Posted on 12 August 2008 by jrobes
Nur wenige Unternehmen sind so weit gegangen wie die SYNAXON AG. Das war vor Jahresfrist brandeins schon einen Artikel wert und über fehlende Aufmerksamkeit kann sich Frank Roebers, der Vorstandsvorsitzende, seitdem sicher nicht beklagen. In Zürich hat er kürzlich auf einem Seminar des Learning Centers (Uni St. Gallen) präsentiert und Andrea Back hat das zum Anlass genommen, ihn für ein längeres Interview vor die Kamera zu bitten. Die ersten Ausschnitte sind jetzt online (deshalb Achtung: der Link führt nur auf das Intro der Vlog-Reihe!). Hier spricht Frank Roebers darüber, wie “dehnbar” ein Wiki ist und welche Folgen eine Begegnung mit Jimmy Wales haben kann.
Andrea Back, Interview mit Frank Roebers, Business 2.0, 23 Juli 2008
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Posted on 11 August 2008 by jrobes
Ich versuche, täglich wenigstens einem Artikel zu folgen, die Stephen Downes für uns ausgräbt und weiterleitet. Hier sagt schon der Titel, wo es lang geht. Drei Gründe bilden die Antwort auf das “why”:
“For three reasons the XO turned out to be a gross provocation to the big players in the computer industry. First, it was always going to be cheap, undercutting the competition by thousands. …
Second, the XO uses an AMD chip. …
Third, it does not use software by Apple or Microsoft. …”
Der Artikel ist etwas flapsig geschrieben, bietet aber - wieder einmal - einen guten Überblick über das OLPC-Projekt und die Interessen der üblichen Verdächtigen.
Bryan Appleyard, The Sunday Times, 10 August 2008
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Posted on 08 August 2008 by jrobes
Für die KnowTech habe ich versprochen, etwas zum Stichwort “Communities” beizutragen. Bei meinen Recherchen bin ich auf diesen spannenden Artikel von Barry Wellman u.a. gestoßen. Er ist zwar schon einige Jahre alt, bringt aber viele Entwicklungen hervorragend auf den Punkt: Das Internet, so die Autoren, unterstreicht einen allgemeinen Trend, der in westlichen Industriegesellschaften zu beobachten ist: nicht mehr lokal verankerte Communities oder Gemeinschaften bilden hier das soziale Gerüst, sondern etwas, das als “networked individualism” beschrieben wird.
Technologien wie das Internet und Mobile Phones verbinden heute Menschen, nicht Orte. Jeder ist individuell erreichbar. Die Person (und nicht mehr z.B. ein Haushalt) wird zum “portal” und “switchboard”. “In effect, the Internet and other new communication technology are helping each individual to personalize his or her own community. This is neither a prima facie loss nor gain in community, but rather a complex, fundamental transformation in the nature of community.”
“Networked individualism”: Mit Hilfe des Internets tauschen sich Menschen heute in einer Reihe von Communities aus, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und unterschiedlich engagiert. Lokale Communities und arbeitsbezogene Communities (of Practice) sind Teile dieses Puzzles. “Yet in a person’s ‚glocalized’ world (!) extensive local involvements fit together with far-flung communities of friendship, kinship and shared interest.”
Die Autoren gründen ihre Thesen auf einer Reihe empirischer, in verschiedenen Ländern durchgeführter Studien. Mit vielen weiteren Literaturhinweisen.
Barry Wellman u.a., Journal of Computer-Mediated Communication (JCMC), Vol. 8, No. 3, April 2003
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Posted on 08 August 2008 by jrobes
Im Editorial des aktuellen Newsletters der Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM) weist Vorstand Simon Dückert auf eine Diskussion hin, die im April in Kuala Lumpur zum Thema “Is Knowledge Management Dead?” zwischen Patrick Lambe, Larry Prusak und Dave Snowden stattgefunden hat. Auf Patrick Lambe’s Blog gibt es einen Video-Mitschnitt dieser interessanten Diskussion (”Dead KM Walking”). Jack Vinson wiederum hat das passende Transkript online gestellt (”Dead KM Talking - sound bites”) By the way, die fünf Mythen sind:
“1. Wissensmanagement = Informationstechnik
2. Dokumente = Wissen
3. Große Bürokratie = gute Idee, um mit Wissen zu arbeiten
4. Wissen existiert losgelöst vom Menschen
5. Wissen kann gemessen werden”
Simon Dückert, Editorial, Newsletter, Gesellschaft für Wissensmanagement (GfWM), 4/ 2008, Juli/ August (pdf)
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Posted on 07 August 2008 by jrobes
Bleiben wir kurz beim Thema Web 2.0. Eine Frage, die sich mir bei der Lektüre dieses Artikels wieder einmal stellte: Wollen Unternehmen wirklich Web 2.0-Technologien einführen? Mir ist jedenfalls erst einmal ein Projektteam begegnet, das sich konkret mit der Einführung einer Web 2.0-Suite beschäftigte. Wenn ich hier die großen IT-Unternehmen einmal ausklammern darf. Ansonsten wollen meine Gegenüber Qualifizierung anbieten oder stecken in einem Change-Projekt oder managen eine Kommunikationskampagne und, na klar, hören sie hin, wenn es um Web 2.0 und um Möglichkeiten geht, diese Aufgaben effizienter, attraktiver, benutzerfreundlicher zu lösen. Aber oft stellen sie fest, dass Web 2.0 noch nicht passt und dann heißt es: Okay, beim nächsten Mal vielleicht. Wie dem auch sei: Wenn es da draußen aber doch ein Projektteam geben sollte, das wissen will, was bei der Einführung von Web 2.0 zu beachten ist, findet es hier erste Hinweise.
Klaus Tochtermann, Gisela Dösinger und Alexander Stocker, contentmanager.de, 08/ 2008
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Posted on 07 August 2008 by jrobes
Ein 17 Minuten-Podcast des CIPD, ergänzend zum Web 2.0-Diskussionspapier aus dem Juni. Nach wie vor geht es darum auszuloten, was Web 2.0 für das Personalmanagement bedeuten kann. Von daher ist es vielleicht schade, dass sich die Beispiele hauptsächlich auf das Thema Recruiting (T-Mobile, The Royal Opera House) konzentrieren, während das Stichwort “creating the attractive workplace” (wieder) bei IBM hängen bleibt.
Podcast, episode 22, Chartered Institute of Personnel and Development (CIPD), August 2008
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Posted on 06 August 2008 by jrobes
Wenn sich ein Anthropologe mit YouTube beschäftigt, dann heißt das “participant observation”! Zumindest, wenn der Anthropologe Michael Wesch heißt und mit Studierenden der Kansas State University herauszufinden versucht, was Menschen am Internet, an Web 2.0 und YouTube so fasziniert. In diesem Video erzählt er von seinen Erfahrungen, seinen Erkenntnissen und belegt diese mit unzähligen Video-Beispielen. Fast schon so etwas wie eine “YouTube-Story”!
Seine wichtigsten Thesen: “Media is not content. Media are not just tools of communication. Media mediate human relations. So: when media change, human relations change.” Spannend auch ein anderes Bild, das er “cultural inversion” nennt: Einerseits prägen Individualismus, Unabhängigkeit und Kommerzialisierung unsere Kultur, andererseits suchen wir verstärkt nach Community, Beziehungen und Authentizität.
55 Minuten. Besser als Fernsehen!
Michael Wesch, YouTube, 26 Juli 2008
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Posted on 05 August 2008 by jrobes
Das Buch ist zwar erst ein paar Jahre alt, genauer gesagt: es wurde im März 2000 zum ersten Mal veröffentlicht, aber schon ein Klassiker. Also habe ich den Urlaub genutzt, um diese Lücke zu schließen. Was darf man bei diesem Titel erwarten? Vielleicht einen Klassiker des Wissensmanagements? Nun, das ist das Buch zweifellos auch, aber im Kern ist es ein Plädoyer gegen Technikgläubigkeit, gegen technokratische Managementmodelle und für den sozialen Kontext, der Dinge erst zum Laufen bringt. “Technology-centered tunnel vision” auf der einen, “social and moral blindness” auf der anderen Seite.
Den Tunnelblick spüren die Autoren in verschiedenen Ideen und Konzepten auf: virtuelle Agenten (robots), das Homeoffice, das papierlose Büro, die elektronische Zeitung, die virtuelle Firma, die virtuelle Universität, die digitale Bibliothek. Alles schön und gut, technisch machbar, möglicherweise effizient, aber man übersieht hier, dass in all den Beispielen nicht nur Informationen übertragen werden und ein menschlicher Träger durch einen technischen ersetzt wird. Informationen besitzen ein “social life”, von dem sie nicht getrennt werden können. “Practice” und “context” sind hier die Stichworte. Informationen und Informationstechnologien können nie die Beziehungen zwischen Menschen ersetzen.
So zum Beispiel Lernen: Lernen ist mehr als Informationsübertragung, “learning involve more than information” (S. 125) “learning a practice … involves becoming a member of a ‘community of practice’” (126); und: “in all, whether the task is deemed high or low, practice is an effective teacher and the community of practice an ideal learning environment.” (127) So argumentieren die Autoren in Anlehnung an Lave und Wenger.
Das Buch atmet viel Zeitgeist. Es ist geschrieben zum Höhepunkt des dot-com Booms, als man dem e-business ja wirklich fast alles zutraute. Einige Beispiele sind heute in den Hintergrund gerückt, wie z.B. robots, über die ich nur noch im Zusammenhang mit Spam lese. Und bei anderen Beispielen wie z.B. Bibliotheken ist es noch keineswegs klar, wie sie sich mit den neuen technischen Möglichkeiten arrangieren. Und das Buch ist geschrieben, bevor alle Welt begann, fasziniert auf Web 2.0 und Social Software zu schauen. Leider.
John Seely Brown und Paul Duguid, Harvard Business Press 2000, 330 Seiten
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Posted on 04 August 2008 by jrobes
Google’s “Knol” hat bei Peter Baumgartner, Leiter des Departments für Interaktive Medien und Bildungstechnologien an der Universität Krems, verschiedene, teilweise widersprüchliche Gedanken ausgelöst und das Schöne ist, dass er uns daran teilhaben lässt. Auf den ersten Blick, am 27 Juli, erscheint ihm Knol als “eine interessante Alternative zur Wikipedia”, die “enorme Vorteile” für eine kooperative Wissensproduktion aufweist (“Googles Knol versus Wikipedia”).
Wenige Minuten (!) später hält er - scheinbar erschrocken über das eigene schnelle Statement - fragend inne: “Ist es eine Alterserscheinung, dass ich jetzt beginne mir ernstlich Sorgen zu machen?” (“Google & Datenschutz”, 27. Juli)
Weitere vier Tage später ist das vorerst abschließende Urteil gefällt: “Die letzten beiden Tage habe ich unter anderem dazu benützt mich über die Diskussion zu Google Knols zu informieren. Ich bin zum Schluss gekommen, dass das Konzept sehr gut ist, aber aus verschiedenen Gründen die aktuellen Realisierung bzw. Implementierung (siehe Knol-Website) durch Google äußerst kritisch zu beurteilen ist.” (“Google: Don’t be evil? - Don’t be naive!”, 31. Juli)
Aber das ist noch nicht das Ende. Angeregt durch Knol hat sich Peter Baumgartner auch auf die Suche nach einem theoretischen Fundament gemacht, um verschiedene Enzyklopädie-Projekte auf den Prüfstand zu stellen. Fündig geworden ist er bei Jürgen Habermas und seiner “Theorie des kommunikativen Handelns”, dessen Raster von Geltungsansprüchen er im (derzeit) letzten Beitrag kurz erläutert. Ein längerer Fachartikel wird angekündigt.
Peter Baumgartner, Gedankensplitter, 1 August 2008
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Posted on 01 August 2008 by jrobes
Ich finde diese Unterscheidung absolut treffend: “Haque says that “context” is what most users generate and that content remains an area for professionals or at least the well-known amateurs.” Indem wir Informationen verlinken, kommentieren und weiterleiten, stellen wir sie in einen Kontext. Der sich z.B. aus unserem Profil (Geschichte, Érfahrungen, Netzwerke usw.) ergibt. Und dazu führt, dass Informationen mit Attributen wie Relevanz, Áktualität und Glaubwürdigkeit verbunden werden. Harold Jarche schlussfolgert:
“Creating good content on a platform that lets users (teachers & learners) add context may be the the real killer application in education. Content developers and institutions have been so concerned with protecting their content that they don’t see where the real value lies. Letting others add more context will only increase the value of their content.”
Harold Jarche, Learning & Working on the Web, 15 Juli 2008
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Posted on 01 August 2008 by jrobes
Einige kurze Gedanken zum Stichwort “altes” und “neues” e-Learning. Oder: Lernen auf Vorrat und Learning on Demand. Oder e-Learning und Wissensmanagement. Beschrieben wird ein Lernverhalten, dass viele bereits automatisiert haben - und dass es aber trotzdem nur selten auf die Tagesordnung der Bildungs- und Personalexperten schafft. Und deswegen sind diese Gedanken nicht überflüssig.
Johannes Thönneßen, Der MWonline-Blog, 28 Juli 2008
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