Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Gibt es eine »Net Generation«? (Version 2)

Rolf Schulmeisters Antwort, erstmals im Januar dieses Jahres veröffentlicht, hat jetzt schon wesentlich zu einem differenzierteren Umgang mit der „net generation“ und ähnlicher Generationenkonzepte beigetragen. Jetzt liegt eine Überarbeitung der Studie vor, mit der der Autor seine Arbeit am Thema vorerst abschließt. Die Version 2 enthält 30 zusätzliche Seiten, um, so Rolf Schulmeister, aktuelle empirische Studien und Präzisierungen in der Argumentation aufzunehmen. Ich habe die Versionen nicht verglichen, aber Mandy Schiefner findet die zweite Version „sachlicher und begründeter“. Und deshalb übernehme ich auch ihre Leseprobe, in der Rolf Schulmeister die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Einsatz von Web 2.0-Technologien in der Lehre nennt:

„Der Web 2.0-Technologie werden hohe Erwartungen entgegengebracht. Es werden Hoffnungen auf ein anderes Lernen in sie gesetzt, als würde der bloße Einsatz von Weblogs und Portfolios das selbsttätige Lernen befördern. Der Einsatz von Web 2.0-Methoden zum Lernen stellt enorme Vorbedingungen an die Selbstständigkeit der Lernenden, denn Web 2.0 beruht auf zwei nicht ganz selbstverständliches Säulen des Lernens: der Bereitschaft zum kooperativen Lernen und dem Willen zum Feedback. Beide setzen Selbstorganisation voraus, das »Kernstück der Web 2.0-Bewegung« (Reinmann 2008). Selbstorganisation kann aber nicht bei allen Lernenden vorausgesetzt werden, eher bei einer Minderheit von Lernenden, wie die vielen Studien und Zeugnisse zu dem hohen Anteil von Studierenden zeigen, die zur Prokrastination oder zum Lurking neigen.“ (S.111)
Rolf Schulmeister, Hamburg 2008 (pdf)

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