Jochen Robes über Bildung, Lernen und Trends

Enterprise 2.0 – auf der Suche nach dem CEO 2.0

Pünktlich zur KnowTech hat der BITKOM, der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, wieder Stellung bezogen: Es geht also um Enterprise 2.0 und damit den „Einsatz von Social-Networking-Plattformen in Unternehmen“. Das Positionspapier ist in zwei Teile gegliedert: Im ersten wird beschrieben, was Enterprise 2.0 als Unternehmensphilosophie ausmacht. Hier sind Selbstorganisation, flache Hierarchien und Partizipation die zentralen Stichworte. Gelebt werden sie gemeinsam von CEO 2.0 und Mitarbeiter 2.0, unterstützt von einer IT, die Altes und Neues verschmilzt. Ein kurzer Readiness-Check soll Interessierten den Einstieg erleichtern.

Im zweiten Teil des Papiers werden Fallbeispiele in Form von Case Studies geschildert: BITKOM, CoreMedia, DAK, Helvetia, Metro, Siemens, T-Systems Multimedia Solutions. Inwieweit in den hier geschilderten Projekten bereits Enterprise 2.0 sichtbar wird, kann man sicher diskutieren. Vielleicht darf oder muss man generell anmerken, dass Zwischentöne in diesem Bericht etwas kurz kommen: Denn viele Großunternehmen sammeln zwar intern Web 2.0-Projekte, schotten sich und ihre Mitarbeiter aber immer noch (oder: wieder) erfolgreich gegenüber externen Netzen ab. Risk Management und Data Leakage Prevention in der Netzwerkgesellschaft. Vielleicht ein Thema für das nächste Positionspapier?
Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), August 2008 (pdf)

PS: Das Positionspapier wird übrigens begleitet durch die BITKOM-Studie „‚Enterprise 2.0‘ – Empirische Analyse“ (pdf, August 2008), in der die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage präsentiert werden.

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8 Responses to “Enterprise 2.0 – auf der Suche nach dem CEO 2.0”

  1. Boris Jäger

    In der erwähnten BITKOM-Studie (S. 4) heißt es:

    „Mit der Aussage „Web-2.0-Technologien werden in unserem Unternehmen an Bedeutung gewinnen“ identifizieren sich 87,4 der Befragten „voll und ganz“ bzw. „eher“.“

    In einer aktuellen IBM/Impulse-Studie (S. 9) ist folgendes zu lesen:

    „Der Begriff Web 2.0 ist einem Drittel der mittelständischen IT-Entscheider noch immer unbekannt. … Für 81% der Mittelständler kommt Web 2.0 aus heutiger Sicht jedoch noch nicht in Frage. Die Gründe für diesen auf den ersten Blick recht hohen Grad der Abneigung sind vermutlich in der Unsicherheit mit den Instrumenten und damit vermuteten Gefahren der neuen Formen der Interaktion zu suchen.“ (Quelle: http://www.impulse.de/e-business)

    Soviel zum Gehalt solcher Studien. Man muss doch genau sehen wer da wen frägt und was inwiefern preisgegeben wird, oder?

    Schönen Start in die neue Woche,
    Boris Jäger

    Antworten
  2. Jochen Robes

    Absolut! Häufig ist an diesen Studien die Frage, wer da was zu welchem Zeitpunkt wen fragt, genauso interessant wie die konkrete Verteilung der Antworten. Und deswegen haben diese Studien auch eine Funktion als Trendbarometer, die oft über ihren empirischen Gehalt hinausgeht.
    Beste Grüße, JR

    Antworten
  3. Boris Jäger

    Ach ja, die KnowTech steht wieder an. Wohin geht denn nun der Trend?

    Dazu ein kleines, plakatives Zahlenspiel mit den Daten aus der BITKOM-Studie:

    „Web-2.0-Technologien werden in unserem Unternehmen an Bedeutung gewinnen“
    – stimme eher zu: 47%
    – stimme voll und ganz zu: 41%
    Rund 53 % der Teilnehmer stammen aus dem Netzwerk des BITKOM
    => 41 – 53 = -12

    Wenn nicht mal die Branchenangehörigen dahinter stehen dürften …

    Antworten

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