlerisches, ein durchgehender Twitter-Stream (#scope08) und zwei externe Referenten, die via Skype in die Konferenz geschaltet wurden. Stephen Downes aus Moncton/Kanada und Peter Kruse aus Bremen, die sich beide als Interviewpartner uns Teilnehmern zur Verfügung stellten. Und das treffendste Statement kam für mich von Peter Kruse (nextpractice), der offensichtlich zum ersten Mal in dieser Form mit einer externen Veranstaltung kommunizierte und davon sprach, dass ihn gerade deswegen die Teilnahme angesprochen hatte - als persönliche Herausforderung und Lernerfahrung! Was will man mehr!
SCOPE 08, 1. Oktober 2008

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Knowledge Management Blogs

Posted on 01 October 2008 by jrobes

Pumacy Technologies AG hat eine informative Liste mit 50 aktiven Blogs zusammengestellt. Ihre Kriterien: “Diese erste Auswahl wurde nach Aktivität und Themenbezug getroffen. Dabei wurden Kennzahlen zur Aktivität im Monat August 2008 analysiert. Bei mehr als 10 Beiträgen (active blog), 10 Kommentaren (many comments), einem Google PageRank von mindestens 5 (high google pagerank) oder einem Alexa Ranking unter eine Million (high alexa ranking) wurden entsprechende Symbole eingetragen. Die Liste ist sortiert nach Anzahl der Beiträge im Monat August 2008. Die Blogs selbst sind thematisch sehr vielseitig und Wissensmanagement hat dabei je einen anderen Stellenwert.” Ausprobieren!
Pumacy Technologies AG, September 2008

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Open Learning is here - where next?

Posted on 01 October 2008 by jrobes

Was meint Graham Attwell mit “Open Learning”? Nun, da sind die unzähligen Online-Angebote, die es gegenwärtig zu aktuellen Lernthemen gibt, allen voran die Kurse von Stephen Downes und George Siemens zu “Connectivism” sowie von Michele Martin und Harold Jarche zu “Web 2.0 for Learning Professionals”. Graham Attwell zählt weitere Beispiele auf, er spricht gar von einer “explosion in open learning”. Hier zögere ich etwas und denke, dass das eine Frage der Perspektive ist. Denn die wenigsten Web 2.0-Nutzer der Bildungs-Community in Deutschland wissen z.B. von diesen Angeboten, von der großen Mehrheit der Learning Professionals ganz zu schweigen. Aber abgesehen davon bleibt auch für Graham Attwell noch eine Frage offen, die unmittelbar mit der zukünftigen Rolle der klassischen Bildungsinstitutionen verbunden ist: “The last barrier to open learning - and a very complex one - is that of accreditation.”
Graham Attwell, Pontydysgu, 1. Oktober 2008

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Jochen RobesJochen Robes (Frankfurt), Berater mit den Schwerpunkten Human Resources/ Corporate Learning, e-Learning, Knowledge Management
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